Baustellen und Personalknappheit bringen die S-Bahn an ihre Grenzen

  • Naja, „massiv umgeplant“ jetzt nicht.

    Über den Ausdruck "massiv" kann man diskutieren, aber es wäre schon nicht wenig erforderlich. Kommt Personal aus der Meldestelle in Süd rechtzeitig wieder hin (Arbeitszeit usw.)? Stehen überhaupt genug Fahrzeuge zur Verfügung, oder sind die Fahrzeuge in der Abstellung in Süd "eingesperrt", da kein Fdl? Passen die Postschichten zeitlich noch mit den Änderungen (besonders für Süd), da ja Gastfahrten ausfallen? Welche Schicht soll jetzt genau welche ablösen? Personal bleibt ja nicht immer auf einer Linie sondern wechselt auch mal die Linie, hat Feierabend, Pause, Ortsdienst usw. Auch darf man den Arbeitsaufwand für das Ändern von dutzenden, wenn nicht hunderten Schichten nicht vernachlässigen.

    Man muss auch bedenken, dass das keine Arbeit wäre, die von Leuten erledigt wird, die sonst nichts zu tun haben. Das ist alles zusätzliche Arbeit, die irgendwo dazwischen gestopft werden muss, und das so kurzfristig.

    All das kommt eben zu den anderen, betrieblichen Problemen. Dieses Ausfallkonzept gibt es nicht ohne Grund.

  • Du gehst ja schon von einer höheren Verspätung aus. Es werden ja dann doppelt so viele TFs gebraucht, welche aber bereits schon auf den S5 Zwischentakten seit 2 Tagen fehlen.

  • Du gehst ja schon von einer höheren Verspätung aus. Es werden ja dann doppelt so viele TFs gebraucht, welche aber bereits schon auf den S5 Zwischentakten seit 2 Tagen fehlen.

    Fallen die S5 Verstärker wegen Tf Mangel oder anderen Mangelerscheinungen aus?

    S1 und S2 sind ja derzeit planmäßig nur noch im T30 unterwegs, so sie dann überhaupt fahren.

  • Ja, natürlich ist es viel Arbeit, aber diese würde sich eben lohnen.

    da ja Gastfahrten ausfallen? Welche Schicht soll jetzt genau welche ablösen? Personal bleibt ja nicht immer auf einer Linie sondern wechselt auch mal die Linie, hat Feierabend, Pause, Ortsdienst usw.

    Die Gastfahrten zwischen Hauptbahnhof und Südbahnhof kann man ja immer noch mit der S6, der U-Bahn (allerdings mit Umstieg), der Straßenbahn oder dem Regionalzug machen.

    Ich mache mal ein Beispiel für 17:08 Uhr mit dem Personaleinsatz:


    Auf der S3:

    2 Tf’s zum Wenden der S3 in Frankfurt Hbf

    1 Tf zum Wenden der S3 in Bad Soden


    Auf der S4:

    1 Tf auf der S4 in Eschborn nach Kronberg

    1 Tf auf der S4 in Eschborn Süd nach Frankfurt Hbf


    Somit benötigt man insgesamt 5 Tf‘s für die beiden Linien. Das wäre sogar noch einer weniger als man eigentlich benötigt.

    Am Hauptbahnhof kann man natürlich auch die Tf‘s tauschen. Das stellt ja kein Problem dar.


    Du gehst ja schon von einer höheren Verspätung aus. Es werden ja dann doppelt so viele TFs gebraucht, welche aber bereits schon auf den S5 Zwischentakten seit 2 Tagen fehlen.

    Warum doppelt so viele? :/

  • Wie bereits an anderer Stelle erwähnt:

    Der notwendige Dispositionsbedarf ist nicht mehr händelbar.


    Planerisch ist vieles möglich, ad hoc sieht das ganz anders aus.

