Wiesbaden Hbf: Großstörung durch Absenkung der Salzbachtalbrücke

  • Ich kann es auch nur schwer nachvollziehen, dass ganz allgemein ein ungeheuerlicher Sanierungsbedarf an allen möglichen Verkehrsinfrastruktur Einrichtungen besteht.

    Ob nun Infrastruktur für die Eisenbahn oder Autos. Entweder wurde einst zu billig, nicht nachhaltig gebaut oder die Wartung wurde

    vernachlässigt um in Neues zu investieren.

    Neu schafft mehr Wähler und Wählerinnen Stimmen wie altes zu pflegen?

    OK,- das mag ein eigenes Thema sein.

    Die Autobahnbrücken der 1960er Jahre wurden nur für LKWs mit einem zGG von 26t geplant. Mittlerweile sind im kombinierten Verkehr 44t üblich, und dazu gab es damals einen sehr fatalen Hang dazu Brücken sehr sparsam auszuführen, nicht weil man das musste, sondern weil man es konnte und die Ingenieure darin eine Bestätigung ihrer Fähigkeiten sahen. Im Mittelalter hätten sie wohl Kathedralen gebaut. Ein weiterer Punkt ist die Betonüberdeckung (d.h. wie viel Beton befindet sich zwischen Oberfläche und der Bewährung) bei diesen Bauwerken., das wurde damals auch recht knapp geplant und ausgeführt. Haarrisse treten bei Beton eigentlich immer auf, und wenn die Überdeckung zu gering ist, fließt Wasser an die Stahlbewährung korrodiert diese und der Rost sprengt den Beton ab. Das ist ein typisches Schadbild bei Betonbrücken. Deshalb gibt es auch einen so hohen Bedarf an Brückensanierungen aus dieser Zeit.

  • Unabhängig von diesen von John2 genannten Randbedingungen sehe ich es als durchaus natürlich an, dass an einem Bauwerk nach rund 50 Jahren größere Instandhaltungsmaßnahmen notwendig sind. Das ist schon bei einem normalen Hausdach so - erst recht bei einem stark beanspruchten Verkehrsbauwerk. Erschwerend dürfte hinzukommen, dass die heutige Belastung der A 66 die damaligen Annahmen noch deutlich übertreffen dürfte. Dieses gilt nicht nur für die maximalen Massen der LKW - Gunter Gabriel sang in den 1970er vom 30er Tonner Diesel - sondern auch für deren Anteile am Gesamtverkehr in Zeiten europaweiter LKW-Lieferketten.


    Ein weiterer Gesichtspunkt ist, dass gerade in den 1960er und 70er Jahre zahlreiche neue Verkehrsbauten errichtet wurden, durchaus im Zusammenhang mit dem "Wirtschaftswunder" in Deutschland in den 1960er Jahren. In diesen beiden Jahrzehnten nahm auch die Motorisierung sprunghaft zu, ebenso die Stadt-Umland-Wanderung, die neue Straßen und Schienenwege erforderte.


    In dieser Zeit wurden - nach Berlin und Hamburg in den Jahren um 1900 - viele mittlere Großstädte im Bereich einer halben Million Einwohner zu U-Bahn-Städten, sogar Provinz-Metropolen wie Belefeld und Kassel. ^^Dass bei massiver Bautätigkeit die Qualität litt, kann ich mir vorstellen.

  • Zitat: "in den 1960er und 70er Jahre[...]Wirtschaftswunder[...] die neue Straßen und Schienenwege erforderte."


    Hüstel....das war die Zeit wo Schienenwege fleissig eingestellt wurden....Eisenbahn wie Tramstrecken.....

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Ich denke, beides ist richtig: Eisenbahnstrecken - vor allem auf dem Lande - und Tramstrecken wurden massenhaft stillgelegt, und gleichzeitig mit hohem Bauaufwand neue S- und U-und Stadtbahn-Strecken gebaut. Die waren zwar von der Streckenlänge viel kürzer als die eingestellten Strecken, konnten aber dieses vom Bau- und Unterhaltungsaufwand bequem ausgleichen :S.


    Vor allem aber fallen genau diese Tunnel- und Hochstrecken genau jetzt durch einen enormen Erneuerungsaufwand unangenehm auf. In Ludwigshafen wurde ja schon ein Stück Stadtbahntunnel stillgelegt, und in Duisburg stand vor einigen Jahren der dortige Abschnitt der Stadtbahnstrecke nach Düsseldorf zur Diskussion.

  • Die AZ berichtet heute: Hilfsstützen für Salzbachtalbrücke sind montiert (hinter Paywall).


    Darin heißt es: Die Hilfsstützen sind in Position, eine Freigabe der Südbrücke wird für Ende Juli erwartet. Danach dürfen Bahntrasse, Klärwerk, Bundesstraße etc. gesichert und die Sprengung vorbereitet werden. Eventuell kann noch der LKW von der Brück gehoben werden. Die Sicherung wird 6-8 Wochen in Anspruch nehmen. Der Bahnverkehr soll möglichst schnell wieder aufgenommen werden.

  • In einer heutigen Pressemitteilung informiert die Autobahn GmbH das Mitte August die Notsicherungsarbeiten an der Südbrücke abgeschlossen sein sollen. Aktuell finden Vorbereitungen für die Anbringung von Spritzbeton um den Pfeiler herum statt. Nach dem Aushärtung des Betons soll der Pfeiler soweit stabilisiert sein, das Mitte August mit den umfangreichen Sicherungsarbeiten an der benachbarten Infrastruktur (Nordbrücke, Straße, Bahn, Klärwerk) und den Vorbereitungen für die Sprengung begonnen werden kann. Dafür sind acht Wochen veranschlagt, sodass an einem Wochenende Mitte Oktober die Sprengung stattfinden kann.

  • In der RMV-Auskunft sind die Fahrten nun hinterlegt, allerdings als Linie E. Wieso bekommt man denn so essenzielle Sachen wie eine einheitliche Liniennummer nicht hin? Die Daten werden doch selbst von ESWE eingespeist oder? Als Außenstehender würde ich nach Auskunft Linie E erstmal nicht in eine Linie 928 einsteigen…

  • In der RMV-Auskunft sind die Fahrten nun hinterlegt, allerdings als Linie E. Wieso bekommt man denn so essenzielle Sachen wie eine einheitliche Liniennummer nicht hin? Die Daten werden doch selbst von ESWE eingespeist oder? Als Außenstehender würde ich nach Auskunft Linie E erstmal nicht in eine Linie 928 einsteigen…

    Mittlerweile ist die Liniennummer in der RMV-Auskunft verbessert. Es war wohl also ne kurzfristige Entscheidung oder einfach ein Fehler. :)

  • Hallo.


    Wie die Hessenschau heute berichtet,

    soll im Rahmen der Abrissarbeiten nach Fliegerbomben und anderen Weltkriegsüberbleibseln gesucht werden. Dadurch verschiebt sich die Brückensprengung in den November 2021.


    Grüße ins Forum

    Helmut

    You'll Never Ride Alone.