Teilnetz Gallus: Ausschreibung 12/2032 - 12/2054

  • Moin,

    Für die Meisten werden ja die fahrzeugtechnischen Anforderungen (Anlage 02a) interessant sein.

    Mal grob zusammengefasst, was im Vergleich zu den 423/430ern anders ist bzw. weswegen es in aller Voraussicht eine Neukonstruktion sein wird statt einer Nachtragsbestellung zu den neuen Münchnern / Kölnern:

    - Neu: Standback-Area. Ich meine die Diskussion über die Wortdefinition schon einmal gehabt zu haben, aber hier wird es sogar mit einer Abbildung deutlich, was gemeint ist. Kurzum, damit sollen die Einstiegsbereiche besser freigehalten werden können als bislang.

    - Neu: Bestuhlungsart. Während wir heute die Vis-á-vis Sitzgruppen in Form von 2+2 kennen, sollen die Sitzgruppenaufteilung künftig 1+2 sein, um im Türbereich einen besseren Fahrgastwechsel durchführen zu können.

    - Neu: Anzahl der Türen. Es gibt nun eine Mindestvorgabe von 10 Türen pro Seite, welche gleichmäßig zu verteilen sind.

    - Neu: Keine Abfallbehälter. Das wird spannend.

    - Neu: Steckdosen an nahezu allen Sitzen (Forderung zitiert: "Für jeden Einzel- und Doppelsitz ist mindestens eine Steckdose mit USB-C Anschluss[, ] Insgesamt darf die Anzahl der Steckdosen mit USB-C Anschluss im Fahrgastraum 50 % der Anzahl der Festsitze nicht unterschreiten")

    - Neu: Keine 1. Klasse.

    - Neu: Keine Gepäckablage

    - Neu: Vollfarbige Außenanzeige.

    - Neu: Übertür-Displays an allen(!) Türen außen sowie innen. Hier soll wohl auch vollfarbige Anzeigesysteme installiert werden; im Innenraum lässt sich aufgrund der vorgegebenen Pixelzahl vermuten, dass es Monitore werden statt nur niedrigauflösende LED-Displays

    - Neu: Leuchtband-Element. Zitat: "[...] ein Leuchtelement seitlich am Fahrzeug oberhalb der Fenster angebracht werden, dass in Abhängigkeit von der in der Außenanzeige an der Fahrzeugfront angezeigten Liniennummer automatisiert die vom AG vorgegebene jeweilige S-Bahn-Linienfarbe der aktuellen Fahrt als farblich durchgehend einheitliches LED-Leuchtband darstellt."

    - Neu: Aushänge. Hinter jedem Führerstand soll per Display eine interaktive Netzkarte angezeigt werden.

    - Neu: Vollausrüstung ETCS Level 2 ab Werk

    - Neu: Vorrüstung GoA2


    Ab hier meine persönliche Spekulation:

    - Aufgrund der Vorgabe, dass die Türen gleichmäßig zu verteilen sind, aber nur noch 10 Türen sein sollen, könnte es gut sein dass es künftig keine 4-teiligen Züge werden sondern 5-teilig (oder unrealistisch gesagt 10-teilig). Diese Spekulation könnte gegebenenfalls auch dadurch gestützt werden, dass die verbaute Technik in den letzten Jahren so zugenommen hat (gerade die Anzahl der Displays...), dass die Gewichtsaufteilung auf den Achsen nicht mehr in der Form machbar ist, sodass ein weiterer Drehgestell und kürzerer Wagenkasten nötig werden. Vielleicht interpretiere ich aber auch zu weit.

    - Ebenso durch die genannte Vorgabe vermute ich, dass es keine baugleichen Fahrzeuge wie die Kölner oder die Münchener Neubestellung werden wird, zumal die Gesamtzuglänge ja auf den bisher uns bekannten Maximallänge ausgelegt worden sind. Eher wäre vielleicht ein Szenario vorstellbar, dass Stuttgart bauähnliche Fahrzeuge bekommen könnte wie unsere.

