Der Beitrag (und auch die davor, wenn ich ehrlich bin) lässt mich sehr stark an deiner angeblichen Qualifikation als Fdl zweifeln. In welcher Spurplan-Stellwerkstechnik gibt es denn eine "WHA"?
Da kann ich dir gerne was per PN zukommen lassen.
Der Beitrag (und auch die davor, wenn ich ehrlich bin) lässt mich sehr stark an deiner angeblichen Qualifikation als Fdl zweifeln. In welcher Spurplan-Stellwerkstechnik gibt es denn eine "WHA"?
Da kann ich dir gerne was per PN zukommen lassen.
dortelweiler , bist du denn Fdl im Geltungsbereich der EBO?
Wenn ich diverse Berichte Revue passieren lasse, trägt dieser lasche Umgang respektive die eigenmächtige Auslegung bestehender Regularien meiner Meinung nach maßgeblich zur Erhöhung von Unfallrisiken bei.
Genau das hat meinen Glauben in die Sicherungstechnik der Eisenbahn erschüttert. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich eine Weiche stellen lässt, wenn sich ein Fahrzeug auf ihr befindet. Ich ging immer von Redudanten Sicherheitssystemen.
Auf dies wurde hier wohl verzichtet.
Waren es etwa Kostengründe, dass diese Weiche nicht mit einer "Weichensperre" ausgerüstet war?
Genau das hat meinen Glauben in die Sicherungstechnik der Eisenbahn erschüttert. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass sich eine Weiche stellen lässt, wenn sich ein Fahrzeug auf ihr befindet. Ich ging immer von Redudanten Sicherheitssystemen.
Auf dies wurde hier wohl verzichtet.
Waren es etwa Kostengründe, dass diese Weiche nicht mit einer "Weichensperre" ausgerüstet war?
Naja, eine als besetzt angezeigte Weiche umzustellen, unterliegt ganz klaren Regeln. Die Weiche darf nicht mit einem Fahrzeug besetzt sein, das gilt es immer zu prüfen. Allerdings muss es technische Einrichtungen geben, als besetzt angezeigte Weichen umzustellen. Sonst wäre ja bei Störungen und Bauarbeiten das Umstellen der Weiche auch beim nachweislichen Freisein nicht möglich. Genauso mit dem Hilfsweise Auflösen. Es gibt unmissverständlich festgelegte Regeln, wann diese Einrichtung bedient werden darf. Werden die Regeln beachtet, gibt es auch keine Unfälle.
Meines Wissens nach ist in Rüsselsheim seit einiger Zeit Umbauverbot, da das Stellwerk sehr in die Jahre gekommen ist. Ich vermute auch, das trotz dem Unfall jetzt keine Hebelsperren nachgerüstet werden. Ganz davon abgesehen, dass das ESTW Rüsselsheim bald kommt.
Wie immer, bei Störungen der Technik, wird ein Teil der Sicherheit auf den Menschen verlagert. Wenn dieser dann durch die betrieblichen Umstände aus- oder überlastet ist, passieren Fehler, die nicht passieren dürfen. Für die passende Belastung der Fdl hat das EIU zu sorgen. Und der Fdl muss durch Priorisierung seiner Aufgaben sich selbst vor Fehlern schützen.
Genau das hat meinen Glauben in die Sicherungstechnik der Eisenbahn erschüttert.
Auf dies wurde hier wohl verzichtet.
Waren es etwa Kostengründe, dass diese Weiche nicht mit einer "Weichensperre" ausgerüstet war?
Ich bin jetzt mal "gemein" und nehme Bezug auf Deinen Nicknamen. Stand der Technik ist es, dass bei Straßenbahnen vor Abfahrt die Türen verriegelt und dauerhaft auf Schließen geprüft sind. Trotzdem sieht man immer wieder K-Wagen mit offenen Türen durch die Gegend fahren. Das hat meinen Glauben in die Sicherungstechnik der Straßenbahn schwer erschüttert. Waren es etwa Kostengründe, warum die VGF die Ebbelex nicht mit einer Türüberwachung ausgerüstet hat?
