Deckenverkleidung Hauptwache/Hauptbahnhof

  • Ich erlaube mir, auf diesen Post von main1a aus dem Thread zum Hauptbahnhof-Umbau an dieser Stelle zu antworten, da es inhaltlich hierher gehört:

    Zitat

    Ole , gehe ich richtig davon aus das die Decken im Vorgriff auf die zukünftige Deckenverkleidung schwarz gestrichen wurden? Wenn ja warum hat man das getan wenn evtl. absehbar war das die neue Deckenverkleidung möglicherweise aus Brandschutzgründen auch nicht genehmigungsfähig ist? Jetzt hat man die Bahnsteige optisch in 'schwarze Löcher' verwandelt und obendrein sind die Deckenflächen und die an den Decken verlaufenden Installationen visuell kaum noch zu kontrollieren. Erstmal den rohen Beton zu belassen wäre doch i.O. gewesen und die Kosten für das schwarz pinseln hätte man sich auch gespart. Bin nur ich das der das nicht versteht?

    Wenn Du in den hier schon zweimal von mir verlinkten FNP-Artikel gehst, der alle möglichen Hintergründen zu den Sanierungen der S-Bahn-Tiefbahnhöfe erklärt, findest Du auch diese Information zu den Decken:

    Zitat

    Taunusanlage: Die Station ist fertig saniert. Sie bleibt die einzige mit einer neuen abgehängten Deckenverkleidung aus Streckmetall, kündigt Stephan Schwinn an. Diese habe sich jedoch als Staubfänger entpuppt. Stattdessen sollen die Decken der Tunnelstationen offen bleiben - auch, damit die Bahnhöfe weniger gedrungen wirken, erklärt Stephanie Rieder. Die Decken sind oder werden schwarz gestrichen, Verkabelungen werden aufgeräumt und zugleich aufs Notwendige reduziert.

  • Wobei man dazu sagen sollte, dass der Tiefbahnhof bereits mit einer neuen Deckenverkleidung ausgestattet worden war. Diese musste allerdings wieder abgebaut werden. Erst nach danach viel die Entscheidung keine Deckenverkleidung mehr einzubauen. Auch die Hauptwache sollte eine neue Decke bekommen, ist auf den ersten Visualisierungen gut zu erkennen. Bei der Konstablerwache sah dies anders aus, hier gab es nur Ideen.


    Geschlossene Decken sind nicht mehr ohne weiteres umsetzbar. Ich bin gespannt, wie es am Münchner HBF umgesetzt wird, dort wird ebenfalls die Station modernisiert.

  • An der Hauptwache geht es gemächlich mit dem Umbau weiter. Anbei ein paar aktuelle Bilder.


    Ausgang mit neuer Trockenbauwand




    Neue Wandpaneele



    mit abgerundeter Ecke


    mit Einbauten



    und die Automaten verschwinden zum Glück auch in einer neuen "Insel" im hinteren Bereich Richtung Fressgass


    Die ehemalige Kanzel wurde abgebaut, um Platz für einen Kisok zu machen


    ... und ein allerletzter Beitrag zum Thema falsche Materialwahl. Der Bodenbelag ist auf der ganzen Länge des Bahnsteigs voller ausgebesserter und nicht ausgebesserter Löcher. Teils 20 cm lang.

  • Nach 2 weiteren Monaten: Gibt es auch mal einen Fortschritt? Als ich letztes Mal im Dezember an der Hauptwache vorbeigefahren bin, sah alles noch genau so aus, wie immer. Passiert da auch mal was? Ich habe das Gefühl, da ist nur ein Arbeiter da, der den ganzen Tag nur Zeitung liest. Da passiert ja gar nichts. Es geht doch lediglich um eine neue Verkleidung, nicht um einen kompletten Umbau der Station?! Was machen die denn so lange?

    Einmal editiert, zuletzt von Dorfbewohner ()

  • Hallo, ich hatte den DB Support der für die Stationen Zuständig ist angeschrieben, das hier ist die Antwort die ich erhalten habe.


    Sehr geehrte Damen und Herren,



    vielen Dank für Ihre Anfrage.



    Wie Sie richtigerweise feststellen weist der Bodenbelag an den S-Bahnsteigen des Hbf FFM leider einige Löcher auf. Ein neuer Bodenbelag wird gerade bemustert und die Bauarbeiten laufen dann ab 3/21.

    Die "Verschönerungsmaßnahmen "sind abgeschlossen. U.a. erhielt die Innenwand des Treppenhauses zur B-Ebene neue Wandbeläge.



