RMV plant Tarifreform mit nur noch 6 Ticketarten

  • (parallel mit dem vorigen Beitrag geschrieben, überschneidet sich teilweise)


    Ein gewisser Anreiz ist in Ordnung, aber nicht jeder hat ein Smartphone. Das betrifft zwar hauptsächlich Personengruppen, für die es vergünstigte Dauerkarten gibt: Kinder und Senioren. Trotzdem rechnen die sich nicht für jeden. Es gibt auch Personen, die Bedenken wegen Datenschutz haben. Aber mir fällt eine Idee ein, die früher schon einmal jemand im Forum aufgebracht hat: Checkin-Checkout von Guthabenkarten. Damit lässt sich auch jeder Tarif komfortabel abbilden.

    Glaubst Du einem Wörterbuch, in dem man Müll nicht trennen kann, wohl aber gu-te Freun-de?

    Einmal editiert, zuletzt von Reinhard ()

  • Checkin-Checkout von Guthabenkarten. Damit lässt sich auch jeder Tarif komfortabel abbilden.

    Und nachher beschweren sich wieder alle darüber, dass das Ein- und Aussteigen besonders an verkehrsreichen Halten so lange dauert und wie egoistisch doch die Fahrgäste sind, dass sie die Türen nicht einfach zugehen lassen, sondern darauf bestehen, auch noch reinzukommen, wo doch die Leute vor ihnen so lange Zeit brauchten, sich beim reingehen einzuchecken.

  • Deine Argumente wären richtig, wenn man vorhätte jeglichen Vertrieb abseits des Smartphones abzuschaffen. Mein Vorschlag war ja aber diejenigen die Infrastruktur zahlen lässt, die sie nutzen. Oder umgekehrt: Diejenigen die bereit sind sich eine App runterzuladen und sich fünf Minuten damit zu beschäftigen, müssen nicht den vollen starren Preis zahlen.


    Natürlich ist es wünschenswert, wenn das dann deutschlandweit im DB Navigator funktioniert

  • Ich empfand es in Prag ganz angenehm. Fahrkarte kaufen/entwerten - ab dem Zeitpunkt gilt diese für:


    1. 30-Minuten ohne Umsteigen (als Kurzstrecke gedacht)
    2. 90-Minuten in eine Richtung ohne Fahrtunterbrechung
    3. 24 Stunden beliebige Fahrten
    4. 3-Tages-Karte (insb. für Touristen oder Geschäftsreisende gedacht)
    5. Monatskarte

    Die Fahrkarten lassen sich sehr leicht auf Basis der eigenen Planung kaufen. Keine Tarifzonen, Entfernungen oder verschiedene Preise je nach Weg, noch komplizierte Automaten. Es gibt noch Vergünstigungen für bestimmte Bevölkerungsanteile (kinder ab 15 Jahre z.B.) und Kinder bis inkl. 14 und Senioren ab 65 fahren gratis. Aber alles in allem sehr einfach gestrickt und logisch aufgebaut. Der Umgang mit Betriebs-Störungen die zu Fahrzeitverlängerungen führen ist diskutabel, denn hier ist nach der Fahrt mit der gestörten Fahrt dann schluss, wenn die 90 Minuten erreicht sind.

    Und das Netz in Prag kann sich sehen lassen, auch wenn oder weil die Stadt fast doppelt so groß ist wie Frankfurt. Wenn man aber die Metropolregion vergleicht, nimmt sich das nichts mehr.

  • An fahrgaststarkfrequentierten Halten verlagert man das Ein- und Ausbuchen mit einer Chipkarte

    an die Zu-/Abgänge. Dann dauert der Fahrgastwechsel nicht länger. Bei Tramhaltestellen zieht das

    etwas mehr Umbau mit sich als in den Tunnelstationen wo man früher mal eine Art Durchgang

    hatte. Die Spuren davon sieht man zB Südbahnhof Haupteingang vor den Rolltreppen zur A-Strecke

    im Boden.

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  • Jaaa ein paar 100 Millionen in stationäre Karenlesegeräte investieren um den 4 Check In/Out Usern, die sich weigern ein Smartphone zu benutzen entgegen zukommen, dass ist eine sinnvolle Investition öffentlicher Gelder.

  • Deine Argumente wären richtig, wenn man vorhätte jeglichen Vertrieb abseits des Smartphones abzuschaffen. [...]

