ABS Hanau - Siegen (-Hagen)

  • Auf der Webseite von FrankfurtRheinMainPlus (FRMP) wurde vor kurzem ein Projekt hinzugefügt, nämlich der 4. Planungsabschnitt der Ausbaustrecke Hanau-Siegen-Hagen. Der 4. Planungsabschnitt umfasst ein Bündel von Maßnahmen auf dem hessischen Abschnitt der Strecke, und zwar


    Streckenmaßnahmen:

    1. Herborn - Verlängerung Überholgleis

    2. Wetzlar Gbf - Verlängerung Überholgleis

    3. Gießen-Bergwald/Großen Linden - Optimierung Schienenkreuzung und Verlängerung Überholgleise

    4. Butzbach - Neubau Überholgleis

    5. Bad Nauheim - Neubau Überholgleis

    6. Friedberg - Verlängerung Überholgleis


    Ferner Maßnahmen an Bf und Hp:

    A Dillenburg

    B Herborn

    C Dutenhofen

    D Langgöns

    E Butzbach

    F Friedberg

    Zitat

    Die Bahnstrecke Hagen–Siegen–Hanau ist bereits heute ausgelastet. Daher soll die 241 Kilometer lange Strecke ausgebaut werden, um sie fit für steigenden Anforderungen in der Zukunft zu machen. Es entstehen längere Überholgleise und die Signaltechnik wird optimiert. Verbessert werden soll auch die Einbindung der Strecke aus Herborn in den Bahnknoten Gießen-Bergwald.

    Die geplanten Maßnahmen ermöglichen damit insgesamt mehr Züge auf der Strecke. Durch den Ausbau der Gleise können außerdem die schnelleren Züge des Personenverkehrs langsamere Züge des Güterverkehrs überholen. Somit schafft das Bahnprojekt eine höhere Kapazität der Strecke und bietet durch den Ausbau von Überholgleisen außerdem Vorteile für alle Verkehre.


    Das Projekt startete 2022 mit der Grundlagenermittlung, in diesem und im nächsten Jahr soll die Vorplanung erstellt werden.

  • Verstehe nicht ganz, wieso das Ganze ABS Hagen-Hanau heißt - südlich Friedberg scheint ja nichts geplant zu sein.

    Übergreifend hatte die FNP schon vor drei Jahren einmal berichtet und das Ganze als "Güterzugumfahrung Frankfurt" betitelt. Gibt es vielleicht sogar einen Thread, in dem das schon besprochen wurde? Diverse Einzelprojekte finden sich im Bundesverkehrswegeplan. Was zwischen Wetzlar und Friedberg geplant ist, enthält beispielsweise der Korridor Mittelrhein: Zielnetz 1. Und südlich von Friedberg gehört beispielsweise der Ausbau der Verbindungskurve Mainschaff zum Projekt Knoten Frankfurt. Es lohnt sich, mal im PRINS ein wenig zu stöbern. Kern des unter dem neuen Titel ABS zusammengefassten Vorhabenbündels ist ja offenkundig die Aufweitung der Tunnel nördlich von Dillenburg, was zweifellos die aufwändigsten Arbeiten werden dürften.

  • Mit der ABS Hagen-Siegen-Hanau soll die rechte Rheinstrecke vom GV entlastet werden. Der Korridor- und Seehafenhinterland GV aus den NL und Nordwesten von DE soll bereits via nördliches Ruhrgebiets von Oberhausen bzw. Hamm via Hagen, Siegen, Wetzlar, Friedberg und Hanau nach Darmstadt (Verbindungskurve Mainaschaff) und Aschaffenburg gen Süden geführt werden. Nördlich von Siegen wird die Ausweitung der Tunnel sehr komplex und teuer.


    Mit dem Bau der Überholgleise sowie Blockverdichtungen im Bremswegeabstand zwischen dem Abzw Gießen-Bergwald und Friedberg will man den 4-gleisigen Ausbau dort vermeiden. Schauen wir mal was passiert wenn die Zugzahlen für den GV für 2040 vorliegen und in den 4. Entwurf zum Deutschlandtakt einfließen. Denn die Zugzahlen 2040 für den GV werden erstmals nicht prognostiziert sondern begründen sich auf dem gemeldeten Bedarf der Güter EVU und der verladenden Industrie. Die dürften deutlich höher liegen als die Zahlen der Gutachter (die für 2025 gutachterlich prognostizierten Zugzahlen beim GV wurden je nach Korridor schon zwischen 2014 und 2016 übertroffen).


    Wie auch immer. Die DB plant leider aktuell kein Überwerfungsbauwerk am Abzw Gießen-Bergwald für die Wegebeziehung Friedberg-Wetzlar. Damit bleibt der höhengleiche Abzw inkl. Engpass.


    Hätte der RMV ein ambitioniertes NV Angebot für (Ffm-) Friedberg-Wetzlar/Gießen-Kassel zum 3. Entwurf des Deutschlandtakt angemeldet, dann müsste die DB schon heute den 4-gleisigen Ausbau zwischen Friedberg und Gießen-Bergwald planen. Auf der Main-Weser-Bahn gab es bis Corona die stärksten Fahrgastzuwächse im SPNV. V.a. zwischen Ffm und Gießen/Wetzlar. Wenn nicht hier eine Taktverdichtung mit 50% mehr NV Zügen planen, wo dann?


    Friedberg - Hanau soll Blockverdichtungen und zusätzliche Überleitstellen bekommen.

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  • Das ganze Projekt ist schon deutlich älter und ist als Teil der Entwicklung einer verkehrlichen Konzeption für den Eisenbahnkorridor Mittelrheinachse – Rhein/Main – Rhein/Neckar – Karlsruhe wieder auf die Tagesordnung geraten. Innerhalb dieser Betrachtung wurde auch nochmal geprüft, ob die NBS im Südteil sinnvoll ist. Der Hintergrund war, dass die NBS RM-RN lange Zeit isoliert betrachtet wurde und es dann den politischen Auftrag gab, den gesamten Korridor Köln-Karlsruhe sowohl für PV als auch für GV zu analysieren und Lösungen vorzuschlagen.


    Es gibt eine Präsentation von SMA aus dem Jahr 2015, die das Verfahren und die Ergebnisse der Studie zum Mittelrheinkorridor
    beschreibt. Auf Grundlage durchgeführten Studie wurden dann die Projekte ABS und NBS letztendlich in die entsprechenden Pläne aufgenommen.


    Die ABS umfasst deswegen Friedberg-Hanau, da dieser Abschnitt zum einem noch zum Nordkorridor des Mittelrheinkorridor gehört und als Umfahrung für das Rheintal dient und zum anderen die Strecke Friedberg Frankfurt keine Alternative für den GV darstellt.