    - Meine persönliche Befürchtung, dass die Ausfallquote der Fahrzeuge sich durch die verbaute Neutechnik zunehmen könnte. Es sind größtenteils nicht-sicherheitsrelevante Komponenten, aber gerade bei den seitlichen Übertür-Displays außen oder auch schon beim Linienband ist zu vermuten dass diese nach einer gewissen Zeit nicht mehr so ganz vollständig funktionieren wird.


    Es wird spannend...

  • Moin,

    Für die Meisten werden ja die fahrzeugtechnischen Anforderungen (Anlage 02a) interessant sein.

    Mal grob zusammengefasst, was im Vergleich zu den 423/430ern anders ist bzw. weswegen es in aller Voraussicht eine Neukonstruktion sein wird statt einer Nachtragsbestellung zu den neuen Münchnern / Kölnern:

    So einige Features sind aber identisch zu den Münchener Neufahrzeugen - z.B. die USB-Steckdosen, Leuchtband & Displays über den Türen.

  • Beitrag 2, da Editierzeit abgelaufen.


    Da meine Interessen generell sehr stark bei den Fahrzeug(anforderung)en liegt, hatte ich in die Leistungsbeschreibung erst danach reingeschaut. Und siehe da, hier ist es auch interessant:

    S3: Bad Soden – Niederhöchstadt – F-Rödelheim – Frankfurt West – Frankfurt Hbf – Frankfurt Süd – Langen – Darmstadt Hbf;

    S4: Kronberg – Niederhöchstadt – F-Rödelheim – Frankfurt West – Frankfurt Hbf – Frankfurt Süd – Langen;

    S5: Usingen – Friedrichsdorf – Bad Homburg – F-Rödelheim – Frankfurt West – Frankfurt Hbf – Frankfurt Ost – Hanau Hbf;

    S6: Friedberg – Bad Vilbel – Frankfurt West – Frankfurt Hbf – Frankfurt Süd.

    Hieraus lässt sich ableiten, dass a) die nordmainische S-Bahn wirklich die S5 werden soll, b) zu diesem Zeitpunkt die Darmstädter Achse wieder zurückgedreht werden soll.

    Gemäß dem Fahrplankonzept wird allerdings unterstellt, dass a) die S5 nach Usingen verlängert ist, b) nahezu alle S6 Fahrten bis Friedberg durchfahren (4-gleisiger Ausbau MWB 2. Stufe), c) die S5 nach Hanau verlängert ist (teilweise nur bis Fechenheim) (Off-Topic: Interessant zu sehen, dass trotz Farbvorgabe gemäß Anlage 02b die S5 in der Anlage 20 Anhang 3b zwei unterschiedliche Farbtöne aufweisen).

    Leichte zeitliche Verschiebungen sind zu erkennen.


    Auch interessant zu lesen ist, dass unter bestimmten Bedingungen sogenannte Express-SEV-Fahrten angeboten werden muss. Nach meinem Kenntnisstand - ohne die aktuellen Verträge zu kennen - dürfte auch dieser Punkt eine Neuerung sein. Ebenso neu dürfte sein, dass ein Probebetrieb ohne Fahrgäste durchzuführen sei.


    Da mir die Zeit zu knapp wird, schaue ich die Tage in die weiteren Details rein. Soweit erst einmal von mir...

  • Die S-Bahn Kopenhagen hat Fahrzeuge mit sehr kurzen Segmenten. Bei gleichem Lichtraumprofil können die Wagen so breiter ausfallen. Vielleicht möchte der RMV solche Lösungen ermöglichen, vielleicht sind die 10 Türen aber auch nur eine recht willkürlich gewählte Zahl.


    Eine genaue Definition der Türpositionen wäre insbesondere für Bahnsteigtüren wichtig. Schade, dass der RMV daran, zumindest im Moment, nicht denkt, werden die Fahrzeuge doch mindestens bis 2054 eingesetzt. Werden bis dahin Bahnsteigtüren eingebaut, wird die hier gewählte Türposition im Zweifel dann "für alle Ewigkeit" feststehen.


    Übertürdisplays außen und innen sollten zu einem S-Bahn-System mit Stammstrecke (großer Fahrtendichte) mittlerweile dazugehören. Da mir nicht bekannt wäre, dass Zugzielanzeiger außen besonders oft ausfallen, sehe ich darin erstmal kein Problem.

