Denkt hier vielleicht Mal einer, einmal, an die Busse?

  • Darf ich ergänzen, daß es bei dieser Diskussion um eine allgemeine Einschätzung der Lage gehen soll? Ich befürchte nämlich sonst, daß das Thema sehr schnell ins "Mimimi, der Bus 256 wurde gestern um 14.38 Uhr für zwei Sekunden ausgebremst und deswegen ist der gesamte Busverkehr Murks" abdriftet.


    Also bitte nur, wie der Bus (angeblich/real) systematisch benachteiligt wird und keine Alltagsprobleme, die z. B. bei der Straßenbahn ebenso vorkommen können.


    Und ebenso bin ich mir nicht sicher, ob es sinnvoll ist, hier über (gefühlt) fehlende Verbindungen zu diskutieren, weil es diese Problematik im Schienenbereich genauso gibt.

  • Darf ich ergänzen, daß es bei dieser Diskussion um eine allgemeine Einschätzung der Lage gehen soll? Ich befürchte nämlich sonst, daß das Thema sehr schnell ins "Mimimi, der Bus 256 wurde gestern um 14.38 Uhr für zwei Sekunden ausgebremst und deswegen ist der gesamte Busverkehr Murks" abdriftet.

    Guter Hinweis. Ja, so war's gemeint und auch wenn ich nicht verstehe, wie man das fehlinterpretieren kann, so weiß ich doch, dass die Klarstellung dennoch nötig ist. Also Danke.

  • Der Busverkehr wird grundsätzlich, nicht erst seit 2021, stiefmütterlich behandelt. Auch hier im Forum. Diskussionen über Schienenprojekte arten über tausende Seiten aus, kommt jedoch ne Pressemitteilung zum Thema Bus vier Seiten und Schluss. Das mag vielleicht daran liegen, dass viele einfach den Schienenbereich "lieber mögen", interessanter finden und die Technik fasziniert. Ist auch vollkommen okay.

    Die Einführung der M- und X-Linien war und ist ein guter Schritt um das Netz und das Angebot zu verbessern. Auch die Quartiersbusse sind eine nützliche Ergänzung des Netzes.

    Jedoch fehlt noch einiges. Zum Beispiel kann ich mich im Forum an keine große Diskussion zum Thema neue Busspuren erinnern. Wenn ich Diskussion schreibe dann meine ich auch diese und nicht irgendwelche Pressemitteilungen die hier gepostet werden ohne Näher darauf einzugehen. Gerade die M-Linien würden von neuen und von mehr Busspuren profitieren, da erzähle ich aber sicherlich nix neues.

    Die Thematik Haltestelleninfrastruktur an reinen Bushaltestellen lässt auch zu wünschen übrig. Fehlende DFI usw. Der Höchster Bahnhof ist hier aber als positives Beispiel hervorzuheben. Wenn wir hier über den Bahnhofsvorplatz diskutieren, liest man nur Straßenbahn, meistens. Was ist mit den Bussen und deren zukünftiger Lage am Bahnhof?

    Aber ich schweife ab.

    Auch die Organisation des Busverkehrs ist meiner Meinung nach (Ausschreibung, Traffiq bla bla bla) verbesserungswürdig. Aber darüber will ich jetzt nicht diskutieren weil es eh keinen Sinn hat sich hier die Finger wund zu tippen und dann noch ins lächerliche gezogen zu werden. Es gibt andere Mittel und Wege die Verkehrspolitik zu gestalten.

  • Der Busverkehr wird grundsätzlich, nicht erst seit 2021, stiefmütterlich behandelt. Auch hier im Forum. Diskussionen über Schienenprojekte arten über tausende Seiten aus, kommt jedoch ne Pressemitteilung zum Thema Bus vier Seiten und Schluss.


    Über das Top-Modell von Mercedes wird auch mehr berichtet als über das Modell von Dacia. Ähnlich verhält es sich bei dem Bus (= Beförderungsmittel untersten Standards) im Vergleich zu einer Straßenbahn.

