Tram-Verlängerung nach Wixhausen

  • Im Auftrag der Stadt Darmstadt schreibt HEAG Mobilo aktuell die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Straßenbahnverlängerung nach Wixhausen aus.






    Bis Ende Januar 2022 soll die Studie vorliegen.

  • Wenn man zur S-Bahn in Wixhausen baut ist ein toller Nebeneffekt eine Alternative zur S3 zu haben.

    Wenn die wegen Bauarbeiten oder Störungen in Arheilgen endet kommt man ab Wixhausen gut in die Innenstadt.

  • Die ganze Aktion ist halt vergleichsweise kompliziert und die Ersteller der Machbarkeitsstudie dürfen oder müssen da einiges unter den Hut bringen, was sich vom Grundsatz her gegenseitig ausschließt bzw. nur gegen Einwurf kleiner Münzen in geeigneten Mengen möglich ist.

    Denn es sind im wesentlichen zwei Probleme, die sich ergeben (unabhängig von der genauen Streckenführung, das ist dann noch ein anderes Thema):

    Problem 1: Schließe ich Wixhausen/"neuer Ortskern" östlich der Bahn an, fliegt mir der komplette Anschluß des alten Ortskern westlich der Bahn um die Ohren. Will ich den dazuhaben, muß geprüft werden, inwieweit die Unterführung unter der Bahn nutzbar wäre, wie ggf. die Kosten für die Ertüchtigung der Unterführung sind oder ob eine neue Querungsmöglichkeit geschaffen werden muß.

    Problem 2: Wenn ich Problem 1 gelöst habe, stellt sich die Frage, was mit Wixhausen/östlich B3 und insbesondere der GSI wird. Weiterhin 'ne reine Busanbindung mit einem "Zwei-Minuten-Shuttle", Parallelverkehr zwischen GSI und Bahnhof, 'ne zweite abzweigende Trasse etc. etc.


    Da dürfen sich ein paar beauftragte Leute viele Gedanken machen und diverse Szenarien durcharbeiten.

  • Ich denke, der Anschluß Wixhausens ist nur ein Bonbon. Ein Bonbon für die Gegner des Betriebshofes, der mal zwischen Arheilgen und Wixhausen angedacht war. Und eine Möglichkeit zur Förderung der Betriebsstrecke dorthin, welche nach dem Weiterführung nach Wixhausen eben dann nicht mehr sein würde.

    Oder ist der Betriebshof inzwischen vom Tisch?

    Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
    RMV senkt die Preise? - Eher fährt unser Tw 37 aus eigener Kraft von Wixhausen nach Leimen.
    Der Bergstraße gibt man 4 Minuten - der Heimstättensiedlung werden sie genommen. Waren das noch Zeiten, als der "H-Bus" von der (Fach-)Hochschule zur Berliner Allee nur 2 Minuten brauchte.

  • Ich glaube kaum, dass es irgendeine machbare Variante gibt, die auch den Westen Wixhausens adäquat anbindet. Der zentrale Punkt bei allen Überlegungen muss der neue Betriebshof sein (der nach wie vor in Wixhausen geplant ist, zumindest ist mir nichts anderweitiges bekannt). Dieser kann im Grunde nur im geplanten Gewerbegebiet östlich der B3 gebaut werden. Wenn man die Straßenbahn also Richtung Bahnhof oder gar auf die Westseite führen möchte, muss das wohl eine separate Stichstrecke werden. Und dann stellt sich die Frage, ob das überhaupt förderfähig ist, insbesondere wenn die Bahnstrecke gequert werden muss (Wixhausen-West, also der Bereich westlich der Bahnstrecke, hat gerade mal etwa 2300 Einwohner).


    Eine Endstation mit Wendeschleife östlich des Bahnhofs ist auch nur schwer vorstellbar. Der freie Bereich östlich des S-Bahnsteigs wird in Kürze durch die Verlängerung des Radschnellweges überbaut, erste Vorarbeiten haben schon stattgefunden. Und dann wäre da noch der viel gewünschte Ausbau der S-Bahn für einen 15-Minuten Takt, für den man potentiell auch Platz benötigt. (Wobei ich mittlerweile nicht mehr glaube dass der jemals kommen wird, da man den für ein zweites Gleis benötigten Platz zwischen Erzhausen und Wixhausen schon komplett mit dem Radschnellweg überbaut hat, und südlich von Wixhausen wird das bald auch der Fall sein)


    Ich denke daher dass es auf eine Variante hinausläuft, die mehr oder weniger komplett der B3 folgt, eventuell mit einem Schwenk nach Westen und einer Haltestelle im Bereich Händelstraße. In Ost-West Richtung wäre dann weiterhin eine Buslinie notwendig, eventuell auch mit Verlängerung bis Gräfenhausen. Aber ich lass mich mal überraschen was die Planer aus dem Hut zaubern.

