GDL ruft Mitarbeiter bei der DB AG zum Streik ab 10. August 2021,19:00 Uhr, auf

  • Die Situation ist sehr verzwickt, auch dank des Tarifeinheitsgesetzes und einer Gewerkschaft, die jeglichen Vermittlungsversuch ausschlägt. Aber unabhängig vom morgigen Gerichtsurteil wäre ein Vermittler meiner Meinung nach der einzige Lösungsansatz, um die beiden Parteien wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen.

    Der entstandene Schaden bei Industrie und Fahrgästen ist schon imens. Die grüne Konkurrenz und private Güter-Bahnen werden sich die Hände reiben, wenn nicht zurückgewonnene Fahrgäste nach Corona oder Industriekunden den Verkehrsträger komplett wechseln.

    Vermute aber, dass wir bald einen Dauerstreik von einer GDL mit beratungsresistentenm Vorsitzenden erleben, wenn nicht noch ein unverhofftes Wunder eintritt. Für meinen Teil habe ich meine Konsequenzen gezogen.

  • Zurzeit ist der Frankfurter Hauptbahnhof nur noch über die Mainzer Landstraße erreichbar, da der Fahrdienstleiter, der die Galluswarte und die Main-Neckar-Brücke steuert, auch bei der GDL ist und streikt. Im Prinzip ist der Knoten Frankfurt nicht mehr zu befahren, alles, was noch fährt, wendet in West, Süd Oder hält ersatzweise am Stadion

    Alle Räder stehen still, weil der Fdl dass so will.

  • Hajü....kopierst du deine Beiträge vom letzten Streik von vor paar Jahren?!

    Die lesen sich nämlich so (ähnlich) :D


    (aber wie schon damals braucht man immer noch mehr Lokführer deutschlandweit für die Zugleistungen als

    was der Markt hergibt - wie sollen also die Privaten die Güterleistungen fahren wenn die kein personal haben?

    Einzig wo sich die Privaten die Hände reiben - die übernehmen einfach den Tarifvertrag immer schön, sind dadurch

    streikfrei und manövrieren sich wie die DB irgendwie durch den Lokführermangel....Streikschaden bleibt halt bei

    der DB ausschliesslich hängen...)

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

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  • Und da man im "Bahntower" auf dem TEG beharrt wie ein Felsmassiv, bleibt wie gesagt nichts anderes übrig als der harte Kampf. Für die Verweigerungshaltung des Managements gibt es noch einen Grund: im EVG-TV steht eine "Nachverhandlungsklausel" drin für den Fall, daß der GDL-Abschluß besser ausfällt, damit man eben de facto doch wieder gleiche Bedingungen für alle, egal in welcher Gewerkschaft, hat. Heißt: ein Abschluß der GDL, der besser wäre als der der EVG, würde dann mit dieser "nachverhandelt" werden, also auch richtig teuer werden für die DB - deshalb tut das Mänätschämänt ja alles, um einen guten GDL-Abschluß zu verhindern. Tja, selber schuld, die GDL hat den EVG-TV mit dier Klausel nicht unterschrieben oder verlangt, daß das so sein soll.


    Das hat die EVG nicht ausgehandelt, dass steht in § 4a Abs. 4 Tarifeinheitsgesetz drin:


    Zitat

    "Eine Gewerkschaft kann vom Arbeitgeber oder von der Vereinigung der Arbeitgeber die Nachzeichnung der Rechtsnormen eines mit ihrem Tarifvertrag kollidierenden Tarifvertrags verlangen. Der Anspruch auf Nachzeichnung beinhaltet den Abschluss eines die Rechtsnormen des kollidierenden Tarifvertrags enthaltenden Tarifvertrags, soweit sich die Geltungsbereiche und Rechtsnormen der Tarifverträge überschneiden. ..."


    Ob die EVG das verlangen würde, weiß man nicht. Dem Bahnvorstand vorzuwerfen, er halte sich ans TEG, ist ja wirklich absurd. Ich würde gern deine Meinung hören, wenn der Bahnvorstand sich nicht ans Gesetz hielte.


