Neu im Forum und in der Branche "Schienenbahnfahrer"

  • Hallo an Alle,


    Markov ist der Name, ich durchlaufe gerade den Bewerbungsprozess bei der VGF zur Quereinsteiger-Ausbildung als Schienenbahnfahrer. Schichtdienst und anstrengende Kundschaft kenne ich aus meinen bisherigen Jobs schon sehr gut. Ich geh mal nicht weiter ins Detail, ich weiß nicht wer hier mitliest.


    Ich bin interessiert an allem, was mir in der Ausbildung und im Beruf so unteekommen wird (keine Sorge, ich habe nicht vor abzuspringen falls die Informationen die ich bekomme zu spannend sind). Habt ihr Tipps für Neulinge?


    Und nach einem Gespräch mit dem "Bahn-Babo" über Blasengesundheit interessiert mich ein Thema brennend: wann und wie (oft) kommt man als Fahrer aufs Klo?


    LG

    Markov

  • Hey Markov,

    Ich bezweifle, dass dir hier jemand öffentlich eine zufriedenstellende Antwort geben wird. Wie man so einen Fahrdienst ausgestaltet und was für Probleme man dabei hat oder nicht, ist sehr individuell und von Kolleg:in zu Kolleg:in verschieden. Lass dich nicht verunsichern, das ist alles machbar. Solche konkreten Fragen wie zur Hygiene unterwegs können dir sicher auch im Bewerbungsprozess an geeigneter Stelle beantwortet werden.


    Viel Erfolg bei der Bewerbung.

  • Zum Thema Toilette: Ist abhängig von den Strecken.

    Selbstverständlich hast du an jeder Endhaltestelle eine Toilette - in sehr dringenden Fällen, hilft natürlich auch die Leitstelle mit.

    Grob 1 mal stündlich geht es mindestens auf Toilette, die längsten Fahrten hast du ja auf den Linien 11/12.

    Auf anderen Linien mit kurzen Wendezeiten (U4-U7) gleicht sich das meistens so aus, dass du trotzdem innerhalb von einer Stunde einmal die Toilette gut schaffst.


    Tipps für Neulinge kommt natürlich drauf an, welche Fragen hast du? ^^


    Anstrengende Kundschaft hält sich glücklicherweise in Grenzen. Im Gegensatz zum Einzelhandel etwa, ist man diesen nicht direkt ausgesetzt.

    Dass aber täglich Schlägereien stattfinden, in der Bahn entsprechende Drogen konsumiert werden, es schöne Hinterlassenschaften gibt, ist natürlich leider klar.

    Aber dass man bspw. ständig angepöbelt wird, erlebe zumindest ich nicht.


    Beim Schichtdienst muss man der VGF positiv anmerken, dass man in seiner festen Schicht (Früh/Übergang/Spät/Ggf. Geteilte Dienste) eingeteilt wird. Da kenne ich andere Unternehmen, etwa aus dem südlichen Raum, bei denen man alle Schichten abwechselnd fährt und dazu bis zu 10 Verfügungsdienste im Monat hat. (und man wundert sich zeitgleich über Unfälle, wo das Personal während der Fahrt einschläft)


    Dir erstmal weiter viel Erfolg! Glücklicherweise geht das Verfahren bei der VGF zügig. Zumindest hoffe ich, ist es dabei geblieben.

  • Das mit den Toiletten klingt schonmal beruhigend.


    Wie funktioniert das Schichtmodell 5-2-4-1, wieviel Einfluß hab ich auf die Dienstplanerstellung und kann man auch Schichten tauschen (ich hätte Dienstag frei, aber Mittwoch möchte ich einen Termin wahrnehmen)?

  • Ah, haben die das noch nicht geändert in der Stellenausschreibung?

    Das 5-2-4-1 Modell endet dieses Jahr, nächstes Jahr kommt ein neues Modell, das ich selber noch nicht ganz verstanden habe. Aber es bleibt relativ ähnlich.

    5 - Tage Arbeit

    2 - Tage frei

    4 - Tage Arbeit

    1 - Tag Frei - und in diesem Rhythmus wechselt es immer wieder.

    Wer jedes Wochenende frei haben möchte, kann den geteilten Dienst in Anspruch nehmen.

    (Auch hier angemerkt, damit bietet die VGF ein vernünftiges Kompromiss, wie ich mitbekommen habe)


    Einfluss hast du ohnehin erst nach der Probezeit, bis dahin arbeitest du, wie dir die Dienste vergeben werden.

    Danach kommt es drauf an. Wie ich aber bisher mitbekommen habe, ist der Diensttausch nicht ganz so gerne gesehen - möglich ist es aber, mittels "Antrag" - hab's leider bisher nicht probiert, sonst könnte ich dazu was sagen. ^^


    Der Dienstplan wird ca. 2-3 Wochen im Voraus erstellt - davor kannst du dir teilweise willkürlich an einzelnen Tagen frei(bei Plusstunden) bzw. Urlaub eintragen.

    Ist es was kurzfristiges, kannst du - schon eher mit Erfolg - einen Tag vorher nochmal anfragen und das funktioniert wohl (angeblich) besser, als das tauschen von Diensten.

    Also, möglich ist es, aber natürlich immer im begrenzten Rahmen.

    Dafür weißt du deine freien Tage nach Ende der (ca. 3 monatigen) Ausbildung bereits für das ganze Jahr, was die Planung erleichtert.

  • Nur zu! ^^


    Es gibt sowohl Bereitschaftsdienste, die den ganzen Tag (8h, in der Zeit von 6 bis 20? Uhr) gehen, wo du auf Abruf am entsprechenden Standort verbringen musst. Beispielsweise in der Dienst"wohnung" Konstablerwache, oder im Betriebshof selbst. Der wird nicht besonders vergütet, sondern ganz regulär die Stunden bezahlt. Oder inwiefern meinst du vergütet?