    Das Tf Problem bekäme man etwas entschärft, wenn die Schichten Linienrein wären, also 4-6 Stunden fahren, Pause und nochmal 4-6 Stunden auf der selben Linie fahren. Ist meines Wissens in Frankfurt nicht der Fall und bringt andere Nachteile mit sich (Beispiel würden die Tf der Außenstellen dann nurnoch eine Linie fahren und sind wiederum im Störungsfall nicht so flexibel einsetzbar).


    Es wäre schön, wenn sich aus diesen ganzen Themen etwas mehr politischer Druck ergeben würde, der für die nächste Ausschreibung mehr resilienz in das System bringen würde.

  • Die Gastfahrten zwischen Hauptbahnhof und Südbahnhof kann man ja immer noch mit der S6, der U-Bahn (allerdings mit Umstieg), der Straßenbahn oder dem Regionalzug machen.

    Mit der S6 ja, da müssen dann halt die Zeiten stimmen. Regio geht unter Umständen, U-/Straßenbahn geht auf keinen Fall, ich würde vermuten, u.a. aus versicherungstechnischen Gründen, die genauen Hintergründe kenne ich nicht. Aber es ist auf jeden Fall nicht zulässig, genau wie (im Regelfall) Gastfahrten mit anderen EVU, womit auch z.B. der RE85 als Alternative wegfällt.


    Das Tf Problem bekäme man etwas entschärft, wenn die Schichten Linienrein wären, also 4-6 Stunden fahren, Pause und nochmal 4-6 Stunden auf der selben Linie fahren. Ist meines Wissens in Frankfurt nicht der Fall und bringt andere Nachteile mit sich

    Richtig, ist in Frankfurt nicht der Fall. Alle Tf müssen stets alle Linien fahren können und selbst die Außenstellen haben so ihre 3-4 Linien, die sie regelmäßig fahren. Finde ich auch besser so, immer nur eine Linie würde mich (je nach Linie) in den Wahnsinn treiben. Man kann nur so viel S7 auf einmal aushalten...

  • Richtig, ist in Frankfurt nicht der Fall. Alle Tf müssen stets alle Linien fahren können und selbst die Außenstellen haben so ihre 3-4 Linien, die sie regelmäßig fahren. Finde ich auch besser so, immer nur eine Linie würde mich (je nach Linie) in den Wahnsinn treiben. Man kann nur so viel S7 auf einmal aushalten...

    Aber muss denn so oft innerhalb eines Tages die Linie/Fahrzeug gewechselt werden?

    Reicht es nicht, wie oben erwähnt, 4 Stunden eine Linie und dann mit bezahlter Übergangszeit den Ort zu wechseln und die andere Linie zu fahren?

    Würde es nicht bei Neuausbildungen helfen, Azubis auf Linienbündel (S1/S2/S8/S9 bzw. S3-S7) zu beschränken, um die Ausbildungen stärker voranzutreiben und das Personal nicht täglich so stark zwischen einzelnen Fahrten hin und zurück abzuhetzen?

  • Wie bereits an anderer Stelle erwähnt:

    Der notwendige Dispositionsbedarf ist nicht mehr händelbar.

    Das ist doch das Problem. Man lässt lieber zwei Linien komplett ausfallen, als die Schichten ein bisschen anzupassen? Und das heute in Deutschland im 21. Jahrhundert? Das kann doch nur ein Witz sein…

    Außerdem ist es auch viel Arbeit, den Ersatzverkehr zu bestellen und in den App’s mit Fahrzeiten zu hinterlegen. Das würde dabei dann wegfallen und wäre daher insgesamt auch günstiger.

