Diskussion über neue Tunnel

  • Der Verweis auf "Darwin" greift wirklich zu kurz. Manche schweren Unfälle werden auf "menschliches Versagen" langjähriger, erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgeführt. Und auch ich gestehe, trotz langjähriger Erfahrungen und auch Umsicht als Teilnehmer des Straßen- und Nutzer des Bahnverkehrs unterlaufen mir auch hin und wieder Fehler und Fehleinschätzungen. Die laufen im Regelfall glimpflich ab, weil entweder ich selbst oder andere meinen Fehler korrigieren. So wie ich selbst das mitunter bei anderen auch tue.


    Das ist ausdrücklich keine Empfehlung, tapsig und unvorsichtig unterwegs zu sein - sondern eher ein Hinweis, jederzeit achtsam auf eigene Fehler wie die von anderen zu sein.

    Bei den "Unfällen" auf der A-Strecke hat der Mitarbeiter vorne in der Bahn gewöhnlich keine Chance, etwas am Geschehen zu ändern.

    Und der Mangel an Achtsamkeit, Aufmerksamkeit der Überfahrenen rührt eben gerade aus einem "wenn ich nicht aufpasse, soll es der Andere tun", das in diesem Kontext eben nicht funktioniert.

    Ohne eine wahrgenommene Gefahr beim Überqueren der Gleise, wird dies eben unaufmehrsam geschehen.

  • Du interpretierst mich hier (bewusst?) falsch. Ich bin nicht bei "wer doof ist soll sterben gehen", ich bin beim alten "wer sich in Gefahr begibt kommt darin um".

    [...]

    Also sollten wir mit der Pseudo-Sicherheit aufhören, da wir keinen 100% Idiotenschutz erreichen werden,

    1. Wenn überhaupt, dann nicht bewusst
    2. Beim weiterlesen muss ich sagen: eher gar nicht. Dein Vorschlag schafft keinen doppelten Airbag ab, und behandelt auch keine 100% Sicherheit. Im Gegenteil willst du jegliche infrastrukturelle Sicherheitseinrichtung abbauen, die Bahn gefährlicher machen (ja, das ist sie, wenn sie schneller wird) und die Verantwortung für die Konfliktvermeidung komplett auf den Fußverkehr schieben.

    So schafft dein Vorschlag neue und erhebliche Gefahren, in denen es dir dann ein metaphorisches Schulterzucken Wert wäre, wenn jemand stürbe. Weil halt selbst Schuld.


    Du magst mit deinem Verweis auf Darwin nicht wirklich eine imminente Auslese der Gene gemeint haben — ok. Darüber hinaus...

  • Beschränkung der Geschwindigkeit aufzuheben würde bedeuten, die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h zu setzen. Und das dann komplett ohne Querungsbarrieren? Puh.

    70 km/h oder einfacher 72 km/h sind 20m/s. An den Strecken, über die wir hier reden (Nördlich Marbachweg bis weißer Stein) ist, bis auf die Gitter und evtl. eine gerade vorbei gefahrene Bahn, zumeist mehrere hundert Meter freie Sicht in beide Richtungen auf die Gleise. 100m sind bei 20m/s nur 5 Sekunden. Die muss man dann abwarten. Bei 40 (36) km/h fährt die Bahn nur 10m pro Sekunde, die Wartezeit verdoppelt sich und das Gefühl "so wie der schleicht, komm ich noch rüber" nimmt zu.

    Eine deutlich wahrgenommene Gefährdung erhöht, durch Aufmerksamkeit, die tatsächliche Sicherheit. Eine bis zur Unkenntlichkeit abgeschirmte - in Wirklichkeit: versteckte - Gefahr vermindert die Sicherheit, indem sie den Glauben aufbaut, es gäbe keine Gefahr, sondern nur willkürliche Zwangsmaßnahmen (hier: Rote Ampeln)

  • Wir waren ja ursprünglich bei der Trennungswirkung der Stadtbahntrasse. Wenn ich das jetzt alles zusammenzähle, verringern wie diese also durch Abbau der Barrieren und machen sie gleichzeitig viel Angst einflößender, und dadurch wird alles sicherer. Gefahr durch Langsamfahrt, ist klar. Deswegen ist ja auch vor Schulen normalerweise eine Mindestgeschwindigkeit von 40 km/h für Autos, gell?


    Rede Mal mit Verkehrspsycholog*innen deines Vertrauens über diese Idee.

