Beiträge von Holger Koetting

    Bei den neu gebauten Straßenbahnsystemen in Frankreich handelt es sich im wesentlichen um Städte, die deutlich kleiner sind, als Frankfurt und um Linien zwischen den Vorstädten von Paris, die ausschließlich außerhalb der Stadtgrenzen verlaufen. Darum haben schließlich die Städte Lille, Toulouse und Rennes in jüngerer Zeit auch Metro-Systeme erhalten.


    Definitiv nein. Du darfst hier aufgrund der in Frankreich anderen administrativen Strukturen nicht die Absolutzahlen der Städte vergleichen. Bordeaux hat als Kernstadt gerade mal 260.000 EW, als Gemeindeverbund aber fast 800. Das sind dann keineswegs nur Dörfer die jwd liegen, sondern das, was bei uns der klassische Vorort und die erweiterte Kernstadt ist. Wieviele Einwohner hat Frankfurt innerhalb der "historischen" Stadtgrenzen? Also nach dem Motto alles rausrechnen, was westlich der Galluswarte oder nördlich der Friedberger etc. liegt.


    Und das, was Du da als Metro bezeichnest, sind selbstfahrende Minibähnchen a la Frankfurt Flughafen.


    Und zum Thema "Abwandern" des Gewerbes ist ebenfalls bekannt, dass solche Effekte nicht eingetreten sind.


    Vielleicht erinnerst Du Dich noch an die Horrorgeschichten von Petra Roth vom Zusammenbruch der Konstablerwache und der Zeil, wenn da die Straßenbahn kommt. Nix ist passiert. Und was natürlich aktuell in den Innenstädte passiert, hat wenig mit diesen Dingen zu tun, denn "auofreundliche" Städte haben ebenso Rückgänge.


    Das schönste Beispiel ist doch aber das Loop 5. Nachdem jetzt auch noch der Primark weg ist, ist die Bude tot. Und das, obwohl es doch das Traumziel jedes Autofahrer war, kostenlose Parkplätze, direkte Autobahnanbindung etc. Die Leute, die immer rumkrakeelen, dass sie wegen der "Autofahrergängelung" nicht mehr nach Darmstadt in die Innenstadt führen, müssten die Bude doch bis unters Dach füllen. Stattdessen gähnende Leere und die ach so autofahrerfeindliche Innenstadt weiter gut gefüllt (bezogen auf die generelle Entwicklung des Einzelhandels). Also dieses "dann stirbt die Stadt aus" ist einfach nur ein Märchen.

    dem Auto ankommen, als die nächste Tram aufnehmen könnte, aber wenn eine Tram hier schon einigermaßen voll starten würde, dann hätten bereits Zusteiger im Zentrum von Sachsenhausen schon keinen Spaß mehr.


    Zum Anderen handelt es sich bei der Babenhäuser Landstraße um eine gut genutzte Ausfallstraße, die den KFZ-Verkehr eines Autobahnzubringers und der Straße nach Neu-Isenburg aufnehmen muss. [...]

    Das sind aber alles Argumente, die sich mit dem Blick auf die in Frankreich neu gebauten Straßenbahnsysteme ziemlich entkräften lassen.


    Außerdem wird gerade die Reduzierung der Autospuren eine der zwingenden Möglichkeiten werden, den Verkehr in der Stadt zu reduzieren. Die bisherigen Erfahrungen zeigen ja überall und allesamt, daß auch ein Rund-um-die-Uhr-zwei-Minuten-Takt-mit-Sitzplatzgarantie-und-kostenloser-Mitfahrt eingefleischte Autofahrer nicht davon überzeugen, trotzdem bis zum letzten Meter selbst fahren zu wollen. Also selbst wenn man auf die Trasse unterirdisch baut, wäre es zwingend notwendig, oberirdisch passende Pessimierungen am Straßennetz vorzunehmen, wenn man den Individualverkehr signifikant reduzieren will.


    In Frankfurt ist es weniger eine Frage der Transportkapazität ( Straßenbahn) als die relativ geringe Reisegeschwindigkeit.

    Womit auch hier wieder das altbekannte Thema einer ordentlichen Vorrangschaltung im Raum stünde...