    Es ist jetzt nicht das erste Mal, dass Stellwerke in Frankfurt unterbesetzt sind und daher Linien komplett ausfallen, was eigentlich gar nicht nötig wäre. Vielleicht könnte man ja dann mal daran denken, ein paar mehr Disponenten anzustellen. Ständig wird über die VIAS (zurecht) gemeckert, aber bei der S-Bahn läuft es auch nicht wirklich besser…

  • Das ist doch das Problem. Man lässt lieber zwei Linien komplett ausfallen, als die Schichten ein bisschen anzupassen? Und das heute in Deutschland im 21. Jahrhundert? Das kann doch nur ein Witz sein…

    Außerdem ist es auch viel Arbeit, den Ersatzverkehr zu bestellen und in den App’s mit Fahrzeiten zu hinterlegen. Das würde dabei dann wegfallen und wäre daher insgesamt auch günstiger.

    Es ist jetzt nicht das erste Mal, dass Stellwerke in Frankfurt unterbesetzt sind und daher Linien komplett ausfallen, was eigentlich gar nicht nötig wäre. Vielleicht könnte man ja dann mal daran denken, ein paar mehr Disponenten anzustellen. Ständig wird über die VIAS (zurecht) gemeckert, aber bei der S-Bahn läuft es auch nicht wirklich besser…

    VIAS mit der S-Bahn von DB Regio zu vergleichen ist ja jetzt schon etwas überspitzt.

    Die Linien sind halt jene, die am besten mit dem SEV abgedeckt werden können, wegen ihrer kurzen Länge. Genauso ignorierst du die ganze Zeit die Anmerkungen von Spiessgang.

    Auf der einen Seite sagst du, dass es günstiger wäre, keinen Ersatzverkehr zu bestellen und in den Apps mit Fahrzeiten zu hinterlegen und einen Satz später sagst du das man dafür mehr Disponenten einstellen solle.

  • Genauso ignorierst du die ganze Zeit die Anmerkungen von Spiessgang.

    Welche Anmerkungen? Bin eigentlich auf jede eingegangen.


    Auf der einen Seite sagst du, dass es günstiger wäre, keinen Ersatzverkehr zu bestellen und in den Apps mit Fahrzeiten zu hinterlegen und einen Satz später sagst du das man dafür mehr Disponenten einstellen solle.

    Ja, weil da das Geld besser investiert ist. Du kennst ja sicherlich die Reaktionen der Fahrgäste, wenn es heißt, man soll mit dem SEV (weiter) fahren.

  • Aber muss denn so oft innerhalb eines Tages die Linie/Fahrzeug gewechselt werden?

    Reicht es nicht, wie oben erwähnt, 4 Stunden eine Linie und dann mit bezahlter Übergangszeit den Ort zu wechseln und die andere Linie zu fahren?

    Würde es nicht bei Neuausbildungen helfen, Azubis auf Linienbündel (S1/S2/S8/S9 bzw. S3-S7) zu beschränken, um die Ausbildungen stärker voranzutreiben und das Personal nicht täglich so stark zwischen einzelnen Fahrten hin und zurück abzuhetzen?

    Soooo oft ist es nicht, es gibt sogar Schichten, da fährt man nur eine Linie (gerade auf Außenstellen). Als Friedberger Personal z.B. fährt man viel S6 (logischerweise), gelegentlich S3-S5 und kaum den Rest.

    Schichtplanung ist auch einfach deutlich komplizierter als "fahr mal für die Dauer die Linie". Im Gegensatz z.B. zur U-Bahn haben Tf deutlich mehr Arbeit als nur das Fahren selbst, es gibt Schichten ohne eine einzige Zugfahrt.


    Was Azubis angeht, nein, es gibt eine feste Prüfungsstrecke anhand der man bewertet wird, ebenso soll die Prüfungsfahrt (und mehr) im und am 430 stattfinden. So wäre man als "S3-S7-Azubi" enorm benachteiligt, denn man hätte nur die S4, um das Fahrzeug kennenzulernen, und hätte kaum Erfahrung auf der Prüfungsstrecke. Und wenn ein Azubi später im ganzen Netz fahren können soll, sollter er auch im ganzen Netz fahren lernen.

