Reaktivierung Trasse Darmstadt-Ost—Groß-Zimmern


  • tunnelklick, du bist ja mehr in der Frankfurter Gegend zu Hause. Daher habe ich Verständnis dafür, dass du gerade einen Fehler gemacht hast.:love:


    Ich war heute schon, ich weiß nicht zum wievielten Hundertsten mal in diesem Jahr, auf der Darmstädter Straße in Roßdorf unterwegs und kann dir versichern dass ich keinen Blödsinn erzähle.

    Dein Fehler liegt darin, dass du 2 Punkte beiderseits der "Kuppe" gewählt hast. Die absolute Höhe der Kuppe bleibt bei dir aber unberücksichtigt.


    Rot eingefärbt sind also die Steigungsstrecken um die es konkret geht. Die Steigung ist in Pfeilrichtung.

    Die 8%-Bildchen habe ich aus der Google Bildersuche erwählt, weil das auch meiner Einschätzung entspricht. Kann auch 1 % mehr oder weniger sein. Auf alle Fälle sind beide Stellen ein ganz anderes Kaliber als bspw. der "steile" Gleisabschnitt in der Darmstädter Holzstraße, der im Vergleich zu Roßdorf recht harmlos erscheint.


    Aber wenn ich schon dabei bin .... kann ich dir noch auf dein vorletztes Posting in diesem Thread antworten.

    Mit "Bürgerbefragung" meinte ich nicht eine Volksabstimmung à la Schweiz oder Wiesbaden/Citybahn. Ich dachte eher daran, dass man Umfrageteams in die Busse schickt und die Fahrgäste befragt. Und zwar in die Linienbusse von Groß-Zimmern nach DA, von mir aus auch in die Linienbusse von Roßdorf nach DA. Um einfach die Stimmung abzuchecken von denjenigen, die jetzt schon den ÖPNV nutzen. Ob man mit den Bussen zufrieden ist, oder ob man doch lieber mit einer Bahn fahren würde.


    Nachteil wäre, man würde nicht die Stimmungen von denen einfangen, die man mit der Einrichtung der Bahnstrecke noch einzufangen erhofft.


    Aber das Negative an einer Abstimmung wie in Wiesbaden zur Citybahn sehe ich darin, dass sich zu viele beteiligen, die mit der abzustimmenden Sache überhaupt nichts am Hut haben. Also die weder jetzt schon den ÖPNV nutzen noch ihn in Zukunft nutzen wollen, noch von einer evtl. neu einzurichtenden oder reaktivierten Trasse irgendwie belästigt werden weil sie davon weit entfernt wohnen.

    Da gibt es z.B. eingefleischte Autofahrer, die auch dann noch in ihre Blechbüchse steigen wenn der Liter Sprit 5 Euro kostet und dann ihre Stimme mit solch profanen Hintergedanken abgeben wie "Mit meinen Steuergeldern wird keine Bahn finanziert".

  • Ich habe mich bei der Messung an Deinen blauen Punkten (= Haltestellen?) orientiert; muss man ja nicht, nehmen wir also Deine beiden zuletzt eingetragenen Teilstrecken:


    Die längere steigt von 210m an der Einmündung Messeler Weg auf 226m beim "dt" von Darmstädter Straße an. Die Distanz sind rd. 350 m. 16 Höhenmeter auf 350 m Länge, das entspricht einer Steigung von 4,57% (ganz ohne Ortskenntnis errechnet).


    Deine 8% Steigung würden bedeuten, dass die Straße auf der eingetragenen Distanz von 350 m von 210 m am Messeler Weg um 28 Meter auf 238m ansteigt, Einen Anstieg von 28 Höhenmeter gibt es auf der Darmstädter Straße nicht, wenn man der OpenTopoMap glauben darf.


    Deine untere Teilstrecke überwindet 3 Höhenmeter auf eine Distanz von rd. 120m. Steigung 8%? Nein, 2,5%!

  • OpenTopoMap kannte ich bislang gar nicht .... sehr interessant, Danke für den Hinweis.

    Wie man auf die metergenauen Höhenangaben kommt, die du hier nennst, habe ich aber noch nicht herausgefunden.


    Wenn ich mir diese Stelle genauer betrachte, komme ich auf eine Steigung von 10 % über eine Strecke von 100 Metern. Die 100 Meter zwischen den beiden Höhenlinien habe ich grob ermittelt mittels des 50-Meter Maßes, was in der größten Auflösung unten links auf dem Bildschirm erscheint.

