Klimaanlage U4- und R-Wagen

  • Ein dritter Punkt ist die Tatsache, dass die Klimaanlagen selbst Strom verbrauchen und dieser als Abwärme abgegeben wird. Zuhause wird's für mich kühler - für alle anderen wird es heißer. (Rechenbeispiel: Eine Klimaanlage mit 1000 Watt verbraucht in 10 Stunden 10KWh. Multipliziert mit 100.000 Haushalten ist das 1 GWh zusätzliche Wärme, die täglich abgeführt werden muss).

    Jaein. Eine Klimaanlage "erzeugt" die meiste Wärme, die sie nach draußen abgibt, nicht selbst, sondern transportiert sie aus dem Innenraum nach außen. Zusätzlich kommt die elektrische Leistungsaufnahme hinzu, die am Ende ebenfalls (fast) vollständig in Wärme umgewandelt wird. Nehmen wir dein Beispiel mit 1kW elektrischer Leistungsaufnahme: Angenommen, die Anlage hat eine Leistungszahl (COP) von 3, dann transportiert sie etwa 3 kW Wärme von innen nach draußen. Nach außen gelangen also mit den 1 kW insgesamt 4 kW Wärme. Die 3 kW existierten aber bereits vorher im Innenraum (Sonneneinstrahlung, Menschen, Geräte usw.). Diese Wärme ist nicht zusätzlich entstanden, sondern lediglich verlagert worden.


    Anders ist es bei den 1 kW. Da kommt mein zweiter Stichpunkt zum Tragen. Nur fossile Energie führt zu zusätzlicher Erwärmung. Würde die Klimaanlage rein regenrativ betrieben, würden die 1 kW Wärmeeneegie in anderer Form schlicht vorher anderswo aus dem System herausgezogen worden sein - natürlich verlagert sich dadurch ebenfalls Wärme, aber die Thermodynamik erinnert uns daran, dass sie nicht zusätzlich entsteht. Wie gesagt im Gegensatz zu fossiler Energie, die Treibhausgase emittiert und eben dadurch die Erwärmung antreibt.


    wenn die Autoindustrie die effizienteren Motoren die sie entwickelt haben [...]

    Auch wenn deine Kritik zutrifft, kann ich persönlich eine Maschine mit einem Wirkungsgrad von bestenfalls 20-40 % niemals als effizient bezeichnen.

  • Anders ist es bei den 1 kW. Da kommt mein zweiter Stichpunkt zum Tragen. Nur fossile Energie führt zu zusätzlicher Erwärmung. Würde die Klimaanlage rein regenrativ betrieben, würden die 1 kW Wärmeeneegie in anderer Form schlicht vorher anderswo aus dem System herausgezogen worden sein -

    Echt jetzt?


    Das Windrad dreht sich, und zieht die Wärmeenergie aus der Luft?


    Das Wasser im Mühlrad, das macht den Bach kalt?


    Und ein Solarmodul entzieht der Luft auch die Wärme?


    Hier lernt man nie aus!

  • Wind entsteht durch unterschiedliche Temperaturen auf der Erde verursacht durch Sonneneinstrahlung.

    Das Windrad entnimmt dem Wind die entstandene Bewegungsernergie und bremst diesen geringfügig ab.

    Das Mühlrad senkt die Fliessgeschwindigkeit des Gewässers - das Wasser wurde durch Verdunstung und

    Herabregnen auf eine höhere Position gehoben.

    Ein Solarmodul wandelt einfallende Sonneneinstrahlung in Strom um - die Sonneneinstrahlung hätte so

    sonst die Luft (teilweise indirekt durch Aufheizen der Fläche auf die sie fällt und die sie dann später wieder

    feigibt) erwärmt.


    Fossile Brennstoffe sind gespeicherte Sonneneinstrahlung - die durch Verbrennen wieder frei wird.