    Den Punkt mit "zwischen einzelnen Fahrten hin und zurück abhetzen" verstehe ich auch nicht ganz. Ob ich nun in Süd von S6 auf S4 wechsle oder auf der S6 bleibe macht nicht viel Unterschied, bei keinem von beidem fühlt man sich "gehetzt". Ebenso wenig wenn ich am Hbf von S5 auf S8, S1 auf S3 oder was auch immer wechsle. Man hat die Schichten ja eben so geplant, damit möglichst wenig Tf benötigt werden, um alle Arbeiten an allen Ecken erledigt zu kriegen und dabei Pausen und Arbeitszeit einzuhalten, und beim Wechsel der Linien ist stets genug Zeit für den Übergang.


    Übrigens muss ich auch mal unabhängig von etwaiger Effizienz sagen: Schichten nur noch auf eine einzige Linie zu beschränken wäre für so manche Tf Grund, sich mal nach anderen EVU umzuschauen. Der Job ist hart genug, die Abwechslung ist für viele einer der Gründe, ihn überhaupt machen oder behalten zu wollen. Stellt man die Schichten so um, dass man nur hin und her und hin und her pendelt, und das bei jeder Schicht, schadet das langfristig auch der Motivation der Tf.

  • Ja, weil da das Geld besser investiert ist.

    Mehr Disponenten anzustellen kann ich allerdings absolut unterstützen. Das würde das Problem mit so kurzfristigen Ausfällen nicht beheben, vielleicht in manchen Fällen die Auswirkungen einschränken, ist aber unabhängig davon bitter nötig. Leider ist es in der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Bahn schwer, so etwas zu rechtfertigen.


    Allerdings, wenn es so einfach wäre, könnte man auch anstelle mehr Disponenten einfach mehr Fdl einstellen, und man bräuchte diesen Aufwand gar nicht. Weder SEV noch ewiges Umplanen der Schichten.

  • Das ist doch das Problem. Man lässt lieber zwei Linien komplett ausfallen, als die Schichten ein bisschen anzupassen? Und das heute in Deutschland im 21. Jahrhundert? Das kann doch nur ein Witz sein…

    Außerdem ist es auch viel Arbeit, den Ersatzverkehr zu bestellen und in den App’s mit Fahrzeiten zu hinterlegen. Das würde dabei dann wegfallen und wäre daher insgesamt auch günstiger.

    Es ist jetzt nicht das erste Mal, dass Stellwerke in Frankfurt unterbesetzt sind und daher Linien komplett ausfallen, was eigentlich gar nicht nötig wäre. Vielleicht könnte man ja dann mal daran denken, ein paar mehr Disponenten anzustellen. Ständig wird über die VIAS (zurecht) gemeckert, aber bei der S-Bahn läuft es auch nicht wirklich besser…

    Für das anpassen der Schichten fehlt halt Personal, das war auch vor einer Woche das Problem bei der RB22 - Die Züge endeten in Hofheim und standen vorher 40 Minuten in Niedernhausen da man die Schichten nicht angepasst hatte...


    aber ja, eigentlich müsste man doch längst einen Plan B/C/D in der Schublade haben, denn gefühlt jeden 2. Tag ist irgendein Stellwerk Unter-/Nichtbesetzt.

  • Nur mal kurz zu den Überlegungen "Tf soll 4 bis 6 Stunden auf einer Linie fahren": bitte nicht vergessen: Tf sind auch nur Menschen, und die müssen z.B. ab und zu mal zur Toilette. Schon 4 Stunden am Stück sind da äußerst ungesund, erst recht 6 Stunden. Bei den hier vorgeschlagenen Schnellwenden wäre aber an keiner Endstelle Zeit für einen Toilettenbesuch, sofern es denn an der jeweiligen Endstelle überhaupt eine gibt - und noch dazu eine, zu der die Tf auch entsprechenden Zugang haben. Also nicht "na, da drüben ist Loo&Me, zahlste 'nen Euro" - da würde ich als Tf fragen: bei euch brennt wohl der Kittel?! Sämtliche Bürokräfte können ohne zu bezahlen zur Toilette, wenn sie müssen, und wir als Tf sollen dafür dann noch extra blechen?! Dunkelrote Linie.


