Deutschlandticket [war: Nachfolge für das 9 €-Ticket]

  • Die Frage ist dann aber: Wer macht diese zusätzlichen Fahrten?

    Sind das vielleicht Menschen die durch die Kombination aus Einkommen und Fahrpreis unter Normalbedingungen in ihrer Mobilität eingeschränkt werden?

    Ich kenne mehrere Grundrentenbezieher, die durch das 9€-Ticket, in ihrer Heimatstadt wieder mobil sind, was sie, seit sie sich nicht mehr auf's Rad trauten nicht mehr waren.

    Insofern: Ist ein Teil von "mehr Verkehr" nicht vielleicht notwendig und in Kauf zu nehmen? Örtliche Mobilitätsangebote, die weniger kosten als den vollen Mobilitätsanteil der staatlichen Alimentation?

  • Job-Ticket heißt ist erster Linie, einen gewissen Rabatt zu bekommen.

    Neuere Vereinbarungen sehen meines Wissens immer einen Arbeitgeber Zuschuss vor. Mittlerweile ist dieser auch steuerfrei.


    Daher wird sich bisher kaum jemand Preisstufe 7 per Job-Ticket holen, wenn man nur Preisstufe 3 braucht.

    Nun, 40,- EUR sind unschlagbar. Der "Rabatt" ist ja irgendwie gegenfinanziert.

    Durch die Kunden die die "normalen" Preise zahlen?

    Ich wollte nur sagen es gibt bereits günstige Tickets. Ob so ein 9 EUR Folgeticket nun Deutschlandweit gelten muss ist nun auch fraglich.

    Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

  • Zu JeLuf: Die Problematik der Niedriglohn-Pendler ist mir durchaus bewusst. Natürlich wäre es dann ungerecht, wenn der Banker, der erst nach 9 Uhr zur Arbeit fährt und auch erst nach 19 Uhr zurück, ein Pendler-Ticket für - z.B. 29 € - erhält, die Puzfrau oder Krankenschwester mit festen Schichtzeiten aber - z.B. 59 € - zahlen muss. Eine saubere Lösung wären bei großen Arbeitgebern Job-Tickets. Bei kleinen Arbeitgebern oder Selbstständigen funktioniert das aber nicht. Deshalb müsste dann für diese noch eine andere Lösung gefunden werden.

  • Ich weiß jetzt nicht, wo der Gedanke vom RMV-weiten Jobticket herkommt.


    Möglicherweise aus dem entsprechenden RMV-Angebot, vermarktet als Jobticket Premium bzw. in der Broschüre als Jobticket Variante C), das auch ich gerne nutze. In dieser von Wohn- und Arbeitsort fast* unabhängigen Ausgestaltung kommt das Ticket tatsächlich - verglichen mit regulären nicht-übertragbaren Jahreskarten der Preisstufe 7 - außerordentlich günstig daher.


    * = selbstverständlich so nur für Arbeitsorte innerhalb des RMV-Gebiets verfügbar, sowie mit räumlichen Sonderregelungen auch für die Übergangsgebiete zum VRN respektive NVV.

  • baeuchle, ich habe mir in Wikipedia der Artikel "Preiselastizität" angeschaut und sehe da irgendwie Argumente

    für das was man in Templin beoabchtet hat und was sich nach dem Spiegelartikel auch für das 9 Euro Ticket

    abzeichnet: zusätzliche Fahrten (weil güntig) die so nicht gemacht worden wäre.

    Auf den Benzinpreis bezogen - die paar % weniger PKW Fahrten sind unter Umständen nur Fahrtverzichte

    wegen dem gestiegenem Preis und Umsteiger - marginal. Kontext auf dein Beitrag (34) für mich nicht

    nachvollziehbar.



    Zitat von JeLuF "Ein dauerhaftes, günstiges Angebot könnte gerade in Ballungsräumen die Anschaffung eines

    Zweitwagens weniger attraktiv erscheinen lassen"


    Dazu braucht man in Stadtzonen noch nicht mal irgendeine Änderung der gegenwärtigen Preisgestaltung vom ÖPNV!

