Der anhaltende Fahrpersonalmangel und die Folgen für den ÖPNV in Frankfurt

  • Es ist bereits ein Thema eines Threads gewesen, bevor du einen zweiten Thread zum gleichen Thema eröffnet hast.

    Die beiden Threads wurden zusammengefügt, d. h. der neue Thread in den bereits bestehenden Thread eingegliedert. Bitte hier diskutieren, danke.

    Gruß, 420 281-8
    Jeder Mensch hat ein zweites Gesicht ...

  • Aber jetzt mal ganz ehrlich ... es kann doch nicht sein, dass man einen "ehrlichen Fahrplan" erstellt, den wieder nicht hält - was als nächstes, den noch ehrlicheren Fahrplan? Wie wäre es, wenn man einfach den gesamten Betrieb einstellt. Dann ist es wenigstens verlässlich.


    Und mir ist bekannt, dass ein "Fachkräfte-Mangel" herrscht. Aber das interessiert mich als zahlenden Kunden überhaupt nicht. Wären das alles voll-privat-wirtschaftlich operierende Unternehmen, wären die schon längt Pleite. Aber die Politik hat ja offenkundig kein Interesse an einer Verkehrswende und daher ist es ihr auch ganz recht, wenn alle Alternativen zum Auto kränkeln. Vielleicht kommt ja VW so zu den fehlenden hunderttausenden Auto-Bestellungen um das nächste Rekordergebnis verkünden zu können.

  • Das musste wohl mal raus. 😁 Und welche Lösung im Hier und Jetzt in Frankfurt mit der Personalsituation so, wie sie nun einmal (leider) faktisch ist, stellst du dir vor? Könnte es nicht (leider) sein, dass wir wirklich

    [...] den noch ehrlicheren Fahrplan [...]

    brauchen? Und den werde ich auch hassen, aber was hilft's? Denn dass man

    [...] einfach den gesamten Betrieb einstellt [...]

    ist ja keine Zukunftvision, sondern im regionalen Bahnverkehr auf einzelnen Strecken tägliche Praxis wegen unbesetzter Stellwerke. Da haben wir in Frankfurt sogar noch Glück, dass die Situation zum Beispiel in der VGF-Betriebsleitzentrale Derartiges nicht erfordert. Einen halben Tag zum Beispiel spontan ohne U4 und U5 mag ich mir nicht vorstellen. Dann lieber ein noch etwas weiter reduzierter, dafür wirklich verlässlicher Fahrplan, oder? Ich fürchte, den werden wir (leider) ab dem Fahrplanwechsel geboten bekommen.

    Einmal editiert, zuletzt von Bernemer ()

  • Ihr diskutiert grad 2 miteinander verknüpfe Themen, die trotzdem getrennt betrachtet werden sollten.


    Zum einen die zeitliche Verteilung der Ausfallenden Kurse einer Linie. Wenn 2 aufeinander folgende Kurse ausfallen, während alle anderen Kurse fahren können, hat hier mit großer Wahrscheinlichkeit jemand „operativ“ geschlafen. Das ließe sich meist durch „Umnummern“, also in einem anderen Kurs rutschen, abmildern.
    Nur muss diese Information an entscheidender Stelle nicht nur vorliegen, sondern auch ausgewertet werden.
    So etwas sollte im Betriebsleitsystem oder was auch immer dazu genutzt wird, technisch auswertbar sein. Dann kann auch jemand operativ eingreifen.


    Zum großen Ganzen des Problems gibt es wahrscheinlich keine adäquate einfache Lösung.


    Mit fiele jetzt nur eine Möglichkeit ein, die nicht so einfach kommuniziert werden kann.
    Dabei würden die Kurse ein „Gruppen“ eingeteilt. Je wichtiger die Gruppe, um so weniger die Wahrscheinlich, dass diese Kurse von ungeplanten Ausfällen betroffen sein werden.
    So ähnlich wie die Nichtverfügbarkeit von Niederflurfahrzeugen, nur nicht einfach Vermittelbar.



