Beiträge von Holger Koetting

    Sicherlich mag es möglich sein durch Alt-Praunheim eine Straßenbahn Trasse zu quetschen. Muss man aber alles machen, nur weil es geht?

    Das war an dieser Stelle aber nicht die Frage. Über die grundsätzliche Sinnhaftigkeit einer Strecke, das Fahrgastaufkommen, Takte etc. kann man sicher diskutieren. Mir ging es nur um die technische Möglichkeit, dort fahren zu können und ich habe mich nur in die Diskussion eingeklinkt, weil da jemand mal wieder ein paar widerlegbare Fehlaussagen gestreut hat. Und anders als John2, der einfach mal behauptet, das ginge nicht, kenne ich aufgrund der Erfahrung mit vielen (und oft neu gebauten!) Strecken genügend Beispiele, wonach eine Strecke hier in verschiedenen Varianten weitgehend problemfrei in das Stadtbild integriert werden kann.


    Aufgrund der Tatsache, daß es sich bei vielen dieser Beispiele auch um neue Strecken handelt, heißt das zudem, daß sich Planer viele Gedanken sowohl um stadtverträgliche Gestaltung als auch Einführung oder Verbesserung eines attraktiven Verkehrsmittels gemacht haben. Im Gegensatz zu historisch gewachsenen Strecken muß sich die Planung heute viele Gedanken auch um die Wirtschaftlichkeit machen. Die Planer wären ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie wider besseren Wissens heutzutage unrentable Strecken planen. Die Tatsache, daß Neubaustrecken dabei auch in sehr kleinteilige Stadträume gelegt werden, zeigt, daß es hierfür offensichtlich eine wirtschaftliche Basis gibt und die Fahrgastzahlen belegen, daß die Strecken sehr sinnvoll sind und von den Fahrgästen angenommen werden. Insofern ist Deine Anmerkung ...

    Die Attraktivivität des ÖPNV besteht doch auch darin ,schnell von A nach B zu kommen. Die im wahrsten Sinne des Wortes Kurverei durch den Ortskern von Praunheim ist diesem Ziel, schnelle Reisezeiten zu gewährleisten, nicht gerade zuträglich.

    ... sicher zutreffend, aber Geschwindigkeit ist eben nicht alles. Die Erschließungswirkung spielt dabei auch eine Rolle und letztlich besteht die Attraktivität aus einer Reihe von Faktoren. Eine "Kurverei durch Praunheim" wäre an der Stelle selbstverständlich nicht gerade besonders schnell, aber eine Strecke bestünde ja nicht nur aus "Kurverei". Mit der Argumentation müßte man auch die Straßenbahn in Darmstadt (und anderen Städten) stillegen, weil sie mit dem Geschleiche durch die Fußgängerzone ja auch nur bessere Schrittgeschwindigkeit fährt (und das anschließende schneller befahrene Netz wird aus der Betrachtung ausgeblendet).


    Zudem stellt sich auch die Frage, ist die Straßenbahn denn wirklich langsam? Denn erstens ist der Bus an der Stelle auch nicht schneller - ich bezweifle, daß er mit mehr als 15 km/h abbiegt - und zweitens hätten wir bei einer Untertunnelung wieder die Grundsatzproblematik der Erschließungswirkung. Denn dann würde es vermutlich irgendwo eine einzige Tunnelstation "Alt-Praunheim" geben und die muß dann einen Einzugsbereich von 1000 Metern abdecken, während mit der Straßenbahn die üblichen Haltestellenabstände mit einer feineren Verteilung und damit kürzeren Fußwegen käme.

    Damit wäre eine Fahrzeit von 59 oder 60 Minuten für Ffm - Kassel non stop denkbar, aber kaum zu empfehlen, da diese Fahrzeit keinerlei Fahrzeitenreserven beinhalten würde.


    Zumal diese Fahrzeit auch wenig sinnvoll im Hinblick auf Taktknoten wäre, denn selbst wenn ich aus dem einen Knoten im Takt rauskomme, hinke ich im anderen Knoten dem Takt hinterher. Von daher müßte die Fahrzeit mal noch mindestens zwei bis drei Minuten kürzer werden.


    Darauf basieren z.B. die ITF Fahrzeiten in der Schweiz.

    Sicher? Ich mag mich irren, aber im Hinterkopf habe ich die "üblichen" Werte von 6-8% mit denen die Schweizer kalkulieren.