  • Deinen Eindruck teile ich nicht. Weder in der "Stadt", noch hier im Forum wird der Busverkehr "stiefmütterlich" behandelt. Du erwähnst selbst genug Beispiele. Diskussionen hier im Forum funktionieren meist am besten, wenn zielgerichtete, konkrete und fundierte Beiträge kommen. Also genau das Gegenteil von Deinem verbitterten Rundumschlag gerade. (Das meine ich wirklich vollkommen freundlich, ehrlich und konstruktiv.)

  • Der Busverkehr wird grundsätzlich, nicht erst seit 2021, stiefmütterlich behandelt. Auch hier im Forum.

    Weil das Forum auch das Maß der Dinge ist, wenn es um die Beurteilung der Qualität des Busverkehrs geht. Ist klar.


    Auch die Organisation des Busverkehrs ist meiner Meinung nach (Ausschreibung, Traffiq bla bla bla) verbesserungswürdig.

    Ach, aus der Ecke weht der Wind. Sorry, aber das ist ein komplettes Eigentor für Dich. Umgekehrt ist es richtig: Durch die Nichtausschreibung der Straßenbahnlinien müssen wir uns mit der von der VGF erbrachten Leistung begnügen. Andere, bessere Straßenbahnunternehmen, haben so gar keine Chance, ihr besseres Angebot vorzustellen.


    Und wenn wir auf dem Niveau bleiben: Die Straßenbahn wird absolut stiefmütterlich behandelt, aus Kundensicht. Beim Bus kann ich einfach einsteigen und der Fahrer verkauft mir mein Ticket, weil ich zu faul oder zu doof bin, den Fahrkartenautomaten zu bedienen. Bei der Straßenbahn verkauft der Fahrer nicht. Das ist eine absolute Diskriminierung der Straßenbahnfahrgäste!!!!! Und ein Beweis dafür, daß der Bus wesentlich besser gestellt ist als die Straßenbahn.


    Und zum Thema "Stiefmütterlich" betrachten wir einfach mal die Verkehrsleistungen (in Mio km), nach Angaben Traffiq:


    2007 2018 Plus
    U-Bahn 6,8 7,8 14,7%
    Straßenbahn 6,3 7,0 11,1%
    Bus 14,2 17,2 21,1%


    Welcher Betriebszweig hat hier die meisten Mehrkilometer bekommen? Soviel zum Thema Benachteiligung...

  • Schienprojekte sind ja erheblich umfangreicher, eine neue Buslinie nutzt, wie erwähnt, vorhandene Infrastruktur. Als minimale Investitionen in Infrastruktur eine Haltestellenschild (eventuell noch in mobiler Ausführung). Das war's. (Oft bleibt es auch leider dabei)
    Kein PFV, so gut wie keine Proteste. Das kommt später, wenn Haltestellen mal ausgebaut werden sollen.

    Daher dürfte auch der relativ geringe Diskusionsbedarf hier im Forum herrühren.


    Der Vergleich zu Hamburg ist aber in der Hinsicht interessant, das dort neue Bus ÖPNV Verbesserungen wie eigene Trassen und Bevorrechtigungen genauso bekämpft werden anderswoneue Schienenstrecken. Das mag dannauch die dogmatisch Ablehnung einer Straßenbahn erklären.

    Ich glaube aber nicht, das in Frankfurt ein ähnliches Bussystem parallel zu den Schienverkehrsmitteln aufgebaut werden sollte.

    Einmal editiert, zuletzt von Condor ()

  • Die Frage beim Busverkehr ist für mich immer auch: Was ist die Aufgabe einer bestimmten Buslinie?


    Ein Metro- oder Expressbus soll eigenständig relativ weit entfernte Ziele in der Stadt verbinden, für die sich ein Schienenfahrzeug entweder gerade noch nicht rechnet, aus technischen Gründen nicht möglich ist oder einfach so schnell nicht eingesetzt werden kann, wie ein Bus.