    Und jetzt?



    Die untere Steigungsstrecke ist wie von mir eingezeichnet um die 100 Meter lang und beschreibt die komplette Steigung. Aber den Teil, der für eine Straßenbahn zu steil wäre, schätze ich auf 20 bis 30 Meter Länge. Ich bin mir sehr sicher dass es dort mehr als 5 % hat.


    Aber abseits von Vermutungen und evtl. ungenauen Kartenangaben:

    Könnte sich hier vielleicht jemand melden, der die Ortsdurchfahrt Roßdorf gut kennt? Und so nett wäre mir beizupflichten, dass es für eine Straßenbahn dort einfach zu gebirgig ist? Danke:)

  • Könnte sich hier vielleicht jemand melden, der die Ortsdurchfahrt Roßdorf gut kennt? Und so nett wäre mir beizupflichten, dass es für eine Straßenbahn dort einfach zu gebirgig ist? Danke :)

    Ich pflichte dir bei. Ich wüsste nicht, wie das funktionieren soll. Oder gibt es Straßenbahnen mit Zahnrad?

  • Ich pflichte dir bei. Ich wüsste nicht, wie das funktionieren soll. Oder gibt es Straßenbahnen mit Zahnrad?

    Ich pflichte definitiv nicht bei. Wo soll das Problem liegen? Man muß gar nicht so weit fahren: Mainz hat 9,5%.

    Würzburg hat 9,1, Gmunden hat ziemlich genau 10 und die selige Straßenbahn in Neunkirchen hatte 11.

    Ich kann mich nicht entsinnen, daß irgendeine dieser Bahnen eine Zahnstange benötigt(e).

  • Ach ja, eines noch. Die Machbarkeitsstudien gehen den Weg des geringsten Widerstands. Man könnte sich also als Roßdörfer fragen, ob es sinnvoll ist, Fundamentalopposition zu spielen und daher nur eine suboptimale Lösung zu erhalten, oder ob man sich proaktiv einbringt und z. B. selbst bessere Haltestellenpositionen und Linienführungen vorschlägt. Aber da müßte man ja was dafür tun...

  • (...so viele neue Beiträge...)


    bob013, bei deinem Vergleich zwischen der Lage der vorhandenen Bushaltestellen und der ehemaligen

    Eisenbahnhalte übersieht du die Möglichkeit einer Buslinie die vom Bahnhof aus eine Schleife durch

    Rossdorf fährt und damit eine Alternative für das Gutwetterfahrrad und Keineautoparkplatz darstellt.

    (den Bus würde ich für Fahrten innerhalb von Rossdorf niedrig tarifieren - die Hälfte der Stadtzone DA

    wäre da aus meiner Sicht angebracht)


    OWE, ich glaube die Tram nach Bergen hätte etwas besser Fahrgastzahlen gehabt, wenn diese mit einer

    attraktiven Fahrzeit direkt in die Innenstadt durchgebunden worden wäre. Der PKW Boom der 60er

    und 70er hat dafür gesorgt, dass die Leute bequemer geworden sind. Zoo gibt es Ri konsti eine Wendemög-

    lichkeit wenn ich nach dem Gleisplan gehe - da wäre vielleicht mal eine theoretische Untersuchung wieviele

    Fahrgäste fahren würden wenn man Bergen - Zoo mit Einzelstadtbahnwagen (U5-25) fahren würde mit

    Fahrplanlage so liegend, dass man Zoo in die U6 ohne Zeitverzug umsteigen könnte interessant (Studenten-

    projekt der Uni) [Baukosten sind halt ungünstig wegen der Lage des Bahnsteiges auf dem Abzweig]

    {ach...und eine Strasse auf der Bahntrasse nördlich um Rossdrof herum ist Bullshit - Autos sind eh schon

    raus ausm Ort durch die Lage B38 & B26 Schnellstrasse}



    Nur mal so ein Zitat von mir das mir heute durch den Kopf ging in Bezug auf diverse Kosten:

    "Die Inflation ist das Wechselspiel zwischen Preiserhöhung und Lohnerhöhung"

    (-> Benzin wird irgendwann 5 Euro kosten - da geht kein Weg dran vorbei!!!)

