Deutschlandticket [war: Nachfolge für das 9 €-Ticket]

  • Und wer weiß ...

    Aber das könnte man mit einer konzentrierten Werbeaktion des VDV lösen. Es bekommt jeder in Deutschland einen Gutschein für einen Monat ÖPNV zum 9.99 EUR Schnupperpreis ohne Abozwang. Einzulösen innerhalb der nächsten 12 Monate (mit meinetwegen einmaliger Datenerfassung, um Mehrfachnutzung zu unterbinden). Das sollte eine ausreichend niedrige Hürde sein.

  • Vielen Dank fürs Ergänzen gleich der nächsten beiden Hürden. Je mehr an solchen Hürden festgehalten wird, umso geringer ist eben die Chance, künftig mehr Gelegenheitskunden anzulocken und nachhaltig vom Umsteigen zu überzeugen.

    Hmm. Nur weil die Sehenswürdigkeiten in einer anderen Stadt andere Preise und Öffnungszeiten haben, hält mich das doch auch nicht davon ab, sie zu besuchen. Und als Hürde nehme ich das nicht wahr.


    Interessanter wird es, wenn es ums Optimieren geht (bessere Umstiege, spraren durch Zeitkarten usw.). Aber dann bin ich schon kein Gelegenheitsnutzer mehr.

  • Wer hat denn behauptet, dass es nur touristische Gelegenheitsfahrer gibt? Und wer sagt denn, dass man Sehenswürdigkeiten bei dem Besuch einer Stadt auch nur zu deren Öffnungszeiten besuchen würde? Das sind gleich zwei Annahmen, die ich nicht als gegeben sehe.

  • die Frage, ob es anderswo die gleiche App gibt wie daheim, ist nur relevant, wenn man anderswo ist als daheim. Für die...

    Gelegenheitskunden, die kein Abo haben, also auch Einsteiger, die den ÖPNV mal testen wollen

    ist das nur relevant, wenn sie auswärts und zu Hause testen wollen. Und Fahrten "auswärts" sind meistens touristisch.

  • Die Diskussion, ob eine einheitliche App, in der man sich vorher damit beschäftigt sinnvoll ist, geht mMn am Thema vorbei -- Hürden wirklich abzubauen hieße, dass man sich vor der Fahrt gar nicht mit dem Tarif beschäftigen muss. Das liest man ja auch dauernd in irgendwelchen Kommentarspalten, "in den Niederlanden ist das schön einfach, da Checkt man einfach mit einer Karte ein und aus". Nun ist die OV-chipkaart auch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber dann pickt man sich halt die guten Seiten der verschiedenen (existierenden!) System zusammen, kombiniert das z.B. noch mit den Londoner Fare Caps. Eine Smartcard hat ja mittlerweile fast jeder in Form eine kontaktlosen Zahlkarte dabei.


    Unter der Haube können dabei die jetzigen Tarifstrukturen weiterlaufen - und auch so verkauft werden (das fand ich Brünn sehr praktisch: am Gerät im Fahrzeug konnte man einfach seine Kreditkarte dranhalten - dann war man eingecheckt; oder man wählte vorher ein bestimmtes Ticket aus, z.B. eine Tageskarte, die dann auch auf die Kreditkarte geladen wird. Preislich am Ende des Tages das selbe, aber mit der Zweiten Option musste man sich für den Rest des Tages nicht mehr einchecken).

  • Unter der Haube können dabei die jetzigen Tarifstrukturen weiterlaufen

    Nur bedingt, da die meisten "nur Einchecken"-Lösungen nur eine Preisstufe kennen. Sobald Du aber - siehe London - verschiedene Preisstufen hast, oder gar unterschiedliche Wege, brauchst Du auch noch die Version "auschecken" bzw. "Routenpunkt wählen".

    Hier in Ostrava kannst Du wie in Brno auch einfach die Kreditkarte vor das Lesegerät halten. Auschecken nicht nötig - außer Du willst nur den Kurzstreckentarif haben, also wieder eine Besonderheit.


    Es wird nie die optimale Lösung für alle Besonderheit und Nutzergruppen geben.

  • Da war es keine so große Umstellung, einen fremden Fahrkartenautomaten zu bedienen.