    Aber bitte nachher nicht beschweren wenn es keinerlei Geschäfte mehr gibt

    Nachweislich gehen Geschäfte nicht kaputt, wenn es keine Parkplätze durch ÖPNV-Baumaßnahmen mehr gibt. Das hat sich bei allen Straßenbahnbauten weltweit so bewahrheitet. Auch wenn es nicht in Dein Weltbild passen mag und Du die Situation anderswo nicht wahrnehmen willst. Das darfst Du natürlich gerne trotzdem tun und tanzenderweise Deine Unwissenheit ins Netz stellen, aber Deine kindische Reaktion wird an den überall sichtbaren Zuständen nach Umbauten nichts ändern. Beispiele haben ich und andere schon oft genug in diesem Forum aufgezeigt. Ich werde sie nicht wiederholen, um die anderen nicht zu langweilen.

    Der Kurvenradius und das Gefälle sind vielleicht zu schaffen, aber unter heutigen Gesichtspunkten nicht mehr state-of-the-art.

    Natürlich, jeder cm mehr an Radius ist besser, aber an dieser Stelle gäbe es keine Unmöglichkeit. Dazu lassen sich auch noch ein paar Tricks anwenden, wie den Radius über die Gegenfahrbahn führen. Man schaue sich z. B. mal diese nette Stelle hier an, oder auch als Straßenguck. (Und nein, die Trasse dort ist nicht historisch gewachsen, das ist alles Neubau). Nebenbei, die Bögen und Neigungswechsel auf der Bruderholz-Strecke in Basel sind auch nicht ohne oder man nehme die Steigungsabschnitte der Gmundener Straßenbahn etc. etc.


    Und ebenso nebenbei habe ich den Verdacht, daß John2 ohnehin wieder nur ein Luftschloß bei seiner Gegen"argumentation" aufbaut. Es sind ja alles ungelegte Eier. Nur weil heute der Bus so fährt, heißt das nicht, daß auch eine Straßenbahn genau wie der Bus fahren muß. Insofern ist das konstruierte "die Bahn kommt da nicht um die Ecke"-Problem möglicherweise überhaupt kein Problem, weil eine Bahn in beiden Richtungen durch Alt-Praunheim geführt werden könnte. So ist der Straßenquerschnitt - je nach Abschnitt - fast zweispurig *und* es kommt noch mindestens eine, teilweise auch noch eine zweite Parkspur dazu. Es wäre also überhaupt kein Problem, hier eine zweigleisige Trasse reinzulegen. So ganz grob skizziert bleibt für den Straßenverkehr die Einbahnregelung erhalten, dort ein Gleis in Straßenlage und das Gegengleis auf einen eigenen Gleiskörper. Das könnte dann z. B. so ähnlich wie hier aussehen (das paßt allerdings nicht ganz, da die Straßenbahn auch nur in Einbahnstraßenrichtung verläuft. Man könnte aber das vorhandene Gleis als Gegengleis deklarieren und in die Straße das Regelgleis mit verlegen - es geht ja nur um die Visualisierung der Möglichkeit). Ein anderes Beispiel wäre hier, für den Straßenverkehr ist hier Einbahnstraße und nur die Straßenbahn darf in beide Richtungen fahren. Und als Detail am Rande: Mit der üblichen französischen Konsequenz hat man auch gleich die Parkspur komplett entfernt und stattdessen einen Radweg angelegt.


    Von daher: Sollte es in der Tat jemals zur Planung einer Strecke durch Praunheim geben, werden sich da einige Planer mit Sicherheit Gedanken über die optimale Linienführung machen. Ich sehe zumindest aber - im Vergleich mit der Kenntnis vieler anderer Städte und funktionierender Anwendungsfälle - keine grundsätzliche Unmöglichkeit, da was hinzulegen.

    2. Betriebsstrecke = Kein „Ö“ in ÖPNV: nicht öffentlich. Du hast zwar recht, dass hier Fahrradweg gegen Gleiskörper genommen wird, aber wir reden eben dann doch von vielleicht mal zwei Fahrten pro Tag und Richtung.

    Das spielt aber letztlich keine Rolle. Leider muß man doch aufgrund der Erfahrungen früherer Zeit (und auch in Darmstadt [*]) feststellen, was weg ist, ist weg. Und wenn Du einmal keinen eigenen Gleiskörper mehr hast, wirst Du das nicht mehr hinbekommen. Aber unabhängig davon wird ein Umbau in dieser Form eh nicht kommen, weil Fördergelder für den Rückbau von eigenen Trassen wird es nicht geben. Also müßte die Stadt Frankfurt den Umbau der Schloßstraße komplett alleine stemmen.