  • Ich merke, dass es gerade — auch, aber nicht nur in diesem Forum — wieder en vogue wird, Zwangsarbeit für arme Gesetzesbrecher*innen einzuführen, Tote billigend in Kauf zu nehmen, massive Gewalt bei Sachbeschädigungen oder generell nervtötenden Dingen einzusetzen.

    Du lebst doch in einer Parallelwelt. Schon die Formulierung "arme Gesetzesbrecher*innen". Mit dem ersten Attribut für Kriminelle Mitleid für sie zu erzeugen ist doch pervers.


    Was aber die Behauptung angeht, dass es angeblich wieder en vogue wird, Tote billigend in Kauf zu nehmen, steht diese in starkem Kontrast zum historisch einmaligen überbordenden Sicherheitsdenken dieser Tage. U-Bahn-Stationen werden zum Brandschutz verschandelt, bezahlbarer Wohnraum fehlt u. a. weil Wohnungsbau wegen Sicherheitsvorschriften zu teuer ist. Alles wird in Watte gepackt. Das durchzieht mittlerweile die gesamte Gesellschaft und betrifft auch das große Ganze, denn früher hätte man auch wegen einer mittelschweren Epidemie nicht die Gesellschaft heruntergefahren. Das Sicherheitsdenken ist eine Seuche die länger anhalten wird als Corona, und unsere Gesellschaft wohl in die Knie zwingen wird.


    Wenn Leuten jahrzehntelang ein stadtteilzerschneidender Sicherheitszaun vor die Haustür gesetzt wird, dann braucht man sich doch nicht wundern, wenn sich manch einer stattdessen darwinistische Auslese zurückwünscht. Da bringt es auch nichts gutmenschlich rumzuheulen und mit dem "F-Wort" zu drohen :D. Lieber mal an die eigenen Nase fassen, was die Politik falsch gemacht hat. Hätte man die Strecke unter der Erde gebaut gäbs kein Problem.

  • Andersrum gefragt: Wäre erstens die Trennwirkung genauso gegeben, wenn es hier keine oder praktisch nur eine verkehrsberuhigte Anwohner-/Spielstraße zur Erschließung der Anwesen gäbe und ansonsten der Bahnkörper relativ frei und einsichtig ist?

    Wie immer wird sich hier die Realität zurecht gebogen bis die eigenen Erwartungen erfüllt werden.


    Die Trennwirkung in der oberen Eschersheimer Landstraße ergibt sich in erster Linie durch die Stadtbahntrasse und nicht durch die mittlerweile eingeschränkt Straße. Es sind effektiv nur noch zwei Fahrspuren durchgehend nutzbar. Für die Erschließung Eschersheims wäre mittlerweile ein zweispurige Straße mit Abbiegespuren an den größeren Kreuzungen (Hügelstraße, Marbachweg, Miquel- und Adickesallee) ausreichend. Dazu kann man die Eschersheimer Landstraße auch weiter südlich, wo sie auch weiterhin vierspurig ist, in einem Zug an der Ampel überquert werden trotz deutlich dichterem MIV. Die Stadtbahntrasse mit ihrem dichtem Takt erzwingt die Kreuzung an der Ampel in drei Abschnitten. Das reduziert die Akzeptanz des Wartens und viel zu häufig wird versucht mal schnell die Straße/Trasse zu überqueren, obwohl die Ampel rot zeigt. Gäbe es einen Tunnel ließe sich die Straße entsprechend umbauen und auf zwei durchgehende Fahrstreifen und breitem Fahrradstreifen rückbauen. Der MIV nähme nur noch den Platz der A-Strecke ein, der Rest wäre für andere Zwecke nutzbar.


    Nur zum Vergleich damit es für Dich nachvollziehbarer wird. In Karlsruhe wurde die Kombilösung gebaut, weil in der zentralen Fußgängerzone mit ähnlichem Takt die Straßenbahnen fuhren wie auf der A-Strecke. Es gab da keinerlei MIV, und trotzdem konnte man nur noch unter Lebensgefahr die Fußgängerzone überqueren. Aber das wird hier mal wieder ausgeblendet, weil es nicht dazu passt gegen den MIV zu wettern.

  • Stattdessen zwei Tunnel-Projekte für Straßen:

    1.) Erweiterung der Einhausung der A 661 …

    2.) Tunnellage der Rosa-Luxemburg-Straße …

    So sinnvoll ich auch diese Straßentunnel erachte, sie lösen trotzdem nicht das Problem der Eschersheimer Landstraße – Stichwort Kombilösung Karlsruhe.

