Beiträge von Holger Koetting

    Ich habe mir die Situation vor einer Stunde mal angesehen. Die RB aus Frankfurt kam mit sieben Minuten Verspätung. 37 Fahrgäste haben den Nordbahnhof verlassen. Davon sind 12 an die Bushaltestelle Richtung Stadt, vier an die Bahnhaltestelle, die dann kurz darauf aber auch an den Bus wechselten. Aus der Aschaffenburger RB kamen dann noch mal fünf Leute rüber, so dass gut 20 Personen in den Bus stadteinwärts einstiegen. Alle sind mitgekommen, keiner (*) blieb zurück.


    Der wegen Verspätung nicht erreichte Bus um 16:48 war sogar etwas weniger voll als der um 16:58, so dass es dort noch mehr Platz gegeben hätte. Zudem hätte es dann auch eine Entmischung mit den Fahrgästen aus dem Aschaffenburger gegeben.


    (*) nur eine Person (Typ abgeranzter Altpunk), die auch gefühlt nicht ganz alleine Zuhause war und offensichtlich nicht mit wollte, sondern lieber auf dem Radweg rumwankte.


    Gestern gegen 17:30 Uhr hat mich ein 8E stadteinwärts überholt, bei dem gerade mal die Hälfte der Sitzplätze belegt war.

    Daher halte ich acht Fahrten pro Stunde (statt sechs) für notwendig

    Und das würde genau was an Deiner Situation am Nordbahnhof ändern? Bekanntermaßen kennen 99% der Fahrgäste nur ein Verkehrsmittel, nämlich das nächste und danach kommt für den Rest des Tages nichts mehr. Insofern würde es für den Andrang am Nordbahnhof nach Zugankunft ziemlich wenig ändern, ob der nächste Bus in 10, 8, 6, 4 oder 2 Minuten käme. Selbst in Paris wird ja noch in die volle Metro reingedrängelt, obwohl der nächste Kurs mit einer Minute auf der Anzeige steht und sogar schon in der nächsten Station erkennbar wartet.

    Nur kurze Rückfrage:

    In der Map sieht man den Standort und Bewegung (kommt gleich). Wie kann das die Liste? x Kilometer noch bis zum Ort wo der Fahrgast aktuell steht?

    Falsche Fragestellung. Hier ging es ja darum, ob und wo man herausfinden kann, welches Fahrzeug (konkret 2496) unterwegs ist. Das ist einem Normalfahrgast völlig schnuppe. Insofern ist die Liste für ihn völlig belanglos. Und diese Liste ist auch kein offizielles Produkt des Verkehrsbetriebs, sondern eine (private) Anwendung, die jemand aus der Verfügbarkeit von OpenData-Informationen zusammengebastelt hat. Wenn derjenige (oder jemand anderes) Zeit, Lust und Laune hat, kann er aus diesen Daten auch eine Karte erstellen oder eine nach Fahrzeugnummern sortierte Übersicht. Der Verkehrsbetrieb selbst bietet wohl auch und eher für den Endkunden gedacht, irgendwelche Liveinformationen an. Damit habe ich mich aber nicht beschäftigt und kann auch nichts zur Qualität dieser Informationen sagen.


    Die Heag-Livemap ist im übrigen genausowenig scharf oder unscharf. Die Applikation greift nur auf die verfügbaren Daten des letzten übermittelten Standorts zurück und berechnet daraus eigenständig eine Bewegungsinformation. Ob sich das echte Fahrzeug hingegen wirlich bewegt, im Stau steht oder sich an der dargestellten Position befindet, ist daher nur mit einer gewissen Unschärfe erkennbar. Letztlich gilt das auch für die meisten DFI-Anzeiger, die in beliebigen Städten verbaut sind. Eine Anzeige "Linie 27 in 4 Minuten" bedeutet nur, dass der Bus unter normalen, verkehrsüblichen Bedingungen in +/- vier Minuten da ist. Wenn er im Stau steht, frieren auch die 4 Minuten ein.


    Aber nochmal zu Deiner Ausgangsfrage: Die meisten Fahrgäste wollen einfach nur wissen, wann ungefähr ihr nächster Bus oder Straßenbahn kommt und da DFI-Anzeiger in Rom in etwa soweit verbreitet sind wie vierblättrige Kleeblätter und Fahrpläne (wie in vielen anderen italienischen Grostädten) sowieso nicht aushängen, weil Busse und Bahnen "so ungefähr alle x Minuten fahren", reicht da vielen so eine Liste aus und damit kann man etwa kalkulieren, wann etwas an der eigenen Haltestelle vorbeikommt.

