• So gehst du Leute an, die Dinge im Detail kritisieren, die im großen Bild eben ursächlich dafür sind, dass das in Deutschland Utopie bleiben wird.

    Siehst Du. Du hast es wieder nicht verstanden (wie im Thread nebenan). Deswegen erspare ich es mir, auf den ganzen Sermon einzugehen. Nur wieder die eine Sache: Es ging hier nicht darum, "Dinge im Detail zu kritisieren". Das kann man gerne machen. "Ich finde es blöd, daß der Automat das nicht verkauft". OWE war aber der Meinung, diesen Punkt als Aufhänger zu nehmen (Zitat) "ob die Praxis des RMV überhaupt rechttlich haltbar ist." Und wenn ich sowas behaupte, sollte ich eine sinnhaftige Begründung dafür haben ("im Gesetz xy steht, daß alle Menschen nur noch Preisstufe 1 bezahlen müssen"). Und nein, alles was danach kam, war keine Begründung für diese Behauptung, sondern nur die Wiederholung, daß man es doof findet, seine Flatrate nicht kombinieren zu können. Deswegen ist es ein meilenweiter Unterschied zwischen "blöd, daß so ein Tarif nicht existiert" vs. "der RMV bietet verbotenerweise den Tarif nicht an".


  • Der im vorliegenden Fall springende Punkt (der im Thread, wenn ich nichts überlesen habe, nur mal gestreift wurde) ist ja: Warum, ist es möglich, am Bf X schnell aus dem Zug zu springen und an einem Automaten eine Fahrkarte auf RMV-Fahrkartenpapier zu kaufen, auf der steht "auch im VRN gültig", aber nicht, am Bf X schnell in sein Handy zu springen (z.B. zum DB Navigator, der sowohl reine RMV-, als auch reine VRN-Tickets verkauft), und eine Fahrkarte in Form eines Aztec-Codes zu kaufen, in dem steht "auch im VRN gültig"? (Nein, auch wenn das ginge, wäre das keine vollkommen zufriedenstellende Regelung. Aber besser als vorher)


    Technisch & rechtlich dürfte das doch eigentlich keinen Unterschied machen?


    Ja, man muss zu Beginn einer Fahrt im Besitz einer gültigen Fahrkarte sein. Kann man als Verbund sicherlich drauf bestehen. Vollkommen legal. Aber diese Regelung ist ja nicht in Stein gemeißelt. Warum kann da keine kundenfreundlichere Regelung gefunden werden?


    Ich zitiere mal aus den Regelungen für mein Dresdner Semesterticket:

    Bei den Grenzübergängen Schöna(Gr.) und Sebnitz(Gr.) löst du für Nahverkehrsfahrten ein Ticket Schöna - Dolni Zleb für 0,60 € bzw. Sebnitz - Dolni Poustevna zu 0,40 € für den Grenzübertritt. Studierende bis 26 Jahren zahlen sogar nur 0,10 €. Die Tickets zum U28 Tarif sind aufpreisfrei im Zug oder am DB-Automat unter dem Menüpunkt VVO-Tarif erhältlich (nicht über die Verbindungssuche!). Im Anschluss an den U28-Tarif kannst du ein Ticket zum CD-Tarif (ebenfalls aufpreisfrei) im Zug lösen.

    Ist keine Hochglanzregelung. Am Ende hat man drei separate Tickets. Aber es ist einfach verständlich, es funktioniert halt einfach. (Nein, ich schlage nicht vor, dass die Kundenbetreuer im RMV-VRN-Grenzgebiet jetzt anfangen Bargeld mitzuschleppen, es ist nur ein Beispiel)


    (Ich rate einfach mal ins Blaue rein, dass der Schaden durch frustrierte Nutzer, die dann halt gar nicht fahren, größer ist, als der Verlust dadurch, dass die Stammkunden keine Strecken mehr doppelt zahlen)

    Einmal editiert, zuletzt von Jonaes02 () aus folgendem Grund: Hinzugefügt, dass ein auch nur bisschen besser immer noch besser als vorher ist.

