P+R-Anlagen an Frankfurter Stadtgrenze

  • Hast du belastbare Zahlen für deine lauten Äußerungen?

    Es geht darum, dass es eine intrinsische Motivation des Pendlers auf den ÖPNV zu wechseln geben muss. Wenn er bisher mit dem PKW fährt, was verbessert sich für ihn, wenn er P+R am Stadtrand nutzt?

  • Aber warten auf den nächste Fahrtmöglichkeit nervt dafür um so mehr. Da sind dann auch schnell 30, 60 min oder mehr Minuten drinn.

    Die Suche nach einem Parkplatz, die im Innenstadtbereich auch gerne mal 30, 60 Minuten dauern kann (wenn man legal parken und kein Vermögen zahlen will), nervt allerdings auch.

    Wir hatten bei der Arbeit unlängst Besuch von einem Kollegen aus den USA. Da er über das Wochenende hier war, fragte er, ob ihm jemand Frankfurt zeigen könne - als einer der wenigen Frankfurter in unserem Team wurde ich ausgedeutet. Ich hab ihm gleich gesagt, das ist kein Problem - aber von Hofheim, wo er im Hotel war, werde ich nicht mit dem Auto nach Frankfurt rein fahren. Also Tageskarte gekauft und alles per ÖPNV erledigt. Ohne je selbst in Frankfurt (oder überhaupt in Deutschland) jemals selbst Auto gefahren zu sein, hat er sofort verstanden, wieso ich nicht in Frankfurt fahren wollte, als er die Stadt gesehen hat.

    Tja, jetzt machste dir extra die Arbeit, das hier unten zu lesen - und dann steht da nichts sinnvolles. Pech gehabt.

  • Die Suche nach einem Parkplatz, die im Innenstadtbereich auch gerne mal 30, 60 Minuten dauern kann (wenn man legal parken und kein Vermögen zahlen will), nervt allerdings auch.

    Das hängt ganz stark von der Situation ab. In oder durch die Innenstadt würde ich mit den PKW auch nicht fahren wollen, bin aber trotzdem (zwangsweise) innerhalb von Frankfurt per PKW unterwegs. Entweder weil die Verbindungen schon planmäßig unterirdisch sind oder weil ein Teil der Transportkette mal wieder nicht funktioniert ( meist irgendwas mit DB)

  • Das hängt ganz stark von der Situation ab. In oder durch die Innenstadt würde ich mit den PKW auch nicht fahren wollen, bin aber trotzdem (zwangsweise) innerhalb von Frankfurt per PKW unterwegs.

    Zu meinen Eltern, die etwas außerhalb wohnen, fahre ich durchaus auch mit dem Auto. Fahrrad ist halt nicht immer eine Alternative (Wetter, Zeug zu transportieren) und die einzig sinnvolle ÖPNV-Route geht nur in den Monaten, wo ich ein D-Ticket habe, weil der RMV das nicht bepreisen kann und mich stattdessen auf eine wesentlich schlechtere Route schickt. Allerdings sind Pendler eher auf dem Weg dorthin, wo die Arbeitsplätze sind, also eher Innenstadt - und da ist die Parksituation für Pendler halt schlecht.

    Tja, jetzt machste dir extra die Arbeit, das hier unten zu lesen - und dann steht da nichts sinnvolles. Pech gehabt.

  • Die wesentliche Frage sollte eigentlich am Anfang eines Konzeptes stehen. Für Frankfurt ist dies m.E wie viel Indiv. motorisierter Verkehr soll in der Kernstadt im Zukunft stattfinden. Wollen wir werden wie Rotterdam, London, Bologna etc. d.h im Innenstadtbereich fährt kaum noch jemand mit dem privaten KfZ ? Oder bleibt es dabei das man von Gallus auf die Hanauer quer durch die Innenstadt fährt weil es zwar nervt aber immer noch relativ schnell geht. Wird das kostenfreie parken innerhalb des Alleenrings de facto weiterhin möglich sein (Kontrolldruck gering) oder durch Scan cars konsequent durchgesetzt ? Wenn sich Frankfurt für eine Autofreie Innerstadt entscheiden sollte, werden die bisher angedachten P&R Konzepte bei weitem nicht ausreichen. Man sollte sich aber auch nicht von den scheinbar riesigen Menge an KfZ die nach Frankfurt fahren irritieren lassen, da zählt alles rein was die Stadtgrenze überfährt, also auch KfZ zum Industriepark Hoechst oder zum Flughafen etc. für den City Bereich kann man sicher entsprechende Kapazitäten aufbauen. Gar nicht betrachtet ist z.b. der Neubau der U4 im Bereich der Bundesbank/ Miquellallee..

