S7: Frankfurt Hbf - Riedstadt-Goddelau: Häufig nur solo-Traktion ET 425?

  • Hallo zusammen,


    bislang habe ich es in Erinnerung, dass die S7 (Frankfurt Hbf - Riedstadt-Goddelau) an Werktagen tagsüber weitestgehend konstant in Doppeltraktion mit 2x425 bestellt ist. In letzter Zeit - beispielsweise auch heute - sind mir mehrere Umläufe als solo-425 aufgefallen. Ist das planmäßig? Ist die Nachfrage derart gering, dass die bestellte Kapazität reduziert wurde? Oder gibt es einen Fahrzeugmangel, dass man außerplanmäßig verkürzt fährt.


    Danke für eine Info

  • Hallo

    Ist das planmäßig? Ist die Nachfrage derart gering, dass die bestellte Kapazität reduziert wurde? Oder gibt es einen Fahrzeugmangel, dass man außerplanmäßig verkürzt fährt.

    Vom RMV bestellt waren natürlich Vollzüge. Das kann man auch daran erkennen, dass an manchen Tagen alle vier Umläufe auf der S7 als Vollzug fahren. Es gibt zwei Gründe, warum die S7 teilweise jedoch nur als Kurzzug fährt.

    1. Viele 425er sind mal wieder in der Werkstatt

    2. Zu wenig Personal, um die 425er bereitzustellen bzw. anzukuppeln.

    Aber nicht nur auf der S7 fährt teilweise nur ein Vollzug. Auch auf der S3 und S4 ist Samstag oder Sonntag Nachmittag mal nur ein Kurzzug unterwegs. Auch teilweise auf dem S5-Verstärker.

    Vor allem aber im Berufsverkehr fahren einige Umläufe auf allen S-Bahn Linien, die eigentlich als Langzug fahren sollten, nur als Vollzug. Also es ist nicht nur auf der S7 so.

  • Momentan gibt es (stand Freitagnachgmittag) wieder mehrere 425 die nicht Einsatzbereit sind und heute ist dann auch 425 037 kurzfristig ab Frankfurt ausgefallen, sodass die S35719 kurzfristig ausgefallen ist.

  • in Mannheim standen zu Zeiten des Twindex-Ersatzverkehrs mehrere 425 zur Verfügung. Könnte man nicht leihweise bei Ausfall auf solche zugreifen. In Trier stehen auch mehr ET 425 als benötigt auf dem Hof.

  • Auch teilweise auf dem S5-Verstärker.

    Das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Mir ist sogar in letzter Zeit aufgefallen das mehr Langzüge als sonst fahren.


    Letzte Woche fuhren Langzüge zwischen Friedrichsdorf und Süd und Bad Homburg <> Süd Vollzüge.
    Letzte Wochen fuhren auch auf der S 4 ausg. Dienstag und Mo/Mi. 1 Kurs mit Vollzug nur Langzüge.

  • in Mannheim standen zu Zeiten des Twindex-Ersatzverkehrs mehrere 425 zur Verfügung. Könnte man nicht leihweise bei Ausfall auf solche zugreifen.

    Nein, da diese nicht zur S-Bahn Rhein-Main gehören und auch eine andere Ausstattung haben als die die der RMV fordert.

  • Ich glaube, das wäre den Fahrgästen egal, hauptsache nicht in einer Sardinenbüchse gequescht zu werden. Vorjedenfall ginge es mir so. Außerdem sind die Fahrzeuge nicht so schlecht, da ich dort schon mit gefahren bin.

  • Den Fahrgästen ist das egal, aber eben nicht dem RMV. Da gibt es wahrscheinlich höhere Strafen für ein "falsches" Fahrzeug als für eine Fahrt als Kurzzug. Zudem gibt es noch andere banale Störungen (beispielsweise an der Klimaanlage) die unter bestimmten Umständen zu einem Komplettausfall des Fahrzeugs führen kann. Aber es gibt nun mal die "Bedienungsanleitung" die da klare vorgaben macht, sodass man keinen Spielraum für eigene Interpretationen hat.

  • Nein, da diese nicht zur S-Bahn Rhein-Main gehören und auch eine andere Ausstattung haben als die die der RMV fordert.