    Nachtrag: Das Tarifeinheitsgesetz ist ein Artikelgesetz, das verschiedene Gesetze änderte, u.a. wurde der oben zitierte § 4a in das Tarifvertragsgesetz (TVG) eingefügt. Was ich zitierte steht also heute im TVG, dies der guten Ordnung halber.

    Einmal editiert, zuletzt von tunnelklick () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • Ob es bei den Bahngewerkschaften verlangt wird weiß ich nicht. Kann mir es aber vorstellen.


    Im öffentlichen Dienst gab oder gibt es Ähnliches. Nur mit den beiden großen Arbeitgeberlagern.

    Auf der einen Seite Bund/Kommunen sowie Länder auf der anderen Seite.


    Dort haben sich die Arbeitgeber eine solche Klausel in den Vertrag reinschreiben lassen.
    Wenn einer der beiden eine Regelung bekommt, die für den anderen Arbeitgeber besser wäre, kann er die Übernahme dieser Regel verlangen.

  • Dem Bahnvorstand vorzuwerfen, er halte sich ans TEG, ist ja wirklich absurd. Ich würde gern deine Meinung hören, wenn der Bahnvorstand sich nicht ans Gesetz hielte.

    Jahrelang verzichtete der Bahnvorstand darauf, das TEG anzuwenden, es gab bis Ende vorigen Jahres die Tarifverträge der EVG und der GDL, meines Wissens nach wurden auch beide angewendet. Aber dann, mit dem Ende dieser Verträge, verkündete der Vorstand, von nun an das TEG anzuwenden, und behauptet, er müsse es anwenden. Aha. Und die Jahre zuvor? Das TEG gab es bereits, es war bereits in Kraft. Hat der Vorstand dann also jahrelang sich nicht ans Gesetz gehalten? Das ist es, was ich nicht verstehe.


    Das ganze derzeitige Drama wäre halb so schlimm, wenn der Bahnvorstand weiterhin auf die Anwendung des TEG verzichten würde. Tut er aber nicht, er rechnet sich mit der in buchstäblich hunderte einzelne Betriebe zerhackten Bahn die Mehrheiten passend zurecht, damit er in möglichst vielen Betrieben nur den TV der EVG "anwenden MUSS" und der TV der GDL einfach verdrängt wird. Und genau da liegt das Problem. Würde er darauf verzichten und die Nichtanwendung des TEG weiterhin praktizieren, gäbe es also weiterhin zwei gültige TV, nämlich die von EVG und GDL, und es würde kein derartig brutaler Verdrängungskampf stattfinden. Offenbar gibt das TEG ja die Möglichkeit her, freiwillig auf dessen Anwendung zu verzichten, denn sonst hätte der Vorstand ja schon jahrelang sich eben nicht ans Gesetz gehalten - was ich mir nun freilich auch nicht vorstellen kann.


    Die Nichtanwendung fortführen tut er aber nicht, er behauptet, er MÜSSE das TEG anwenden, mit allen Konsequenzen. Na bitte sehr - daraus hat die GDL dann ebenfalls ihre Konsequenzen gezogen.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

  • Nun scheint es aber so zu sein, dass die Tarifkollision/Tarifeinheit überhaupt nichts mit dem Streik zu tun hat. In der Pressemeldung des Hess. Landesarbeitsgerichts von heute Nachmittag lesen wir:


    Zitat

    Wie der zuständige Vorsitzende Richter am Landesarbeitsgericht, Dr. Peter Gegenwart, ausführte, sei der Streik nicht rechtswidrig. Die GDL verfolge tariflich regelbare Ziele. Sie habe vor dem Streikaufruf und in der Verhandlung klargestellt, dass sie nicht dafür streike, über eine Klausel die Anwendung der GDL-Tarifverträge auf ihre Mitglieder in den Betrieben der DB-Gesellschaften zu erreichen, in denen diese Tarifverträge nicht zur Geltung kommen, weil dort eine höhere Zahl von Mitgliedern der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) beschäftigt sind.


    Bei dem Streik handele es sich auch nicht um einen unzulässigen Unterstützungsstreik. Die Streikenden unterstützten zwar den Streik für den Abschluss von Tarifverträgen für Bereiche, in denen nur wenige GDL-Mitglieder tätig sind. Entscheidend sei aber, dass die GDL-Mitglieder gleichzeitig in eigener Sache für einen Tarifabschluss streikten, z.B. für die Lokomotivführer:innen und Zugbegleiter:innen.

