Schlechteste Betriebssituation in ganz Deutschland

  • Zunächst ist es nicht die Aufgabe des Kunden nach Gründen für die Arbeit eines Dienstleisters zu suchen.

    gut. Aber wieso tust du es dann? Und warum tust du dann so, als hättest du was gefunden?


    Da der RMV keine Gründe liefert, bleibt den Kunden nur eine Abwägung nach Wahrscheinlichkeit. Also genau das, was du auch gemacht hast, als du deine Liste von tatsächlichen und denkbaren Gründen erstellt hast.

    den Kunden bleibt auch, zu sagen; ich weiß nicht. Und im Gegensatz zu dem, was du hier lügst, ist das auch das was ich tue. Ich mache nicht nur keine Abwägung von Wahrscheinlichkeiten, sondern sage sogar explizit, dass ich das nicht kann.

  • Welchen Sinn hat es, auf dem RMV rumzuhacken, wenn der auf die Ursachen keinen Einfluss nehmen kann: Personalmangel und Baustellen ?

    Die Existenz von Baustellen ist hier nicht das Problem, die sind ein notwendiges Übel und lassen sich natürlich auch nicht vom RMV magisch verschwinden lassen. Wie man allerdings den Informationsfluss gestaltet ist eine andere Geschichte, und dafür erntet der RMV hier (meiner Meinung nach) einigermaßen gerechtfertigte Kritik.

    Den Personalmangel hat der RMV sicherlich auch nicht bewusst gewählt, es geht eher darum, wie damit umgegangen wird. Wenn es um Stellwerkspersonal geht, keine Frage, da kann kein RMV was für oder gegen. Bei jahrelangen Versäumnissen, weil Fahrzeuge nicht ordentlich betriebsfähig sind, EVU nicht genügend Fahrpersonal haben usw., liegt es aber durchaus in der Verantwortung des RMV, die Auswirkungen durch versäumte bestellte Leistungen zumindest in der Zukunft zu verbessern. Dazu zählt beispielsweise auch, vielleicht nicht das Rheingau-Netz wieder an den Betreiber zu vergeben, der zu dem Zeitpunkt bereits schlechte Leistungen liefert und bei solch gravierenden Mängeln wie in Taunus und Rheingau weitere Schritte einzuleiten, notfalls bis hin zur Neuvergabe, anstelle die Unternehmen (z.B. auch Alstom*) so in Schutz zu nehmen, wegen denen Anwohner der betroffenen Linien aktiv aufs Auto umsteigen.


    Im Übrigen ging es hier in dem Beitrag zwar auch durch Ausfälle durch fehlendes Stellwerkspersonal und Baustellen, allerdings sehe ich nicht, dass die bloße Existenz dieser Probleme irgendwie dem RMV angehängt wurden. Nur, wie er mit den ohnehin notwendigen Baustellen und der allgemeinen Lage in der Region umgeht und darüber kommuniziert.


    Letztendlich ist diese Diskussion natürlich wieder ganz schön sinnlos. Die einen sprechen - teils ungünstig formulierte oder übertriebene - Kritik aus, basierend auf dem, was sie und Leute in ihrem Umfeld wahrnehmen und die anderen (meistens der gleiche Nutzer, wie so oft) argumentieren einfach dagegen, teils berechtigt gegen die übertriebenen Dinge, teils natürlich wieder aus Leidenschaft der Streitereien ("ich wünsche mir spürbare Besserung" - "Definiere, wie viel Prozent Besserung für dich spürbar ist!!! sonst könnte man ja immer sagen, 'spürbar' liegt genau 1% über der tatsächlichen Besserung!", dazu genau ein Beispiel einer Rücknahme einer Verschlechterung genannt, die noch nicht einmal in Kraft getreten ist, ergo auch nicht spürbar sein kann.).

    Man kann auch Kritik kritisieren, wenn diese nicht gut formuliert oder gar unberechtigt ist, was hier teilweise auch so gemacht wurde, aber das, was hier so manch einer mit erschreckender Häufigkeit abzieht, ist weder zielführend noch angemessen. Es sind nunmal immer wieder die gleichen, die diese Streiterei immer wieder hochschaukeln lassen. Leider scheint das Moderationsteam da eine ähnliche Haltung zu haben wie der RMV gegenüber Vias und start.