    Ein Quartiersbus bummelt durch die Sträßchen eines Stadtviertels und bindet als Hauptfunktion diese an das nächste höherwertige Verkehrsmittel an.


    Was ich für Frankfurt nicht sagen kann, ist, ob es auch Buslinien gibt, die wie der 140er in Köln, zwar zwei Verkehrsknoten miteinander verbinden, aber in einer Weise, die auf den ersten Blick völlig absurd und irre erscheint, weil man mit anderen Verkehrsmitteln in ~20 Minuten zwischen denen hin und her fährt und der Bus >1Stunde braucht, bis man beim zweiten der dritten Blick merkt, dass im Schnitt jede dritte, vierte Haltestelle eine Bahnverbindung bietet, also kaum jemand mit dem Bus mehr als 8 Haltestellen fährt, sondern bestenfalls mal von einer Bahn zur übernächsten. Die Wege dazwischen haben teils Quartierbuscharakter, aber die Anzahl der ein- und aussteigenden Fahrgäste ist beachtlich hoch, weshalb da auch zweitweise ein dreitüriger Gelenkbus fährt.

    Der 36er bummelt/bummelte? teilweise so durchs Frankfurter Westend, aber sowas mit 41 Haltestellen im Zickzack durch die Stadt kenne ich in Frankfurt nicht.

    2 Mal editiert, zuletzt von Xalinai2 ()

  • Was ich für Frankfurt nicht sagen kann, ist, ob es auch Buslinien gibt, die wie der 140er in Köln, zwar zwei Verkehrsknoten miteinander verbinden, aber in einer Weise, die auf den ersten Blick völlig absurd und irre erscheint, weil man mit anderen Verkehrsmitteln in ~20 Minuten zwischen denen hin und her fährt und der Bus >1Stunde braucht, bis man beim zweiten der dritten Blick merkt, dass im Schnitt jede dritte, vierte Haltestelle eine Bahnverbindung bietet, also kaum jemand mit dem Bus mehr als 8 Haltestellen fährt, sondern bestenfalls mal von einer Bahn zur übernächsten. Die Wege dazwischen haben teils Quartierbuscharakter, aber die Anzahl der ein- und aussteigenden Fahrgäste ist beachtlich hoch, weshalb da auch zweitweise ein dreitüriger Gelenkbus fährt.


    Ich würde sagen, da kommt der 29 dem noch am nächsten. Der braucht von Nieder-Eschbach bis zum NWZ deutlich länger als die U9, weil er die ganzen nördlichen Stadtteile abklappert. Und er hat auch in regelmäßigen Abständen eine Haltestelle mit U-Bahn-Anschluss (Zeilweg, Riedberg, Kalbach, Nieder-Eschbach) so dass auch hier wahrscheinlich viele Fahrgäste von den Zwischenhaltestellen nur bis zur nächsten "U-Bahn-Haltestelle" mitfahren und nur wenige über einen längeren Streckenverlauf im Bus bleiben.

    Viele Grüße, vöv2000

  • Was ich für Frankfurt nicht sagen kann, ist, ob es auch Buslinien gibt, die wie der 140er in Köln, zwar zwei Verkehrsknoten miteinander verbinden, aber in einer Weise, die auf den ersten Blick völlig absurd und irre erscheint

    Naja, so gesehen, kommt der 34er dem doch recht nahe. Allerdings ist sein Zick-Zack halt nicht so extrem. Aber meistens hast Du solche Verknüpfungen, wenn Du peripher rund um die Stadt herumgurkst. Nachteil bei solch langen Linienläufen ist das Mitschleppen von Verspätungen im Staufall, dafür gibt es aber an keiner Stelle einen Umsteigezwang.


    Ähnlich war das früher in Paris auf den Buslinien, die der Petite Ceinture gefolgt sind. Die hatten dann auch an gefühlt jeder zwei Haltestelle eine Verknüpfung zur Metro. Glücklicherweise hat man sie inzwischen größtenteils durch die Straßenbahnlinie 3 ersetzt. Genau diese hat man aber wieder in der Mitte gebrochen in eine Linie 3A und 3B, um genau das Mitschleppen von Verspätungen zu reduzieren. Dafür hat man dann an der Porte de Vincennes einen Umsteigezwang, wenn man in dem Bereich eigentlich ein paar Stationen durchfahren möchte.

