Warum gibt es in NRW S-Bahn Tunnel unter grünen Wiesen?

  • Auch im Netz der S-Bahn Rhein-Ruhr gibt es ein paar S-Bahn-Tunnel, wobei es hier im Vergleich zu Städten wie Frankfurt nicht darum geht, die Bahnen unter einem Sackbahnhof durch weiter in die Innenstadt zu führen. Neben Hattingen sowie den Flughäfen Köln und Düsseldorf befinden sich die Tunnel dort vor allem in Stadtrandlagen.


    Betrachtet man nun die Strecken in Köln-Chorweiler/ Köln-Blumenberg oder Dortmund-Dorstfeld näher, so stellt man allerdings fest, dass die Tunnel hier teilweise überhaupt nicht unter dicht bebauten Stadtteilen verlaufen, sondern unter einer grünen Wiese. Während in Dortmund ein paar Parkplätze und eine Autobahn unterquert werden, befindet sich der Tunnelabschnitt zwischen Köln-Blumenberg und Köln-Worringen unter einem Feldweg, der lediglich von Acker umgeben ist. Weiter südlich im Stadtteil Chorweiler wird zwar eine Großsiedlung angebunden, jedoch verläuft der Tunnel hier nicht etwa aus Platzmangel unter Häusern und Straßen hindurch, sondern unter Grünanlagen.


    Kennt jemand die Gründe, warum man unter solchen Gegebenheiten Bahnstrecken verbuddelt?

    Dieses Gerichtsurteil wurde per KI generiert und ist ohne Begründung gültig.

  • Madrid bietet ähnliches. Die Metrostrecken wurden hier komplett unterirdisch gebaut, auch wenn sie über freies Feld gebaut wurden (z.B. 8 zum Flughafen oder die Ringlinie 12 südlich der Stadt). Das hat natürlich den Vorteil, dass bei späterer Bebauung die Trasse nicht stört.

  • Man hat wohl damals das gemacht, was man z.B. bei der U5 im Europaviertel verabsäumt hat. Man baute großzügig, weil man Platz hatte und auf nichts und niemand Rücksicht nehmen musste.

    In Chorweiler, geplant als ein Ensemble aus Hochhäusern, Bürobauten und auch Ein- bis Vierstöckern, sollten ursprünglich mal 100.000 Menschen leben. Dann ging dem Projekt "Neue Stadt" die Luft aus. Diese Art zu wohnen war in den 80ern nicht mehr gefragt. Im Ruhrgebiet war es ähnlich. Essen hatte in den 70ern noch 750.000 Einwohner, heute sind es nicht mal mehr 600.000. Auch in neuerer Zeit wurde hier und da scheinbar sehr überdimensioniert gebaut, Hamburger S-Bahn oder Nürnberger U-Bahn etwa, weil bei Stromschienenbetrieben Tunnel, Einschnitte oder Hochlagen gleich teuer sind.

  • Wie ist denn die Topografie dort jeweils? Wurde vielleicht einfach ein Tunnel unter einem Berg gebaut? (Ich habe wirklich keine Ahnung; es ist eine ernstgemeinte Frage.)

  • Abefindet sich der Tunnelabschnitt zwischen Köln-Blumenberg und Köln-Worringen unter einem Feldweg, der lediglich von Acker umgeben ist. Weiter südlich im Stadtteil Chorweiler wird zwar eine Großsiedlung angebunden, jedoch verläuft der Tunnel hier nicht etwa aus Platzmangel unter Häusern und Straßen hindurch, sondern unter Grünanlagen.


    Kennt jemand die Gründe, warum man unter solchen Gegebenheiten Bahnstrecken verbuddelt?


    Zwischen Blumenberg und Worringen weist der Kölner Flächennutzungsplan eine Wohnbaufläche aus, deren Bebauung aber zurückgestellt wurde. Dass in Chorweiler die S-Bahn unter Grünanlagen verläuft kann man jetzt nicht sagen. Der Tunnel verläuft durch dichte Wohnbebauung. Weil er aber vermutlich in 1-facher oder 1,5-facher Tiefenlage verläuft, kann man ihn nicht überbauen; bekanntlich sind über und neben Eisenbahntunnels Sicherheitsbereiche freizuhalten, die man eben bepflanzt hat. Tunnels können nur überbaut werden, wenn zwischen Tunneloberkante und Gebäudeunterkante ein Erdüberdeckung von einigen Metern Stärke ist.

  • Der S-Bahn-Tunnel im Bereich Dortmund-Dorstfeld / Uni dürfte der Topographie geschuldet sein. Von Dortmund-Dorstfeld, wo die S-Bahn von der Hellweg-Strecke abzweigt, steigt die Höhenlage von etwa 85 m auf etwa 111 m an der Uni an. Im Westen der Uni wird sogar ein Rücken mit einer Höhenlage von etwa 136 m unterquert, bis die Höhenlage dann bei Oespel bei etwa 120 m und bei Kley wieder auf etwa 95 m ist. Könnt Ihr hier sehen:

    https://de-de.topographic-map.com/maps/64zx/Dortmund/


    Ich habe reichliche Erfahrungen mit den Anstiegen per Fahrrad zur Dortmunder Uni. Und die Dortmunder Stadtplanung spricht aus gutem Grund von der "Stadtkrone" im Bereich der B 1. Noch etwas: Im Bereich Dorstfeld Süd (S-Bahn-Halt) gibt es eine verdichtete Hochhaus-Bebauung. Der "Hannibal" genannte Wohnkomplex war in den 80er Jahren einer der Schauplätze des Films "Jede Menge Kohle". In dem Film unterquerte ein verirrter Bergmann das komplette Ruhrgebiet von Recklinghausen bis Dortmund im Zuge der Schachtstollen - nein, nicht der damals erst rudimentär vorhandenen S- und Stadtbahntunnel :)- und tauchte dann genau im Keller jenes "Hannibal" wieder auf. :) Es wäre natürlich auch witzig gewesen, wenn er in der zugehörigen S-Bahn-Haltestelle aufgetaucht wäre - dann hätte er wenigstens gleich gewusst, wo er war.

  • Eine ähnliche Topographie betrifft auch den Hamburger "City-S-Bahn"-Tunnel. Genau über der Haltestelle "Landungsbrücken" erhebt sich der Geesthang des Hamburger Elbufers. Von der Jugendherberge dort hat man einen wunderbaren Ausblick über den Hafen; und es gibt dort sogar inzwischen einen Weinberg. Die Trasse in Hochlage war schon etwa 70 Jahre vorher von der Hochbahn in Beschlag genommen. :)Die verschwindet dann auch genau nördlich der Haltestelle Landungsbrücken (in Hochlage) in Richtung St. Pauli im durch diesen Geesthang führenden Tunnel.

  • Wo bitte hat die Hamburger S-Bahn Tunnelstrecken, die auch oberirdisch hätten gebaut werden können?

    Zum Flughafen Fuhlsbüttel? Zumindest teilweise. Gab es da nicht auch Probleme mit eindringendem Wasser, sodass man den Tunnelbau damals schon bereut hat. Bin mir da nicht mehr so sicher, ist ja auch schon wieder fast 15 Jahre her.