  • Eine genaue Definition der Türpositionen wäre insbesondere für Bahnsteigtüren wichtig. Schade, dass der RMV daran, zumindest im Moment, nicht denkt, werden die Fahrzeuge doch mindestens bis 2054 eingesetzt. Werden bis dahin Bahnsteigtüren eingebaut, wird die hier gewählte Türposition im Zweifel dann "für alle Ewigkeit" feststehen.

    Nice-to-have, aber ganz ehrlich: Egal wo, selbst in meiner Heimat (Japan), führte die Einführung der Bahnsteigtüren zu einer längeren Haltezeit. Das wird in unserem City-Tunnel selbst mit ETCS-Einführung nix werden, solange nicht Linien herausgenommen werden. Ja, Sicherheit plus, aber das ist unrealistisch.


    Da mir nicht bekannt wäre, dass Zugzielanzeiger außen besonders oft ausfallen, sehe ich darin erstmal kein Problem.

    Mit "vollständig" meinte ich eher: Je mehr Displays, desto häher die Ausfallquote eines Displays, damit auch geringere Wahrscheinlichkeit einer Garnitur mit ALLEN funktionierenden Displays. Inwiefern dies als Skandal gewertet wird und ob dann die Garnitur auf dem Hof stehen bleiben muss (bzw eher die interessantere Frage: Ab wie viel defekten Displays muss der Zug getauscht werden?), das ist uns natürlich noch nicht bekannt.
    Edit: Dir werden nicht so oft ausgefallene ZZAs aufgefallen sein, weil Garnituren mit defekten Anzeigen eigentlich nicht auf die Strecken dürfen (mindestens wenn vorne nicht funktioniert).

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    Einmal editiert, zuletzt von NITS_shu ()

  • - Neu: Keine Abfallbehälter. Das wird spannend.

    Also ich kann wirklich alle Punkte nachvollziehen. Diesen jedoch nicht. Viele werden ihren Müll einfach auf den Boden oder auf den Sitz legen. Es wird also noch dreckiger.

    Man kann nur hoffen, dass vielleicht größere Abfallbehälter in den Gängen oder an den Einstiegsbereichen angebracht sind.

  • Zu den Fahrzeugen:


    Wenn man das liest, sind die Anforderungen eine Mischung aus Ideenzug, neue S-Bahn München und neue S-Bahn Köln.


    Beim Wagenkasten setzen alle drei S-Bahn Systeme auf breite Türen und die Standback Area. Die geforderte Verteilung der Türen entspricht mehr der S-Bahn Köln als der S-Bahn München. Ich sehe eher einen Vierteiler als ein Fünfteiler, da die Wagen beim Fünfteiler extrem kurz werden und damit noch weniger Platz für die Aggregate vorhanden ist. 70m/5 sind 14 m pro Wagen. Da die Endwagen wegen der Crashzonen etwas länger werden müssen als die Mittelwagen, bleiben dann knapp 13m. Das ist schon sehr wenig. Die geforderte gleichmäßige Verteilung der Türen bekommt man auch mit einem Vierteiler hin, mit 3 Türen je Endwagen und je 2 Türen in den Mittelwagen. Ein Vierteiler auf Basis der neuen S-Bahn Köln würde das genau erfüllen. Sowohl bei der S-Bahn Köln als auch bei der S-Bahn München müssten die Endwagen etwas verkürzt werden, etwa eine Fensterlänge weniger. Die neuen Münchner Endwagen sind ca. 22m lang, die Mittelwagen 15m. Eine Verkürzung der Endwagen um 3m würde die geforderte Länge von 68m ergeben. Bei der S-Bahn Köln dürfte es ähnlich sein, hier kenne ich aber noch nicht die Längen der Wagen. Daher sehe ich keine völlig neue Konstruktion sondern eine angepasste Version der neuen S-Bahn München oder Köln.

  • Also ich kann wirklich alle Punkte nachvollziehen. Diesen jedoch nicht. Viele werden ihren Müll einfach auf den Boden oder auf den Sitz legen. Es wird also noch dreckiger.

    Man kann nur hoffen, dass vielleicht größere Abfallbehälter in den Gängen oder an den Einstiegsbereichen angebracht sind.