  • Gab es am PC nicht die Linien PC1, PC2 & PC3?! ich meine mal sowas auf einem älteren Netzplan gesehen zu haben....

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Ich denke, Dortelweiler hat insofern Recht, als das Potential der Busse hier nicht optimal ausgeschöpft wird - der Straßenbahn geht es etwas ähnlich. Sonst müsste Holger Koetting nicht regelmäßig darauf hinweisen, dass in Montpellier eine Tram-Strecke täglich 125.000 Fahrgäste befördert, was wohl an die Kapazität der A-Strecke heranreicht. :)


    Vorab: Ich fahre auch lieber Bahn als Bus - weil Bahnen auf Schienen eine größere Laufruhe haben. Aber ansonsten sehe ich in Bussen ein großes Entwicklungs-Potential:

    - Anders als Schienen-Strecken lassen sich Bus-Trassen in einer unteren 1-stelligen Anzahl von Jahren einrichten. Wenn die Politik den Mut hat, dem in Deutschland fast heiligen MIV auch ein paar härtere Einschränkungen aufzuerlegen. So könnten mehrspurige Straßen jeweils eine Spur abgeben, die dann Bus-Trasse würde:

    - Eine im 5-Minuten-Takt fahrende Buslinie schafft mit Gelenkbussen etwa 480 sitzende Fahrgäste je Stunde und Richtung. 5.000 Fahrgäste pro Tag und Richtung kommen zwar noch nicht an die 6-stelligen Werte der Tram Montpellier heran. Aber bei Linien-Überlagerung zum 30-60-Sekunden-Takt kämen bis zu knapp 5.000 Fahrgäste pro Stunde und Richtung auf einer Spur zusammen. Da die Autos auf einer Autobahnspur in deutlich dichteren Abständen fahren, wäre da sogar noch Luft nach oben. Man bräuchte natürlich entsprechend großzügig dimensionierte Haltestellen. Zum Vergleich: Eine nur vom MIV genutzte Autospur kommt auf etwa 1500 - 2000 "Fahrgäste" pro Stunde. Beim Umstieg der Autofahrer auf im dichten Takt fahrende Busse ließe sich also der vorhandene Straß0enraum wesentlich besser ausnutzen.

    - Auf eigenen Spuren - oder auch freien Straßenräumen - könnten Expressbusse auch durchaus 80 - 100 km / h fahren und damit den Schnellbahnen vergleichbare Reisegeschwindigkeiten.


    In Südamerika und Australien gibt es entsprechende Expressbus-Systeme, in Adelaide heißt das System sogar "O-Bahn". :) Also: Ehe ich noch 20 - 30 Jahre extreme gesundheitsschädliche Luftbelastungen dutrch den Autoverkehr in Kauf nehmen muss und entsprechend lange auf Tram oder Metro warte, ist mir doch eine "O-Bahn", "XBus-Bahn" oder wie immer man das System nennt in 5 Jahren deutlich lieber !

  • Vorab: Ich fahre auch lieber Bahn als Bus - weil Bahnen auf Schienen eine größere Laufruhe haben. Aber ansonsten sehe ich in Bussen ein großes Entwicklungs-Potential:

    Eigentlich war ja geplant, daß wir hier über konkrete Benachteiligungen des Systems Bus in Frankfurt gegenüber anderen öffentlichen Verkehrsträgern in Frankfurt reden. Aber ja, wir schweifen schon wieder ab. :)

  • Nun, dortelweiler , auch wenn vieles hier schon von anderen gesagt wurde, will ich als Themenstarter gerne auf deinen Post eingehen:

    Der Busverkehr wird grundsätzlich, nicht erst seit 2021, stiefmütterlich behandelt.