    Ich hab schon in meiner Zeit bei der S-Bahn manches Mal Züge stehen lassen, wenn es etwa hieß: von der "Schnellwende" in Hanau im Berufsverkehr (S8 auf S9 oder umgekehrt) blieb bei Verspätungen direkt mal gar nichts übrig, "ei, machste flinke Füße, sofort auf die andere Seite und sofort wieder los" - NÜSCHT IS', hab ich gesagt, erst wird mal die Toilette besucht (nach der Fahrt von Wiesbaden bis Hanau und geplant Rückfahrt genau wieder so weit zurück ist das wohl nicht zu viel verlangt), eher geht gar nichts los; laut Schicht hätte ich 17 Minuten Wendezeit, was dafür bequem ausreicht, und darauf hab ich mich eingestellt und nicht auf "flinke Füße und sofort wieder loshämmern"! Also blieb die Bahn stehen... oder andere Male, wo ich angekündigt und durchgezogen habe: wenn ich jetzt in Frankfurt tief bin, ist Toilettenpause! Ohne Wenn und Aber! Weil es eben an den Endstellen nichts gab. Blieb die Abteilung eben stehen...


    Diesen Aspekt bitte nicht außer Acht lassen. Unsere Fahrzeuge mögen Maschinen sein, wir Tf sind es nicht.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

  • Du vermischt aber zwei Fälle. Das eine ist die geplante Pause an einem Endpunkt nach einer langen und vor der nächsten langen Fahrt. Das andere ist eine Wende nach einer deutlich verkürzten Fahrt von einem Endpunkt und vor einer deutlich verkürzten Fahrt zu einem Endpunkt in Sondersituationen. Wenn also aus irgendwelchen Gründen die S-Bahnen von dem peripheren Endstellen noch vor dem S-Bahn Tunnel wenden müsste, dann ist das (nicht immer, schon klar) die Hälfte der regulären Fahrzeit bis zum fahrplanmäßigen Ziel. Das ist etwas anderes als 60 Minuten Fahrt, schnelle Wende und wieder 60 Minuten Fahrt.


    Wobei man auch hier sagen muss, dass das auch nicht jeder Arbeitnehmer so hat, dass er nach einer Stunde Arbeit eine geplante Pause von 17 Minuten hat. Es gibt auch viele da draußen, die angefangen von Polizisten, Krankenwagen und Feuerwehr über LKW (und Bus) Fahrer bis hin zu Verkäufern in 1-Personen-Filialen, die auch nicht mal eben so auf Toilette gehen können und wo die erste Pause auch erst nach 2-3 Stunden erfolgt.


    Die Tf sollen keine Maschinen sein, aber sie haben sich den Job immer noch selber ausgesucht (so wurde es mir mal in einer anderen Diskussion vorgehalten) und sollten wissen, dass das auch dazu gehört.


    Wo ich bei Dir bin - eine schnelle Wende an einer Endstation sollte nicht sein. Respektive da sehe ich auch immer noch die Chance Bereitschaftsdienste zu planen, die bspw. an zentraler Stelle wie am Hauptbahnhof als "frische" Arbeitskraft verspätete Züge zu übernehmen. um dem Kollegen die Chance auf Pause zu geben. Grundsätzlich stellt sich für mich auch die Frage, ob eine schnelle Wende am Ende in der Peripherie sein muss. Sollte die Verspätung systemisch sein, also alle Fahrten gleich verspäten, sollte im Zweifel eine einzelne Fahrt ausfallen und der Zug im nächsten planmäßigen Slot wieder abfahren. Das ruckelt zwar noch mal, aber damit ist man vermutlich schneller wieder in einem Takt, als Verspätungen aufholen zu wollen.


    Und bei einmaligen Verspätungen wäre es auch eine Chance, den verspäteten Zug vorzeitig wenden zu lassen.


