VGF schließt Notuntunterkunft - Brandschutz

  • Unter dem Vorwand von Brandschutz, wird die VGF die Notunterkunft am Eschenheimer Tor bzw. In der U-Bahn Station schließen.

    Es geht um einen Platz für (ursprünglich) bis zu 150 Menschen bzw. Mittlerweile 180 Menschen.


    Ich bin da leider auf der Seite vom Herrn Siefert und befürchte ebenfalls, dass damit das "wilde" Übernachten wieder zunehmen wird und damit verstärkt wieder umso mehr entsprechende Probleme mit Sauberkeit, Urin und "anderen" Dingen auftreten werden.


    https://www.fr.de/frankfurt/in…geschlossen-94371214.html

    https://www.hessenschau.de/ges…rkunft-frankfurt-102.html


    Herr Nagel (den ich grundsätzlich schätze und leider nicht unser künftiger Mobilitätsdezernent wird) von der Menschenfreundlichen Union verteidigt das Vorgehen und setzt sich für Menschenwürdige Lösungen ein, die schnellstens kommen müssen.

    Wieso man das in den 26 Jahren bis 2021 nicht hinbekommen hat, wird man sicherlich nicht beantworten können.


    Hoffentlich findet sich da tatsächlich schnell etwas bis Ende September. Sowohl im Sinne der Obdachlosen als auch der Fahrgäste.

  • Unter dem Vorwand von Brandschutz, wird die VGF die Notunterkunft am Eschenheimer Tor bzw. In der U-Bahn Station schließen.

    Es geht um einen Platz für (ursprünglich) bis zu 150 Menschen bzw. Mittlerweile 180 Menschen.

    Wieso Vorwand? Da gibt es mit Sicherheit auch entsprechende Vorschriften und Vorgaben. Dafür braucht es keine große Untersuchung, eine Begehung der Feuerwehr reicht da schon.


    Siehe dir nur die ganzen Maßnahmen an, die in den ganzen unterirdischen Anlagen (nicht nur in Frankfurt) durchgeführt werden bzw. wurden. Für dauerhaft bewohnte Räume, was die Notunterkunft im Grunde ist, dürften die Auflagen massiv höher sein, Stichwort Fluchtwege ( Betonung liegt auf Mehrzahl).

  • FR:

    Zitat

    Der scheidende Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) zeigt sich enttäuscht, dass die VGF, deren Aufsichtsrat er vorsteht, den Vertrag mit Frist Ende September kündigen will. Diese habe „offenkundig“ viel Energie in die Brandschutzuntersuchung gesteckt, aber weniger Energie darauf verwendet, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

    Kein weiterer Kommentar.

    Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

  • Man sollte erstmal abwarten, seit wann das Problem wem bekannt ist, bevor man nach Schuldigen sucht.

    Immerhin: In den letzten fünf Jahren lag die politische Verantwortung für das Thema offenkundig bei Herrn Siefert und Fr. Voitl, die derselben Partei angehören.

    Bei genauem Überlegen wird mir dann übrigens Angst und Bange vor einem Brand in der Unterkunft, insofern da Menschen mit "fehlender Fähigkeit zu einer schnellen Evakuierung" (sinngemäß einem Zeitungsartikel entnommen) untergebracht sind.

  • FR:

    Kein weiterer Kommentar.

    Weiß zwar nicht, was du ausdrücken wolltest, das gehört nun wahrlich nicht zu den Aufgaben eines Verkehrsbetriebes.


    Bei genauem Überlegen wird mir dann übrigens Angst und Bange vor einem Brand in der Unterkunft, insofern da Menschen mit "fehlender Fähigkeit zu einer schnellen Evakuierung" (sinngemäß einem Zeitungsartikel entnommen) untergebracht sind.

    Dazu muss es noch nicht einmal in der Unterkunft brennen. Es braucht nur die Belüftung nicht zu funktionieren.

  • Weiß zwar nicht, was du ausdrücken wolltest, das gehört nun wahrlich nicht zu den Aufgaben eines Verkehrsbetriebes.

    Ich denke schon, dass ein Verkehrsbetrieb auch eine gewisse soziale Verantwortung hat. Es hätte der VGF gut gestanden, wenn sie mit der Bekanntgabe auch eine Alternative nennen könnte, sich zumindest aktiv an der Suche beteiligt.

    Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

  • Ich denke schon, dass ein Verkehrsbetrieb auch eine gewisse soziale Verantwortung hat. Es hätte der VGF gut gestanden, wenn sie mit der Bekanntgabe auch eine Alternative nennen könnte, sich zumindest aktiv an der Suche beteiligt.