    Es gibt aber auch Schichten, wo du nur 3-4h Bereitschaft hast, die anderen 3-4h dann (meistens) einen Zug aus dem Betriebshof einschiebst, etwa zur HVZ.

    Ist mir persönlich lieber, das bedeutet im "schlimmsten" Fall nur 4h gammeln.


    Definitiv die U7! :P Die Auswahl hält sich bei mir selbst leider in Grenzen. Aber die U7 ist für mich ideal, 50/50 oberirdisch und unterirdisch, man fährt mal ein paar Minuten mehr am Stück. Anders als etwa die U5 mit 20-22 Minuten Fahrzeit, oder U4 mit 12-13 Minuten Fahrzeit auf dem Kurzpendel.

    Aber hier ist natürlich Platz für eine weitere positive Anmerkung des AG: Auf lange Sicht können weitere Betriebshöfe "erlernt" werden, so hat man am Ende eine schöne Abwechslung in der Tätigkeit.

  • Das kommt, wie vorher schon Erwähnt, darauf an in welchem Betriebshof du tätig bist und welche Ausbildung du bekommst.

    Dann fährst du erst auf den ausgebildeten Linien und Fahrzeugen, im Laufe der Zeit folgen dann Linien- und ggf. Fahrzeugerweiterungen.


    Wenn man dann alles fahren kann, dann kann es schon mal passieren, dass man für den "Fremdbahnhof" fährt.


    Allerdings ist das Ganze irgendwann wie Fahrradfahren. ;-)

    Das Schicksal mischt die Karten - und wir spielen.

  • dass man in seiner festen Schicht (Früh/Übergang/Spät/Ggf. Geteilte Dienste) eingeteilt wird.

    Für wie lange:

    12 Tage, mehrere Wochen oder Monate oder gar immer?


    Ich kenne jemanden aus der Industrie, der hat immer dieselbe Schicht, sein Arbeitsleben lang.

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  • In der festen Schicht ist man immer, hat aber im Monat 2 Wunschdienste und nach Ende der Probezeit kann ein Antrag auf Schichtwechsel gestellt werden, der - je nach Betriebshof und Verfügbarkeit - nach 1-2 Jahren erfüllt werden kann, öfters aber auch bereits davor. Natürlich kann auch dann wieder gewechselt werden, wenn man doch unzufrieden ist - immer im verfügbaren Rahmen. Zumindest konnten viele aus dem Kurs, in dem ich auch war, bereits innerhalb von einem Jahr ihre Schicht ändern.


    Innerhalb der Branche, scheint sich das stark zu unterscheiden.

    Von 2 Unternehmen (Großstädte) weiß ich, dass dort das Personal von Früh bis Spät alle Schichten abwechselnd fahren muss und sogar bis zu 10 Verfügungsdienste* im Monat sind. Finde ich persönlich suboptimal, fördert nur Schlafstörungen.

    Von einem anderen Unternehmen weiß ich, dass alle grundsätzlich erstmal in der Tagschicht eingestellt werden und auf Antrag die Schicht wechseln können, aber dort soll es 5-6 Jahre dauern.


    Da lässt sich sicherlich diskutieren, ob es dann so wie in der Industrie besser ist, dauerhaft nur eine Schicht zu haben :/


    Verfügungsdienste*=Genaue Arbeitszeiten für den Folgetag werden erst 1 Tag vorher um 12:00 Uhr bekannt gegeben.

    Bei der VGF sind es 5 solcher Tage im Monat, scheint so üblich zu sein.

  • Vielen Dank, das hört sich gut an, bei der VGF. :thumbup:Und vor allem, dass es geht mit einer dauerhaften Schicht. Im Handel hatte ich schon mal wöchentliche Schichtwechsel.

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  • SoundofN1 Kenne ich auch noch ebenfalls aus dem Handel ^^ wie war es denn für dich?

    Fand es tatsächlich besser, als eine dauerhafte. Gut, Samstag spät und Montag früh, werde ich definitiv nicht vermissen.


    Da ich langfristig wegziehen werde (Frankfurt ist jetzt nicht "The place to be" für mich) schaue ich mich aktuell in anderen Städten um. Heute habe ich erfahren können, dass es das tatsächlich auch bei Straßenbahnbetrieben gibt - so ist es bei meinem Wunschbetrieb vorgesehen. Ein wöchentlicher Wechsel von Früh- und Mittel-/Spätschicht.

    So hat man zumindest seine Zuschläge und damit ein höheres Nettogehalt sicher.


    Bis jetzt sage ich weiterhin, dass die VGF - aktuell - für den Arbeitnehmer wohl die besten Konditionen bietet. Zumindest mein Eindruck über die Konditionen aus 5 verschiedenen Betrieben innerhalb Deutschlands. Über das Gehalt lässt sich auch nicht beschweren (meiner Meinung nach) - wer mehr netto haben möchte, arbeitet zwischendurch Früh/Spät und öfters mal an Wochenenden. Oder eben an Feiertagen.

  • Auch wenn OT: Aus den 80ern in der Industrie kenne ich noch dieses System:


    6 Tage Nachtschicht

    2 Tage frei

    6 Tage Spätschicht

    2 Tage frei

    6 Tage Frühschicht

    2 Tage frei


    Zusätzlich gab es ca. alle 6 Wochen 2 Tage Zusatzruhe.


    Dabei war das Personal in 4 Schichtgruppen und für die Zusatzruhe in 21 Gruppen eingeteilt.