Entwicklung des Offenbacher Hauptbahnhofs

  • Eigentlich sollten die Fahrgäste froh sein, das wenigstens Dietzenbach <> OF Hbf gefahren wird.

    Diese Erwartungshaltung stört mich. Ich finde, es müsste eine Selbstverständlichkeit sein, dass der S2 Z soweit fährt, wie es infrastrukturell geht. Das das in diesem Fall sogar OF Hbf ist, weil die Infrastruktur für den Störungsfall so wenig hergibt, ist verständlich. Insbesondere, wenn Griesheim durch den wichtigeren S1 Z beansprucht wird.


    Aber: Das man nach wochenlanger Tunnelsperrung in OF jetzt wieder Einschränkungen (wenn auch nur im Taktangebot) hinnehmen muss, ist nun wirklich auch nicht schön. Wenn alle nach deinem "sei froh, wenn überhaupt was fährt" denken, können wir die Verkehrswende auch gleich in die Schublade stecken.


    Mein Empfinden ist vielmehr, dass von den Kunden der S-Bahn Rhein-Main insbesondere in den letzten zwei Jahren sehr (respektive: zu) viel abverlangt wird. Seien es die alltäglichen Verspätungen im Regelbetrieb, das ständige Nicht-Verkehren von Zwischentakten oder die Kompletteinstellung ganzer Linien wie aktuell auf S3-S5. Das System wird der wichtigen Rolle, die es im Ballungsraum einnimmt, aktuell in keiner Weise gerecht.

    Viele Grüße

    Krabe98

  • Diese Erwartungshaltung stört mich. Ich finde, es müsste eine Selbstverständlichkeit sein, dass der S2 Z soweit fährt, wie es infrastrukturell geht. Das das in diesem Fall sogar OF Hbf ist, weil die Infrastruktur für den Störungsfall so wenig hergibt, ist verständlich. Insbesondere, wenn Griesheim durch den wichtigeren S1 Z beansprucht wird.


    Aber: Das man nach wochenlanger Tunnelsperrung in OF jetzt wieder Einschränkungen (wenn auch nur im Taktangebot) hinnehmen muss, ist nun wirklich auch nicht schön. Wenn alle nach deinem "sei froh, wenn überhaupt was fährt" denken, können wir die Verkehrswende auch gleich in die Schublade stecken.


    Mein Empfinden ist vielmehr, dass von den Kunden der S-Bahn Rhein-Main insbesondere in den letzten zwei Jahren sehr (respektive: zu) viel abverlangt wird. Seien es die alltäglichen Verspätungen im Regelbetrieb, das ständige Nicht-Verkehren von Zwischentakten oder die Kompletteinstellung ganzer Linien wie aktuell auf S3-S5. Das System wird der wichtigen Rolle, die es im Ballungsraum einnimmt, aktuell in keiner Weise gerecht.

    Da bin ich voll bei dir. Etwas unverständlich ( und OT) ist, warum Wenden in Höchst nicht möglich ist.

  • Möglicherweise wegen des dort chronisch unterbesetzten Stellwerks oder aber eingeschränkter Gleiskapazität wg Bauarbeiten. Die S1-Verstärkerumläufe tagsüber werden ja auch nur bis Griesheim geführt.

  • (...) die gute Frau, die nicht in der Lage ist, Zielbeschilderungen zu lesen. Und dass die Auskunft "Niedernhausen" ausgespuckt hätte, kann nicht sein.

    Wieso? Das sehe ich im Frankfurter Hbf immer wieder, dass die Zielbeschilderung am Bahnsteig nicht zu dem dort stehenden Zug passt.

  • Wieso? Das sehe ich im Frankfurter Hbf immer wieder, dass die Zielbeschilderung am Bahnsteig nicht zu dem dort stehenden Zug passt.

    Da würde mich eine Quantifizierung interessieren. "Immer wieder" suggeriert eine ziemlich Häufigkeit, ist aber bezogen auf die tägliche Zuganzahl sowohl oben als auch unten irgendwas im 0,x-Promillebereich. Und das würde sich auch mit meiner Erfahrung decken.