    Die Arbeiten an den Fassaden in der Hauptwache werden voraussichtlich bis Anfang Mai 2021 abgeschlossen sein.



    Für die Station Konstablerwache haben wir zum Ziel, die Station in gleichem Umfang wie die Stationen Flughafen-Regionalbahnhof, Hauptbahnhof, Taunusanlage und Hauptwache zu erneuern. Hier befinden wir uns gerade in Abstimmung mit unseren Partnern.



    An den Stationen Ostendstraße, Lokalbahnhof und Mühlberg sind alle gestalterischen Maßnahmen abgeschlossen, inkl. aufwändiger Reinigungsarbeiten und einer künstlerischen Gestaltung in Mühlberg in den Außenbereichen. Die lokalen Medien und die DB berichteten:

    https://www.deutschebahn.com/p…Station-Muehlberg-5726900



    Wir werden Ihre Anregung gerne aufnehmen und zu den oben genannten Stationen eine gesammelte Pressemitteilung mit Rück- und Ausblick herausgeben.

  • Jup, das hat sie auch dringend nötig. Abseits davon, Hoffentlich wird man sich auch um die B-ebene Hauptwache und B-ebene Konstablerwache kümmern. Dann würden zumindest solche Punkte wieder glänzen, immerhin repräsentieren sie die Stadt.

  • Bitte korrigiert mich, aber die B-Ebenen der Hauptwache und der Konsti dürften doch größtenteils Sache der Stadt sein? (abgesehen von dem verkauften Zipfel in der westlichen Hauptwache die an Privat verkauft wurde, aber so sieht sie auch aus... :/)

    "Der Mensch, der so ehrbar im Einzelnen, aber so miserabel im Ganzen ist."
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Eine aktuelle Ausschreibung zur Modernisierung der Station Konstablerwache lässt sich entnehmen das im Jahr 2023 eine weitere Tunnelsperrung geplant ist. In dieser Zeit können auch weitere Arbeiten erfolgen. Ein Komplettaustausch der Bodenfliesen ist nur bei einer längeren Pause möglich.


    Zum Thema HBF: Nach Abschluss des Einbaus der Feuertüren und Umbau der technischen Medien werden auch die Wände neu verkleidet. Im Zusammenhang mit dem Umbau der B-Ebene werden auch auch die technischen Medien und die Notstromversorgung der S-Bahn Station modernisiert. Aus diesem Grund wurden auch die technischen Räume auf dem Bahnsteig entkernt, in diesem Zusammenhang hat man die Wandverkleidung demontiert.

  • Mal wieder Zeit für ein Update...


    Am Hauptbahnhof (tief) wurden die ersten neuen Betoglaswände eingebaut:



    An der Hauptwache geht es auch ein wenig voran. Der neue Kisok in der Mitte der Station:



    Allerdings läuft auch mehr schief als gut. Die Paneele haben teils unterschiedliche Gelbtöne und sie sind wohl genausowenig bruchsicher, wie der "neue" Boden, der mittlerweil über die ganze Station defekte Stellen von teils erheblicher Größe ausweist. Der müsste mittlerweile komplett neu verlegt werden - aus anderem Material.




    Die neue B-Ebene im Hbf ist sicher vor beiden Stationen fertig...


    Bilder von mir.

  • Schön aussehen tut's ja... Solange es hält. Die Qualität der Fliesen ist jedoch alles andere als belastungsbeständig. Normal ist das nicht, dass nach so kurzer Zeit etliche Fliesen vollkommen zerstört sind.

  • In "F Hbf Tunnel" sehen die Fliesenschäden nach "Pfusch am Bau" aus.

    Es sind sehr dünne Platten und da muss der Fliesenkleber drunter so verteilt werden dass nach

    Auflegen der Fliese keine Luftblase vorhanden ist, damit die Belastung gleichmässig weiter in

    den Boden abgeleitet werden kann. Mein Eindruck der Schadstellen ist, dass da sehr viele

    Luftblasen unter den Fliesen sind.....

    In god (an invention by mankind) we trust - on earth we don't


    Sincerly yours, NSA
    powered by US government

  • Nicht nur die heiklen, gebogenen Betoglassteile sind bereits gesprungen, sondern auch große, plane Flächen. Ob Vandalismus oder bei den Bauarbeiten kappt gegangen - wer weiß. #nach dem Umbau ist vor dem Umbau....



  • Ich bin in weiten Teilen ratlos über einen (durchaus größeren) Bereich der Renovierung in den S-Bahn-Stationen.