    Und das ist wieder so ein Problem der Bahnreform - Früher war alles kein Problem, da wurde ein Ersatzzug genommen der aufm Hof steht, egal welche Wagen und/oder Lok. Hauptsache da fährt was.


    Aber Fahrgäste sind in der heutigen Zeit egal, merke ich fast jeden Tag auf der Main-Lahn-Bahn, wo es fast nur noch hakt...

  • Und das ist wieder so ein Problem der Bahnreform - Früher war alles kein Problem

    Was hat das mit der Bahnreform zu tun? Und "früher" war das genau so ein Problem. Mit der 218 konntest Du beispielsweise nicht in den Odenwald, entsprechend auch nicht mit elektrisch geheizten Silberlingen. Also mußten dampfheizfähige Wagen (und insbesondere Steuerwagen, von denen es nicht soviele gab) her. Daher einfach mal nehmen, was auf'm Hof steht, mag in einigen Fällen funktioniert haben, aber längst nicht in allen. Insofern Vorsicht vor der Glorifizierung früherer Zeiten.

  • Was hat das mit der Bahnreform zu tun? Und "früher" war das genau so ein Problem. Mit der 218 konntest Du beispielsweise nicht in den Odenwald, entsprechend auch nicht mit elektrisch geheizten Silberlingen. Also mußten dampfheizfähige Wagen (und insbesondere Steuerwagen, von denen es nicht soviele gab) her. Daher einfach mal nehmen, was auf'm Hof steht, mag in einigen Fällen funktioniert haben, aber längst nicht in allen. Insofern Vorsicht vor der Glorifizierung früherer Zeiten.

    "Früher" waren aber nicht so wie Heute eine Hand voll Züge in einem Netz gebunden und ein Einsatz eines anderen Fahrzeugs ist untersagt. Da hätte man bei verfügbarkeit ein entsprechend geeignetes Fahrzeug von einer anderen Strecken nehmen können - Tja, ist heute eben nicht möglich...

  • Das ging, weil beides zu Regio Mitte Frankfurt gehörte. Bei der S-Bahn und bei Regio gibt es nunmal die Trennung. Ich bin auch kein Freund davon, werde es aber auch nicht ändern können.

  • Die Deutsche Bundesbahn konnte sich auch einen höhere Fahrzeugreserve erlauben als

    es heute den EVUs durch Ausschreibung möglich ist.

    Was nicht mehr gebraucht wird geht, gibt es keine Kaufinteressenten und es ist auch

    kein Einsatz an anderer Stelle durch eine Ausschreibung absehbar relativ schnell zum

    Alteisen.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Zitat

    Und das ist wieder so ein Problem der Bahnreform - Früher war alles kein Problem, da wurde ein Ersatzzug genommen der aufm Hof steht, egal welche Wagen und/oder Lok. Hauptsache da fährt was

    Früher war nicht alles besser, aber manches war gut. Es ist im Übrigen ein Irrtum, dass es früher nicht auch Besonderheiten auf einzelnen Strecken gab, insbesondere Strecken, die über mehrere Bahndirektionen gingen. Auch die Einheitslokomotiven wurden stellenweise von einzelnen Bahndirektionen mit teilweisen anderen Anforderungen konfiguriert. Aber was man zugeben muss - es gab nicht so viele Akteure, die mitgeredet haben. Dadurch wurden auch mal augenscheinlich unwirtschaftliche Entscheidungen getroffen. Dafür eher zum Wohl der Passagiere.


    Die Deutsche Bundesbahn konnte sich auch einen höhere Fahrzeugreserve erlauben als

    es heute den EVUs durch Ausschreibung möglich ist.

    Was nicht mehr gebraucht wird geht, gibt es keine Kaufinteressenten und es ist auch

    kein Einsatz an anderer Stelle durch eine Ausschreibung absehbar relativ schnell zum

    Alteisen.