    Aha, also nur weil es noch Papiertickets gibt, sind meine "Argumente" (ich nannte es subjektive Gründe) falsch? Faszinierende Logik :/

  • Ich empfand es in Prag ganz angenehm. Fahrkarte kaufen/entwerten - ab dem Zeitpunkt gilt diese für: [...]

    Sorry, aber das ist doch hier kaum anders. Ich kann mir in Frankfurt ebenso eine Einzelfahrt, eine Kurzstrecke, eine Tageskarte für Frankfurt kaufen. In Frankfurt gilt das dann für Zone 50, in Prag für die Zonen P, 0 und B. Und solange man nicht aus Franfurt oder Prag rausfährt, muss man sich keine Gedanken um Zonen machen. Sobald man raus will, wird es komplizierter, und da haben beide Tarifsystem so ihre "Besonderheiten". (Und übrigens zahlt man in Prag/Mittelböhmen seit diesem Jahr auch einen Aufschlag auf nicht-digitale Tickets.) Ob es jetzt ein positiver Umstand ist, dass der Automat in der Straßenbahn nicht annähernd alle Verbundtickets verkaufen kann, sei auch mal dahingestellt.



    Ich bin auch der Meinung, dass es gar nicht so notwendig ist, den Tarif zu vereinfachen, sondern vor allem ihn einfacher benutzbar zu machen. Dass es möglich ist, landesweit ein Check-In/Check-Out-System zu haben, zeigen die Niederlande und Dänemark. Da noch ein sinnvolles Capping-System à la London hintergeklemmt, und alle sind glücklich.

  • und alle sind glücklich.

    Nun ja, Teil der Konzepte hier sind ja mal wieder Bahnsteigskarten.


    Und Apps, die dann doch wieder persönliche Daten an Nicht-EU-Firmen weitergeben und somit gerne von Neufaschistischen Regimes bei Einreise- oder auch nur Durchreiseversuchen ausgewertet werden. (Ja, klar, Darkside, es ist vollkommen möglich, dass es eine Ticket-App gibt, die als OpenSource entwickelt wurde und bei f-droid verifiziert und geladen werden kann. Wenn es hier irgendwo in Deutschland so eine auch wirklich gibt, können wir die Diskussion, die dir grade auf der Zunge liegt, gerne führen, aber bitte nicht vorher.)


    Oder NFC-Kontakte, die bei zu vielen parallelen Ein- und Aussteigern gerne aus dem Takt geraten, was wir natürlich dadurch lösen können, dass die Menschen nicht gleichzeitig Ein- und Aussteigen. Wodurch wir natürlich wieder das Problem der gemeinen Fahrgäste™ haben, die die Bahn mit ihrer normalen Benutzung ihrem Trödeln aufhalten.

  • Weiterer Grund, der in Deine hier angeschnittene Kerbe haut

    - Für spontane, seltene Fahrten muss keine (weitere) App installiert werden*

    Was gerne auch noch weitere Probleme aufwirft. Leider stelle ich immer häufiger fest, daß Apps im Google Play Store eine Art "Region Lock" haben und mit einem Account aus Deutschland nicht geladen werden können. Klar, das trifft jetzt den Münchner nicht, wenn er ein Ticket für die Hamburger Hochbahn kaufen will, ist aber für Gäste aus dem Ausland ein Problem.
    In den USA ist es mir schon häufiger so gegangen, daß ich lokale apps dort nicht herunterladen konnte. Gut, meistens waren das Angelegenheiten wie Apps mit mehr Informationen bei einem Museumsbesuch, aber das Problem existiert.

    Ein weiterer Punkt im Bezug auf Fahrgäste aus dem Ausland: Nicht jeder hat Roaming-Daten. Klar, Fahrgäste mit EU-SIM-Karten innerhalb der EU betrifft das nicht. Aber wenn ich beispielsweise in den USA bin, kann ich mit meiner deutschen Karte Roaming vergessen. Technisch geht es zwar, ist aber exorbitant teuer. Aufgrund meiner Aufenthaltshäufigkeit habe ich mir mittlerweile dort eine Prepaidkarte besorgt, die ich aber auch nur aktivieren kann, wenn ich erst mal bei Walmart den passenden "Aufrubbelcode" kaufe. Online geht es zwar theoretisch, in der Praxis mit einer deutschen Kreditkarte aber nicht. Und WLAN als Alternative steht ja wirklich nicht überall zur Verfügung.