  • In der Frankfurter Rundschau wird unter dem Titel „Betriebshof für Straßenbahnen im Norden von Darmstadt geplant“ das Pferd von der anderen Seite aufgezäumt. Hier liest es sich, als müsse der Betriebshof her, um die zusätzlichen Bahnen für neue Strecken nach Wixhausen und Dieburg unterzubringen, weil der Betriebshof am Böllenfalltor dann zu klein ist.

  • In der Frankfurter Rundschau wird unter dem Titel „Betriebshof für Straßenbahnen im Norden von Darmstadt geplant“ das Pferd von der anderen Seite aufgezäumt. Hier liest es sich, als müsse der Betriebshof her, um die zusätzlichen Bahnen für neue Strecken nach Wixhausen und Dieburg unterzubringen, weil der Betriebshof am Böllenfalltor dann zu klein ist.

    Nach Dieburg? Hab ich was verpasst?

  • Nach Dieburg? Hab ich was verpasst?

    Im FR-Artikel heißt es im ersten Satz:


    "Weil vorgesehen ist, das Straßenbahnnetz bis nach Wixhausen und in Kommunen im benachbarten Landkreis Darmstadt-Dieburg auszubauen, benötigt das Unternehmen ein größeres Areal, um die Straßenbahnen und die Busse zu parken und zu warten."


    Also (leider) nicht bis Dieburg.

    Grüße

    Alexander

  • Optimal wäre denke ich eine Aufsplitterung der beiden Linien auf zwei (ruhig auch eingleisige) Äste in Wixhausen, wobei jeder dann im T15 bedient wird. So in etwa wird das ja auch in Mz-Hechtsheim oder -Finthen getan. Der Verkehrswert dürfte dadurch nicht massiv sinken, da es zumindest in einer Richtung ohnehin recht holprig (3/12 Takt) ist. Muss man nur irgendwie finanziert bekommen.

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  • Ich glaube kaum, dass es irgendeine machbare Variante gibt, die auch den Westen Wixhausens adäquat anbindet

    Genau das wird aber das Problem werden. Um in irgendeiner Form in den förderfähigen Bereich zu gelangen, muß der Nutzen bekanntermaßen die Kosten übersteigen. Das klappt aber üblicherweise nur, wenn ich signifikante Fahrgastzuwächse hinbekomme (und das wird nicht funktionieren, wenn ich den halben Ort plötzlich nicht mehr bediene) oder die Kosten gegenüber dem Istzustand reduzieren kann. Das wäre aber nur der Fall, wenn die Zahl der Busfahrten (kilometer- als auch fahrzeugzahlenmäßig) reduziert werden kann. Das wiederum geht aber nicht, wenn ich für die Erschließung des Orts weiterhin fast die gleiche Fahrzeugzahl benötige, weil die Straßenbahn nur einen geringen Einzugsbereich hat. Worst-Case (aber z. B. mit dem geringsten Einwohnerprotest) wäre also schlichtweg eine schnurgerade Verlängerung entlang der B3 und feddich.


    Vermutung aus dem Bauch heraus: Die herausgearbeitete Vorzugsvariante wird dann wahrscheinlich so aussehen, daß ab Dreieichweg nach Norden gefahren wird, an der Kreuzung Hindemith/Frankfurter ein Abzweig zum Betriebshof ensteht, die Strecke selbst aber durch die Hindemithstraße, ab dem Kreisel durch die Schönbergstraße und die Messeler-Park-Straße zurück zur B3 führt und ggf. darüber hinaus in Richtung oder bis zur GSI verlängert wird. Da wird man bei geeigneter Haltestellenwahl und dem üblichen Erschließungskreis von 300 bzw. 500 Metern so ziemlich den gesamten Ortsteil östlich der Bahn erschlagen.

  • Und der Westen?

    Ein mögliche Bus-Verbindung aus dem Weiterstädter Bereich (Hessenwaldschule) mit Richtungsverkehr im direkten Gebiet westlich der Bahntrasse (heute die "Häuserblockschleife" der Buslinie WX) und dann Endstation beim Betriebshof.

    Mit anderen Worten: Im Westen nichts Neues.

    Viele Grüße aus Darmstadt - Jörg "Baertram" D.
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    Der Bergstraße gibt man 4 Minuten - der Heimstättensiedlung werden sie genommen. Waren das noch Zeiten, als der "H-Bus" von der (Fach-)Hochschule zur Berliner Allee nur 2 Minuten brauchte.