  • Wie viele tödliche Unfälle gab es denn in den letzten Jahren im Bereich der Fußgängerzone?

    Da die Diskussionen rund um das Projekt nun fast 20 Jahre her ist, ist das alles nicht mehr so präsent und persönlich war ich in den letzten 10 Jahren auch nicht mehr in Karlsruhe, so dass die Informationen zum Thema bei mir nicht so präsent sind. Aber auf die Schnelle habe ich das gefunden KA-News.de. Das Projekt wurde mehr als ausreichend diskutiert. Daher sollten sich noch hinreichend Informationen im Netz finden lassen.

  • Du lebst doch in einer Parallelwelt. Schon die Formulierung "arme Gesetzesbrecher*innen". Mit dem ersten Attribut für Kriminelle Mitleid für sie zu erzeugen ist doch pervers.


    Was aber die Behauptung angeht, dass es angeblich wieder en vogue wird, Tote billigend in Kauf zu nehmen,

    Arm bedeutet für mich meistens „wenig Geld zur Verfügung habend“ und weniger „bemitleidenswert“. So auch hier. Es ging darum, dass jemand „ordentlich zur Kasse gebeten“ werden solle und ansonsten eben Zwangsarbeit leisten solle. Der Autor dieser Zeilen hat mir diesen Ansatz mittlerweile halböffentlich erläutert, deswegen will ich da jetzt nicht weiter drauf rumreiten, aber „pervertiert“ ist da nur dein Verständnis von arm vs. bemitleidenswert.


    Zum Thema Tote billigend in Kauf nehmen: dabei beziehe ich mich darauf, dass „wir“ tatenlos zusehen, wie Seenotrettung vom Staat verhindert, kriminialisiert, ihre Sinnhaftigkeit (und damit die Sinnhaftigkeit davon, Menschen nicht sterben zu lassen) debattiert wird und Rettungsboote auf offenes Meer zurückgedrängt werden – von unserem Grenzschutz Frontex. Hier werden Tote billigend in Kauf genommen.


    Ich beziehe mich auch darauf, dass wir es zulassen, Menschen in einem Zeltlager mit undichten Zelten im Schlamm zu lassen, wo Kinder von Ratten angeknabbert werden.


    Und du selbst willst ja gerne Tote in Kauf nehmen, weil du die schwerste Pandemie seit mindestens 100 Jahren als „mittelschwere Epidemie“ verharmlost: guck dir an, was 1918 gemacht wurde und zeige mir parallele Ausbrüche seitdem.


    Und noch zu diesem Satz:

    Da bringt es auch nichts gutmenschlich rumzuheulen

    möchte ich einen eineinhalb Jahre alten Tweet von mir selbst zitieren. Triggerwarnung: das F-Wort kommt nicht vor, aber das N-Wort:

    Voriger Tweet
    Wer „Gutmensch“ als Beleidigung gebraucht, oder „Schlechtmensch“ als Ehrenmal, ist ein Nazi.

    Würde ich heute, glaube ich, marginal anders formulieren, und der Kontext des Threads ist zu beachten, stimmt aber im Grundsatz immer noch.

  • Zitate von baeuchle:


    "Arm bedeutet für mich meistens „wenig Geld zur Verfügung habend“ und weniger „bemitleidenswert“. So auch hier. Es ging darum, dass jemand „ordentlich zur Kasse gebeten“ werden solle und ansonsten eben Zwangsarbeit leisten solle. Der Autor dieser Zeilen hat mir diesen Ansatz mittlerweile halböffentlich erläutert, deswegen will ich da jetzt nicht weiter drauf rumreiten, aber „pervertiert“ ist da nur dein Verständnis von arm vs. bemitleidenswert."


    Ok, allerdings finde ich es schon übertrieben eine Aussage zu skandalisieren als hätte hier einer Zwangsarbeit wie im Dritten Reich gefordert. Man mag es kritisieren oder auch nicht, aber die Ungleichbehandlung von Personen, die Geldstrafen nicht zahlen können ist außerdem Gesetzeslage. Die müssen die Strafe nämlich im Vollzug absitzen.


    "Zum Thema Tote billigend in Kauf nehmen: dabei beziehe ich mich darauf, dass „wir“ tatenlos zusehen, wie Seenotrettung vom Staat verhindert, kriminialisiert, ihre Sinnhaftigkeit (und damit die Sinnhaftigkeit davon, Menschen nicht sterben zu lassen) debattiert wird und Rettungsboote auf offenes Meer zurückgedrängt werden – von unserem Grenzschutz Frontex. Hier werden Tote billigend in Kauf genommen."