    Der Punkt meiner Einschränkung war es, nicht ein "aber früher war es schlimm" zu hören, sondern konkret, was heute falsch ist. "Wurde lange stiefmütterlich behandelt, aber durch die Einführung der M und X-Linien wendet sich das gerade" ist nämlich eine sehr viel andere Aussage.

    Auch hier im Forum. Diskussionen über Schienenprojekte arten über tausende Seiten aus

    Es mag dich überraschen: Ich fände es toll, wenn wir nicht über 10 Jahre lang über die Ginnheimer Kurve reden müssten, oder seit 11 Jahren über die Strecke ins Europaviertel (beziehungsweise seit 15 Jahren), seit 11½ Jahren über Bad Homburg, 13 Jahre RTW, 10 Jahre RTO, 9½ Jahre über den Bau(!) am Frankfurter Berg diskutieren würden. Welches konkrete Bus-Thema hätte denn deiner Meinung nach so lange Aufmerksamkeit verdient gehabt?


    Das waren, wohlgemerkt, nur Themen bei der Stadtbahn; bei Straßenbahn und S-Bahn gibt es ähnliche Zeitskalen. Alleine die lange Zeit, die sowas aktuell bleibt, sorgt für lange Diskussionsthreads – zusammen mit der meistens deutlich größeren räumlichen Wirkung als ein Umbau des Busbahnhofs in Höchst, NWZ, irgendwo.

    Jedoch fehlt noch einiges. Zum Beispiel kann ich mich im Forum an keine große Diskussion zum Thema neue Busspuren erinnern. Wenn ich Diskussion schreibe dann meine ich auch diese und nicht irgendwelche Pressemitteilungen die hier gepostet werden ohne Näher darauf einzugehen. Gerade die M-Linien würden von neuen und von mehr Busspuren profitieren, da erzähle ich aber sicherlich nix neues.

    Die Thematik Haltestelleninfrastruktur an reinen Bushaltestellen lässt auch zu wünschen übrig. Fehlende DFI usw. Der Höchster Bahnhof ist hier aber als positives Beispiel hervorzuheben. Wenn wir hier über den Bahnhofsvorplatz diskutieren, liest man nur Straßenbahn, meistens. Was ist mit den Bussen und deren zukünftiger Lage am Bahnhof?

    Ich fände eine Diskussion zu neuen Busspuren sicherlich interessant. Ich wüsste initial nichts, was ich dazu sagen könnte und wäre auf einen Aufschlag gespannt. Bitte, mache einen Thread auf – denn wenn du das Thema auch stiefmütterlich behandelst, dann verstehe ich deine Beschwerde nicht mehr. Die Haltestelleninfrastruktur ist mit Sicherheit wichtig, aber das ist auch bei Straßenbahnen ein Thema.

  • Die Haltestelleninfrastruktur ist mit Sicherheit wichtig, aber das ist auch bei Straßenbahnen ein Thema.

    Auch da könnte man die Quellen bemühen. Traffiq vermeldet nach dem Jahresbericht 2019 zum Thema barrierefreie Haltestellen, was ja nun ein Teilaspekt der Infrastruktur darstellt, 53% im Straßenbahnbereich und 55% beim Bus. Mit der Bemerkung, daß der Wert noch höher sei, aber durch damals gerade frisch eingerichtete Linien wieder gedrückt wurde.

    Fazit: Auch hier scheint also Dortelweilers Einschätzung zur Vernachlässigung des Busverkehrs nicht so ganz zu stimmen.

    Mir kommt das daher eher wie eine Privatfehde zur LNVG vor, bzw. der falschen Gleichsetzung von "Der Busbetrieb der VGF wird durch die böse Traffiq behindert" mit "Der Busverkehr aller beteiligten Unternehmen wird stiefmütterlich behandelt".