    Das mit den halben Nummern gab's/gibt's ja auch z. B. in Duisburg. Das wesentliche Problem ist doch aber, dass es keine einheitliche Umsetzung von Symbolen und Beschriftungen gibt. Ist das nicht Dresden, wo bei Umleitungen im Display so ein "Zick-Zack-Treppchen-Pfeil" angezeigt wird? Egal, gibt's in einzelnen Städten. Andere schreiben "Umleitung ab xy-Haltestelle", andere einfach nur "via ...". Oder das übliche Thema mit SEV auf Restabschnitten. Philosophie 1: Ich zeige das reguläre Endziel "22 Nordbahnhof" an, ggf. ergänzt mit "ab Marktplatz Bus" oder Philosophie 2: Ich zeige nur "22 Marktplatz" ab (und habe dann das Problem, dass der Fahrgast die Bahn ggf. vorbeifahren lässt, weil er als Auswärtiger auf dem Plan gesehen hat, dass er eine 22 zum Nordbahnhof nehmen muss). Und irgendwo gibt es halt für jede Beschilderungsvariante Argumente dafür und dagegen. Doof ist für Nicht-ÖPNV-affine Fahrgäste doch nur, dass sie in A-Stadt wissen müssen, dass die Linie 604-gestrichen bedeutet, dass sie nur die Hälfte der Strecke befährt, in B-Hausen aber, dass sie an einer Haltestelle vom Regelweg abzweigt und dann einen getrennten Linienweg hat und in C-Dorf vielleicht bedeutet, dass es eine Expresslinie ist, die gerade an meiner gewünschten Aussteigestation nicht hält.


    Da wäre es wünschenswert, wenn es seitens des Gesetzgebers ein paar Minimalvorgaben (und nicht nur Empfehlungen) gäbe, wie Liniennummern, Zielbeschilderungen, Umleitungen, Teilausfälle etc. zu beschildern sind und nicht nur ein vergleichsweise lapidares "Informationen sind korrekt anzugeben".

    ch stecke zudem in keiner Blase, ich bin schlicht und ergreifend kritisch, wenn dich das stört...

    Naja, ich erinnere mich u. a. an den Vorfall zurück, als Du im Darmstädter Echo ein Riesentheater losgetreten hast, weil der böse Busfahrer [*] Deinen Kinderwagen nicht mitnehmen wollte [*] und er sich Deiner Meinung nach völlig daneben benommen hätte und die böse Heag und überhaupt etc. etc. Merkwürdigerweise tauchten in den nächsten Tagen dann ja mehrere unabhängige Leserbriefe von Augenzeugen des Geschehens auf, die allesamt und unisono bestätigten, dass sich der Fahrer korrekt/höflich verhalten habe und der einzige, der auf Krawall gebürstet war, Du warst. Bei nur einem Leserbrief würde ich jetzt nicht entscheiden können, was da vorgegangen war und wer mehr Recht hat, sobald aber mehrere Leute unabhängig voneinander eine gänzlich andere Version praktisch gleich beschreiben, würde ich eher dazu tendieren, den Leserbriefschreibern Glauben zu schenken.


    Aber jedenfalls ist spätestens seit diesem Zeitpunkt klar, dass offensichtlich Du eine etwas andere Sicht der Dinge als der Rest der Welt hat und scheinbar einen Privatkrieg gegen den Verkehrsbetrieb führen musst, was sich dann ja auch in der Art, wie Du hier auftrittst, manifestiert.


    [*] oder meinetwegen Straßenbahnfahrer. Wie der Vorfall genau passiert ist und ob das nun Bus oder Bahn war und ob es um die Mitnahme oder nur Platz im Fahrzeug schaffen ging, spielt ja auch keine Rolle. Letztlich geht's nur darum, daß Deine getätigten Behauptungen gleich von mehreren Zeugen als falsch widerlegt wurden.


    Und zum Thema "speziell in Darmstadt" haben wir ganz aktuell ja auch den Fall mit der vom Tieflader umgekippten Rhein-Neckar-Straßenbahn. Nun ist die StZW in Mannheim etwas größer als in Darmstadt, aber offensichtlich haben die die gleiche Problematik mit Fachkräftemangel, Ersatzteilprobleme, Arbeitsüberlastung etc. Denn wieso sonst sollte eine "besser" ausgestattete Hauptwerkstatt Reparaturarbeiten für teuer Geld an einen externen Instandhalter vergeben und die Tätigkeiten nicht im eigenen Haus ausführen?