    PKW Durchschnittsalte: 9,8 Jahre / durchschnittlicher Neuwagenpreis: 37800 Euro (schnelle Googlesuche Stand 2021)

    Damit ist man schon mal (wenn man den PKW ohne zinsträchtige Finanzierung kauft) alleine bei 3850 Euro pro jahr.

    [eine Suche explizit auf Kleinwagen brachte 12400 Euro als Neuwagenpreis -> 1265 Euro im jahr]

    Bei einem Gebrauchtwagenkauf in meinem Umfeld wurde 10000 Euro bezahlt - Vorgänger-PKW wurde 6 Jahre

    genutzt...passiert das mit dem jetzigen Fzg genauso -> da ist man dann immer noch bei 1660 Euro pro Jahr.

    Zusätzlich fallen Versicherung an, Benzinkosten (pendeln innerhalb der Stadt macht auch pro Tag 10 km), ggf Park-

    kosten (bei dem Fall in meinem Umfeld 80 Euro Dauermietplatz), jährliche Inspektion (300+)

    Schaut man dann auf den Preis der Jahrekarte von den Stadtzonen so liegen die im RMV durchweg unter 1000 Euro....



    Ich würde sagen: PKW ist (zu) bequem - und wird deswegen benutzt....und vllt weil wenige mal alle Kosten gegenrechnen (*)

    [vielleciht müssten die Medien mal sich die Arbeit machen und die Rechnung die ich da mal grob gemacht habe

    aufbereiten...."galileo", Sternspiegelfocus,...]


    (*) hat eine anderen Familie aus meinem Umfeld gemacht und die Konsequenz war die komplette Abschaffung vom

    Familien-PKW. Für Urlaube und (Schwieger)elternbesuche Leih-PKW ansonsten ÖPV, Fahrrad (+Anhänger)

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  • Ein wichtiger Punkt könnte die Mitnahme-Regelung sein. Alleine schlägt die Rechnung schnell zugunsten des ÖV aus, fahren Partner, Kinder oder Freunde mit, sieht die Sache schnell anders aus.


    Natürlich spielt auch eine Rolle, dass PKW-Nutzer vielfach praktisch ungestraft oder mit nur sehr milden Geldbußen bei Regelverstößen davonkommen, obwohl sie häufig dabei andere Verkehrsteilnehmer behindern oder gefährden. Warum soll etwa eine Kleingruppe etwa 15 € für eine Gruppentageskarte der PS 3 oder 4 aufwenden, wenn ein Parkverstoß - wenn überhaupt - auch nur mit 15 € geahndet wird ? Also werden etwa 8 € für die 20 km nach Frankfurt gerechnet (10 Liter Benzin auf 100 km), und dazu die größere Flexibilität für die Heimfahrt und die geringere Wahrscheinlichkeit, von Strolchen wie unlängst in Groß Gerau belästigt zu werden. Eine entsprechende Angleichung an unsere europäischen Nachbarländer könnte Wunder wirken.:P


    Bei entsprechenden Geldbußen in Höhe des "erhöhten Fahrgeldes" können nämlich auch höhere Parkgebühren erhoben werden.

  • Zu JeLuf: Die Problematik der Niedriglohn-Pendler ist mir durchaus bewusst.

    Sie ist aber völlig unerheblich. Ebenso wie irgendwelche Schwurbeleien über "soziale Komponenten" des Tickets.


    Punkt 1: Einkommensunterschiede haben nichts mit dem ÖPNV zu tun. Ansonsten könnte man genausogut fragen, warum im Supermarkt der Liter Milch für Einkommensstarke genauso teuer ist wie für Niedriglöhner. Oder warum die Parkgebühren gleich sind. Oder der Eintritt ins Kino. Oder der Ersatzschlauch für's Fahrrad. Oder das Fahrrad selbst. Das ist sozial voll ungerecht!!! Es gibt also keinerlei Grund, warum gerade (und nur) der ÖPNV eine Preisdifferenzierung nach Art des Einkommens vornehmen sollte.


