Neue Strassenbahnen für Mainz

  • Als Vergleich: die Straßburger Citadis haben acht Türen auf 45m. Ich finde heute den Fahrgastfluss in den Mainzer Straßenbahnen schon unterirdisch, damit würde es nicht viel schneller werden...

    Gutes Beispiel. Wenn man dort die drei Türen einsparen würde, müsste man locker einige Minuten Fahrzeiten in den Fahrplänen zusätzlich berücksichtigen. Selbst wenn die Bahn brechend voll ist, habe ich dort das Gefühl, dass der Fahrgastwechsel nicht zur Kaffeepause für den Fahrer verkommt.


    Die einflügelige Tür dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Zutritt zur Fahrerkabine sein, sonst wäre sie nicht abgedunkelt

    Ja, das ist definitiv nur eine Tür für den Fahrer und die macht trotzdem Sinn. Man stelle sich vor, der Fahrer müsste sich erst durch den Fahrgastraum kämpfen um die Rampe umzulegen. Bei (gewünschter) Drehgestelltechnik muss der Ingeneieur aber schon kreativ sein um mehr als fünf Türen unterzubringen bei 40m-Länge (siehe Rhein-Neckar-Tram etc.).

  • Bei (gewünschter) Drehgestelltechnik muss der Ingeneieur aber schon kreativ sein um mehr als fünf Türen unterzubringen bei 40m-Länge (siehe Rhein-Neckar-Tram etc.).

    Schlimmer noch, die Türen sollten doch maximal 35m auseinander liegen. Vermutlich bedingt durch die Bahnsteiglängen?

  • Schlimmer noch, die Türen sollten doch maximal 35m auseinander liegen. Vermutlich bedingt durch die Bahnsteiglängen?

    Ja, das hat mit den Bahnsteiglängen zu tun. Beim Bau der Mainzelbahn hat leider verpennt längere Straßenbahn zu berücksichtigen (Ausnahme Universität und Fr.-von-Pfeiffer-Weg), ältere Bahnsteige reichen jetzt schon nur knapp für die Variobahnen und müssen ohnehin verlängert werden. Beim Bau der Tram in Besançon hat man zu Beginn nur 23m lange Urbos gekauft, die Bahnsteige trotzdem länger ausgeführt, sodass man jetzt fünfteilige Citadis bestellen konnte.Solche Weitsicht hätte ich mir auch gernebei der Mainzelbahn gewünscht.


    Dass die Türen einer 40m langen Bahn 35m auseinander liegen, dürfte jetzt nicht so selten sein. Spannender wird es bei 45m (was laut Ausschreibung noch im Rahmen wäre).

  • Dass die Türen einer 40m langen Bahn 35m auseinander liegen, dürfte jetzt nicht so selten sein. Spannender wird es bei 45m (was laut Ausschreibung noch im Rahmen wäre).

    Auch nicht wirklich anders. Wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, ist bei unseren 43m-TINA der Abstand der großen Türen (also die letzte Einzeltür ausgeklammert) bei etwa 30 Metern. Bei den 45m-BLT-TINA müssten die Türen etwa 36 Meter haben, da die Wagenkästen "andersrum" gebaut sind. Die XL-Version für Halle mit 45m hat wieder unsere Türanordnung. Da sollten es nach der Zeichnung etwa 32 Meter mit den Türen sein.

  • Als nächstes werden die Haltestellen Zahlbach und Römersteine barrierefrei ausgebaut und verlängert: https://bi.mainz.de/to0050.php?__ktonr=117096


    Die Baumaßnahmen sollen pro Haltestelle circa acht Wochen dauern. SEV erfolgt vom 7. Juli bis 24. Oktober.


    Man plant also die längeren Bahnen freizügig einsetzen zu können, auch wenn der Ast zur Bahnstraße der am schwächsten ausgelastete Ast ist.

  • Interessant zu sehen ist, dass im Übersichtsplan die Haltestelle Lindenmühle im einspurigen Abschnitt nur noch einen Bahnsteig erhält; weitere Detailplanungen konnte ich hierzu jedoch nicht sehen. Dies ist sicherlich effizienter und kostengünstiger, vor allem da die dort verkehrenden Bahnen sowieso über Türen auf beiden Seiten verfügen.