    [*] Heidelberger Straße: Vollmundige Versprechungen, was nach dem Umbau alles besser wird. Zähneknirschende Zustimmung seitens des Verkehrsbetriebs. Umbau. Alles schlechter, Straßenbahn steht im Stau. Bei der Stadt nur Achselzucken, dann ist das halt so. Schön, daß ich für mich jetzt einen wirklich guten Radweg habe. Aber das hätte nicht zu Lasten des ÖPNV gebaut werden dürfen.


    Was den Radverkehr angeht, will ich das nicht weiter vertiefen. Als jemand, der pro Jahr etwa 4000 km auf dem Rad, davon vieles innerstädtisch, runterreißt, halte ich persönlich die Situation in der Schloßstraße für unkritisch und sehe andere Gefahrenstellen, bei denen das vergleichsweise geringe Budget zur Herstellung sicherer Radwege deutlich angebrachter wäre. Z. B. Kurt-Schumacher-Straße, wo rund um die Zeil gar nüscht vorhanden ist und in der Folge Konrad-Adenauer und Friedberger mit dem kruden Durcheinander von auf die Seite, auf die Straße, auf die Gegenfahrbahn, als Fußwegkombi und wieder zurück. Aber da müßte man dem heiligen Straßenverkehr ja eine Spur wegnehmen...

    Was mir als "Ortsfremden" dazu einfällt: Der Radweg in der Schloßstraße ist zwar nicht toll, aber es gibt mit Sicherheit tausend andere Stellen in Frankfurt (und Darmstadt), an denen Radfahren noch schlechter ist. Natürlich ist ein Verweis auf schlechtere Beispiele keine Argument, hier nichts besser zu machen, aber alleine die Wortwahl "unhaltbarer Zustand" läßt mich doch sehr an der Verhältnismäßigkeit zweifeln. Wenn die Zustände hier bereits "unhaltbar" sind, wie sind sie es dann anderswo? Am "unthaltbarsten"?


    Punkt 2, aus meiner Sicht passiert hier das gleiche wie in Darmstadt (siehe Heidelberger Straße): "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß." Soll heißen: Bloß dem Autoverkehr nichts wegnehmen. Verbesserungen für den Radverkehr nur auf Kosten des ÖPNV (Betriebsstrecke hin oder her). Warum nicht einfach einseitig Parkplätze wegnehmen und die zwei Meter auf die beiden Radspuren aufteilen? Also Fußweg, Parkstreifen, Radweg, Fahrspur, ÖPNV-Trasse, Fahrspur, Radweg, (kein Parkstreifen), Fußweg. Fertig. Traut sich nur keiner ran.

    Lediglich die öffentliche Hand steht wieder mal blöd da.... ;)

    Genau das ist aber das Problem. Hätte vor drei Jahren zur Sicherheit das Land Hessen eine Klopapiervorratshalle gebaut, wäre da Extra 3 gekommen und hätte selbiges angeprangert. Heute maulen alle rum, warum niemand für die Bevölkerung eine Klopapiervorratshalle (*) gebaut hat...


    (*) wahlweise auch durch Intensivbetten, Raviolidosen, Mehl etc. zu ersetzen.

    Holger, es werden derzeit noch ganz andere Rechte situationsbedingt außer Kraft gesetzt.

    Der Unterschied liegt aber darin, daß die derzeit geltenden - und noch kommenden - Ausnahmeregelungen keinen "bleibenden Schaden" [*] hinterlassen. Hingegen hätte ein "ich bagger mal Dein Haus weg, weil ich das jetzt ohne Genehmigungsverfahren darf" eine etwas längerfristige Auswirkung...


    [*] Ich bitte das nicht wörtlich zu nehmen. Bei einer Kneipe, deren Besitzer eh keine Rücklagen hat, geht es verständlicherweise auch an die finanzielle Substanz, Fördergelder hin oder her. Aber die Folgen hätte er vermutlich auch ohne Betriebsverbot zu spüren bekommen. Es besteht aber die Möglichkeit auf einen geordneten Wiederanfang. Ein weggebaggertes Haus ist aber dauerhaft weg.

    Gegen das Argument der Ausschreibungsverfahren etc. schon. Hier könnte ich mir schon vorstellen, situationsbedingte Beschleunigungen und Abweichungen vorübergehend zuzulassen.

    Ein merkwürdiges Demokratieverständnis. Planungs- und Ausschreibungsverfahren existieren nicht zum Spaß, sondern um die Rechte und Pflichten aller Betroffenen sicherzustellen. Es gibt keinen Grund, das außer Kraft setzen zu wollen.