    Punkt 2: Wenn wir das 9 EUR-Ticket nicht "fortschreiben", bleiben wir beim bisherigen Status-Quo der Monatskartenpreise der jeweiligen Verbünde oder Verkehrsunternehmen. Bezogen auf den RMV kostet der Monat also mindestens 49 EUR in der Preisstufe 1 oder für Frankfurt 97 EUR in der PS 3. Laß es in den anderen Verkehrsverbünden ein paar Euro mehr oder weniger sein, aber das Preisniveau ist ähnlich. Wenn man das als Maßstab nimmt, um ein 9 EUR-Folgeticket zu bepreisen, ist eine bundesland-/bundesweite Flatrate, die irgendwo zwischen 9, 20, 50 und 70 EUR liegt, definitiv günstiger als alles, was wir bisher in diesem Land für den ÖPNV zu bezahlen haben. Ein solches Ticket ist gegenüber dem heutigen Status Quo also in jedem Fall eine Verbesserung, sowohl hinsichtlich des Preises als auch des Geltungsbereichs. Es ist daher absolut müßig, da irgendwas über eine "soziale Komponente" hinzudichten zu müssen.


    Punkt 3: Wenn wir irgendwas für "Einkommensschwache" tun wollen, hat das doch nichts mit dem Grundpreis des 9 EUR-Folgetickets zu tun. Es steht doch jeder Kommune frei, ihren Einwohnern Vergünstigungen einzuräumen. So wie es beispielsweise seit langer Zeit bereits die Stadt Darmstadt tut. Die sponsort für entsprechend Berechtigte die 9 Uhr-Monatskarte mit je nach Preisstufe etwa 6-7 EUR. Ich sehe nicht, warum sowas nicht auch bei einer 9 EUR-Folgekarte geht. Und ansonsten gilt Punkt 1, warum soll nur der ÖPNV eine Sozialkomponente enthalten? Ich fordere den halben Brötchenpreis beim Bäcker für Geringverdiener...

  • Benzin und Diesel sind sehr preisunelastische Güter - das heißt, dass sich der Preis sehr, sehr stark verändern muss, bevor eine Nachfrageänderung., insbesondere nach unten, eintritt.

    Die Mobilitätsangebote jenseits des Autos dagegen sind in beiden Richtungen außerhalb eines Plateaus sehr elastisch, das heißt, wird der Pries über eine bestimmte Grenze hinaus erhöht oder gesenkt, bricht die Nachfrage weg, die Leute nutzen andere Verkehrsmittel - oder aber sie explodiert, weil sehr viele Menschen plötzlich ihren Wunsch nach Mobilität erfüllen können.


    Tatsächlich sehe ich im Moment bei den PKW-Nutzern eine Rückkehr zum "normalen" Fahrverhalten vor der Erhöhung zum Jahresanfang (ich werde wieder ständig überholt, selbst wenn ich, weil Dienstfahrt, 130 statt 100 km/h als Standardgeschwindigkeit fahre.)

  • Natürlich spielt auch eine Rolle, dass PKW-Nutzer vielfach praktisch ungestraft oder mit nur sehr milden Geldbußen bei Regelverstößen davonkommen, obwohl sie häufig dabei andere Verkehrsteilnehmer behindern oder gefährden. Warum soll etwa eine Kleingruppe etwa 15 € für eine Gruppentageskarte der PS 3 oder 4 aufwenden, wenn ein Parkverstoß - wenn überhaupt - auch nur mit 15 € geahndet wird ?

    Ist das jetzt bewusst oder unbewusst an der Wahrheit vorbei geschrieben?


    Grad bei der erwähnten Behinderung und Gefährdung kann das auch mal 70 bis 80 € ausmachen. Höchstwert für den Standardpreis in der Kategorie Halten und Parken ist 100 €. Bei den ganz Notorischen werden die Standardsätze auch verdoppelt.

  • Einfaches Falschparken oder Halten kostet 15 €. Im Alltag des Straßenverkehrs sehe ich die Verkehrspolizei immer sehr eifrig die Parkuhren in der Innenstadt und Umgebung kontrollieren, und wehe, wer da zu lange steht. Etwas außerhalb der Innenstadt kann man nach meinem Eindruck nach Herzenslust auf Radstreifen und Gehwegen, an Bordsteinabsenkungen und in den Sichtfeldern von Straßenecken stehen. Und einige Nutzer haben ja genügend Beirichte gepostet über durch Falschparker behinderte Trambahnen und Busse, etwa in Oberrad. Währenddessen werden in der Innenstadt eifrig die Parkuhren auf Einhalten der Parkzeit kontrolliert.