    Die eigentliche Bedienung kann in der Tat auch mal kein Problem sein.
    Allerdings erinnere ich mich an einen Besuch in Hamburg vor einigen Jahren, wo ich vor dem Fahrkartenautomaten stand und nicht bezahlen konnte. Badgeld hatte ich traditionell nicht dabei, und während in Frankfurt Giro- und Kreditkarten gängiger Standard bei den Automaten waren, nahm der Kolege in Hamburg nur Geldkarte. Etwas, das meine Bank schon Jahre zuvor abgeschafft hatte, etwas, von dem ich dachte, daß es das zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr gäbe. Ich glaube, es ging dann letztlich über die App, nachdem ich irgendwo ein offenes WLAN gefunden hatte, um sie mir herunterzuladen. :rolleyes:

    Tja, jetzt machste dir extra die Arbeit, das hier unten zu lesen - und dann steht da nichts sinnvolles. Pech gehabt.

  • Und wer sagt denn, dass man Sehenswürdigkeiten bei dem Besuch einer Stadt auch nur zu deren Öffnungszeiten besuchen würde? Das sind gleich zwei Annahmen, die ich nicht als gegeben sehe.

    Achso, betätigst du dich in der Freizeit als Einbrecher?

  • Hmmm ... nicht ganz, aber an einem Louvre vorbeilaufen ist was anderes, als wirklich reinzugehen. Wenn ich eine Wochenendtrip in eine Stadt mache, die ich noch nicht kenne, dann nehme ich nicht unbedingt Rücksicht auf Öffnungszeiten sondern schenke mir dann ggf. den Museums-Eintritt.

  • also Louvre hin oder her, ich verstehe das ehrliche, realistische und relevante Szenario noch nicht, in dem die Bundesweit einheitliche App „Gelegenheitskunden, die kein Abo haben, also auch Einsteiger[n], die den ÖPNV mal testen wollen“ signifikant weiterhelfen würde.

  • Die Einigung ist da: Zum Jahreswechsel soll der Preis von 49 auf 58 Euro steigen. Quelle


    Im Vergleich der Abo-Jahreskarte Frankfurt ist das ja weiter ein guter Preis. Ob das die Überfüllungen im Freizeitverkehr auf den regionalen Bahnstrecken ein wenig reduzieren wird, etwa nach Gießen oder Würzburg? Oder nicht nahezu jeder die neun Euro mehr einfach bezahlt?

  • Ob das die Überfüllungen im Freizeitverkehr auf den regionalen Bahnstrecken ein wenig reduzieren wird, etwa nach Gießen oder Würzburg?

    Meine Prognose: nein. Es wird die Anzahl der Leute, die umgestiegen sind, reduzieren, aber insbesondere um die Ballungszentren herum sind hier ganz viele Menschen, die mit das Deutschlandticket anstatt einer konventionellen Zeitkarte haben; diese können mit DT nun auch am Wochenende abseits ihrer Pendelwege fahren. Das bleibt.


    Es wird halt genau diejenigen Treffen, für die das DT schon ein persönlicher Luxus waren, aber die machen nicht den Hauptteil der Fahrgäste aus.

  • Ob das die Überfüllungen im Freizeitverkehr auf den regionalen Bahnstrecken ein wenig reduzieren wird, etwa nach Gießen oder Würzburg?

    Wenn im Supermarkt die Schlange an der Kasse zu lang wird, forderst du auch steigende Artikelpreise, anstatt um die Öffnung einer zweiten Kasse zu bitten? :rolleyes:

  • Es wird halt genau diejenigen Treffen, für die das DT schon ein persönlicher Luxus waren, aber die machen nicht den Hauptteil der Fahrgäste aus.

    Möchtest du das bitte präzisieren?


    Ich kenne nicht alle Details im Dschungel der Sozialleistungen quer durch die Republik, Länder, Städte und Landkreise, aber nach meiner Kenntnis sind Empfänger von Wohngeld in Hessen berechtigte Personen für den Hessenpass Mobil, also vergünstigtes Ticket.


    Naja, und man kann ja viel auf die Regierung schimpfen, aber mit dem "Wohngeld Plus" (seit 2023) sollte der Kreis der Berechtigten gewachsen sein.
    Über daraus genutzte Preisreduzierungen hinsichtlich Fahrkarten liegen mir jedoch keine Informationen vor.

  • Ob das die Überfüllungen im Freizeitverkehr auf den regionalen Bahnstrecken ein wenig reduzieren wird, etwa nach Gießen oder Würzburg? Oder nicht nahezu jeder die neun Euro mehr einfach bezahlt?

    Andererseits werden auch due IV Kosten steigen (müssen): CO2 Abgaben, Treibstoff, Parkgebühr, gegebenenfalls Maut usw. Subventionen fließen auch in diesen Sektor. (OT: Eine neue Bitt-Runde für Automobilsubventionen ist ja gerade im Entstehen).