    Naja, ist ja ganz nett und ein hübscher Wunschtraum, aber Kunst hin oder her, ein gewisser Realismusgrad sollte schon dabei sein. So ist es praktisch ziemlicher Humbug, erst von Bordeaux nach Toulouse zu fahren, um dann ins Baskenland zu kommen. Zumal die LGV-Verbindung Bordeaux-Hendaye-Irun gerade ohnehin in Planung ist.

    Dann sag das dem RMV - ein umgeleiter Zug ist wenigstens gefahren.

    Das ist ja schön. Aber wieso ist die HLB nicht in der Lage, diese Umleitung zu kommunizieren? Nachdem man endlich Donnerstag abend - die anderen Unternehmen hatten ihre Umstellungen alle schon am Mittwoch bekanntgegeben - mal was veröffentlicht hat, stand da nur "wir werden dann mal bis Kranichstein fahren". Kein Wort zur Durchführung von zusätzlichen Fahrten über Hanau. Fahrgastinfo daher: mau.

    Und toll ist auch wieder die Diskrepanz zwischen den verschiedenen Auskunftsmedien. Nachdem sich die HLB endlich durchgerungen hat, Kranichstein als Wendepunkt zu veröffentlichen, steht dies im Widerspruch zu dem, was sie scheinbar bei der DB als Fahrplan beantragt haben. Dort fahren die Züge nämlich ab Aschaffenburg über Zusatzhalt Hanau und ohne Halt weiter nach Darmstadt. Also theoretisch die Ostbahn komplett ohne Verkehr.

    SEV-Busse im T15 bis 20 ist natürlich sportlich beim T7/8, der auf den Tramästen sonst gefahren wird.

    Ja natürlich. Aber wo willst Du kurzfristig Material für mehr herbekommen? Praktisch hast Du gegenüber dem Planbetrieb zwei (Linie L), ggf. ein drittes Fahrzeug (falls die R durch die Verkürzung einen Takt weniger hat) weniger. Der Rest kommt aus der Reserve und da ist nicht genügend für einen 7,5-er-Takt auf mehreren Linien da. Fairerweise sollte man aber auch sagen, daß durch den Unterrichtsausfall an einigen Schulen die Mittagsspitze nicht ganz so hoch werden wird.


    Die Vias hingegen macht es sich einfach, läßt die Züge am Ostbahnhof enden und schickt die Leute auf die Linienbusse. Kein eigener SEV. Und die HLB bekommt es bis jetzt noch nicht mal gebacken, ihre Fahrgäste zu informieren, obwohl die vermutlich auch in Kranichstein wenden müssen...

    Gibt's dafür irgendwelche logischen Gründe?

    Vermutlich ziemlich simpel: Es gibt einen mehr oder weniger runden berechneten Sperrbereich um den Fundort (plus Ausbeulungen wegen angenommener Druckwellenausbreitungen auf freiem/bebautem Gelände). Da es aber für den Normalbürger wenig verständlich ist, wenn die Frankfurter Straße 725-834 betroffen ist, die 835 nicht, aber die 836a doch wieder, wird der Sperrkreis darüber hinaus halt etwas größer gezogen und an eingängigen Straßenverläufen orientiert. Daher geht die Sperrung im Westen eben bis zur Ecke Pallaswiese, weil "quer durch das Entega-Gebäude" niemand kapiert.


    Bin auch mal gespannt auf die ÖPNV Auswirkungen.

    Steht doch in der Allgemeinverfügung der Stadt Darmstadt: Alle Linien im Sperrgebiet (also 4, 5, 6, 7, 8, L, R, Odenwaldbahn, Aschaffenburg) grundsätzlich ab 8 Uhr eingestellt. 6, 7, 8 und die beiden Bahnlinien dürfen davon ausgenommen noch bis 11 Uhr fahren.


    Also theoretisch könnte man einen Inselbetrieb Arheilgen-Maulbeerallee mit Wenden rückwärts durch die Schleife fahren...

    Autohaus Heymann liefert:

    Automobilservice Robert Heymann Brandenburg an der Havel


    Wie gesagt, einfach nur mal ein mehrfach in Deutschland vorkommender Nachname ohne einen Hinweis auf Ort und Art des Gewerbes, hat man keine reale Chance auf den richtigen Treffer.

    Naja, ich hatte ehrlich gesagt bislang auch keine Kenntnis von dem Laden. Aber wenn ich den obigen Begriff beim Gockel eingebe, zeigt er mir auch gleich eine Umkreiskarte für die Gegend hier an. Und da war der richtige Heymann sofort sichtbar. Insofern halte ich die Suche schon für recht simpel möglich. Und spätestens mit "Autohaus Heymann Bus" war es der erste Treffer. Klar wird es schwieriger, wenn Du einen Müller suchst.