    Während der Umbau der Taunusanlage nach meinem subjektiven Eindruck noch als durchaus gelungen gelten kann, gilt dies für Hauptbahnhof und Hauptwache nach meiner Einschätzung nicht.


    Die Designstudien und die dahinterliegenden Ideen für die Stationen fand ich durchaus ansprechend, auch wenn dies natürlich Geschmackssache ist. Die Auswahl der Materialien und/oder die Umsetzung scheinen mir allerdings überhaupt nicht gelungen.


    Seit dem Umbau sehen beide Stationen weiterhin, wenn auch aus anderen Gründen, schäbig aus. Über Jahre schon hält sich ein halbfertiger Zustand. Verstärkt wird dies dadurch, dass viele “fertige“ Gewerke nach kurzer Zeit bereits wieder kaputt sind und teilweise schlechter aussehen als zuvor.

    Speziell genannt sei hier der Bodenbelag, bei dem entweder das Material oder die Verlegearbeiten der an sich bekannten Belastung von Beginn an nicht standhielten. Zahlreiche Brüche und zugeschmierte Stellen zeugen in beiden Stationen davon. Die zuletzt gezeigten Fotos der Betoglaswände sind ein weiterer Punkt. In der damaligen Pressemitteilung noch als vandalismussicher und beständig gepriesen, hält auch dieses Material den Erwartungen offenbar nicht stand.


    Ich frage mich, ob hier ein “Weiter so“ mit immer neuen Versuchen hilfreich ist oder eher eine Umplanung vonnöten wäre.

  • Ich bin in weiten Teilen ratlos über einen (durchaus größeren) Bereich der Renovierung in den S-Bahn-Stationen.


    Während der Umbau der Taunusanlage nach meinem subjektiven Eindruck noch als durchaus gelungen gelten kann, gilt dies für Hauptbahnhof und Hauptwache nach meiner Einschätzung nicht.

    [...]


    Dem kann ich leider nur voll und ganz zustimmen. Taunusanlage war der Prototyp und ist die einzige Station, bei der das Designkonzept komplett durchgezogen wurde: zeitnah und (soweit ich es burteilen kann) noch mit gründlicher, qualitativer Arbeit.


    Das Designkonzept für Hauptwache und Hbf wurde schon alleine durch die veränderte Deckengestaltung verwässert. Und da hat man sich meiner Meinung nach zu wenig Mühe gegeben. Das Design war auf abgehängte Decken ausgerichtet. Jetzt hängt man die Decken nicht mehr ab (aus angeblich guten Gründen), dann muss man aber eigentlich ein neues Designkonzept entwickeln und nicht das alte notdürftig daran anpassen. Am Hbf ist eine hohe Halle entstanden. Das ist ja eigentlich ganz cool. Aber der Rest passt nur bedingt dazu. Allein die Gestaltung der Pfeiler wirkt jetzt schon komisch. An der Hauptwache ist es mit der Decke viel schlimmer, weil sie viel niedriger ist, Höhenversprünge drin sind, die Station enger ist und auch die ganzen Kabel und Schächte dort viel drückender und ungeordneter wirken. Hier wäre ein Abhängen der Decke nach wie vor Gold wert. Außerdem ist die Hauptwache viel zu dunkel. Dort braucht es "mehr Licht" (Goethe).


    Problematisch ist weiterhin, dass beide Stationen vor Ewigkeiten begonnen wurden und immer noch nicht fertig sind und eben auch unfertig aussehen. Die schon wieder defekten Stellen (Bodenfliesen, Betoglaswände etc.) wurden schon angesprochen.


    An der Ostendstraße hat man ein kostengünstiges, aber grundsätzlich künstlerisch interessantes Konzept umgesetzt. Hier hätte man mehr machen können, d.h. stärker in die Bausubstanz eingreifen können, wie man es ja bei den anderen Stationen auch getan hat. Am Mühlberg ist es ähnlich, da ist nur das künstlerische Konzept obendrein ziemlich unambitioniert.


    Fazit: Ganz groß gestartet und ganz klein angekommen. Sehr schade. Ich hoffe immer noch, dass man all die Schäden beseitigt und ggf. an ein bis zwei Stellen auch neue Lösungen macht. Ich glaube, das Betoglas an der Hauptwache wird wahrscheinlich immer anfällig bleiben. Dann sollten wir jetzt nicht 40 Jahre damit leben, sondern gleich nach einer anderen Lösung suchen ...

    "Phantasie ist wichtiger als wie wo Wissen!"


    (Etwas frei nach Albert Einstein)