Nun, da könnte ich nun antworten,- die Technik in Rüsselsheim ist immer noch auf K-Wagen Niveau und im Regeleinsatz.
Der Ebbel Ex ist so etwas wie ein Museumsfahrzeug, jeder Wagen ist mit Personal besetzt, dass darauf achtet, dass die Türen geschlossen bleiben. Das Personal im Ebbel Ex muß nun auch nicht einen kompletten Stellwerksbereich mit Baustelle und gestörter Sicherheitstechnik managen.
Ein Stellwerk mit Museumscharakter im Regelbetrieb eingesetzt, hat da schon was...
Daher denke ich, dass in diesem Fall das Stellwerk so nachgerüstet / ausgerüstet sein sollte, dass solche Vorfälle vermieden werden.
Sei es auch durch eine zweite Person im Stellwerk, zumindest, wenn die Sicherungstechnik besondere Aufmerksamkeit erfordert und auch noch
Baustellen im Stellwerksbereich zu beachten sind.
Ich weiß,- Personalmangel und Kostendruck.
Früher waren die geöffneten Türen die "Klimaanlage" im Sommer. ![]()
Ja,- die Welt hat sich weiterentwickelt, es konnten aber nicht alle so schnell folgen.
Ganz davon abgesehen, dass das ESTW Rüsselsheim bald kommt.
Bald aber hält das 21 Jh auch in Rüsselsheim Einzug. Das macht Hoffnung.
Was passiert ist, ist nun passiert, man wird hoffentlich die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen.
jeder Wagen ist mit Personal besetzt, dass darauf achtet, dass die Türen geschlossen bleiben.
Richtig. Und der Bahnhof R ist mit Personal besetzt, dass darauf achtet, dass die Weiche beim Umstellen frei von Fahrzeugen ist.
Ich finde die Analogie zwischen einem Museumszug (der nicht immer wieder im Planbetrieb eingesetzt wird, um Wagenmangel auszugleichen) und einem Bahnhof an einer Hauptstrecke mit Fernverkehr, Nahverkehr und Güterverkehr dann doch etwas gewagt. Denn während der K-Wagen nicht umgebaut werden wird – wegen des Museum in „Museumszug“ – wird die Technik in Rüsselsheim nicht als Anschauungsobjekt erhalten bleiben.
Glück gehabt, dass es nur fünf Leichtverletzte gab, und gut, dass alte Stellwerke ersetzt werden; wollen wir hoffen, dass das schneller vorangeht als in den letzten Jahren. Auch, wenn es manchem um die Krüppel-Formsignale leid tun wird.
Ich finde die Analogie
Analogien hinken verständlicherweise immer irgendwo. Ich habe das hier nur gewählt, weil es verständlich und begreifbar ist. Wir könnten auch irgendwas "aktuelles" (d. h. nicht museales) nehmen. Ich finde es z. B. bedenklich, dass man heutzutage noch sturzbesoffen Auto fahren kann, obwohl man technische Möglichkeiten hätte, das zu verhindern oder zumindest einzudämmen. Oder unangeschnallt, oder mit überhöhter Geschwindigkeit in der Innenstadt oder über die rote Ampel oder oder oder. Und das sind deutlich mehr Fälle (und Vorfälle mit Toten und Verletzten) als das, was so im Schienenverkehr passiert.
Glück gehabt, dass es nur fünf Leichtverletzte gab, und gut, dass alte Stellwerke ersetzt werden; wollen wir hoffen, dass das schneller vorangeht als in den letzten Jahren. Auch, wenn es manchem um die Krüppel-Formsignale leid tun wird.