  • Gab es nach der hier im Ausgangsbeitrag verlinkten Markterkundung und der dann im März 2024 veröffentlichten Ausschreibungeigentlich eine Vergabe? Gelesen habe ich dazu bis auf die Spekulationen zu PESA nichts.

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  • Man plant also die längeren Bahnen freizügig einsetzen zu können, auch wenn der Ast zur Bahnstraße der am schwächsten ausgelastete Ast ist.

    Die neuen Bahnen müssen zwangsläufig in Bretzenheim eingesetzt werden - falls alle GT6M ausgemustert werden - da in der Bahnstraße nur ein Stumpfgleis als Endhaltestelle vorhanden ist.

  • Interessant zu sehen ist, dass im Übersichtsplan die Haltestelle Lindenmühle im einspurigen Abschnitt nur noch einen Bahnsteig erhält; weitere Detailplanungen konnte ich hierzu jedoch nicht sehen. Dies ist sicherlich effizienter und kostengünstiger, vor allem da die dort verkehrenden Bahnen sowieso über Türen auf beiden Seiten verfügen.

    Lindenmühle wird auch zuerst umgebaut: Artikel aus der AZ vom 10.04.25

  • Im Ortsbeirat klang übrigens an, dass die neuen Bahnen fahren, bevor die Endhaltestelle Bahnstraße umgebaut ist. Dort sollen dann nicht alle Türen zum Fahrgastwechsel freigegeben werden.

  • Dann hat Mainz Gemeinsamkeiten mit Helsinki und Prag, auch diese Städte habe auf Skoda bei der Neuanschaffung gesetzt.
    Bleibt zu hoffen, dass es Mainz besser ergeht wie Frankfurt mit dem T-Wagen, der von Citadis geliefert wurde.

    Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

  • Dann hat Mainz Gemeinsamkeiten mit Helsinki und Prag, auch diese Städte habe auf Skoda bei der Neuanschaffung gesetzt.
    Bleibt zu hoffen, dass es Mainz besser ergeht wie Frankfurt mit dem T-Wagen, der von Citadis geliefert wurde.

    Citadis ist der Name der Bembeln, Hersteller ist weiterhin Alstom. Würde sogar drauf tippen, dass die am Ende komplett wieder zum Hersteller zurückgehen. Duewags sind eben das Mass der Dinge.

    Einmal editiert, zuletzt von Hajü ()

  • Dann hat Mainz Gemeinsamkeiten mit Helsinki und Prag, auch diese Städte habe auf Skoda bei der Neuanschaffung gesetzt.
    Bleibt zu hoffen, dass es Mainz besser ergeht wie Frankfurt mit dem T-Wagen, der von Citadis geliefert wurde.

    Wobei die Fahrzeuge in Helsinki und Prag kaum Gemeinsamkeiten haben. Das Fahrzeug für Helsinki wurde von Transtech entwickelt und nach der Übernahme durch Skoda von Skoda als Skoda Artic weitergebaut. Das Fahrzeug für Prag ist hingegen eine Eigenentwicklung von Skoda. Die Fahrzeuge für die RNV, Bonn, Kassel und nun auch Mainz basieren auf dem für Helsinki entwickelten Typ und gehören der ForCity Smart Familie an. Wobei der Wagen für Mainz vom Aufbau dem für Bonn entspricht. Die Fahrzeuge für die RNV und Kassel dem ursprünglichen Artic recht nahe kommen.


    Kleine Randnotiz: Die Transtech Artic Fahrzeuge lösten in Helsinki die unliebsamen Variobahnen ab, die dort nur kurzzeitig im Einsatz waren.

  • Im Rhein-Neckar-Gebiet gab es mitunter deutliche Kritik an den Skoda-Bahnen:


    Massive Kritik an Mannheims neuen Straßenbahnen - das sagt der Projektleiter (€)

    Ludwigshafen: Kritik an geplanten Straßenbahnen

    Kritik an neuen Straßenbahnen hält an (€)


    Die viele Stufen im im Wagen sind tatsächlich nicht mehr zeitgemäß. Spannend wird zudem wie lange der Fahrgastwechsel bei den wenigen Türen auf den 43m dauert. Zum Design sag ich lieber nicht viel, fühlt sich etwas wie der glänzend-weiß geflieste OP-Saal beim Zahnchirurgen an.


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