    Bei uns konnte z.B. 4 Wochen lang der Sperrmüll nicht abgeholt werden, weil immer Donnerstag morgens die Einfahrt in unsere Straße für das Sperrmüll-Fahrzeug blockiert war. Was nutzen höhere Strafen, wenn fast nie kontrolliert wird.

  • Ist das jetzt bewusst oder unbewusst an der Wahrheit vorbei geschrieben?


    Grad bei der erwähnten Behinderung und Gefährdung kann das auch mal 70 bis 80 € ausmachen. Höchstwert für den Standardpreis in der Kategorie Halten und Parken ist 100 €. Bei den ganz Notorischen werden die Standardsätze auch verdoppelt.

    Die Sätze mögen ja vielleicht so aussehen - aber was hilft das, wenn nicht kontrolliert wird? Die Hauptstraße hier vor meiner Haustür hat ein Halteverbot werktags von 7-19 Uhr. Trotzdem parken dort immer Fahrzeuge. Gerne auch mal mit 2 oder 4 Rädern auf dem Fußweg. Ich wohne hier seit über 10 Jahren. Ich habe dort noch nie Kontrollen oder Strafzettel gesehen. In einigen Städten (z.B. Bremen) wurden die Ordnungsämter angewiesen, Falschparker in bestimmten Straßenzügen nicht zu verfolgen - selbst wenn diese verkehrsbehindernd parken. Erst, wenn der Autoverkehr behindert wird, wird eingeschritten. Ja, in der Innenstadt, da mag man sich ein Knöllchen einfangen. Etwas außerhalb? Sehr, sehr unwahrscheinlich.

  • Die Realität ist mit bekannt. Das gleiche gilt auch für die Ticketkontrolle im ÖPNV. Zu wenig Kontrolle.


    Hier wurde aber im konkreten Fall ein Gleichnis in einer Diskussion eingebunden, bei dem mit falschen Fakten gearbeitet wurde.


    Mit solchen Taschenspielertricks aus der Drückerbranche mag ich in Diskussion nicht über den Tisch gezogen werden.

    Darum ging es mir.

    Anders ausgedrückt:

    Rosinenpickerei

  • Trotzdem bleibt immer noch zu sagen, dass der Autoverkehr sich auch damit reduzieren ließe, die geltenden Regeln konsequent durchzusetzen. Das würde bedeuten, dass inbesondere Geschwindigkeitsverstöße konsequent geahndet würden und sich die Fahrzeit verlängern würde, weil ein wirklich legaler Platz zum Abstellen gesucht werden muss ... oder ggf. schneller zu finden, aber teurer zu bezahlen wäre im Parkhaus.


    Natürlich ließe sich auch die Attraktivität des ÖV deutlich erhöhen, wenn auch hier die geltenden Regeln konsequent durchgesetzt werden könnten, z.B. auch zum Rauchen, zur Maskenpflicht und zum Verhalten gegenüber dem Personal und anderen Fahrgästen. Hierzu eine kleine Anekdote aus Prag in den 90er Jahren: Dort tauchte jemand in der Tram (Tatra-Wagen :)). Der Fahrer ging wortlos nach hinten, nahm dem Fahrgast die Zigarette aus dem Mund , schnippte diese in den nächsten Müllbehälter und fuhr weiter.:)

  • Da hierzulande die "Bahnsicherheit" während Wartezeiten der Bahnen in Gruppen auf rauchfreien S-Bahnsteigen (z.B. Köln Ehrenfeld) zusammensteht und raucht, braucht man sich nicht wundern.

    Vorbildfunktion? Aber sicher.

  • Die Realität ist mit bekannt. Das gleiche gilt auch für die Ticketkontrolle im ÖPNV. Zu wenig Kontrolle.

    Ich finde solche Vergleiche zwischen ÖPNV und Autoverkehr nicht fair. Im ÖPNV riskiert man Gefängnis, im Straßenverkehr nur Geldbußen*.


    * : Kleinere Delikte im Straßenverkehr, die keine Punkte verursachen, wenigstens.