  • Allerdings sind Pendler eher auf dem Weg dorthin, wo die Arbeitsplätze sind, also eher Innenstadt - und da ist die Parksituation für Pendler halt schlecht.

    Ich habe den Eindruck, dass Viele hier das Verhältnis der Arbeitsplätze in der Innenstadt zum Stadtrand hier etwas überschätzen, es gibt über 250.000 Arbeitsplätze (von insgesamt 650.000) an Autobahnausfahrten in der Frankfurter Peripherie:


    BezirkErwerbstätige 2015
    Innenstadt I (Gallus+BHVRTL+Innenstadt)128.000
    innenstadt II (Westend+Bockenheim)108.000
    Innenstadt III (Nordend)43.000
    Bornheim/Ostend 51.000 (davon EZB/ untere Hanauer etwa 20.000)
    Süd (Sachsenhause+Niederrad+Flughafen)165.000 (davon Flughafen und Niederrad etwa 108.000)
    West (Schwanheim, Griesheim, Zeilsheim, Sossenheim, Höchst)65.000 (davon IP Höchst 23.000)
    Mitte-West (Rödelheim+Praunheim)20.000
    Nord-West (Heddernheim+Niederursel)17.000 (davon Mertonviertel 6,700)
    Mitte-Nord (Ginnheim+Dornbusch+Eschersheim)17.000
    Nord-Ost (Eckenheim+F-Berg+Preungesheim+Kalbach+Bonames)15.000
    Ost (Seckbach+Riederwald+Fechenheim)27.000 (davon SB Gewerbegebiet 6.500 und Fechenheim 15.700)
    Kalbach/Riedberg4.600 (Kalbach Gewerbegebiet 3.100)
    Nieder-Erlenbach2.300
    Harheim1.400
    Nieder-Eschbach8.100 (davon Gewerbegebiet 6.000)
    Bergen-Enkeim9.400 (davon Gewerbegebiet 3.900)



    Die gut 250.000 der 650.000 Arbeitsplätze in Frankfurt dürften auch die vorrangigen Ziele der 270.000 MIV-Einpendler:innen sein. MMn hat fast jeder im Umkreis von Frankfurt einen halbwegs praktikablen Weg mit dem Nahverkehr um in die Messe, Mainzer Landstraße, Westend oder die westliche Innenstadt zukommen (also fast 300,000 Arbeitsplätze), alle P+R Planungen in Frankfurt würden hier quasi nur den SPNV-Teil der Strecke mit MIV substituieren. Der aller größte Teil der Innenstadt Arbeitnehmer:innen kommt bereits mit Nahvekehr, zu Fuß, per Rad (es gibt auch schlichtweg keine 200,000 Stellplätze für Einpendlerinnen in der Innenstadt). Das beste Rezept gegen MIV-Einpendlerinnen ist die Umwandlung von Bürostädten wie Niederrad und das Mertronviertel in Wohnraum bei gleichzeitiger Konzentration der Arbeitsplätze dort wo viele schon jetzt gut hinkommen - es gibt schlichtweg keine volkswirtschaftlich tragbare Lösung um Büro und Gewerbegebiete auf der grünen Wiese mit Autobahnanschluss mit derart attraktiven Nahverkehr zu versorgen, dass jemand in Rodgau sein Auto stehen lässt um an seine Arbeitsstelle zum Gewerbegebiet Nieder-Eschbach zu fahren. Was einmal durch Autobahnen und Ortsumgehungsstraßen möglich gemacht wurde, lässt sich nicht mehr so einfach zurückdrehen.