    Das kommt mir in etwa wie die Horrormeldungen vor, dass "ständig" die Reservierungen nicht stimmen würden, wo ich auch aus 40 Jahren Bahnerfahrung sagen kann, dass ich mein Lebtag noch nie falsch oder doppelt reservierte Plätze erlebt habe. Jedesmal waren die Leute im falschen Zug, falscher Wagen, falsches Datum, nach Reservierungsverfall später eingestiegen, ...

  • Da würde mich eine Quantifizierung interessieren. "Immer wieder" suggeriert eine ziemlich Häufigkeit, ist aber bezogen auf die tägliche Zuganzahl sowohl oben als auch unten irgendwas im 0,x-Promillebereich. Und das würde sich auch mit meiner Erfahrung decken.

    "Immer wieder" ist natürlich ein unbestimmter Zeitbegriff. Ich meine damit nicht "ständig" oder "immer". Ich konkretisiere daher: Immer wieder wird gegen 17:00 Uhr auf Gleis 10 in F Hbf der (verspätete) RE50 nach Fulda angezeigt, obwohl der RB67/68 Richtung DA dort schon steht. Oder umgekehrt: Der RE 50 steht noch am Gleis und der RB67/68 wird angezeigt. Manch ZuB sagt dann dankenswerterweise im Zug an, welcher Zug es ist und welcher nicht.

  • Da würde mich eine Quantifizierung interessieren. "Immer wieder" suggeriert eine ziemlich Häufigkeit, ist aber bezogen auf die tägliche Zuganzahl sowohl oben als auch unten irgendwas im 0,x-Promillebereich. Und das würde sich auch mit meiner Erfahrung decken.

    Das kommt drauf an, in Bezug zu was man die Häufigkeit betrachtet. Ich würde es nicht auf die gesamte tägliche Zuganzahl betrachten und daher die Aussage erweitern auf "Immer wieder, wenn es zu Abweichungen vom Fahrplan kommt". Wenn alles pünktlich und regulär fährt, funktioniert die Fahrgastinfo am Bahnsteig auch (fast) immer. Bei Abweichungen funktioniert es aber aus meiner Sicht zu häufig nicht gut.


    Ein Thema diesbezüglich ist, dass die Fahrgastinfo am Bahnsteig offenbar nicht direkt ans Stellwerk angebunden ist. Das Stellwerk (bzw. die Zugnummernmeldeanlage) weiß ja eigentlich, welcher Zug gerade am Gleis steht und ob der schon abgefahren ist. Aktuell wird wie es scheint einfach, sobald die prognostizierte Abfahrtszeit überschritten ist, weitergeschaltet. Dieser häufige Fehler könnte mit der direkten Anbindung vermieden werden.

  • Da würde mich eine Quantifizierung interessieren. "Immer wieder" suggeriert eine ziemlich Häufigkeit, ist aber bezogen auf die tägliche Zuganzahl sowohl oben als auch unten irgendwas im 0,x-Promillebereich. Und das würde sich auch mit meiner Erfahrung decken.


    Das kommt mir in etwa wie die Horrormeldungen vor, dass "ständig" die Reservierungen nicht stimmen würden, wo ich auch aus 40 Jahren Bahnerfahrung sagen kann, dass ich mein Lebtag noch nie falsch oder doppelt reservierte Plätze erlebt habe. Jedesmal waren die Leute im falschen Zug, falscher Wagen, falsches Datum, nach Reservierungsverfall später eingestiegen, ...

    Auf Gleis 10 in Frankfurt fährt ja um 17.25 Uhr die VIA RB 82 und um 17.42 Uhr dann die VIA RE 85. Neulich begab es sich, dass die RB 82 mit + 10 einfuhr und mit + 5 in der Ausfahrt prognostiziert wurde. Ausfahrt gab es aber erstmal nicht, dafür sprang die Anzeige am ZZA dann auf RE 85 um 17.42 Uhr um. Die RB 82 stand aber noch auf Gleis 10. Das ganze ist bei zwei betroffenen VIAS-Zügen dann doch ziemlich ungünstig.