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Der Frankfurter Hauptbahnhof hatte auch mal eine Randlage ;)

    Was ich damit sagen möchte ... ich kenne mich mit den aktuellen Gegebenheiten vor Ort nicht aus, aber aus Äckern neues Bauland ist auch an anderen Orten schon oft entstanden, wenn es sich "lohnt".

  • Ich pflichte definitiv nicht bei. Wo soll das Problem liegen?

    Aus meiner Sicht ist die Steigung das kleinere Problem, klar, die Steigung ist nicht wenig, aber wie du selbst aufzählst, gibt bzw. gab es noch steilere Straßenbahnstrecken. Ich halte diese "Kuppen" für das größere Problem, beiderseitig schließen die Steigungen/Gefälle an und es keine keine wirkliche plane Fläche.

    Man könnte sich also als Roßdörfer fragen, ob es sinnvoll ist, Fundamentalopposition zu spielen und daher nur eine suboptimale Lösung zu erhalten, oder ob man sich proaktiv einbringt und z. B. selbst bessere Haltestellenpositionen und Linienführungen vorschlägt.

    Da bin ich bei dir. Einerseits bin ich kein Roßdörfer und andererseits halte ich lediglich die Führung durch die Darmstädter Straße als problematisch. Die Bahntrasse wäre da wirklich sinnvoller, aus meiner Sicht. Wobei ich mir persönlich lieber einen neuen Bahnanschluss als eine Straßenbahn wünschen würde.

  • bob013, bei deinem Vergleich zwischen der Lage der vorhandenen Bushaltestellen und der ehemaligen

    Eisenbahnhalte übersieht du die Möglichkeit einer Buslinie die vom Bahnhof aus eine Schleife durch

    Rossdorf fährt und damit eine Alternative für das Gutwetterfahrrad und Keineautoparkplatz darstellt.

    (den Bus würde ich für Fahrten innerhalb von Rossdorf niedrig tarifieren - die Hälfte der Stadtzone DA

    wäre da aus meiner Sicht angebracht)

    Vor allem mit der gleichzeitigen Berücksichtigung, dass auch nicht alle bisherigen Buslinien durch Rossdorf nach Darmstadt eingestellt werden dürften ... Irgendwas muss ja auch von irgendwo durch Rossdorf durch schließlich das Verkehrsbedürfnis Bessunger Forsthaus und Edelsteinviertel / Hofgut Oberfeld (ehemals K55 K56 - keine Ahnung wie die Linien sich aktuell schimpfen) weiterfahren ... von daher dürften die Haltestellen innerhalb des Ortes auf jeden Fall weiterhin auch bedient werden ... Und dann sich auf jeden Fall mit der Straßenbahn auf Höhe Bessunger Forsthaus auch nochmal kreuzen.


  • Auch wenn ich spät zur Party bin, hier ist das Höhen-/Steigungsprofil einer OpenStreetMap Routenplanung. An dem grauen Punkt in der Karte werden danach tatsächlich 8% Steigung erreicht. Wie vertrauenswürdig das ist und was es für eine Straßenbahn bedeutet kann ich nicht einschätzen.

  • Vor neun Jahren habe ich mal in Roßdorf fotografiert. Da sah das so aus:


    Rossdorf_2919.jpg


    Rossdorf_2920.jpg


    Die Steigung ist ja wohl alles. aber nicht zu steil. Eher ist die Straße zu schmal. Fotografiert vom selben Standort mit Achsdrehung. Oben gehts nach DA, unten in die Pampa.

  • OK... ich gebe mich geschlagen. Das mit der Steilheit ist wohl kein Thema. Aber nach langer Googelei bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es in Deutschland offenbar keine gesetzliche pauschale Beschränkung für die maximale Steigung einer Straßenbahn-Steilstrecke gibt. In der Schweiz hingegen beträgt die maximal erlaubte Steigung bei Neubauten von Adhäsionsbahnen 7 Prozent. Als Flachländler sind die Schweizer vielleicht etwas übervorsichtig, was bergige Strecken betrifft.


    Vor einigen Tagen äußerte der Bundestagskandidat Jens Zimmermann im Darmstädter Echo die Meinung, dass die Reaktivierung der Bahn nach Zimmern erst richtig Sinn machen würde, wenn man sie gleich bis Groß-Umstadt verlängert.


    Schön. Nur macht dann eine Ortsdurchfahrt Roßdorf ohnehin wenig Sinn. Denn die Fahrgäste aus Umstadt und Zimmern wollen möglichst schnell nach DA gebracht werden, und nicht bei einer Schleichfahrt den pittoresken Ortskern von Roßdorf bewundern. Von daher wäre die alte bestehende Trasse die bessere Wahl.