  • Mein Punkt war: der Preis von Anfang des Jahres ist irrelevant bei dem gefühlten Preis des Benzins jetzt. „Benzin ist billiger geworden“, denken die Menschen, und deswegen sind Studien zum Mobilitätsverhalten mit einem billigen, einfachen, begrenzten Ticket nur bedingt aussagekräftig.


    Und auch wenn es immer wieder ignoriert wird: niemand bezweifelt (ha, natürlich ist das falsch: niemand, die*r auch Interesse an einem billigen TIcket hat, meine ich), dass zusätzlich zu einem solchen langfristigen Ticket auch das Angebot verbessert werden muss. Nur Wenige bezweifeln, dass es auch zusätzlicher Maßnahmen zum Eindämmen von Motorisiertem Individualverkehr geben muss. Das Neuneuroticketnachfolgeticket würde nicht alleine alle Probleme der Welt lösen. Stimmt, Captain Obvious.


    Die Schwierigkeit, herauszufinden, was es genau bedeutet, dass Fahrten zusätzlich gemacht wurden, wurde schon von anderer Seite thematisiert (Stichwort soziale Teilhabe).


    Nun frage ich mich aber auch, was eigentlich in Templin schief gelaufen ist. Ich sehe in anderen Städten sehr selten Schüler*innen- oder Studierendengruppen, die saufend durch die Gegend fahren, obwohl die doch auch alle für die einzelne Fahrt nichts mehr bezahlen. Wurden vielleicht einzelne Vorkommnisse einfach medial überrepräsentiert? Gab es andere Faktoren?

  • Grundbeobachtung von Templin ist eine deutlich feststellbare Abnahme vom Fahrrad- und Fussverkehr, aber nur eine

    marginale Änderung beim PKW-Verkehr und eine stark gesteigene Nutzung des ÖPNV. Ob da jetzt die Sauftouren

    irgendwo sehr hervorgehoben wurden ändert nichts an der Grundbeobachtung.

    (BTW: ich seh hier immer wieder mal Gruppen die nen ganzen Bierkasten, ne Flasche Wodka oder

    änderes hochprzentiges dabei haben die eine Fahrt im ÖPV antreten)


    Gefühlt ist Benzin erst jetzt im August [ca 10 Cent] billiger geworden. 9 Euro (pro Person) entspricht etwa 5 Liter Benzin.

    Damit kommt man nur mit einem Kleinwagen bei sparsamer Fahrweise 100 Kilometer weit. Einmal Volltanken eines

    SUV schlägt gleich mit 90 Euro rein.

    Ich glaube nicht, dass jemand zusätzliche PKW Fahrten macht oder die 3 Monate expliziet nicht auf ÖPV umsteigt

    nur weil es die Steuervergünstigung gibt. Das Festhalten am PKW hat andere Ursachen.

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  • Und ansonsten gilt Punkt 1, warum soll nur der ÖPNV eine Sozialkomponente enthalten?

    Da der ÖPNV bereits jetzt zum größten Teil aus dem Staatshaushalt gezahlt wird und nur ein Teil der Kosten durch die Ticketverkäufe gedeckt werden, stecken da halt Subventionen drin. Und sobald etwas subventioniert wird, fangen die Probleme an. Liberale Parteien wollen möglichst gar keine Subventionen, linke Parteien ausschließlich für "sozial Schwache" (was auch immer das genau sein soll, unterscheidet sich auch noch von Partei zu Partei) und die restlichen Parteien dürften irgendeinen Standpunkt dazwischen haben.


    Deshalb ist hier die Sozialkomponente im Gespräch, anders als bei den anderen Produkten und Dienstleistungen, die du aufgezählt hast. Was man persönlich davon hält, ist ein ganz anderes Thema. Ich fände es jedenfalls nicht sehr fair, wenn ich künftig mehr für den ÖPNV zahlen müsste. Aber das Spiel kenne ich auch schon von dem Solidaritätszuschlag. Und wenn halt eine Mehrheit in diesem Land solche unfairen Gebühren- und Steuermodelle seitens des Staates gut findet, bleibt es halt dabei oder wird gar noch ausgebaut. Das Verfassungsgericht hat solche Dinge schon vor Jahren übrigens gebilligt.