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Betrachtet man den Bevölkerungszuwachs in Ffm von 1950 bis heute von rund 250000 Menschen, sind das dann 80W x 250000 = 20GW und bei 24h sind das dann 480GWh die durch die Bevölkerungsentwicklung mehr emittiert werden als in 50er Jahren

    Die Zahl ist um einen Faktor 1000 daneben, 20 Millionen Watt = 20 MW, nicht 20 GW. Entsprechend dann auch 480 MWh extra.


    Wenn man von den aktuell rund 760k Menschen ausgeht, die aktuell in Ffm leben und addiert dazu, dass etwas mehr Menschen einpendeln als auspendeln, kann wohl von 780k Menschen ausgehen, die sich immer in Ffm aufhalten... Also sind das rund 1.5MWh pro tag, die das enge Frankfurt aufheizen....

    Das Problem sind ja nicht die Menschen mit ihren 80W. Selbst die effizientesten E-Autos brauchen 120Wh pro Kilometer: Bei 1 km/h sind das schon 50% mehr als die Menschen produzieren. Bei Verbrennern kommt das zwei- bis dreifache an Abgaswärme noch dazu und von SUVs wollen wir gar nicht sprechen.

    Eine Klimaanlage "erzeugt" die meiste Wärme, die sie nach draußen abgibt, nicht selbst, sondern transportiert sie aus dem Innenraum nach außen

    Das ist mir bewusst und aufgrund meiner sozial-moralischen Werteinstellung ist das auch OK. Beim Fensteröffnen passiert im Wesentlichen auch nichts anderes.


    Nur fossile Energie führt zu zusätzlicher Erwärmung. Würde die Klimaanlage rein regenrativ betrieben, würden die 1 kW Wärmeeneegie in anderer Form schlicht vorher anderswo aus dem System herausgezogen worden sein - natürlich verlagert sich dadurch ebenfalls Wärme, aber die Thermodynamik erinnert uns daran, dass sie nicht zusätzlich entsteht

    Stromimporte sind lokal gesehen zusätzliche Erwärmung. Wenn der Strom nicht gerade von der Solaranlage auf dem Dach kommt, entnehmen wir sie tendenziell den Bereichen, wo keiner lebt (und kühlen diese), während wir die Bereiche, in denen wir leben, wärmer machen.

    Global gesehen ist es nur eine Verlagerung (abgesehen von fossiler Energie, das ist richtig). Wir können dabei helfen, das Äquilibrium schneller zu erreichen, indem wir nicht so viel verlagern (= weniger Energieverbrauch, egal woher).

  • Das ist richtig. Zusammengefasst können wir also feststellen, dass es nicht nur die eine zuvor aufgekommene, sondern zwei wichtige - allerdings getrennte - Fragen gibt, nämlich: Ob Wärmepumpen...

    • ...klimaschädlich sind
    • ...zur Verlagerung von Wärme in eng besiedelte Bereiche beitragen

    Gerade letztere wird bei der Planung und Gestaltung von Innenstädten künftig eine große Rolle spielen müssen. Und das in allen Sektoren. Man denke z. B. an die Aufrüstung von Umrichterstationen, damit mehr Energie aus Rekupertation ins Netz zurückgespeist werden kann (und weniger über Widerstände verheizt werden muss). Oder begrünte Fassaden, grüne Inseln, Flächenentsiegelung usw. All das wird uns die kommenden Jahre noch beschäftigen.


    So spannend ich das Thema auch finde und der Zusammenhang mit dem Ausgangspost ja durchaus noch erkennbar ist, wäre das aber wohl eher war für einen neuen Thread :)

  • Ein dritter Punkt ist die Tatsache, dass die Klimaanlagen selbst Strom verbrauchen und dieser als Abwärme abgegeben wird.

    Die Abwärme ist für mich kein überzeugendes Argument gegen den Einbau von Klimaanlagen in die U4- und R-Wagen. Auf Frankfurter Straße fahren jeden Tag Tausende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (und Klimaanlage). Wer etwas gegen Abwärme in der Stadt unternehmen will, kann gerne dort ansetzen.


    Aus meiner Sicht wäre es besser, wenn die Menschen in Frankfurt mit klimatisierten elektrischen Bahnen fahren würden statt mit Diesel- oder Benzinautos.