    Q.


    Es geht also ganz banal um Gehaltserhöhung, Coronaprämie usw.

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  • Und weiter gehts mit dem Thema Fahrgastinformation durch den RMV.


    Für den RE 60 06.58 Uhr ab Darmstadt nach Frankfurt verkündete der DB Navigator am Donnerstag korrekt, dass er auf der Gesamtstrecke ausfiel. Auch für alle anderen RE 60, sowie die "Zwischentakte" der RB 67 verkündete der DB Naviagtor korrekt den Ausfall auf der Gesamtstrecke. In der RMV-App wurden die Züge als fahrend dargestellt, es gab nur einen allgemeinen Hinweis zu Zugausfällen durch Streik - sehr hilfreich:thumbdown:.


    Greift der RMV tatsächlich auf andere (Fahrplan-)Daten zu, als der DB Navigator?

  • Bei allen Gehalts- und Mitbestimmungswünschen ... wer glaubt denn auch daran, dass eine Elektronik, die in immer mehr Autos verbaut ist und die Sicherung von Straßen und autonomes Fahren in zwei DImensionen leisten kann, auch in Zügen verbaut werden kann und "nur" eindimensionale Bewegung steuern muss? Je höher die "Betriebskosten" menschlicher Natur umso früher wird das Berufsbild Lokführer sterben.

  • wer glaubt denn auch daran, dass eine Elektronik, die in immer mehr Autos verbaut ist und die Sicherung von Straßen und autonomes Fahren in zwei DImensionen leisten kann

    Ich glaube da nicht dran, vor allem, weil es für Autos ja auch noch nicht funktioniert, sobald es regnet, die Sonne tief steht, ein kleiner schwarzer Punkt auf dem Stopschild ist usw usf.

  • Mal wieder der alte Traum vom autonomen Fahren?


    Ich glaube, bis dahin bin ich derweilen in Rente. Vor allem dann, wenn es so weitergeht mit "Qualitätscomputern", die in den Fahrzeugen verbaut werden. BR 430: mir wurde der Zug etliche Male von den ach-so-tollen Computern "auf den Schienen festgenagelt", weil die Computer meinten, diese oder jene Störung würde vorliegen und der Zug MUSS stehen bleiben und darf nicht mehr bewegt werden und lauter so ein Quatsch. In Wahrheit war nie was, nur irgend ein Sensor, der gerade mal keine oder unplausible Daten lieferte. Meist half Abrüsten / Aufrüsten, einmal nur Umgehen sämtlicher Sicherheitsvorschriften, schon halbwegs mit Gewalt, um den Zug wenigstens von der Strecke zu bekommen, und einmal gar nichts mehr außer Abschleppen - aber stets hätte ich als menschlicher Entscheider gesagt, kann noch weiterfahren, aber nöööööö, Computer ist ja klug, Computer ist ja schlau, Computer weiß ja alles besser als doofe Triebwagenbediener, also sagt Computer "nö" und nagelt den Zug an Ort und Stelle fest. Und wenn dann eben kein Tf mehr im Zug ist: viel Spaß beim Warten darauf, daß es weitergeht.


    Oder die Züge, die ich jetzt fahre: lokbespannt, Klotzbremsen (Grauguß), richtig anspruchsvolles Streckenprofil (Steigungen und Gefälle en masse, außerdem massig Geschwindigkeitswechsel), dazu eingleisige Strecke mit richtig anspruchsvollen Fahrzeiten. Den Computer will ich sehen, der hier besser fährt als der Mensch... und das unter allen Umständen, bitte! Wie gesagt, ich bin überzeugt, daß ich das in meinem Berufsleben nicht mehr erlebe :D

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

  • Aktuelle Beobachtungen: In Regensburg könnte ich heute Züge gleich mehrerer privater Bahnen sichten, Alex - sogar mit einer Lok namens Alexa 😀 -Agilis und Oberpfalz-Bahn und einige Güterzüge.


    Morgen soll es ja wieder planmäßig laufen.