    Sehe ich anders. Eine Verkehrsanlage ist keine dauerhafte Notunterkunft. Die Notunterkunft in der U-Bahnstation Eschenheiner Tor war und konnte nur als Provisorium angelegt sein. Hier hätte die Stadt längst Abhilfe schaffen müssen. Hat sie leider nicht. Jetzt soll die VGF auf einmal den schwarzen Peter haben. Ganz schlechter Stil. Da wollen die Verantwortlichen seitens der Stadt von ihrer Untätigkeit ablenken.


    Es kann nur gut sein, wenn jetzt der nötige Handlungsdruck auf die Stadt durch das Gutachten erzeugt wird. Aussitzen ist nicht. Willkommen in der Wirklichkeit.

  • Ich denke schon, dass ein Verkehrsbetrieb auch eine gewisse soziale Verantwortung hat. Es hätte der VGF gut gestanden, wenn sie mit der Bekanntgabe auch eine Alternative nennen könnte, sich zumindest aktiv an der Suche beteiligt.

    Völliger Schwachsinn! Die Behauptung von Siefert, dass sich die VGF nicht an einer möglichen Lösung beteiligt hätte, ist schlichtweg falsch.

    Die Stadt Frankfurt (allem voran das Sozialdezernat) ruht sich seit Jahren auf den prekären Zuständen am Eschenheimer Tor aus. Und das Ganze wurde seit über einem Jahr zwischen VGF und den Dezernaten intensiv diskutiert. Beide betroffenen Dezernenten haben sich auch nicht um Alternativen bemüht. Insofern wird auch nichts "auf die Stadt abgewälzt" wie Siefert schreibt, denn es ist eine ur-eigene Aufgabe der Stadt für die soziale Versorgung der Obdachlosen zu sorgen. Die Liegenschaft am ET war nicht zuletzt unhaltbar, auch was die hygienischen Zustände anbelangt.


    Zum sozialen Gedanken gehört auch, Obdachlosen eine menschenwürdige Unterkunft zu ermöglichen. In einer B-Ebene auf dem Präsentierteller liegen zu müssen gehört in meiner Welt nicht dazu. Aber klar, für die Stadt war es einfacher und billiger als ein gescheiter Housing-First-Ansatz.

    Hätte die VGF eine passende Alternative zur Verfügung gehabt, wäre das auch angeboten worden. Wenn es keine Alternative gibt, dann kann man auch keine nennen. Siefert weiß das und das macht es noch abartiger, dass er das jetzt auf dem Absprung als Mobilitätsdezernent so verdreht raushaut.

    Eine U-Bahn-Station ist nie ein Ort zum Leben, geschweige denn um menschenwürdig zu übernachten, sondern in der ersten Linie ein Verkehrsbauwerk.

    Einmal editiert, zuletzt von V3 2970 ()

  • Universalargument Brandschutz......

    Auch nur aus zu gemacht weil mans loswerden wollte

    Ach...und hier ist dann noch die Portion Ironie dazu: "Ironie"



    Brandschutzauflagen haben sich über die Jahre immer weiter verschärft und je nach Kategorie läuft dann auch

    der Bestandsschutz aus und es muss dann halt nachgebessert werden. Gehts nicht dann ist Schluss mit Nutzung.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Hallo,


    Brandschutz st ein unschlagbares Universalargument.

    Wirf mal einen Blick in die Schweiz, Crans-Montana. So lange nichts geschieht werden gerne die Sachen unter den Teppich gekehrt. Nur wenn was geschieht, ist das Geschrei groß.


    Ich denke schon, dass ein Verkehrsbetrieb auch eine gewisse soziale Verantwortung hat.

    Kann diskutiert werden, aber auf jeden Fall kein Beherbungsbetrieb.

    Nur, die Verantwortung für das Handeln liegt bei der Stadt, die Verantwortung für eine Lösung bei der Zivilgesellschaft, d.h. bei jedem einzelnen Mitbürger.

  • Der mangelnde Brandschutz an sich ist das eine, die Art, wie das zwischen VGF und Dezernat verhandelt wurde, ist das andere.

    Sobald in einem öffentlichen Bauwerk Mängel der beschriebenen Art erkannt werden, muss gehandelt werden. Wenn nicht, kann es den Verantwortlichen ergehen, wie dem Bürgermeister in einer hessischen Gemeinde, der strafrechtlich belangt wurde, nachdem in einem Löschteich in der Dorfmitte drei Kinder ertrunken waren, weil der Teich nicht eingezäunt war (noch nie eingezäunt war). Und das Ereignis von Crans Montana hat die Entscheidung sicherlich auch forciert. wenn die VGF – Verantwortlichen nicht in einem Sumpf organisierter Verantwortungslosigkeit untergehen wollen, mussten sie handeln. Der Rest ist nach meinem Gefühl eher eine Stilfrage.

  • Ich denke schon, dass ein Verkehrsbetrieb auch eine gewisse soziale Verantwortung hat.