  • Da das Thema einer Straßenbahnverlängerung von Neu-Isenburg über Sprendlingen bis nach Langen gerade Aktualität hat, könnte es ja in diesem Zusammenhang möglicherweise sogar Sinn machen, auch die darmstädter Straßenbahn über Wixhausen und Egelsbach bis nach Langen zu verlängern und dort einen Umsteigepunkt zwischen beiden Systemen zu schaffen.


    Weiss jemand, ob es dazu Überlegungen und Untersuchungen gibt?

  • Eine Verknüpfung ist ja aufgrund der Spurbreiten? nicht möglich.


    Der einzige Ort mit genug Relevanz und genug Platz der sich als Umsteigepunkt anbietet ist der Bahnhof in Langen.


    Allerdings liegt dieser nicht auf der Achse der alten B3.


    Wenn die Tram aus DA über die Südliche Ringstraße zum Bahnhof führt und die Tram aus FFM über die Nördliche Ringstraße (oder Bahnstraße) hast du zwar einen Umsteigepunkt aber mit großem Umweg den dann fast niemand nutzen würde.


    Mir fällt keine sinnvolle Möglichkeit ein die Systeme zu verknüpfen.

  • Die Frage ist eher, gibt es ein lokales Verkehrbedürfniss? Ein nennenswerter "Fernverkehr " DA - Ffm wird wohl nicht zustande kommen, auch wie aktuell bei einem Bahnstreik.

    Das entspricht der heutigen Linie 662.

    Fahrten von Arheilgen oder Egelsbach nach Sprendlingen oder Neu-Isenburg sind durchaus nachgefragt.


    Leider wird diese ja beim nächsten Fahrplanwechsel geteilt sodass für diese Relationen ein Umstieg nötig ist aber darum geht es hier nicht.


    Heute hat man da in der HVZ einen 30er Takt und ansonsten einen 60er Takt.

    Eine Tram wäre da massiv überdimensioniert.

  • Wo liegt da der Sinn?

    Praktisch nicht meßbar. Mir sind da auch keine ernsthaften Überlegungen bekannt. Hinzu käme, im Gegensatz zu Neu-Isenburg bis Langen, daß erstens eine Landkreisgrenze liegt und damit zwei (bzw. mit Stadt und Kreis DA-DI ggf. drei) Gebietskörperschaften mitreden wollen und zweitens viele Leerkilometer ohne Erschließungswirkung aufeinander folgen. Die Busse sind im Südabschnitt jetzt auch nicht wirklich voll und einen Zubringerverkehr von "quer" zur Linie liegenden Orten, gibt es mangels Ortschaften auch nicht.


  • Natürlich ginge es dabei nur um Umsteigemöglichkeiten und nicht um eine Verknüpfung der Netze. Endstation für die darmstädter Straßenbahn könnte in Langen z.B. der Wilhelm-Leuschner-Platz sein, den man bis vor kurzem auch als Endstation für die Linie 17 als Frankfurt favorisiert hatte. Jetzt ist zwar klar, dass die Linie aus Frankfurt in Langen bis zum Bahnhof führen müsste, um einen positiven KNF zu haben, aber dennoch müsste sie dort vorbei führen. Und für eine Linie aus Darmstadt wäre dort Platz für eine Wendeschleife.


    Würde eine Straßenbahnverlängerung nach Wixhausen und die Verlängerung der Linie 17 beides realisiert werden, dann trennen die beiden Netze ohnehin nur noch ca. 7.5km und kann sich von daher die Frage stellen, ob man DIese nicht auch noch bauen möchte, statt dazwischen eine gut getaktete Buslinie zu betreiben.

  • … es gibt in Darmstadt noch Stadtteile und Nachbarorte bei denen die Straßenbahn fehlt. Und die Busse voll sind. Wenn die 1,5 km nach Wixhausen kommen sollten, wäre es schon ein enormer Kraftakt. Die Verbindung der Orte bis Langen übernimmt die S-Bahn.

  • Wixhäuser hier. Ich seh hier ganz ehrlich keinen wirklichen Bedarf weiterer Verbindungen Richtung Norden. S-Bahn und 662 erledigen das soweit eigentlich zufriedenstellend.

    Was viel mehr notwendig wäre, wäre endlich mal ein echter T15 nach Darmstadt statt diese halbgare Geschichte 2 Busse mit T30 5 Minuten voneinander entfernt hinter sich her tuckern zu lassen.