    Würde Frontex den Schleppern helfen, würde das noch mehr Migranten aufs Meer locken, womit man auch Tote billigend in Kauf nähme.


    "Und du selbst willst ja gerne Tote in Kauf nehmen, weil du die schwerste Pandemie seit mindestens 100 Jahren als „mittelschwere Epidemie“ verharmlost: guck dir an, was 1918 gemacht wurde und zeige mir parallele Ausbrüche seitdem."


    Asiatische Grippe 1957-1958: Weltweit 1-4 Millionen Tote, in Deutschland 30.000 Tote.

    Hongkong-Grippe 1968-1970: Weltweit 1-4 Millionen Tote, in Deutschland 52.500 Tote.


    siehe: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_epidemics


    Man bedenke dass damals die Weltbevölkerung noch geringer und weniger überaltert war.


    Im Vergleich zu der Spanischen Grippe von 1918-1920 mit 20-100 Millionen Toten oder der Pest von 1346-1353 mit 75-200 Millionen Toten bei jeweils nochmal wesentlich niedrigeren Weltbevölkerungen, sind die Grippe-Pandemien der 50er und 60er sowie die Coronavirus-Pandemie halt nur mittelschwer.


    "Wer „Gutmensch“ als Beleidigung gebraucht, oder „Schlechtmensch“ als Ehrenmal, ist ein Nazi."


    Kannst mich ruhig nennen wie Du willst, triggert mich nicht.


    Hier wegen vielleicht etwas unausgegorenen aber harmlosen Äußerungen wie dem Darwinspruch, oder der Idee mit der gemeinnützigen Arbeit, oder gar nur wegen der Benützung des Wortes "Gutmensch" den Faschismus an die Wand zu malen ist halt nicht wirklich "gut" sondern einfach nur gutmenschlich verpeilt. Interessiert mich nicht wie Du mich dafür betitelst.

    Einmal editiert, zuletzt von N-Wagen ()

  • Da ist so viel falsches drin, (Schlepperabschreckungsmär, Praventionsparadox als Beispielstichpunkte), dass es den Rahmen des Threads, und eigentlich auch des Forums, sprengte, ginge ich darauf in Detail ein.


    Aber eines, N-Wagen :

    gutmenschlich verpeilt

    Meinst du wirklich, du kannst mich mit der Bezeichnung „Gutmensch“ provozieren? Ich verstehe es als Kompliment, wenn auch, dem Kontext nach zu urteilen, ein unabsichtliches. Das klingt so wie die Menschen, die denken, sie könnten mit der Betitelung „Antifaschistin“ beleidigen. Immer eine Quelle für Amüsement.

  • Wer aber einen Termin wie "unter Lebensgefahr" gebraucht, hat offensichtlich keine Ahnung davon, was Lebensgefahr wirklich bedeutet.

    Wenn man kurz unaufmerksam ist, und dadurch anschließend tot ist, dann befand man sich in konkreter Lebensgefahr. Fakt ist, dass man die Kaiserstraße in der HVZ nur hoch konzentriert überqueren konnte, weil man sonst der sehr konkreten Gefahr ausgesetzt war überfahren zu werden. Das ist insbesondere für ältere Bürger eine Zumutung, da vielen allein das Gehen schon große Konzentration abfordert, um nicht zu stürzen. Wer nun meint, dass mehr als 40 Straßen-/Stadtbahnzüge pro Stunde keine Gefahr darstellen lebt in einer sehr eigenen Wahrnehmungsblase.

  • Ein paar Gedanken von mir:

    Karlsruhes Fußgängerzone habe ich auch schon gelegentlich besucht und dort auch Stadtbahnen fotografiert, verstärkt in der Zeit, als deren Nummern noch für unsere Bilderkette gut waren :), aber den Stadt- und Straßenbahnbetrieb nicht als lebensgefährlich empfunden. Aus meiner Studentenzeit in Dortmund kenne ich auch noch die Straßenbahnen in den Fußgängerzonen von Witten und Herne, die fuhren dort allerdings eher im 10 Minuten-Takt, also mit 12 Bahnen pro Stunde. Die fuhren dort allerdings auch sehr langsam und klingelten bei Bedarf. Ich kann mich aber weder in Karlsruhe noch im Bogestra-Netz an ausgedehnte Klingel-Konzerte erinnern. Ich schließe daraus, dass sich Fußgänger und Nahverkehr miteinander arrangiert haben.