    Was das Thema angeht:

    Zitat

    Also nicht "na, da drüben ist Loo&Me, zahlste 'nen Euro" - da würde ich als Tf fragen: bei euch brennt wohl der Kittel?! Sämtliche Bürokräfte können ohne zu bezahlen zur Toilette, wenn sie müssen, und wir als Tf sollen dafür dann noch extra blechen?! Dunkelrote Linie.

    Dir fehlt die Phantasie. Ich bin bei Dir, dass für Tf während der Arbeitszeit die Möglichkeit gegeben sein muss, kostenfrei die Toilette aufsuchen zu können. Aber die Kostenneutralität muss nicht zeitgleich sein. Es spricht nichts dagegen auch einen Euro in einen Automaten zu werfen und dies beim Arbeitgeber in Ermangelung kostenfreier Toiletten erstattet zu bekommen. Dunkelrot wäre die Linie in der Tat, wenn man auf den Kosten sitzen bleiben würde - was aber auch rechtlich nicht gehen würde.

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  • Würde es nicht bei Neuausbildungen helfen, Azubis auf Linienbündel (S1/S2/S8/S9 bzw. S3-S7) zu beschränken, um die Ausbildungen stärker voranzutreiben und das Personal nicht täglich so stark zwischen einzelnen Fahrten hin und zurück abzuhetzen?

    Für die internen Prüfungen müssen mindestens 24 Schichten auf der Baureihe 430 gemacht werden. Bedeutet wiederum, dass man die Azubis nur im Kleyernetz sinvoll einsetzen kann, da der 430 dort am Meisten vertreten ist. Dann geht aber das Gallusnetz unter, sodass am Ende dort die Erfahrung fehlt.


    Gestern sind einige ungünstige Umstände zusammengekommen. Stellwerk F-Hbf unterbesetzt, Stellwerk Fzf unterbesetzt, Stellwerk Süd unterbesetzt, S-Bahn Personalmangel und der PU in Höhe des Abzweig Kleyerstraße. Dazu kommt ab ca. 19:30 der Beginn des Uleitungskonzeptes Offenbacher Tunnel eingleisig. Bedeutet: S8 endet im Hbf tief, S1 fährt Umleitung über Süd.

    Gestern wurde also folgendermaßen gefahren:

    S1: bis ca. 19:30 regulär, mit EInschränkungen am Vormittag durch den PU

    S2: bis ca. 19:30 regulär, mit EInschränkungen am Vormittag durch den PU

    S3: Ausfall

    S4: Ausfall

    S5: Friedrichsdorf - Hbf tief

    S6: Südast regulär, Nordast verlängert bis Langen

    S7: Stundentakt zwischen Goddelau und Stadion

    S8: bis ca. 19:30 regulär, mit EInschränkungen am Vormittag durch den PU

    S9: bis ca. 19:30 regulär, mit EInschränkungen am Vormittag durch den PU


    Für die Leitstelle ist es einfacher, einfach alle Züge ausfallen zu lassen und die betroffenen Lokführer in die Bereitschaft zu schicken, bis diese wieder einen Zug fahren sollen, der nicht ausfällt.

  • Hallo.


    Am Abend wurde bei der S1 nach Baustellenplan gefahren:

    Ober-Roden - Offenbach Ost - Offenbach Hbf - Frankfurt Hbf (Gleis 5 bis 8) - Frankfurt-Höchst (Gleis 11),

    ab dort planmäßiger SEV:

    S1E Höchst - Hattersheim - Flörsheim - Wiesbaden Hbf

    S1X Höchst - Hattersheim - A66 - Wiesbaden Hbf


    Die S2 fuhr von Dietzenbach nach Offenbach Ost, und von Frankfurt Hbf (Gleis 20/21) - Griesheim - Nied - Frankfurt-Höchst (Gleis 10), und Kurzwende zurück nach Frankfurt Hbf (Gleis 20/21).