  • Der im vorliegenden Fall springende Punkt (der im Thread, wenn ich nichts überlesen habe, nur mal gestreift wurde) ist ja: Warum, ist es möglich, am Bf X schnell aus dem Zug zu springen und an einem Automaten eine Fahrkarte auf RMV-Fahrkartenpapier zu kaufen, auf der steht "auch im VRN gültig", aber nicht, am Bf X schnell in sein Handy zu springen (z.B. zum DB Navigator, der sowohl reine RMV-, als auch reine VRN-Tickets verkauft), und eine Fahrkarte in Form eines Aztec-Codes zu kaufen, in dem steht "auch im VRN gültig"? (Nein, auch wenn das ginge, wäre das keine vollkommen zufriedenstellende Regelung. Aber besser als vorher)


    Technisch & rechtlich dürfte das doch eigentlich keinen Unterschied machen?

    Das macht schon einen Unterschied. Es kennt keiner die genaue Vertragsgestaltung zwischen den Verbünden und den beteiligten Verkehrsunternehmen. Grundsätzlich darf man etwas in der Art "innerhalb des Verbunds gilt der Verbundtarif, darüberhinaus der Haustarif des Betriebs" erwarten. Das wird vermutlich in so ziemlich jedem Verbund der Fall sein, insofern ist das Rumhacken (nur) auf dem RMV sowieso problematisch. (Nebenbei wird gerne von Fällen an der Grenze AT/HU berichtet, wo die ungarischen Zugbegleiter wohl sehr genau hinschauen, wer in Hegyeshalom einsteigt und wer durchfährt, aber sich durch die Stückelung von zwei Fahrkarten praktisch den günstigen ungarischen Binnentarif "erschleicht". Da wird dann nachkassiert.)


    Das Verkaufen von Fahrkarten in die Übergangstarifgebiete (die es in anderen Verbünden auch gibt) unterliegt wohl ebenso diversen Vereinbarungen (und darin vereinbarten Restriktionen, wie z. B. der Verkauf nur in bestimmten grenznahen Regionen). Wenn der Übergangstarif daher online erhältlich wäre, könnte man die dort vereinbarten Restriktionen (die letztlich der Einnahmensicherung der beteiligten Unternehmen und Verbünde dienen) umgehen, weil er damit überall und nicht nur im Grenzgebiet kaufbar wäre.

  • Mein Thema war und ist nicht: Der ganze Verbund soll nur noch mit Preisstufe 1 oder so befahrbarsein. Sondern:

    Wenn ich über die Grenze des RMV hinausfahre, möchte ich weder den Fahrpreis von meinem Startbahnhof bis zur Verbundgrenze doppelt bezahlen - weil ich ja schon eine Monatskarte für die Strecke habe - noch in der Pampa aussteigen und neu lösen müssen. Ich habe übrigens heute Nachmittag geseen, dass die Problematik auf der VRN-Seite der Grenze nicht besteht: In Zwingenberg steht ein Multi-Talent, das mir VRN-Tickets, DB-Tickets und RMV-Tickets verkauft. :) Dass ich, wenn ich eine Monatskarte bis Hähnlein habe und von dort der reguläre Fahrpreis 3,35 € beträgt, nicht mehr als 12 € für eine etwa 14 km lange Strecke zahlen muss, betrachte ich nicht als "Schnäppchenjagd".


    So ganz abwegig finde ich die Fragestellung auch nicht, dass man vom ursprünglichen vorgesehenen Zielbahnhof weiterfährt. Neben spontanen Überlegungen wohl der häufigste Grund, dass man den Ausstiegshalt verpasst hat. Zum Beispiel, weil man nicht darauf geachtet hat, dass der Zug dort nicht hält.

    Oder dass man über den Geltungsbereich der Zeitkarte hinausfahren will und für das sog. "Anschluss-Tarifgebiet" weder Anschluss-Fahrschein noch Einzelkarte im Vorverkauf erhält. Und die Vorschläge, dann entweder an der Grenze auszusteigen oder eine halbe oder ganze Stunde zu warten oder ein Mehrfaches des für die real benötigte Strecke abfallenden Fahrpreises zu bezahlen, finde ich wirklich nicht fahrgastfreundlich. Die Problematik tritt übrigens fast überall an den RMV-Grenzen auf, außer vielleicht in Mainz, weil man da ohnehin oft Ri. Rheinland-Pfalz umsteigen muss.


    Würde FlixMobility Ähnliches mit seinen Fahrgästen veranstalten, wäre die Aufregung groß. Wobei ich dann Flix bestimmt nicht verteidigen würde.