  • Passiert am Gleis 22, 23 und 24 auch regelmäßig, dass die Anzeige am Gleis nicht zur Anzeige am Zug passt. Es handelt sich hier auch um die Züge der VIAS in Richtung Rheingau beziehungsweise Koblenz.


    Edit: Hatte nicht auf den Themen Titel geachtet. Bei Bedarf gern löschen, weil es nicht zum Thema passt. sorry.

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  • Hochheim sind Bauarbeiten und dort ist Wenden nicht möglich.

    Wenn das das Problem wäre, könnte man auch in Flörsheim wenden.

    Mir wurde letzte Woche von der DB Regio (nach mehrmaligen Nachfragen von mir) als Grund für diese "Bauarbeiten" Arbeiten in Höchst wegen der RTW (Regionaltangente West) mitgeteilt.
    Glaube ich so aber auch nicht ganz.

  • Barrierefreier Ausbau und Modernisierung des Offenbacher Hbf


    Die DB InfraGO AG Personenbahnhöfe plant den Hauptbahnhof Offenbach (M) gesamthaft zu modernisieren und die Bahnsteige auch mobilitätseingeschränkten Reisenden zugänglich zu machen. Hierzu sollen die Bahnsteige mittels Aufzügen aus der bestehenden Personenunterführung erschlossen werden. Die Bahnsteigausstattung, das Wegeleitsystem und die Beleuchtung werden ebenfalls neu gestaltet. Auch das Empfangsgebäude wird mit einem barrierefreien Zugang ausgestattet.


    Die Planunterlagen sind auf dem Beteiligungsportal für Verkehrsvorhaben online einsehbar; darüber können auch Stellungnahmen abgegeben werden.

  • Danke tunnelklick fürs Verlinken der Unterlagen.


    Neben vielen Infos, die die Bahn bereits im Sommer auf einer Öffentlichkeitsveranstaltung vorgestellt hat, waren für mich einige Aspekte interessant, die neu waren oder die konkretisiert wurden:

    • Der Umsetzungszeitraum wird von Anfang 2028 bis Mitte 2030 angegeben
    • Der Betrieb soll während des barrierefreien Ausbaus weitgehend aufrechterhalten werden durch Halt der Züge an anderen Bahnsteigen (was im Konkreten nur bedeuten kann, dass der Bahnsteig an Gleis 1 und 2 sowie der Bahnsteig an Gleis 3 und 4 nicht zeitgleich umgebaut werden)
    • Für die Eisenbahnüberführung auf Höhe des alten Postamts (Ecke Luisenstraße) wird eine denkmalgerechte Sanierung erwähnt
    • Die Sanierung des Empfangsgebäudes wird explizit erwähnt (dann als Maßnahme, die sich an den barrierefreien Ausbau anschließen könnte, da sie nicht in den Planungsunterlagen mitenthalten ist) und es ist in diesem Zusammenhang von der Zuführung des Gebäudes zu einer neuen Nutzung die Rede
    • Die Bauarbeiten sollen so abgestimmt sein, dass die Installation von Schallschutzwänden möglich ist (ob diese mit dem Umbau kommen oder separat, konnte ich nicht aus den Unterlagen entnehmen)
    • Die Planungsunterlagen konkretisieren bereits mehrere Gestaltungsentscheidungen, die bisher nicht in dieser Detailliertheit bekannt waren, wie:
      • die Nutzung von Bahnsteigdächern vom Typ Evolution 2020 mit einer Länge von 142 Metern pro Bahnsteig
      • dem Abriss der alten Treppenstufen zugunsten von standardisierten Stufen sowie der Entfernung der historischen Handläufe zu Gleis 1 und 2, da diese nur mit einem zweiten Handlauf aus Metall erhalten werden könnten, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, was aber ästhetisch fragwürdig wäre
      • je Gleis am Bahnsteig ist ein Zuginformationsmonitor ZIM vom Typ „ZIM 2x32 beidseitig" geplant
    • Bereits bekannt und nicht verändert seit der letzten Infoveranstaltung ist zum Beispiel, dass:
      • je Bahnsteig ein Treppenaufgang zugunsten des Fahrstuhlschachtes wegfallen soll, was zu regelmäßigem Rückstau vor dem Treppenabgang beim Aussteigen und Gleiswechsel führen könnte
      • die Bahnsteighöhen an den Gleisen 1-4 auf 76cm und an den Gleisen 5-6 auf 96cm betragen sollen
      • die Gleise 2 und 3 405 Meter lange Bahnsteige erhalten sollen, sodass auch Fernverkehrszüge umgeleitet werden oder einzelne Züge von Mitbewerber*innen der Bahn dort halten könnten
      • der Nachlöseschalter sowie die historischen Postaufzüge erhalten bleiben
      • die Aufzüge der Expressgutabfertigung und das Bestandsgebäude zwischen Gleis 3 und 4 rückgebaut werden sowie die Pflanztröge an den Bahnsteigen