  • Dann möchte ich nun auch mal meinen Senf zum Bus-Thema hinzugeben. Ich finde, Frankfurt ist im Busbetrieb eine seltsame Mischung. Was den Fahrzeugpark angeht sind wir hier eigentlich ganz gut dabei, das Durchschnittsalter der Flotte ist doch recht gering, was man von Städten wie Hamburg (vor 2 Jahren waren z.B. noch Citaro 1 ohne Facelift unterwegs) nicht immer behaupten kann. Auch die Haltestellenkaps bei ausgebauten Haltestellen sind eine Wohltat, von der Berlin beispielsweise nur träumen kann. Hier macht Frankfurt vieles richtig - wenn denn etwas gemacht wird.


    Auch sind die Straßen in Frankfurt deutlich enger als in Berlin, Hamburg oder München - manch verschlungene Linienführung und langsame Reisegeschwindigkeit ist also leider kaum vermeidbar.


    Was den Ausbau der Infrastruktur angeht, muss ich dortelweiler Recht geben. Hier ist es traurig zu sehen, was die Stadt da abliefert. Allerdings möchte ich ausdrücklich betonen, dass das genauso auch auf den Tram-Bereich zutrifft, hier ist es ebenso ein Desaster. Beispiele? Haltestelleneinrichtung!


    Seit nunmehr 6 Jahren (wenn ich es richtig in Erinnerung habe) fährt die BL32 (/M32) zum Westbahnhof statt zum Hauptbahnhof. Man sollte doch meinen, dass man es in der Zeit hätte schaffen können, eine richtige Haltestelle am immerhin wichtigsten Knoten des gesamten Westabschnitts (U Bockenheimer Warte) zu bauen. 20m langer Bussteig, großzügige Überdachung, DFI - das erwarte ich an Knotenpunkten von Metrolinien. Stattdessen darf man seit 6 Jahren über einen Bretterverschlag auf einer Parkbucht mit provisorischem Haltestellenschild und "gemütlichen" Bänken für Ersatzhaltestellen in ein Verkehrsmittel einsteigen, was seit 3 Monaten das Premiumprodukt im Busverkehr sein soll?

    Die gesamte Haltestellenwüste an der BoWa gehört vereinheitlicht, inklusive Tram, und zu einem richtig großzügigen und komfortablen Knotenpunkt ausgebaut. Ich stelle mir da etwas wie am Münchener U-Bahnhof Münchner Freiheit vor.


    Auch auf der Linie M34 macht man keinerlei Anstalten, die Haltestellen für den Einsatz von Gelenkbussen auszubauen, aus dem hinteren Teil des Busses werde ich immer entspannt auf dem Grünstreifen oder direkt vor einem Baum ausgekippt. Neu eingerichtete Quartiersbuslinien erhalten jahrelang keine richtigen Haltestellen, ein Schild auf einem Parkplatz muss reichen. Im Tram-Bereich übrigens das gleiche Trauerspiel, ich sage nur Karmeliterkloster...


    Dringend nötig wäre meiner Meinung nach also Folgendes

    • neue Haltestellen direkt richtig bauen und nicht 10 Jahre später, wenn überhaupt
    • alle Haltestellen von Metrolinien für Gelenkbusse ausbauen, generell viel mehr Gelenkbusse einsetzen (sollte auf Metrolinien eigentlich selbstverständlich sein, ich kenne keine andere Stadt die fast alle "Metrobusse" mit Solobussen betreibt)
    • DFI an allen Haltestellen, muss ja nicht immer gleich eine freistehende Anzeige sein, ein Display in der Wartehalle tut es auch, wie München und neuerdings auch Berlin beweisen
    • konsequente Bevorrechtigung, und das auch erkennbar für das Fahrpersonal (Balkensignalisierung oder Zusatz "A" an Ampeln)
    • mehr Busspuren auf mehrspurigen Straßen (z.B. auf dem gesamten Alleenring)
    • Zusammenfassung von Haltestellenkonglomeraten zu übersichtlichen Bus- und Trambahnhöfen (z.B. U Kalbach, U Bockenheimer Warte, S Westbahnhof, Mainkur Bf., U Bornheim Mitte, Neuordnung Südbahnhof und Hauptbahnhof etc. pp.)