    Unfug, die VgF ist ein städtischer Betrieb und die Stadt Frankfurt hat bereits eine Institution, die dafür zuständig ist: das Sozialdezernat. Unterirdische Bauwerke sind nun einmal nicht wirklich dafür geeignet Personen unterzubringen. Ein wesentliches Problem bei Obdachlosen dürfte der persönliche Besitz sein, der in den Augen der Feuerwehr einfach nur sehr viel Brandlast darstellt, und den passiven Brandschutz massiv verschlechtert. Denn 180 Fahrgäste werde eben nicht so viel Brandlast bei sich tragen.


    Wenn, was bei der Personengruppe nicht unwahrscheinlich, jemand offenes Feuer nutzt, und sich der persönliche Besitz entzündet, bestünde die nicht unerhebliche Gefahr, dass wir nicht mehr über 180 untergebrachten Personen sondern über 180 Tote sprechen. Die Rauchgase sind das wesentliche Problem, ein – zwei Atemzüge und es kann vorbei sein.

  • Ein wesentliches Problem bei Obdachlosen dürfte der persönliche Besitz sein, der in den Augen der Feuerwehr einfach nur sehr viel Brandlast darstellt

    Gibt es dazu offizielle Aussagen der Feuerwehr?


    Ein grundsätzliches Problem, das sich auch hier widerspiegelt, ist dieser Fokus auf die Gründe, warum etwas nicht geht, anstatt Ideen aufzuzeigen, was denn gehen könnte.
    Bei letzterem besteht halt immer die Gefahr, dass wieder Leute mit Gründen kommen, warum es nicht ginge, und im Extremfall noch aufschreien, wie man auf so eine Idee überhaupt kommen könne.


    Persönlich würde ich davon ausgehen, dass es Möglichkeiten gäbe, den Brandschutz dort den aktuellen Rahmenbedingungen anzupassen. Und vielleicht hat auch schon jemand im Kopf eine Kosten-Nutzenrechnung überschlagen. Kostet halt wieder Geld, und das nicht geringe Risiko der VGF, dass die Kosten dann auf sie zurückfallen, weil sich in den zuständigen Ämtern keiner drum kümmert und "es gibt ja schon eine Möglichkeit, sollen sie das doch machen". Also wird es nicht kommuniziert. Schwieriges Thema.


    Von Seiten der VGF sehe ich ihre soziale Verantwortung bereits darin erfüllt, dass für die vergangenen 8 Jahre die Notunterkunft bestanden hat. Damals dürfte durchaus bekannt gewesen sein, dass es langfristig nicht haltbar sein würde und auch nicht im engeren Sinne in den Aufgabenbereich der VGF fällt - trotzdem hat man es gemacht, um einen sofortigen positiven Effekt zu erzielen. Das ist lösungsorientiertes Arbeiten.


    Eine Lösung - wie bereits in einem Kommentar erwähnt - wäre aus meiner Sicht ein Housing First Ansatz.

  • Ein grundsätzliches Problem, das sich auch hier widerspiegelt, ist dieser Fokus auf die Gründe, warum etwas nicht geht, anstatt Ideen aufzuzeigen, was denn gehen könnte.

    Der Punkt ist, wenn man neue Erkenntnisse hat, dass etwas gefährlich sein könnte, haftet man für ein weiteres Erlauben. Sprich hat der Gutachter bei einer Begehung Probleme aufgezeigt, und die VGF sieht sich außerstande diese abzustellen, dann bleibt nur noch der Weg das sofort zu Beenden.


    Ich weiß auch nicht, weshalb die VGF nun in der Kritik steht, was eine ordinäre Aufgabe des Sozialdezernates ist. Dazu dauert diese Notlösung schon so lange an, dass eigentlich ausreichend Zeit vorhanden war andere nachhaltigere Lösungen zu suchen.

  • Naja, dann bleiben ja im Hochsommer immer noch die zahlreichen kühlen Kirchen, die ja schon per selbstdefinition die Helfer für alle in der Gesellschaft sind. Keine Sorge - die Ironie ist mir bekannt.

  • Ich weiß auch nicht, weshalb die VGF nun in der Kritik steht,

    Wahrscheinlich, um damit von eigenen Fehlern abzulenken.

    Lt Medien werden jetzt Zelte bereitgestellt. Ungünstig nur, daß diese prominent in der Grünanlage stehen und die Situation damit für jeden Sichtbar. Vorher war das halt dezent unter die Erde gekehrt. Aus den Augen, aus dem Sinn.


    Ein grundsätzliches Problem, das sich auch hier widerspiegelt, ist dieser Fokus auf die Gründe, warum etwas nicht geht, anstatt Ideen aufzuzeigen, was denn gehen könnte.

    Das beschreibt eine gern genutzte Handlungsweise der Stadt ganz gut.