    Ich weiß nicht ob ich Luxemburg und das Klimaticket (Österreich hat weniger Einwohnerinnen als Bayern und die Fläche des bewohnbaren Gebiets ist auch kleiner) als äquivalentes Angebot betrachten würde.

    Lass mal Fläche und Preise beiseite, sondern schau mal nur auf die Möglichkeit, ohne Nachzudenken in ein Verkehrsmittel einsteigen zu können. Das scheitert in vielen Fällen und Ländern schon viel kleinteiliger, weil es noch nicht einmal sowas wie Verkehrsverbünde gibt. Da kannst Du dann einzeln für Bus, Bahn, Zug bezahlen und noch nicht mal ohne neues Ticket umsteigen.

    Und noch eine Ergänzung: Selbst wenn die Begründungen schlüssig wären, gäbe es keinen Grund, die derzeitigen Fahrten geordnet (z. B. zum Fahrplanwechsel oder zum Ablauf der bereits vorliegenden Buchungen) zu Ende zu bringen. Aber dieses "wir fahren jetzt sofort, von heute auf morgen nicht mehr" hat schon im Zusammenhang mit den getätigten Aussagen einen mehr als nur leichten Beigeschmack.

    Ich finde es sehr schlüssig.

    Daran ist überhaupt nichts schlüssig. Die Klapperkiste braucht(e) alleine von Frankfurt nach Leipzig über fünfeinhalb Stunden. Mit jeder Fernverkehrsrelation und Umsteigen auf Nahverkehr (um als Beispiel Apolda anzudienen) brauchst Du viereinhalb. Ne reine D-Ticket-Verbindung ist mit etwas über sechs Stunden nur unwesentlich langsamer. Sprich: Leo hat soviele Fahrzeitreserven in seinem Plan, dass er noch dreimal um das Völkerschlachtdenkmal Warteschleifen kreisen könnte und noch immer pünktlich wäre.


    Die Einstellungsgründe sind daher woanders zu suchen und nicht bei den vorgeschobenen Punkten.

    Ich finde die Begründung wieder nur sehr an den Haaren herbeigezogen. Ein Nachtzug, der gefühlt alle Jubeljahre fährt, im Regelfall gegenüber Taktzügen Fahrzeitreserven ohne Ende hat und meist noch wegen Reservierungspflichten Fahrpläne ohnehin taggenau verkaufen kann, kommt mit so einer Ausrede um die Ecke. Nach der Logik dürfte wegen der angeblichen Unwägbarkeiten kein einziger Zug in Deutschland mehr fahren.


    (Der Nachtzug von Mailand nach Brüssel kam eben auch mit minimal +60 durch Lugano; das kann bestimmt nicht an der DB gelegen haben, weil die an dem Laufweg bis dato nicht beteiligt war)

    OT-Frage: Was bringt die Auflistung der konkreten Wagennummer je Linie für den Fahrgast?

    Genauso OT: Was bringt die Anzeige der Wagennummer auf der Heag-Livemap dem Fahrgast?


    Das sind halt Features, die sich irgendjemand für einen konkreten Einsatzzweck und nicht unbedingt für den Endkunden ausgedacht hat.

    Selbst in einer perfekten Gesellschaft mit den vernünftigsten Menschen gäbe es nicht individuell verschuldete Ungerechtigkeiten und Härten, die eine Gesellschaft ausgleichen muss, um dem "Gesell"-Teil des Wortes gerecht zu werden.

    Es ging um das Verteilen von "Geschenken" (die das "gesunde Volksempfinden" - de facto das Gegenteil von Vernunft - einfordert) und nicht um den Ausgleich von Härten und ähnlichem.


    Schon beim Heizkostenzuschuss haben einige ja schon nicht kapiert, dass durch die Versteuerung desselben beim "kleinen Mann" wegen niedrigerem Steuersatz mehr hängen bleibt als beim Großverdiener. Mit etwas Vernunft hätte man das merken können.

    Und damit sorgt er nach deiner Logik dafür, dass das Deutschlandticket noch teurer wird.

    Ähm nein. Die hohen Spritpreise jetzt fließen ja auch schon in den Verbraucherpreisindex rein. Damit haben sie so oder so Auswirkungen auf alle indexbasierten Artikel.


    Man hätte natürlich, wenn man überhaupt schon "Geschenke" verteilen will, einfach pauschal jedem Einwohner "100" Euro geben können (ähnlich dem Heizkostenzuschuss). Das hätte wenigstens den Effekt gehabt, dass diejenigen, die weniger (oder gar kein) Sprit verbrauchen, eine höhere finanzielle Entlastung haben als die Bleifussfraktion.


