Unter der Überschrift "S-Bahn in Frankfurt: Weshalb das Chaos so groß war beim World Club Dome" berichtet die FNP über einen Kollaps den die S-Bahn am vergangenen langen Fronleichnam-Wochenende erlitten habe. Ursache seien offenbar sehr viele und teils kurzfristige Baustellen gewesen, die auf die Personalknappheit der S-Bahn trafen.
Unter anderem sei die Situation am Bahnhof Frankfurt-Stadion unerträglich gewesen, wie der Frankfurter Mobilitäsdezernent Stefan Majer berichtet, der sich vor Ort umsah. Anders als sonst bei Großveranstaltungen waren beim World Club Dome mit täglich bis 60.000 Besuchern keine Sonderzüge unterwegs gewesen. Auch die S7 fährt seit Mai wegen Bauarbeiten zwei Monate lang nicht zwischen Stadion und Hauptbahnhof. Eine Sprecherin wird mit den Worten zitiert, dass die An- und Abreise zum Großevent weitgehend reibungslos lief.
In einem internen Rundschreiben, dass der FNP-Redaktion zugespielt wurde, hatte die Geschäftsleitung die Mitarbeiter schon zu Beginn der vorherigen Woche gewarnt, dass es für die Betriebstage ab Fronleichnam zu weitreichenden Lücken in den Dienstplänen komme. Die Geschäftsleitung erklärte, dass es doppelt so viele Baustellen wie im Vorjahr gebe. Hinzu kämen wiederkehrende Signal- und Weichenstörungen. Man komme durch die Vielzahl und Komplexität der baustellenbedingten Veränderungen zunehemend an die Grenzen der vorhandenen Ressourcen.
Ein Lokführer berichtet, dass zwischen dem 8. und 12. Juni keine Schicht geplant war. Man sei zur Arbeit gegangen und kannte nur die Dienstzeiten. Alles andere wurde ad hoc disponiert. Die Vorgänge wertet der Betriebsrat der S-Bahn in einem internen Schreiben als Bankrotterklärung der Geschäftsleitung. „Seit Jahren ist uns allen bewusst, dass das massive Sparprogramm bei der DB uns irgendwann auf die Füße fällt.“
Die Bahn-Sprecherin betont, dass die Lage eine Sondersituation gewesen sei. Man arbeite die Prozesse auf und stehe dazu in intensiven Gesprächen mit dem Infrastrukturbetreiber.