  • Wir haben hier in Deutschland um die Ballungsräume Verkehrsverbünde. Diese haben nun mal irgendwo

    ihren Aussengrenze. An der ist dann mit dem Verkehrsverbundtarif Schluss. Teilweise gibt es Verträge, damit

    es möglich ist über diese Grenze hinaus noch ein..zwei Orte weiterfahren zu können. Diese decken

    aber nun mal bestimmte tarifliche Regeln ab die sich aus diesen Verträgen ableiten.. So wie im RMV dass

    da nun mal so ist, dass das Jobticket nicht gilt. Ich verstehe nur nicht wieso das so schwer ist zu akzeptieren.

    Will man über eine Grenze fahren sind halt ggf andere Tickets nötig wenn man ohne Fahrtunterbrechung an

    der Grenze fahren möchte.


    Wie weit soll denn über eine Verbundgrenze hinaus den es gehen? Irgendwo wird irgendjemand wieder kommen,

    dass das für seine eine Fahrt die er da mal machen will etwas nicht passt. Alle Verbünde in Deutschland zu einem

    einzigen zusammenfassen? Dann geht das Gejammer an den Grenzen zu den Nachbarländer los....die dann auch

    noch rein?!

    -> belibt nur noch die Lösung eines "Verkehrsverbundes Afroeurasien" mit Tarifzonen die wegen der geringen Anzahl

    siebenstellige Zonennummern haben. :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

    4 Mal editiert, zuletzt von Darkside ()

  • Heute habe ich einen Ausflug an die Bergstraße gemacht und auch ein paar Anschauungsfotos aufgenommen:

    In Bickenbach gekaufte Gruppen-Tageskarte für morgen - Sonntag.


    Für eventuelle Nachlöse-Ausstiege eignet sich Bickenbach deutlich besser als Hähnlein-Alsbach: Der Preis ist der gleiche, aber da hier auch die RE halten, fahren mindestens zwei Züge in der Stunde. Und da die "8" außer in den HVZ nur alle halbe Stunde fährt, halten sich die Straßenbahn-Fotomotive dort auch in Grenzen.


    Der Fahrkartenkauf in Frankfurt Hbf würde bereits für die Fahrt einer Person bis Zwingenberg (Heppenheim ist der gleiche Preis) mehr kosten als die für bis zu 5 Fahrgäste in Bickenbach gelöste Gruppentageskarte.


    Hier der RMV / DB-Automat in Bickenbach


    Und hier das "Multi-Talent" in Zwingenberg


    Schließlich noch der vom Mirco_B erwähnte Bus, der jetzt als VRN-Linie 670 fährt und von der Strab-Endhaltestelle in Hähnlein-Alsbach nach Bensheim fährt.

  • Ich bin ja nicht oft der Meinung von OWE und kann auch nachvollziehen, dass seine Art und Weise hier jetzt aneckt. Aber in dieser Sache gebe ich OWE vollkommen recht.


    Warum ist es an den „Grenzen“ so kompliziert? Es ist aus dem „Kleinstaatereidenken“ der jeweils Verantwortlichen historisch gewachsen. Einen Antrieb Abhilfe zu schaffen hat eigentlich keiner der Beteiligten. Generieren doch Doppelkassierung und fehlende Regeln oder unnötig komplizierte Regeln höhere Einnahmen, welche bei einer Problemlösung so nicht mehr anfallen.


    Wenn es mal wieder nichts zu berichten gibt, greifen Medien diese Probleme gerne mal auf. Lösungen ergeben sich dadurch selten. Solche Probleme lassen sich deutschlandweit finden. Baden-Württemberg mit seinen gefühlt 300 Verbünden lässt da grüßen.


    Mit dem fehlenden Vorverkauf von Einzelfahrten im RMV:

    Die Verantwortlichen haben es damals wahrscheinlich als Modern empfunden.

    Als ich nach Hessen kam, war mein erster Gedanke dazu: „Oh, wie rückständig.“


    Warum wird eine solche Problematik besonderen im ÖPNV als „ungerecht“ empfunden? Regionale Mobilität ist ein gewisses Grundbedürfnis, welche auch von der Gesellschaft zu recht an den Einzelnen erwartet wird. Stichwort Sozialrecht und Zumutbarkeit von Arbeitswegen.

    Man kann ihr nicht völlig aus dem Wege gehen, im Gegensatz zum Fernverkehr.