    Genau genommen würden vernunftbegabte Einwohner gar keine "Geschenke" benötigen.

    Ich verstehe diese Argumentation nicht, Holger.

    Ist das nicht verständlich? Der Tankrabatt ist im großen und ganzen kompletter Käse, aber es ist eben nicht so, dass von diesem Rabatt nur reine private Autofahrten profitieren. Ein Stück dieses Käses landet eben auch beim ÖPNV. Eine Mehrwertsteuersenkung hingegen wäre beispielsweise nicht beim ÖPNV in dem Maße angekommen, weil vermutlich nur die 19% runtergesetzt worden wären, aber nicht die 7, mit denen die Fahrkarten bepreist sind.


    Dass es ökologisch sinnvoller gewesen wäre, einen ÖPNV-Rabatt anzubieten, sollte uns allen klar sein. Das wäre eine klare Ansage "Joh, der Sprit ist teuer, aber hey, wir haben da eine günstige Alternative für Euch." Und wenn sich dann wieder irgendwelche bayerischen Dorfpolitiker hinstellen, dass der ÖPNV bei ihnen nicht nutzbar ist, tja, Euer Problem, Ihr könntet ja einen Bus im Stundentakt mit den ÖPNV-Rabatt-Finanzmitteln bestellen.

    Ich bin definitiv raus.

    Das ist aber wieder das Problem mit den Einzelmeinungen wie in den diversen Nachbarthreads. Mag sein, dass Du "raus" bist, aber ob das in irgendeiner Form eine statistische Relevanz hat, wird sich zeigen.


    Gleiche Argumentation sieht man oft genug in den Medien, wenn es Interviews an den Tankstellen zum Thema Preiserhöhung dort gibt: Da kommen dann auch so Sprüche à la "Für mich ist das Ende der Fahnenstange erreicht", "der Handwerker darf nicht weiter belastet werden" usw. usw. in regelmäßigen Wiederholungsschleifen. Und? Wenn man diese Sprüche ernst nähme, würde seit 20 Jahren niemand mehr Auto fahren. Tun die Leute aber trotzdem.


    Übrigens wird der Tankrabatt im Endeffekt auch bei den ÖPNV-Kunden ankommen, denn man hatte sich ja darauf geeinigt, den D-Ticket-Preis u. a. nach der statistischen Preissteigerung zu indexieren (weswegen ich mich eh frage, warum sich einige aufregen; es ist eigentlich klar, um welchen Betrag der Abo Preis steigt und künftig steigen wird).


    Wenn der Tankrabatt damit in die allgemeinen Lebenshaltungskosten einfließt (und sie damit auf das Jahr gerechnet etwas weniger steigen als ohne Rabatt), wird das in den nächsten Jahren auch den Anstieg der D-Ticket-Preise dämpfen. Nur wird das in ein oder zwei Jahren niemand mehr auf dem Schirm haben.

    Fairerweise muss man aber auch hier bedenken, dass diejenigen ÖPNV-Betriebe, die vorangegangen sind mit der Elektrifizierung der Flotte, anteilig weniger erhalten.

    Natürlich. Aber da es im ländlichen Raum noch nicht so schnell vorangeht wie im eher städtisch geprägten ÖPNV kann man da auch ein wenig Förderung für den regionalen Verkehr reininterpretieren. Im großen und ganzen ist der Tankrabatt aus ökologischer und ökonomischer Sicht Käse.

    Fair wem gegenüber? Gegenüber den Fahrer*innen von Autos mit Verbrennungsmotor

    Fairerweise muss man aber auch bedenken, dass den Tankrabatt auch die ÖPNV-Betriebe erhalten und somit die Deckungslücke nicht noch größer wird.


    Dass es steuerungspolitisch natürlich sinnvoller wäre, die ÖPNV-Nutzung zu forcieren, steht auf einem anderen Blatt. Ich bin dagegen, ÖPNV zu verramschen (machen die Schweizer auch nicht und haben mit dem passenden Angebot auch hinreichend Kundschaft), aber man hätte statt des Tankrabatts die D-Ticket-Erhöhung z. B. um drei Monate verzögern können.

    Trifft dieses Schicksal alle Masten?

    An dieser Stelle geht es doch meines Wissens nach um die Höherlegung der Freileitung wegen geänderter Schutzabstände zur Strecke. Also vermutlich noch ein oder zwei Nachbarmaste, wenn überhaupt. Weitere Masten dürften dann ein eigenständiges Projekt außerhalb der RTW sein.