    Das liegt an mehreren Gründen - zum einen war die Grundbestand höher, d.h. "jede" Bahngesellschaft hatte in der Regel mehr Fahrzeuge im Einsatz, wodurch die Reserven zwar nominell größer waren, aber nicht zwangsweise relativ. Zum anderen war die Fahrzeugtechnik "robuster". Bedeutet nicht, dass heutzutage die Qualität nicht mehr stimmt (was in einigen Fällen verschärfend auch der Fall sein kann), es waren einfach weniger Komponenten. die gewartet werden müssen bzw. kaputt gehen können. Und zu guter Letzt war der Kostendruck früher nicht so hoch. Was natürlich auch die bewusste Entscheidung der Politik und der Gesellschaft ist den "öffentlichen" Transport zu privatisieren.

  • Dr Kostendruck war immer hoch, nur hat sich niemand dafür interessiert, der Steuerzahler hat immer reingebuttert. Schon vergessen, dass die gute alte Bundesbahn vor der Bahnreform fast 60 Mrd. DM Schulden angehäuft hatte? Vermutlich stottert der Bund die heute noch ab.

  • Nein, aber das inflationsbereinigt und in Euro "nur" 10x Riedbahn Sanierung. Finde die Zahl jetzt nicht schlimm. Insbesondere dafür, dass es dann wieder funktionieren könnte.

  • Allerdings gab es auch keine Knebel-Verkehrsverträge, die durchaus brauchbare Ersatzverkehre gleich direkt unmöglich machen, weil der Besteller das so will. Aktuelles Beispiel: RE 6 Chemnitz - Leipzig, für Fahrten, die mit Fahrzeugen ohne Klimaanlage durchgeführt werden, werden höhere Vertragsstrafen fällig als für einen Totalausfall des Zuges, das heißt: für das EVU ist es wirtschaftlicher, eine Zugleistung bei Fahrzeugmangel einfach ersatzlos ausfallen zu lassen oder bestenfalls einen Ersatzbus fahren zu lassen (der fast doppelt so lange braucht, wenn er alle Unterwegshalte mitnehmen soll), als stattdessen mit klimaanlagenlosen Altfahrzeugen zu fahren. Entsprechend sind diese natürlich auch weg.


    Zu weit entfernt, kein regionaler Bezug? Bitte sehr: als vor Jahren das "Kleyerbündel" von 420 auf 430 umgestellt wurde, behielt die S-Bahn vorsichtshalber mal noch fünf 420er, aber die kamen nie zum Einsatz und gingen nach wenigen Monaten dann auch in den Schrott. Denn der Verkehrsvertrag gab vor: für eine planmäßige 430-Fahrt, die mit 420 gefahren wurde, wurde mehr Vertragsstrafe fällig als für einen Ausfall dieser Fahrt. Also lieber die Leute im größten Sauwetter ewig am Bahnsteig warten lassen, damit sie dann mit aasiger Verspätung mit der tollen neuen S-Bahn mitfahren konnten, als sie pünktlich mit der bösen alten "Rumpel-S-Bahn" ans Ziel zu bringen :D


    Wer seitens der EVU natürlich solche absoluten Irrenhaus-Verträge auch noch unterschreibt, gehört für mich auf seinen Geisteszustand hin untersucht; widrigenfalls sagen natürlich die Besteller: dann schließen wir eben mit dem Konkurrenz-EVU Niedergurkenheimer Klitschenbahn GmbH & Co KG aA den Vertrag, Hauptsache, wir bekommen unsere (vollkommen realitätsfremden) Bedingungen durchgezwungen. Gesetzlich absolut gedeckt, so sind nun mal die Gesetze in Deutschland, daß die Besteller vorschreiben können, was sie wollen, und auch die Vertragsstrafen völlig frei festlegen können, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen in der Realität.


    Und solche bescheuerten Knebelverträge gab es "früher" eben nicht. Das ist nicht nur eine Frage von verfügbaren Ersatzfahrzeugen und Fahrzeugreserven, sondern eben auch "dieses Ersatzfahrzeug hat Haltestangen in der falschen Farbe und Sitzbezüge im falschen Muster und außerdem außen nicht 'Oberaffengeiler Verkehrsverbund Gurkenstedt OVG!' dran stehen, deshalb kostet dieser Einsatz das EVU jetzt absolut schwachsinnige Strafen", woraufhin das EVU natürlich lieber komplett ausfallen läßt oder eben mit kürzeren, dafür vertragsgemäß ausgestatteten Fahrzeugen fährt.

    Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.