    Hinsichtlich des von N-Wagen angesprochenen Sicherheitsdenken mache ich mir auch schon Gedanken in ähnliche Richtung. Etwa, dass die Vielzahl von Absperrungen und Umwegen so manche dazu verleitet, diese zu übersteigen und eben die Konzentration auf das Übersteigen der Absperrungen die Aufmerksamkeit von der notwendigen Beobachtung der Umgebung ablenkt. Oder dass die "zur Sicherheit" weltweit in den 60er und 70er Jahren angelegten Unterführungen vielfach als Angsträume Richtung "Clockwork Orange" empfunden werden.


    In Sachen Pandemie stimme ich N-Wagen allerdings n i c h t zu: Die Anzahl der Opfer der Grippe-Epedemien im 20. Jahrhundert mag auf ähnlichem Niveau liegen wie die von Corona, deutschland- und weltweit. Nur mit dem Unterschied, dass die jetzige Pandemie t r o t z sehr massiver Einschränkungen des öffentlichen Lebens so viele Opfer fordert, während während der Grippe-Epedemien das allgemeine Leben weiterging wie bisher. Und was passiert, wenn man es so weiterlaufen lässt, lässt sich in USA und Brasilien sehen. :(


    Und was Sicherheitsdenken angeht, scheint das auch nur auf einige Bereiche beschränkt zu sein: Verkehrsbedingte Luftverschmutzung wie Tabakrauchen haben hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen der jetzigen Pandemie vergleichbare Auswirkungen - und werden nur sehr zögerlich eingeschränkt. Oder passend zum Tag: Die Sylvesterknallerei hat auch regelmäßig einschlägige Folgen und wird jetzt u.a. eben wegen der daraus resultierenden zusätzlichen möglichen Belastung der Krankenhäuser verboten - was aber stellenweise zu erbosten Protesten geführt hat.

  • Wenn man kurz unaufmerksam ist, und dadurch anschließend tot ist, dann befand man sich in konkreter Lebensgefahr.

    Na vielen Dank, daß Du Deiner eigenen Aussage im gleichen Satz widersprichst. Unaufmerksamkeit ist keine Lebensgefahr. Zumindest komme ich Deiner Definition nach gerade unter Lebensgefahr aus meiner Küche, weil da hätte ich mir ja in einem Moment kurzer Unaufmerksamkeit mit dem Kneipchen die Pulsadern aufschneiden können...


    Lebensgefahr besteht dann, wenn die äußeren Umstände nicht erkennen lassen, daß eine Gefahr droht (Beispiel: Ich unterquere die Brücke in Niedernhausen, wo sich just in diesem Moment der Pfeiler verschiebt) oder ich gezwungenermaßen eine Aktion durchführen muß, von der ich nicht weiß, wie sie ausgeht (Beispiel: Die Hütte brennt und ich habe die Wahl, zu verbrennen oder mich vom Balkon abzuseilen/runterzuhüpfen).


    Wer hingegen zwingt mich, über die Straße oder die Gleise zu rennen und nicht zwei Minuten zu warten? Niemand. Unaufmerksamkeit ist persönliches Lebensrisiko.

  • Meinst du wirklich, du kannst mich mit der Bezeichnung „Gutmensch“ provozieren?

    Ob das provoziert, spielt für mich keine Rolle. Ich sage, was ich für richtig halte. Wenn das jemanden provoziert, wird es halt gegebenenfalls ausdiskutiert. Wenn es nicht provoziert, umso besser.


    Wenn ich aber so genauer darüber nachdenke, komme ich schon zu dem Schluss, dass es Dich provoziert, sonst würdest Du darauf nicht weiter eingehen. Ich denke, Du weist vermutlich schon, dass "Gutmensch" im Allgemeinen negativ konnotiert ist. Logisch ist da Dein Versuch es positiv umzudeuten. Aber Du kannst sicher Dir sein, dass ich bei einem breiten Erfolg einer Umdeutung es nicht mehr für Dich verwenden würde. Unter einem Gutmenschen ist m. E. kein guter Mensch zu verstehen, sondern Moralisten und Ideologen, die sich lediglich für besonders gut halten, oder auch nur als besonders gut angesehen werden wollen, um sich über andere zu erheben. Moralisten, die über den Tellerrand hinausschauen wollen, empfehle ich mal "Jenseits von Gut und Böse" sowie "Zur Genealogie der Moral" von Friedrich Nietzsche zu lesen. Aber ich denke nicht, dass da Interesse besteht.