    *Kontext: Rheingau-Linie: Mit bekannter Betreiberin häufiger unterwegs

  • Und warum tust du dann so, als hättest du was gefunden?

    Wenn ich was gefunden hätte, dann würde ich damit meinen Oberbürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzenden des RMV kontaktieren und ihm nahelegen, dass die Person, die unlustigerweise ihre Arbeit nicht macht, abgemahnt und im Wiederholungsfall entlassen wird, damit stattdessen jemand eingestellt werden kann, der eine bessere Leistung erbringt. Leider haben wir aber lediglich über die wahrscheinlichen Gründe für die schlechte Leistung des RMV, in diesem Beispiel bei der Kundeninformation, diskutiert.

    Aber du hast mich überzeugt: Ohne Input seitens des RMV ist das alles müßig. Ich erlaube daher hiermit dem RMV sich hier in diesem Thread öffentlich zu äußern und uns die Gründe für die besagten schlechten Leistungen zu erläutern. Sollte die Unlust keiner dieser Gründe sein, entschuldige ich mich öffentlich beim RMV und persönlich bei baeuchle. Letzteren lade ich in diesem Zuge zu einem Glas Wein (oder einem anderen Getränk seiner Wahl) nach Rüdesheim ein. (Die Anreise muss allerdings mit einem Zug der VIAS erfolgen, kommt der Eingeladene zu spät, verfällt das Angebot automatisch).

    Hier noch ein Ausschnitt aus dem Kundenbarometer 2024 der VGF, Seite 64:
    https://ibb.co/ymk9xGbD

    Auf dem letzten Platz der Schwächenanalyse: Informationen bei Störungen (ab 3,34 gilt ein Wert als "sehr schlecht"). Positiv: Es besteht keine Gefahr einer Verschlechterung! Woran das wohl liegen mag? Kann also wenigstens keiner behaupten, man habe das nicht gewusst.

    Einmal editiert, zuletzt von Tab FFM ()

  • Ich erlaube daher hiermit dem RMV sich hier in diesem Thread öffentlich zu äußern und uns die Gründe für die besagten schlechten Leistungen zu erläutern.

    wie gnädig von dir. Ich erlaube dir, dich zu informieren über:

    • Epistemologie
    • Beweislast
    • Nebelkerzen
    • Strohmänner
    • Aufrichtige Diskussion

    Wenn du nun aber sagst, dass

    das ist einfach Unwille, seinen Kunden einen akzeptablen Service zu liefern

    bedeutet: „ich halte Unwillen als Grund für am Wahrscheinlichsten“, bin ich zwar immer noch anderer Meinung, aber dann sehe ich das als Bestätigung meines ursprünglichen Einwandes, dass die Behauptung wie geschrieben als Tatsachenbehauptung nicht haltbar und stattdessen eben eine Unterstellung ist.

  • Der Preis alleine ist aber nicht entscheidend, sondern die Frage, wie es zu diesem Preis gekommen ist.

    Nur als ganz simples Beispiel. Ich mache eine Ausschreibung "Fahre mir 100 km im Stundentakt. Der günstigste Anbieter gewinnt." oder eine Ausschreibung ""Fahre mir 100 km im Stundentakt. Außerdem musst Du an jeder Endstation immer zwei Reserveparks vorhalten. Der günstigste Anbieter gewinnt.". In beiden Fällen läuft die Ausschreibung ausschließlich über den Preis. Trotzdem kannst Du Dir an Deinen zehn Fingern ausrechnen, welche der beiden Ausschreibungen eine bessere Betriebsqualität zur Folge hat.

    Dem würde ich nicht uneingeschränkt zustimmen.