Manchmal habe ich den Eindruck, je mehr Technik verbaut ist, desto verantwortlungs-loser handeln Menschen speziell in Ausnahmesituationen. "Die Technik macht's schon für mich"/"...guckt schob ob ich's richtig mache". Siehe der Unfall bei Dieburg. Natürlich ist die Modernisierung zu begrüßen, aber menschliche Fehler reduzieren sich dadurch nicht unbedingt zwingend.
Der Vorteil bei mechanischen/elektromechanischen Stellwerken war immerhin, dass der eigene Bereich vom Bedienort i. d. R. komplett einsehbar war, d. h. im Zweifel verschaffte ein Blick aus dem Fenster Klarheit. Ist natürlich keine Garantie.
Manchmal habe ich den Eindruck, je mehr Technik verbaut ist, desto verantwortlungs-loser handeln Menschen speziell in Ausnahmesituationen. [...] Natürlich ist die Modernisierung zu begrüßen, aber menschliche Fehler reduzieren sich dadurch nicht unbedingt zwingend.
Selbst wenn der erste Satz so zuträfe: mit modernen Stellwerken reduziert sich der Anteil von Handlungen, bei denen Menschen eingreifen müssen, erheblich, und damit reduzieren sich auch menschliche Fehler.
Man muss sich schon deutlich mehr "Mühe" geben, so einen Unfall wie in Dieburg zu fabrizieren als diesen in Rüsselsheim (Quelle: mein Bauchgefühl™) daher wird das wohl seltener in ähnlichen Situationen passieren.
Inwiefern aber die einzelne Handlung als risikobehaftet angesehen werden sollte/wird und wie sich das auf die Prognose der Arbeitsbelastung von Fdl*innen auswirkt, ist eine interessante Frage.
Natürlich ist die Modernisierung zu begrüßen
ich bin vorhin vollkommen vom eigentlichen Punkt meiner Aussage abgekommen: Elektronische Stellwerke können, so hoffe ich, deutlich einfacher an neue Sicherheitserkenntnisse und -bedürfnisse angepasst werden als „alte Technik“, und der Zustand, dass eine Sicherheitseinrichtung nicht nachgerüstet werden kann, daher deutlich unwahrscheinlicher – wenigstens in den nächsten zwanzig, dreißig Jahren.
Mehr Einblicke und Anlass für Besäufnisse kündigt Alwin Meschede unter dem Titel „Das Stellwerk auf der letzten Rille” ab Montag abend an – wem das nix sagt: auf dem youtube-channel @Echoray1 erzählt Meschede gerne von seinem Fortschritt an Zusi, dem deutschen Fortschritt bei ETCS und liest Eisenbahnunfalluntersuchungsberichte als Trinkspiel vor.
Mehr Einblicke und Anlass für Besäufnisse kündigt Alwin Meschede unter dem Titel „Das Stellwerk auf der letzten Rille” ab Montag abend an – wem das nix sagt: auf dem youtube-channel @Echoray1 erzählt Meschede gerne von seinem Fortschritt an Zusi, dem deutschen Fortschritt bei ETCS und liest Eisenbahnunfalluntersuchungsberichte als Trinkspiel vor.
… und da der Bericht zu lange war, gibt es dann morgen Abend noch den zweiten Teil.
Mehr Einblicke und Anlass für Besäufnisse kündigt Alwin Meschede unter dem Titel „Das Stellwerk auf der letzten Rille” ab Montag abend an – wem das nix sagt: auf dem youtube-channel @Echoray1 erzählt Meschede gerne von seinem Fortschritt an Zusi, dem deutschen Fortschritt bei ETCS und liest Eisenbahnunfalluntersuchungsberichte als Trinkspiel vor.
Ergänzend noch der Hinweis, dass Alwin Meschede für seine "Trinkspiele" nur Untersuchungsberichte nimmt, wo es beim ursächlichen Schadensereignis keine Todesfälle gab. Das der Vollständigkeit halber bevor sich jemand grundlos "empört".