    Und die Aussagen, wie "alle haben Probleme" sind für mich auch nicht interessant.

    Dann solltest Du ebenso zur Kenntnis nehmen, dass sich andere auch nicht für selbstgefällige - und substanzlose - Behauptungen a la "totale Bankrotterklärung" interessieren. Man würde Dich auch ernst nehmen, wenn Du mit sachlichen Argumenten beikämest. Tust Du aber nicht.


    Ja, der Zustand des Betriebs ist nicht der allerbeste. Aber für die Mittel, die zur Verfügung stehen, wird ein halbwegs ordentliches Angebot gefahren. In Frankfurt fallen derzeit bekanntermaßen ganze Linien aus und nicht nur einzelne Kurse. Komisch, da hört man von Dir nix von wegen "totaler Bankrotterklärung". Komm mal aus Deiner Blase heraus.

    Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir wünschen, dass die Linien S1/2 mit weiß-RMV-Umweltgrünen, S3/4/5/6 mit DB-roten und S9/9 mit BVG-gelben Fahrzeugen bedient würden.

    Ja prima. Damit musst Du dann dreimal soviele Reservefahrzeuge vorhalten wie bisher und im Störungsfall kann auch nicht mal schnell eine S1 auf eine S9 wenden, weil ja die Farbe des Fahrzeugs nicht passt.

    Dort, wie auch am Stadion, vermute ich wie Darkside, zusätzliche Flughafen-Parker.

    Auch das Problem ließe sich recht einfach lösen, indem die zulässige Höchstparkdauer auf 24 Stunden begrenzt wird und man sich (oldschool) aus dem Automaten ein kostenloses Ticket mit Ankunftszeit ziehen (oder eine andere digitale Lösung dazu anbietet) und das dann sichtbar ins Fahrzeug legen muss.

    Warum hat man dann nicht gleich entsprechend neue Züge für einen Stundentakt geordert, wenn dieser im Deutschland-Takt so ausgewiesen wird?

    Weil dieser, böse gesagt, erst mal nur ein feuchter Wunschtraum ist. Der hat auf (lokal)politischer Ebene keinerlei Bindungswirkung. Und für die Bestellung der Zugleistungen sind noch immer diese Ebenen zuständig. Sie bedienen sich halt lediglich des RMV, um die Ausschreibung und Bestellung durchzuführen. Von daher wird der RMV einen Teufel tun und irgendwas anderes ausschreiben als die (lokal)politischen Vorgaben, die er bekommen hat.


    Wenn Du also Vorwürfe machen möchtest, dann ist der RMV genausowenig Dein Ansprechpartner, sondern die Kreise und das Land Hessen. Die müssen die Mehrverkehre beschließen.

    Condor: Meine Idee würde beides abdecken.

    Vor allem würde diese Idee eines: Das Konto der Stadt Frankfurt abdecken. Dein Vorschlag ist so ziemlich die teuerste und unnötigste Variante von allen Möglichkeiten. Alleine die dafür benötigte Zahl an Tunnelrampen gegenüber einer rein ober- oder unterirdischen Variante kostet sowas von viel Geld gegenüber einem marginalen Nutzungsmehrwert, das wird niemand freiwillig bezahlen wollen.

    Die Teile, die den Abflug machen können, unterliegen aber im wesentlichen den gleichen Parametern wie ein Triebwagen. Denn ob (als Beispiel) eine Tür hundertmal im Trieb- oder im Beiwagen geöffnet und geschlossen wird, ist der beteiligten Mechanik ziemlich egal.

    Ich dachte, das Ticket heißt "Klimaticket".

    Man könnte auch einfach auf die Suche nach Quellen gehen. Und dann z. B. hier nachlesen, dass

    Zitat

    Der Bundeskanzler und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder begrüßen die Einigung der Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister von Bund und Ländern, ein digitales, deutschlandweit gültiges „Deutschlandticket“ für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu einem Einführungspreis von 49 Euro pro Monat im monatlich kündbaren Abonnement vorzusehen.

    Und unabhängig vom Namen kann man da auch nachlesen, dass die 49 EUR als "Einführungspreis" genannt werden und daher eine Preisänderung sozusagen von vorneherein möglich ist.

    ergo bleiben nach ca. 2028 für die SB9 nur noch ST14.