  • Die Pöslingbergbahn in Linz gilt mit 11,6% als eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt.
    Die Schweizer kennen den Begriff Steilstrecke nicht und sprechen bei allem über 7% von starkem Gefälle.


  • Schön. Nur macht dann eine Ortsdurchfahrt Roßdorf ohnehin wenig Sinn. Denn die Fahrgäste aus Umstadt und Zimmern wollen möglichst schnell nach DA gebracht werden, und nicht bei einer Schleichfahrt den pittoresken Ortskern von Roßdorf bewundern. Von daher wäre die alte bestehende Trasse die bessere Wahl.


    Startest du in Alsbach fährst du durch Jugenheim, Seeheim, Malchen und Eberstadt nach Darmstadt. Und weiter?

    Jakkeline, nich den Marzel mit die Schüppe auf'n Kopp kloppen!
    ________ _ _ _ _ _ _


    Freundliche Grüße!

  • Das Stadtgebiet von Rossdorf ist überschaubar und der Fußweg zu einem Haltepunkt an der ehemaligen Bahntrasse ist maximal 5 Minuten länger, als wenn man in der Innenstadt in die Straßenbahn einsteigen könnte. 500m kürzer und ein paar Minuten laufen dürfte hier nicht das Killerkriterium sein, weswegen viele Leute auf die Nutzung einer Straßenbahn verzichten würden.


    Die Randlagen des Ortes sind von der ehemaligen Bahntrasse ähnlich weit entfernt, wie es die Randlagen in Griesheim von der Straßenbahn sind. Und dort ist die Straßenbahn auch nicht leer unterwegs, weil sie den meisten Leuten zu weit ist. Ebenfalls zeigt das Beispiel Griesheim, dass es für die Leute aus dem Ried OK ist, dort vom Bus in die Straßenbahn umzusteigen und dort auch nicht die Regionalbusse bis nach Darmstadt durchgebunden sein müssen, damit die Leute den ÖPNV nutzen.


    Ich glaube, das der Aufwand für eine Straßenbahn durch die Ortsmitte zu hoch wäre, für den Nutzen den eine solche Streckenführung hätte. Da braucht man auch nicht damit zu argumentieren, dass es Straßenbahnen gibt, die solche Steigungen und Kurvenradien beherrschen können. Die Frage wäre ohnehin viel mehr, ob die vorhandenen Niederflurfahrzeuge samt Anhänger dort fahren könnten und nicht irgendein Modell, das man speziell für Rossdorf anschaffen könnte.


    m.E. ist es am realistischsten und sinnvollsten, die ehemalige Eisenbahnstrecke auch wieder als Eisenbahn zu reaktivieren und über die Strecke der Odenwaldbahn zum HBF (ggf. bis Pfungstadt) zu führen. Auch als Eisenbahnstrecke ließe sich ein mit einer Straßenbahnstrecke vergleichbarer Haltestellenabstand verwirklichen, wobei man vermutlich mehr davon hat, im Stadtgebiet entlang der Odenwaldbahn und der Main-Neckar-Bahn zusätzliche Haltepunkte zu errichten, statt die Bahnen krampfhaft zum Schloss führen zu müssen. Schließlich wollen die Wenigsten, die nach Darmstadt fahren, zum Luisencenter, sondern haben ganz individuelle Ziele in der Stadt. D.h. umsteigen tun sie ohnehin meist irgendwo.

  • Die Frage wäre ohnehin viel mehr, ob die vorhandenen Niederflurfahrzeuge samt Anhänger dort fahren könnten und nicht irgendein Modell, das man speziell für Rossdorf anschaffen könnte.

    Diese Frage dürfte ziemlich nebensächlich sein. Selbst wenn "heute" in die vertiefte Planung eingestiegen würde, haben wir einen (leider) derart langen Horizont bis zur Inbetriebnahme, daß sich die Frage nach dem Einsatz aktueller Fahrzeuge gar nicht erst stellt. Außerdem würde diese Strecke ohnehin eine deutliche Erweiterung des Fahrzeugparks bedeuten. Heißt also, daß gar kein "spezielles" Fahrzeug notwendig wird, sondern künftige Wagen einfach nur "passend" beschafft werden müssen.