    Leider gehört es für mich zur Normalität, dass ich jeden Morgen austesten muss, wo mein Sohn am besten umsteigen muss, um pünktlich zur Schule zu kommen.
    Wenn beide möglichen Umsteigeverbindungen ausfallen, muss ich als Elterntaxi herhalten.

  • Das ließe sich meist durch „Umnummern“, also in einem anderen Kurs rutschen, abmildern.

    Man schafft damit allerdings an anderer Stelle Probleme, etwa bei der Dienstplanung und bei Pausenzeiten. Das heißt nicht, dass man sowas ausschließen muss, aber es kann nicht „einfach so“ passieren.

  • Manche Sachen sind nicht so einfach wie man sich das vorstellt.

    Da hängen Dienstpläne, Ablösezeitpunkte im Zusammenhang mit Pausenzeiten, etc dahinter.

    Je kurzfristiger die Personalausfall um so weniger kann man da was umplanen wenn keine

    Bereitschaft vorhanden ist.

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  • Das ist mit auch klar, dass da noch ein Rattenschwanz dran ist. Vor allem ist es operativ ein gewisser Worstcase.
    Wir wissen hier einfach nicht, was der Auslöser war. Aber ich glaube, dass es nicht in jedem Fall die fachlichen Zwänge sind.

  • Ich denke auf was Hajü aus ist auf "derehrlichefahrplan2.0".


    Die VGF soll einfach runterschrauben und dann wenigstens vernünftig fahren.

    Zur Not einfach Linien kürzen


    U1 nur bis Heddernheim = 3 Fahrer mehr

    U5 nur zur Konstablerwache = 1 Fahrer mehr

    U9 jede 30min = 2 Fahrer mehr

    U4 jeder dritte Kurs nach Seckbach entfall = 4 Fahrer mehr


    Dann einfach die U1 und U9 anders takten, so das in Heddernheim nach 3 Minuten eine U2/U3 nach Südbahnhof kommt

    U4 könnte man dann statt Seckbach-Seckbach-Enkheim, Seckbach-Enkheim-Seckbach anbieten.


    = 10 Fahrer mehr.


    Am morgen wird dann geschaut reichen die heutigen Fahrer oder nicht und wenn nicht wird einfach eine Meldung in Apps und Bahnhöfen geschickt

  • Gibt es 2 Kurzfriste Krankmeldungen so kann es sein dass es sich dabei um zwei zeitlich relativ

    parallel laufende Dienste handelt - dann ist nur zu der Zeit ein Problem und in den anderen

    Zeitlagen sind genug da.

    Auch kann man nicht mal so ad hoc am Morgen das Personal auf neue Dienstzeiten zaubern

    nach Lust und Laune. Besonders mal ein....zwei Stunden früher anfangen oder auch später

    und entsprechend länger.....

    Ich weiss ja nicht wie du deine Tage planst - aber es soll welche geben die dann auch Verabredungen,

    Termine und so ausserhalb der Arbeitszeit haben....und da hat keiner vor und nach der Plandienst-

    zeit 3 Stunden freigehalten für solche Kapriolen.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Darkside ()

  • U1 runterkürzen? Meinst du jetzt Ginnheim - Heddernheim oder Südbahnhof-Heddernheim? Wenn man auf Südbf - Heddernheim runterkürzen würde wäre ja Heddernheimer Ldstr. - Ginnheim (und Heddernheim - NWZ - Ginnheim wäre mit U-Bahn nonexistent, gibt ja noch den M60) nurnoch im T30 befahren. Dachte da ist hohe Nachfrage?

    Einmal editiert, zuletzt von VeryA ()

  • U1 runterkürzen? Meinst du jetzt Ginnheim - Heddernheim oder Südbahnhof-Heddernheim? Wenn man auf Südbf - Heddernheim runterkürzen würde wäre ja Heddernheimer Ldstr. - Ginnheim (und Heddernheim - NWZ - Ginnheim wäre mit U-Bahn nonexistent, gibt ja noch den M60) nurnoch im T30 befahren. Dachte da ist hohe Nachfrage?

