Der Bayerische Rundfunk berichtete vor ein paar Tagen von einem Beinahe-Unfall:
Nahe Weidenbach in Oberbayern wäre es heute beinahe zu einem Frontalzusammenstoß zweier Züge gekommen. Die Bahnen waren gleichzeitig auf einem eingleisigen Abschnitt unterwegs, auf dem nur immer ein Zug hätte fahren dürfen. Es waren Regionalbahnen der DB mit der Zugnummer RB40, die zwischen München und Mühldorf verkehren. Bahnmitarbeiter konnten die Kollision gerade noch verhindern. Das erfuhr der Bayerische Rundfunk aus zuverlässiger Quelle von einem DB-Mitarbeiter.
[...] Vorangegangen war laut BR-Informationen eine Stellwerksstörung. Zugfahrten durften nur, wie es bei der Bahn heißt, "auf schriftlichen Befehl" zugelassen werden. In dem Bereich sind Stellwerke ältester Bauform aus der Prinzregentenzeit noch in Betrieb.
Im weiteren Text wird darüber berichtet, wie langsam die Modernisierung der Stellwerkstechnik vorangehe und dass in anderen Ländern schon seit Jahrzehnten keine mechanische Stellwerkstechnik mehr in Betrieb sei. Insgesamt erweckt der Artikel durch diese Formulierung (insbesondere im ersten Absatz) den Eindruck, die Gefahrensituation sei aufgrund mangelhafter, alter Technik passiert und bloß durch Menschen verhindert worden – obwohl genau letztere es tatsächlich beinahe verursacht hätten und ähnliche Fälle in den letzten Jahren selbst bei ESTW vorkamen.
(Mein persönliches zynisches Fazit aufgrund der scheinbar zunehmenden Häufigkeit: Wenn die zuständigen Fachkräfte ohne technische Unterstützung nicht in der Lage sind, sich an klare festgelegte Abläufe zu halten, sollte der Zugverkehr in solchen Fällen vielleicht lieber ruhen, anstatt Menschen der Gefahr auszusetzen...
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