    Ich selbst gelte in der Familie und im Bekanntenkreis als jemand, der sich tief in die Regelungen von Bus und Bahn reinkniet und einige graue Ordner mit Namen TfvXXX in Keller hat. Früher habe ich meine Lehrer zu diesem Thema beraten…


    Aber an einigen Stellen/Situation bin auch ich mit meinem Latein am Ende bzw. kann es nicht nachvollziehen. Einige Ecken in Deutschland sind mir durch die früheren Dienstreisen negativ in Erinnerung geblieben und andere positiv.



    Mein Opa, der sein ganzes Leben mit der Eisenbahn zu tun hatte und keinen Führerschein besaß, würde mir die heutigen Probleme gar nicht glauben.

    „Tariflücken“ und besonders fehlende Durchtarifierung im „normalen“ Eisenbahnverkehr? Er hätte den Kopf geschüttelt.


    Ich bin der Meinung, es braucht „verständliche“ Regeln für den ÖPVN. Diese dürfen auch regional unterschiedlich sein. Aber sie dürfen aber nicht über Gebühr Steine in den Weg legen.

    Mit unter kommet es einem eher Abschreckend vor.

    Dauerzahler sollte man nicht vergrämen, wenn sie ihr Dauerfahrgebiet ausnahmsweise verlassen.

    Auch unter den ÖPNV-Nutzern gibt es sie. Die, die ein Auto ihr eigen nennen und um die Einfachheit damit wissen.



    Zum Schmökern mal der Link zum Tfv610 (Tarif des VBB).


    https://sbahn.berlin/fileadmin…ueren/Flyer_VBB-Tarif.pdf


    Wer sich reinkniet, wird erkennen, welche Unterschiede es gibt, wenn man den C-Bereich einer kreisfreien Stadt/Berlin verlassen möchte. Je nach dem, ob man bereits eine AB oder ABC-Fahrkarte hat.


    Ab Seite 195 bekommt man grafische Unterstützung.



    Vor Gründung des VBB gab es den „Tarif Berlin und Umland“ - in etwa das heutige Berlin ABC. Damals war es für die DB völlig normal Monatskarten von außerhalb bis zum ersten Bahnhof im TBU-Gebiet und völlig separat eine TBU-Monatskarte zu verkaufen. Dabei musste an diesem Bahnhof der Zug nicht halten. Es war halt üblich beide Monatskarten vorzuzeigen.

    Anderswo in Deutschland wäre diese Praxis ähnlich der „Gotteslästerung“ gewesen.

    So unterschiedlich kann es gehen.


  • Dem ersten Teil kann ich zustimmen.

    In der Mitte würde ich sagen: „Machen wir die Nutzung schön kompliziert.“


    Mit dem Schluss wird das ganze ins Lächerliche gezogen.

  • Früher war noch mehr "Kleinstaaterei"....


    Vom Luisenplatz zum Luisenplatz Pre-RMV:

    ESWE Fahrkarte um an den Hbf in Wiesbanden zu kommen

    DB Nahverkehrsfahrkarte nach DA Hbf - oder billiger(!) aber mit (Um)Weg über F Hbf FVV Fahrkarte

    HEAG Fahrkarte um dann von DA Hbf zum Luisenplatz zu kommen.....


    Jammern auf hohem Niveau?

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Früher hatten wir nen Kaiser… 😉


    Ein schönes Beispiel, dass zeigt, es war sinnvoll das Konzept der Verkehrsverbünde gegenüber der EU zu verteidigen.


    Nur sehe ich nicht, dass der Wiesbadener Autofahrer anders behandelt wurde als der Wiesbadener Monatskartennutzer.
    Jeder von beiden zahlte für diesen Ausflug exakt seinen konkret nachlesbaren Anteil.


    Dieses Konzept war für mich bis 1999 das Normalste auf der Welt. Passt aber irgendwie nicht zur Problemstellung hier.



    Ich hatte vor vielen Jahren mal ein nettes Gespräch spät abends in einem Reisezentrum. Könnte Leipzig gewesen sein, mit viel Leerzeit durch Verspätung und es war dort nichts mehr los.
    Mit der Dame habe ich die nächste Reise, zu der ich schon teilweise Fahrkarten hatte, umgeplant.