    Ich vermute, dass das eher beispielhaft gemeint war. Für die U4 wäre eine Kürzung um 1/3 ja auch in der Realität nicht wie vorgeschlagen sinnvoll, da die Nachfrage dafür in Innenstadt/Nordend/Bornheim viel zu hoch ist. (Wenn auf der U4 etwas kürzbar wäre, dann die Fahrten zwischen SL und Enkheim: viel weniger Fahrgäste, Fahrtalternative U7/12 ist vorhanden.)

  • U1 runterkürzen? Meinst du jetzt Ginnheim - Heddernheim oder Südbahnhof-Heddernheim? Wenn man auf Südbf - Heddernheim runterkürzen würde wäre ja Heddernheimer Ldstr. - Ginnheim (und Heddernheim - NWZ - Ginnheim wäre mit U-Bahn nonexistent, gibt ja noch den M60) nurnoch im T30 befahren. Dachte da ist hohe Nachfrage?

    Ginnheim - Heddernheim - //Südbahnhof//

  • Was denn jetzt? Keine Änderung, Ginnheim - Heddernheim Heddernheim - Südbahnhof?

    Und bitte nicht vergessen, auf der A-Strecke ist der Abschnitt Hauptwache - Eschersheimer Tor das Schwergewicht, der Lückenschluss ist kein Allheilmittel für alle Fälle.

  • Um von dem Problem weg zu kommen, muss man es einfach wie Postauto Schweiz in der Region Graubünden machen.

    Die werben zwar auf den Bussen um Personal, aber es zieht viele leute in die Schweiz, weil es attraktiver ist

    LUKAS Küster:)

  • Um von dem Problem weg zu kommen, muss man es einfach wie Postauto Schweiz in der Region Graubünden machen.

    Die werben zwar auf den Bussen um Personal, aber es zieht viele leute in die Schweiz, weil es attraktiver ist


    Deine Aussage ergibt so wie sie da steht keinen Sinn.

    Jakkeline, nich den Marzel mit die Schüppe auf'n Kopp kloppen!
    ________ _ _ _ _ _ _


    Freundliche Grüße!

  • ich bin erstaunt, wie einfach die Lösung für ein Problem ist, das eine komplette Branche in ganz Deutschland plagt. Welch ein Visionär Lulu12 sein muss, dass er so klar sieht, was alle anderen übersehen.


    Hast du auch Lösungen für den Nahostkonflikt, den Ukrainekrieg, Merz’ Merkelkomplex oder Lindners Schuldenbremsenfetisch?


    Oder kann es vielleicht einfach sein, dass die Lösung nicht so einfach ist?

  • Anm: Lindners "Schuldenbremsenfetisch" braucht man nicht "lösen". Es ist schon

    ganz richtig daran festzuhalten. (Ich würde mir wünschen dass die gemeinsame

    Kasse der Bevölkerung [um mal den Staatshaushalt anders zu umschreiben] weites-

    gehend schuldefrei waäre)

    Gelöst werden muss die Blockade Steuer(erhöhunge)n einzuführen um das eher zu erreichen zB:

    -höhere Einkommenssteuer im Hochlohnbereich (zB bleiben von 1 M€ pro Jahr statt 55% nur 40% über

    sind das immer noch mehr als 33 k€ pro Monat - davon kann man immer noch als 4-Kopf-Familie jedes

    Wochenende in ein 3-Sterne Restaurant)

    -niedrigere Freigrenzen bei Erben / Schlupflöcher der Erbschaftssteuer schliessen

    -Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit (aka Kapitalerträge) werden zum normalen Verdienst gezählt

    -....

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  • Zitat

    Warum macht man nicht einfach den Beruf attraktiver, um mehr Personal zu bekommen.

    So einfach ist das nicht, denn am Ende müssten wir uns eingestehen in der Diskussion, dass wir ein Problem mit unserem Wirtschaftssystem haben. Ich empfehle einschlägige Literatur wie "Schulden: die ersten 5000 Jahre" von David Graeber. Nur ist das etwas, wo wir uns alle eingestehen müssen, dass wir "falsch" denken, was über Jahrzehnte gut ging, aber nicht dauerhaft.