    Soweit erst einmal die Infos nach erster Sichtung von mir.

  • Also ich habe jetzt mal alle Unterlagen durchforstet. Der barrierefreie Zugang von der Bismarckstraße ins Empfangsgebäude soll über eine Rampe und das erste linke Fenster neben dem Eingang und durch den Bereich des ehemaligen Reisezentrums hergestellt werden. Dafür wird die Wand zur Halle wieder aufgebrochen.

    Vielleicht habe ich es auch übersehen, aber mir ist nicht klar, welche Maßnahmen für die Empfangshalle getroffen werden sollen. (neuer Kiosk, Toilettenanlage?) Hat da jemand was zu gelesen oder anderweitig Informationen?

    Einmal editiert, zuletzt von Lukas ()

  • Vielleicht habe ich es auch übersehen, aber mir ist nicht klar, welche Maßnahmen für die Empfangshalle getroffen werden sollen. (neuer Kiosk, Toilettenanlage?) Hat da jemand was zu gelesen oder anderweitig Informationen?

    Hallo Lukas,


    ich habe Informationen aus mündlich überlieferten Quellen durch Dritte (daher sollten sie mit der nötigen Vorsicht behandelt werden). Soweit ich informiert bin, wird im Gebäude nur der barrierefreie Eingang, die Beleuchtung in der Halle und das Informationssystem sowie einige Leitungen und technische Anlagen erneuert (das ist auch den Planungsunterlagen zu entnehmen).


    Die Sanierung des Gebäudes soll laut letztem Stand erst nach dem barrierefreien Ausbau stattfinden, also ab Anfang der 2030er Jahre. Was dann konkret passieren soll, ist noch nicht öffentlich kommuniziert und wird wohl gerade bahnintern und mit der Stadt Offenbach diskutiert.


    Eine Option, die im Raum steht, ist, dass das Gebäude kernsaniert wird und dann an die Stadt verpachtet werden könnte. Was also konkret im Gebäude passieren soll, wird sich wohl in den nächsten 1-2 Jahren entscheiden. Ich vermute, dass die Bahn selbst nur das Nötigste machen würde, wenn sich niemand wie die Stadt findet, die für langfristige Einnahmequellen sorgen würde (selbst eine Toilettenanlage könnte dabei NICHT realisiert werden, da die Bahn auf einer öffentlichen Infoveranstaltung zum Umbau im Sommer 2025 mit den prognostizierten Reisendenzahlen gegen eine Anlage argumentierte).


    Damit eine sinnvolle Nutzung des gesamten Gebäudes wahrscheinlicher wird, möchte ich nochmal auf die Unterschriftenaktion der Initiative Hauptbahnhof hinweisen, in der diese einen Nutzungsmix fordert, wie er in einer Machbarkeitsstudie von 2023 schonmal erarbeitet wurde. Aktuell sind knapp 4000 Unterschriften gesammelt worden, Anfang des kommenden Jahres sollen die Unterschriften dann übergeben werden.

    Unterschriftenaktion zum Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs


    P.S.:

    In der Offenbach-Post gab es heute auch einen Artikel zum barrierefreien Ausbau. Dort wird erwähnt, dass die Bahn das Gebäude nicht verkaufen möchte. Somit bleibt eine langfristige Pacht als Option, um ihn nachhaltig zu entwickeln.

    Artikel der Offenbach-Post vom 15.11.2025