    Tja, jetzt machste dir extra die Arbeit, das hier unten zu lesen - und dann steht da nichts sinnvolles. Pech gehabt.

  • Nabend,


    wir brauchen einfach das System OV-Chipkaart aus NL.


    Basistarf + degressiver Kilometertarif, das heißt je mehr Km zurückgelegt werden, desto weniger kostet der einzelne Km.


    Ich hatte viele Jahre eine persönliche OV-Chipkaart und fand das System immer sehr gut.


    Mittlerweile geht es dort auch mit Debit- und Kreditkarten - Das wäre hier natürlich auch von nöten.

  • Ich schieß einfach mal dazwischen: Kostenlosen (steuerfinanzierten) Nahverkehr, deutschlandweit. Verkehrsverbünde abschaffen bzw deren Aufgaben neu strukturieren (nur auf Angebotsplanung fokussieren).

    Frei gewordenes Geld reinvestieren.

  • wir brauchen einfach das System OV-Chipkaart aus NL.

    Basistarf + degressiver Kilometertarif, das heißt je mehr Km zurückgelegt werden, desto weniger kostet der einzelne Km.

    Danke. Nein. Wenn man zwischen verschiedenen Unternehmen umsteigt. darf man im dümmsten Fall zweimal den Basistarif bezahlen. Also umgerechnet einmal mit der S-Bahn an die Konstablerwache und dann schnell noch eine Station mit der Straßenbahn an den Börneplatz kann richtig teuer werden.

  • In Japan gibt es vergleichbare Systeme wie die OV Chipkaart - heisst dort u.a. Suica.

    Dort gibt es aber nur Einzelfahrten, die über diese Karte billiger sind und bei Umstieg

    zu einem anderen Betreiber ist in den meisten Fällen der "Grundtarif" (Betrag der eine

    Bearbeitungsgebühr für die Fahrtabrechnung selbst darstellt) wieder voll zu bezahlen.

    Zu diesem "Grundbetrag" fallen dann Kosten nach Entfernung an - diese sind proportional

    (also kein Langstreckenrabatt)



    Und baeuchle....wenn ich was zu Smartphones zu kommentieren habe dann ist es der

    Zwang einen Account je nachdem welches Gerät man nutzt bei Apple oder Google zu haben weil

    man nicht die Lust hat ein System zu programmieren wo man die App frei herunterladbar auf einer

    Webseite bereitzustellen. Mit Opensource hat das nichts zu tun, sondern mit dem Problem was du

    direkt vorweg geschrieben hast: Datenfluss westwärts durch den Atlantik.

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  • Und baeuchle....wenn ich was zu Smartphones zu kommentieren habe dann ist es der

    Zwang einen Account je nachdem welches Gerät man nutzt bei Apple oder Google zu haben weil

    man nicht die Lust hat ein System zu programmieren wo man die App frei herunterladbar auf einer

    Webseite bereitzustellen. Mit Opensource hat das nichts zu tun, sondern mit dem Problem was du

    direkt vorweg geschrieben hast: Datenfluss westwärts durch den Atlantik.

    des holprigen Satzbaus wegen bin ich mir nicht ganz sicher, was du meinst. Halten wir fest: wer eine Google- und Apple-unabhängige App entwickeln will, muss dafür nichts Neues erfinden; wer ein Smartphone ohne Google und Apple betreiben will, muss nichts selbst programmieren. Praktisch kein Anbieter von kommerziellen Apps tut aber ersteres, weswegen zweiteres für Endkund*innen schwierig ist – und man dann doch im Zweifel Daten mit den USA teilen muss.

  • Man kann auch Apps so programmieren und bereitstellen dass die nicht über den Play-/Applestore

    installiert werden müssen. Auf dem Weg umgeht man Datenfluss gen Westen - aber nur soweit diese

    nicht mit anderen Apps verknüpft sind die aus dem Play-/Applestore sind.

    Programmieren muss man glaube aber zweimal - für jedes System angepasst.


    Es ist auch so dass man an die beiden Firmen dauerhaft ein Anteil an Umsätzen abdrücken muss die

    über Apps generiert werden wenn diese über den Store nur laufen. Damit umgeht man auch diese

    Zusatzkosten.

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