    Sie kannte für meine Reiseidee einen Kniff mit einer genau gesetzten Umwegefahrkarte. Zum Schluss kostete die Sache 2 Euro weniger. Das nennt man Fehler im System. Wurde ein paar Jahre später korrigiert.


    Am liebsten mag ich Umwegefahrkarten für 0 €. Brauchte man früher, als die Wegevorschriften noch klassisch gebildet wurden.

    2 Mal editiert, zuletzt von Umlaufnummer ()

  • Derlei kannst du dich natürlich fragen, solange du aber mit dieser Haltung, die du hier gegenüber dem "Kunden" dokumentierst, die Familie der du den Zweit- bis Viertwagen ausreden willst, beglückst, kannst du die Verkehrswende auf dem Land echt vergessen. Ich hab das da angesprochen im Kontext Tarifmodelle.

    zeige mir eine Familie, die ihre Verkehrsmittelwahl auf spontane seltene Verkehrsverbund übergreifende transportbedürfnisse ausrichtet — an Stellen, an denen die Hürde nicht der fehlende Verkehr ist, was an VV-Grenzen ja durchaus ein Problem ist — sondern der Tarif.

  • Es entscheidet sicher nicht dieser Einzelfall über Mobilitätskonzepte. DIe Tarifproblematik ist nur ein weiterer Punkt auf der Liste der Nahverkehrserschwernisse, die einfach nicht sein müssen.


    Die Bergstraße dürfte aber für Tarifprobleme prädestiniert sein, weil sie eigentlich auf der ganzen Länge halbwegs dicht besiedelt ist. Es fehlt eine physische Barriere, und zwischen Heidelberg und Darmstadt liegt eigentlich nirgendwo richtig dünn besiedeltes Gebiet.

  • Vor einigen Jahren hatte ich ein ähnliches Problem:

    Monatskarte für die TG 39-41 im RMV

    Eintrittskarte für eine Veranstaltung mit VRN-Ticket.


    Gab halt dann nur zwei Möglichkeiten: 1.) Beim Umstieg in Darmstadt Hbf. eine Fahrkarte Darmstadt-Zwingenberg kaufen, obwohl ich für den Abschnitt bis Hähnlein-Alsbach ja schon eine Monatskarte bezahlt hatte oder 2.) darauf setzen, dass zwischen Hähnlein-Alsbach und Zwingenberg keine Kontrolle kommt...

  • Gab halt dann nur zwei Möglichkeiten: 1.) Beim Umstieg in Darmstadt Hbf. eine Fahrkarte Darmstadt-Zwingenberg kaufen, obwohl ich für den Abschnitt bis Hähnlein-Alsbach ja schon eine Monatskarte bezahlt hatte oder 2.) darauf setzen, dass zwischen Hähnlein-Alsbach und Zwingenberg keine Kontrolle kommt...

    Hallo olieisenbahn,

    was Du beschreibst, spiegelt das Kernproblem.

    Wenn man sich selbst rechtzeitigt bei der Zugbegleitung meldet und diese (uns man selbst) über genügend Erfahrung und Tarifkenntnis verfügt, ist so mancher Probemfall regelkonform gelöst.

    Aber wer von uns mag diesbezüglich Lotto spielen, mir einem -60-Euro-'Gewinn'?

    Es wäre ein Leichtes, diese Grenzproblematiken im Sinne der Fahrgäste zu lösen.

    Dabei versagt der RMV seit 30 Jahren kläglich. Das ist kein "Bashing", das ist eine simple Tatsachenfeststellung.


    Grüße

    Umland-Bürger

  • Es wäre ein Leichtes, diese Grenzproblematiken im Sinne der Fahrgäste zu lösen.

    Dabei versagt der RMV seit 30 Jahren kläglich. Das ist kein "Bashing", das ist eine simple Tatsachenfeststellung.