    Ja, die Konditionen bestimmen maßgeblich die Betriebsqualität mit. Genau hier setze ich auch Kritik an, nämlich dass diese Konditionen bisweilen vernachlässigt wurden und werden. Man denke an die Zeit vor so etwa 10-15 Jahren, als man sich beim RMV rühmte, auch Zugbegleitpersonal in den Konditionen ergänzt zu haben – nachdem dessen Fehlen zuvor scharf bemängelt wurde und es bei der DB vorher oft Standard war. Man könnte auch eine gute Personaldecke voraussetzen (was auch dem Personal selbst zu Gute kommen würde, wenn das Risiko sinkt, seinen Arbeitsplatz zu verlieren oder aufgeben zu müssen). Egal ob Reserven, Personal oder Sonstiges: Es dürfte doch auch wieder eine Kostenfrage sein, und damit eine Frage der grundsätzlichen Finanzierung?


    Dennoch sehe ich "Der günstigste Anbieter gewinnt" in einer tragenden Rolle. Natürlich habe ich keine belastbaren Zahlen, aber wenn ich mich in den letzten Jahren zurückerinnere, fallen mir viele schief gelaufene Betriebsübernahmen ein, primär durch nicht-etablierte EVU respektive Tochtergesellschaften... die konnten natürlich das wirtschaftlichste Gebot abgeben, aber die vereinbarte Leistung dann nicht erbringen.


    Das wirtschaftlichste Angebot bestimmt sich nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Zu dessen Ermittlung können neben dem Preis oder den Kosten auch qualitative, umweltbezogene oder soziale Aspekte berücksichtigt werden. (§ 127 Abs. 1 GWB).

    "Können" ist das magische Wort. Ich finde: weniger als "Müssen" ist sinnlos.

  • Dennoch sehe ich "Der günstigste Anbieter gewinnt" in einer tragenden Rolle.

    Hab mal irgendwo gehört, dass in einer ähnlichen Problematik statt des günstigsten der zweitgünstigste Anbieter genommen werden musste. Es soll wohl zu realistischeren Ergebnissen geführt haben, weil ein unterirdisch günstiges Angebot nicht mehr automatisch gewinnt.

  • Qualität und Verlässlichkeit des Schienenverkehrs an Verkehrsknoten


    In v.g. Drucksache 21/2573 des Deutschen Bundestages sind einige interessante Zusammenstellungen im bundesweiten Vergleich.


    Kein Wunder, dass zusätzliche Verkehre im Bestandsnetz im Knoten Frankfurt (und München) ohne Ausbau kaum/nicht möglich sind.


    Logische Folge:

    Deklaration ZülS


    Im Vordergrund dürften daher erst mal in den nächsten Jahren die konsequente Umsetzung betriebsstabilisierender Maßnahmen oder Maßnahmen zur Entlastung von Engpässen stehen.

  • In v.g. Drucksache 21/2573 des Deutschen Bundestages sind einige interessante Zusammenstellungen im bundesweiten Vergleich.

    Was genau ist für dich die zentrale Aussage aus diesem Papier und was sagt das dann über die 'schlechteste Betriebsqualität in ganz Deutschland' aus? Ich finde z.B.:

    • "Betriebliche Pünktlichkeit DB Fernverkehr AG" in Frankfurt besser als in München (nur Ankunft – die meisten abfahrenden Züge starten hier), Köln, Düsseldorf, Hamburg-Atona (Ankunft, wie München). Ist also nicht geeignet, um die 'schlechteste Betriebsqualität' zu untermauern.
    • "Durchschnittliche Verspätung der Züge von DB Fernverkehr AG" besser als in den vorgenannten UND gleich wie in Hamburg Hbf. Ebenso.
    • "Personengewichteter Anschlusserreichungsgrad zwischen Zügen der DB Fernverkehr AG" besser als in München, Berlin, Berlin Südkreuz und gleich wie in Hannover, Mannheim, Köln
    • "Haltausfälle DB Fernverkehr je Tag ohne Ersatz" halte ich für wenig aussagekräftig, weil die Gesamtzahl der Züge ja dann doch eine winzige Rolle spielt, aber nicht aufgeführt ist

    Also, what gives? Schienenwege sind überlastet und die Zahlen nicht gut. Das war ja Konsens im Thread.