    Funktioniert bei der S-Bahn München schon.

  • Jup.
    Es soll separate Mehrzweckbereiche für Rollis und Fahrräder geben, diese sollen auch räumlich getrennt sein.

    Die Fahrradstellplätze müssen räumlich getrennt von den Rollstuhlplätzen in verschiedenen Mehrzweckbereichen angeordnet sein.


    In jedem Fahrzeug muss je Kopfende Platz für mindestens einen Rollstuhl angeboten werden.

    Gepäckstücke könnten wie in München auf den fehlenden 4. Platz oder kleine Gepäckstücke, wie Trolleys, unten den Sitzen platziert werden.

  • In YT gibt es Video, das die kommenden Fahrzeuge für München vorstellt (vermutlich ein Mockup).

    Einige der gezeigten Features entsprechen den Anforderungen für Frankfurt. Ich gehe davon aus, das Siemens mit einer angepassten Version in Rennen gehen wird.

  • Vielleicht wird es ja am Ende eine Variante des Mireo City. Die Türen könnten auch gleichmäßig verteilt werden, ohne im jeden Wagen die gleiche Anzahl an Türen zu haben. Also bei vier Wagen zum Beispiel 2, 3, 3 und 2 Türen. Mir gefällt der Siemens Zug für München auf jeden Fall besser als der Zug Alstom für Köln.

  • Toiletten also keine. Schade.

    Glaubst Du einem Wörterbuch, in dem man Müll nicht trennen kann, wohl aber gu-te Freun-de?

  • Da bestehen Zusammenhänge. Zuletzt war geplant, dass die S3/S4 nach Hanau fahren soll. Wenn der Linientausch zurückgedreht wird, ist diese Zeitlage die S5. Ich frage mich allerdings, wie das gehen soll. Aber Mindestvoraussetzung ist, dass die S6 fertig ausgebaut ist.

    Glaubst Du einem Wörterbuch, in dem man Müll nicht trennen kann, wohl aber gu-te Freun-de?

  • Zum Zurückdrehen des Linientauschs habe ich nachgerechnet: Im Taunus müsste das machbar sein. Die RTW ist allerdings bislang mit dem jetzigen S5-Takt geplant. Wie sich das ändern lässt, habe ich nicht geprüft. Zumindest während der Verkehrszeit des SE15 wird es schwierig wegen Spiegelminute 7,5. Und wenn alles geht, wäre es für den Umstieg in Friedberg und die Wende in Bad Soden am besten, die S6 zu belassen und die S3/4 auf die jetzige S5-Lage zu schieben.

    Glaubst Du einem Wörterbuch, in dem man Müll nicht trennen kann, wohl aber gu-te Freun-de?

  • Zurückdrehen ist nicht ganz korrekt. Hin- und herdrehen passt schon eher.


    Die S5 soll ihre derzeitige Lage behalten (ehemalige S6-Lage). Damit werden die Anschlüsse im Taunus sowie die Konstruktion mit der RB 16 und deren Anschlüsse in Friedberg und (dann) Bad Homburg erhalten. Außerdem war diese Taktlage für die Durchbindung nach Hanau mit Einbindung in den 0/30-Knoten vorgesehen, was wir hier dann auch sehen.


    Die S3/4 rutscht in ihre vorherige Lage zurück, womit die alten Durchbindungen wiederhergestellt werden. Wie das mit dem Stärken/Schwächen der S4 zum Langzug dann funktionieren soll ist mir allerdings ein Rätsel.


    Übrig bleibt für die S6 die alte Lage der S5 (derzeit S3/4), was bedeutet, die Anschlüsse in Friedberg werden sehr bequem, die Wendezeit ist mit 22 Minuten auch ordentlich. Wenn sich der viergleisige Ausbau verzögert, wird so wenigstens die Verspätungsübertragung vom Regionalverkehr reduziert.

  • Die 22 Minuten in FB hätte man nur wenn die Trassen von RE/RB/IC auf der Fernbahn

    verschoben würden. Ansonsten läuft das erst mal auf Standzeit in Bad Vilbel hinaus.

    Gesammt ist dann durch längere Wende-/Standzeiten 1 Zug [3/4/6] mehr unterwegs.

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