    Du hast ja mit der Aussage, daß das nicht fahrgastfreundlich ist, recht. Allerdings ist es eben kein RMV-Problem, sondern ein Thema an so jeder Verbundgrenze oder bei nahezu allen Angeboten, die in irgendeiner Form eine Flatrate darstellen. Selbst im Ausland hast Du solche Themen. Wenn Du beispielsweise auf der Strecke von Rom nach Viterbo fährst, nutzt es Dir nichts, für das Stadtgebiet eine gültige Fahrkarte zu haben (die bis Montebello gilt). Es wird immer der volle Fahrpreis ab Flaminio gerechnet. Oder gab/gibt es nicht auch Nahverkehrszüge, die innerhalb der (dann kleineren) Verbünde einfach offiziell nur zum Einsteigen hielten? Damit mußte die Strecke auch voll bezahlt werden, auch wenn z. B. für die ersten Halte ein Verbundticket vorlag. Insofern ist es schon etwas "Bashing", wenn nur auf dem RMV rumgehackt wird. Wir haben die gleiche Thematik überall. Also hacken wir bitte auf allen Verbünden rum oder auf keinem. :)


    Die älteren werden sich auch noch erinnern, daß man zu FVV-Zeiten (zumindest zeitlang) keine Tickets für die Straßenbahn nach Offenbach durchlösen konnte. Und man dann an der Tarifgrenze wahlweise zum Fahrer durfte (damit Sitzplatzverlust, wenn's voll war) oder je nach Fahrplanperiode der Schaffner kam. Jedenfalls ein größerer (Personal-)Aufwand und es wäre vermutlich recht simpel (noch einfacher als jetzt) gegangen, ein Kombiticket FVV Stadt+OVB Stadt auf eine Automatentaste zu legen. Das hätte man abrechnungstechnisch ziemlich einfach auseinanderdividieren können.


    Punkt 2: Das mit dem "kläglich" ist auch wieder so ein Thema. Es ist ja nicht der RMV, der vermutlich diese Tarifierung nicht anbietet, sondern ein Problem seiner Gesellschafter, also der Kreise, Kommunen und des Lands, die die Anwendung einfacherer Tarife nicht einführen wollen, respektive sie sich nicht über die notwendigen Ausgleichszahlungen einigen können. Und Punkt 3 könnte man bemerken, daß "seit 30" Jahren das offensichtlich nur so wenige Leute betrifft, daß damit der Leidensdruck in der Politik nicht groß genug ist. Also statt hier im Forum (länger) auf dem Thema relativ ergebnislos rumzureiten, würde ich von OWE (oder jedem anderen, der sich betroffen fühlt) erwarten, daß er seinen zuständigen Landtagsvertreter auf das Thema ansetzt und damit etwas tut und nicht nur mitteilt, was man tun könnte oder welche Regeln schön wären.

  • Da im Fred der Hinweis auf die Apps kam: Es ist doch gar nicht möglich, über DB-Navigator/RMV-App eine Fahrkarte von Hähnlein-Alsbach nach Zwingenberg zu kaufen.


    Darüber hinaus ist der RMV tariflich schon sehr speziell:

    Ich sage nur: Kunde hat Zeitkarte Darmstadt-Mitte - Roßdorf - Reinheim. Kunde möchte jetzt aber die Odenwaldbahn von Darmstadt nach Reinheim benutzen. Kunde braucht eine komplett neue Fahrkarte für die Gesamtstrecke. Anschlussfahrkarten bringen ihm hier nichts, da er ja für Starthaltestelle und Zielhaltestelle eine Fahrkarte hat.

  • Kunde braucht eine komplett neue Fahrkarte für die Gesamtstrecke. Anschlussfahrkarten bringen ihm hier nichts, da er ja für Starthaltestelle und Zielhaltestelle eine Fahrkarte hat.

    Die Frage ist in der Tat sehr interessant. Hast Du da mal den RMV gefragt, was er dazu sagt?


    Pragmatisch würde ich sagen, daß Du keine komplette Fahrkarte brauchst. Anschlußfahrkarte für den nicht abgedeckten Teil, d. h. für Ober-Ramstadt. Die ist ja gültig bis zur Tarifgrenze Richtung Reinheim und ab dort gilt wieder die normale Zeitkarte. Aber ob das regelkonform ist...

  • Ich gebe Holger Koetting Recht, dass die Problematik der Tarifgrenzen zwischen viele Verbünde betrifft. Andernorts wird die Problematik für den Fahrgast mitunter dadurch erleichtert, dass für Fahrten über die Verbundgrenze der landesbezogene DB-Tarif gilt. Verlasse ich den HVV, gilt ab dem letzten HVV-Tarif der Schleswig-Holstein- oder der Niedersachsentarif. Und die Karten kann ich ja beliebig am Automaten oder online im Vorverkauf erwerben.