    Dabei fällt auf, dass ich eigentlich all diese Punkte auch für die Tram (die in Frankfurt im Vergleich zu anderen Städten besonders zurücksteht) anführen würde, mir scheint also, wir hätten vielmehr ein Problem mit dem Oberflächenverkehr allgemein als nur mit den Bussen.

    Einmal editiert, zuletzt von Henning H. ()

  • Da ihr hier alle so über unsere Bushaltestellen philosophiert, muss ich einfach mal an die Bushaltestelle denken, die unangefochten Platz 1 für sich beansprucht: "Behördenzentrum Gutleut". :D


    Zugegeben: die Haltestelle ist nicht so stark frequentiert (ist an der Haltestelle Richtung Hauptbahnhof überhaupt schon jemals jemand ein- oder ausgestiegen), aber an der Haltestelle Richtung Gutleut steigen werktags schon einige Pendler ein, die mit dem Zug ankommen und in die Gutleutstraße müssen.

    Seit ihrer Einrichtung besteht die Haltestelle aber lediglich aus einem auf dem Gehweg aufgestellten Ersatzhaltestellenschild, das das große "Haltestellen-H" und als weitere Information ein "37" beinhaltet - nicht mal der Haltestellenname steht dran. Und als Komfortausstattung hängen noch ein Fahrplan und ein Mülleimer dran.


    Ob der Busverkehr im Allgemeinen benachteiligt wird: für mich gibt es da im Vergleich mit anderen Großstädten Dinge, die woanders besser laufen (z. B. die angesprochenen Busspuren). Wir sind aber beim Thema Fahrzeuge ganz gut, es werden zu 100 % klimatisierte Niederflurbusse eingesetzt und deren Alter ist im Durchschnitt recht jung.

    Was den Hersteller angeht: da hat jeder so seine eigenen Präferenzen, dem gemeinen Fahrgast ist das egal, da er einen Evobus oft eh nicht von einem MAN unterscheiden kann, außer dass der etwas anders aussieht.

    Und der Zustand der Busse: nun, dass ist vor allem auch eine Frage der Wartung. Ich kann einen Evobus oder MAN genauso verkommen lassen, wie ich einen Solaris, Van Hool oder Iveco pflegen kann.

    Viele Grüße, vöv2000

  • Zu den "barrierefreien Bushaltestellen" eine Anmerkung: Nicht alles, was als "barrierefrei" gilt, wird auch vonen, für die es gedacht ist, so empfunden. Beispiel Haltestelle der BL 59 in Griesheim, Fahrtichtung Süden. Eine rollstuhl-nutzende Freundin wohnt in Griesheim am Südost-Ast der Linie und würde diese naturgemäß gerne nutzen beim Umstieg von der Straßenbahn nach Hause. Nun ist diese Haltestelle in Ri. Süden so geschickt angelegt, dass man zwar vom Wartebereich der Haltestelle barrierefrei in den Bus kommt, aber nür über Stufen zum Haltestellenbereich. Was soll so etwas ?


    Auch bei Überweg von der Strab-Haltestelle gibt es Tücken - nein, das ist nicht der VGF-Bereich, aber ich will nicht abschweifen.


    Aber gerade beim Thema Barrierefreiheit ist der Bus anfälliger als die Tram, weil barrierefreie Halte gerne mal von Falschparkern blockiert werden, und beim Bus geht das nun mal leichter als bei der Tram. Zum Thema: Hier sollte die Verkehrsüberwachung nachhaltiger sein. Aber ich gebe zu, das ist in allen Bereichen Frankfurts, und nicht nur dort ein Problem. Das wird sich auch erst ändern, wenn wir einmal einen Verkehrsminister haben, der sich für alle und nicht nur für Autos zuständig fühlt. Und wenn die entsprechenden Geldbußen endlich an die Höhe unserer Nachbarländer angepasst werden. Sonst achten wir doch auch immer darauf, alles mit der EU gemeinsam zu machen.