    Ab dort fuhr der Ersatzverkehr

    S2E Höchst - Niedernhausen.

    Zusätzlich fuhr die RB22 (Gleis 8 /10) mit Halt an allen Bahnhöfen von Höchst nach Limburg.


    Grüße ins Forum

    Helmut

    You'll Never Ride Alone.

  • Dir fehlt leider die Kenntnis der Arbeitststättenverordnung, nach der der AG mindestens eine Toiletten anbieten muss.

    Nein, fehlt mir nicht. Daher habe ich diesen Punkt ja angebracht, denn wenn der AG keine Toilette stellen kann, ist es durchaus erlaubt auch eine gebührenpflichtige zu benutzen und diese abzurechnen. Machen nur die wenigsten AN.

  • Hatten wir tatsächlich mal, glaub, das war in Kronberg oder Bad Soden. Da konnte man auf dem Ausbleibezeiten-Zettel (Vergütung Ausbleibezeiten Fahrpersonal, kurz VAF - hey, ich weiß sogar noch die Abkürzung :D ) pro Schicht 50 Cent Toilettennutzungsentgelt geltend machen. Reichte man aus steuerlichen Gründen aber keinen derartigen Zettel ein, hatte man auch keine Chance, entsprechende Gebühr geltend zu machen. - Ob sie dann auch korrekt, d.h. 1:1 OHNE irgendwelche Abzüge (Aufschlag aufs Brutto ---> höheres Brutto und damit womöglich Reinrutschen in den nächsthöheren Steuertarif; oder Abzüge von SV-Beiträgen) berechnet und ausgezahlt wurden: da war ich zugegeben immer SEHR skeptisch. Besser wäre da ein System mit Token.


    Ansonsten richtet man sich als Tf ja auf die vorgesehene Fahrzeit und anschließende Wendezeit ein. Und, wie ich einst von meinem Teamleiter lernen durfte: "Wir planen ja nicht mit Verspätungen, wir planen damit, daß alles pünktlich läuft!" (Ging um unrealistisch kurze Übergänge von der S8 auf irgendeine Gallus-Linie im Berufsverkehr, planmäßig so kurz im Dienstplan drin. Auf meine Bemerkung, daß das doch sowieso nie klappen würde, weil man mit der S8 von Wiesbaden im Berufsverkehr eben ständig nur in die Ecke gestellt wurde und alles fuhr, nur die doofe S-Bahn nicht, bekam ich diese Antwort. Die merkte ich mir natürlich und wendete sie von Stund an auch selbst an - und nicht nur einmal klingelte das Handy und die TP fragte erbost nach, wo ich stecken würde, mein Zug stünde ohne Ablöser am Bahnsteig - "ja, wo soll ich schon stecken, ich bin noch auf meiner vorhergehenden Planleistung, das wird noch dauern..."; diese Schicht wurde dann SEHR schnell geändert :D ) Das gilt auch für unsere Toilettenpausen. Wir Tf richten uns da schon darauf ein, aber eben nicht darauf, auf einmal die doppelte Zeit ohne Chance zum "Ablassen" runterreißen zu sollen.


    Wie die aktuelle Situation mit Toiletten an den Endstellen ist, entzieht sich meiner Kenntnis, dafür bin ich inzwischen schon zu lange weg. Wollte eben nur mal darauf hingewiesen haben, daß es auch ad hoc keine sinnvolle Idee ist, den Tf stundenlang zwischen sag mal Kronberg oder Soden (jeweils fast ohne Wendezeit) und FFT (gleich recht ohne Wendezeit) hin- und her hämmern zu lassen, ohne Chance, mal zwischendurch die biologischen Notwendigkeiten erledigen zu können. Könnte dann passieren, daß der Zug länger in FFT stehen bleibt, als mancher Theoretiker hier sich das so vorstellt ;) Bereitschaft, die in FFT für eine Runde übernimmt: wäre natürlich eine Lösung, wenn vorhanden und von der TP nicht übersehen.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.