    Eine weitere Variante, den Fahrgästen die Situation deutlich zu erleichtern, besteht darin, dass viele Verbünde wenigstens Tageskarten und Zeitkarten verkaufen. Das dürfte in den meisten Fällen - wie in meinem Falle auch - die Kunden zufriedenstellen. Die machen ja - wie auch - im Normalfall Tageausflüge und fahren wieder zürück in ihr "Heimatgebiet", und die Tageskarten sind oft günstiger als zwei Einzelkarten. Eine Stichprobe ergab, dass dieses bei den meisten großen Verbünden - außer Hamburg und Bremen - möglich ist. Auch bei unserem nördlichen Nachbarn NVV.


    Unser südlicher Nachbar VRN bietet bereits auf der DB-Seite eine breite Angebotspalette und auf seiner Webseite auch Einzelkarten im Online-Vorverkauf, Tageskarten natürlich auch.


    Insofern verdient der RMV schon das Prädikat "besonders fahrgastunfreundlich". Zugegebenermaßen mit Hamburg und Bremen bietet er keine Tageskarten im Vorverkauf im Netz an. Immerhin wird auf der DB-Seite für Relationen im "Kerngebiet" und zwischen Kerngebiet und Übergangsgebiet mit dem VAB auf den möglichen Ticketkauf per App hingewiesen. In die Übergangsgebieten mit dem VRN, RNN und NVV "keine Preisauskunft". Interessanterweise gilt für Fahrten aus dem RMV in den RNN via Mainz nach Worms dann wieder der DB-Tarif. ?(


    Fazit: Für die meisten "großen Verbünde" kann man via Bahn-Verbindungsauskunft Tageskarten im Vorverkauf kaufen. Für HVV und VBN nicht. Aber dort können für Fahrten a u s dem Verbund normale heraus bzw. von draußen hinein DB-Fahrkarten gekauft werden. Der RMV gehört zu - so schätze ich mal - der Minderheit der Verbünde, die ihren Fahrgästen keine weiterführenden Infos auf der Webseite der Bahn anbieten. Und auf der RMV-Webseite kann man auch nur ab der Wochenkarte aufwärts kaufen. Viele deutsche Verbünde sind deutlich weiter - und zwar auch in Hessen!

  • Ich gebe Holger Koetting Recht, dass die Problematik der Tarifgrenzen zwischen viele Verbünde betrifft. Andernorts wird die Problematik für den Fahrgast mitunter dadurch erleichtert, dass für Fahrten über die Verbundgrenze der landesbezogene DB-Tarif gilt. Verlasse ich den HVV, gilt ab dem letzten HVV-Tarif der Schleswig-Holstein- oder der Niedersachsentarif.

    Das hast Du hier aber genauso. Sobald Du über die RMV-Grenze fährst, kaufst Du Dir eine DB-Fahrkarte ab dem letzten Haltepunkt. Du kannst Dir problemlos vorab ein Ticket von Alsbach nach Heidelberg ziehen beispielsweise. Nur in die Übergangstarifgebiete geht es nicht vorab.

  • Das hast Du hier aber genauso. Sobald Du über die RMV-Grenze fährst, kaufst Du Dir eine DB-Fahrkarte ab dem letzten Haltepunkt. Du kannst Dir problemlos vorab ein Ticket von Alsbach nach Heidelberg ziehen beispielsweise. Nur in die Übergangstarifgebiete geht es nicht vorab.

    Hallo Holger Koetting,

    das Problem ist doch aber, dass mit dem DB-Ticket auch nur eine reine DB-Fahrt verknüpft ist, also ohne die Verbundoffenheit für die Weiterfahrt mit anderen Verbundverkehrsmitteln. Was nützt mir die DB-(DPT)-Fahrkarte, wenn ich zum Beispiel in Mannheim nicht die Straßenbahn oder den Bus nutzen darf? Also dort wieder neu lösen... 3 Tickets insgesamt, nämlich das schon dauerhaft bezahlte aus dem RMV, dann ein DB-Tarif und dann nochmal eine Karte vor Ort?

    Das ist doch keinem (MIV-Umsteiger) mehr zu erklären. Die Verbünde sollen gefälligst dafür sorgen, dass man zumindest das Tarifangebot der Nachbarverbünde am Automaten und meinetwegen auch als Handy-Ticket im Voraus lösen kann.

    Das ist seit langem deren Hausaufgabe, und daran scheitern sie bislang kläglich.


    Grüße

    Umland-Bürger