    Ja, aber selbst dann gilt, daß die SB 9 deutlich älter als die ST 14 sind - Rollkur hin oder her. Die höhere Ausfallwahrscheinlichkeit liegt damit auf der Beiwagenseite. Außerdem kommt hinzu, daß die Beiwagen "schon jetzt" aufgehübscht werden sollen/müssen, also ganz unabhängig davon, was einmal in fünf Jahren noch an Zugfahrzeugen da sein soll.

    Man scheint künftig alle Leistungen mit 45-Meter-Zügen fahren zu wollen. Wie 18 ST14 und 20 Beiwagen zusammenpassen, ist mir nicht klar, zumal nicht permanent alle ST14 im Einsatz sein werden.

    Rechenfehler Deinerseits:

    ST 15 = derzeit 25 neue Triebwagen. ST 12+13 = 30 Fahrzeuge. Bei einer 1:1-Ersetzung (die es nicht ist) blieben damit 5 ST 13 und 18 ST 14 = 23 alte Triebwagen für 20 Beiwagen übrig. Also weiterhin Triebwagenzahl>Beiwagenzahl.

    Müssen wir jetzt echt einen Dingvergleich, wer geiler bei Nebel fotografieren kann, haben?

    Nö, sicher nicht. Aber ich verstehe es als freundlichen Hinweis auf die schon mehrfach geäußerte Bitte, bei Fotos (insbesondere bei planbaren) doch auf ein Mindestmaß an Qualität zu achten und sich ggf. mit den Funktionen seiner Kamera oder Streicheltelefons vertraut zu machen, bevor man drauflosknipst.

    Mindestens können, entsprechende Ergebnisse vorausgesetzt, gewisse "Befürchtungen " entkräftet werden.

    Leider nein. Da kommen dann so Ausflüchte wie "Gefälligkeitsgutachten", "die Voraussetzungen stimmen doch gar nicht", "man hat ja gar nicht geprüft, was wir gefordert haben", "das Ergebnis stand doch schon vorher fest" etc.

    Das Ansinnen NBS für den Fernverkehr immer auch für Güterverkehr mit auszulegen sollte grundsätzlich hinterfragt werden.

    Das kann man so oder so sehen. Vorteil einer NBS ist, daß sie meist ortsfern geführt ist, das führt dann auch beim Güterverkehr zu weniger Anwohnerprotesten. Außerdem wirkt sich die relativ gerade Trassierung auch positiv auf langsamere Züge aus. Denn durch die im Gegensatz zu Altbautrassen seltenen Geschwindigkeitswechsel (zumindest im relevanten Bereich) muß auch ein Güterzug seltener bremsen und (wesentlich wichtiger) seltener beschleuningen. Dabei kommt es weniger auf die Fahrzeit dieses konkreten Güterzugs an, aber bis 2000 Tonnen wieder in Gang gesetzt sind, machst Du Dir alle Fahrplantrassen zu. Ob das beim Fernbahntunnel in Frankfurt zum Tragen käme, würde ich hingegen in Frage stellen. Nur ist die grundsätzliche Auslegung einer NBS auch für Güterverkehr durchaus sinnvoll. Außerdem kommt auch noch das Thema der Refinanzierung hinzu. Es ist ein Unterschied, ob ich die Baukosten einer NBS über 20 Zugpaare am Tag oder 60 via der Trassengebühren wieder einspielen kann.


    Spanien ist ansonsten eh nicht wirklich vergleichbar. Mit der handvoll Züge, die dort (sowohl Güter als auch Personen) unterwegs sind, hast Du praktisch nirgendwo auch nur annähernd irgendwelche Kapazitätsprobleme. Schau Dir mal den Fahrplan dort an. Im Bestandsnetz hast Du auf den meisten Strecken ein, zwei, wenn's gut geht, drei Zugpaare im Personenverkehr am Tag. Das fahren "wir" in fünf Minuten.

    das ist ja Mal eine kreative Einheit. In gebräuchlicheren Einheiten sind es allerdings auch nur 1,35 m/s², was mit trockenen Schienen auch fast mit Stahl/Stahl erreichbar ist.

    Eben. Die meisten modernen Stadt-/Straßenbahnfahrzeuge kommen auf 1,3, sind also nur unwesentlich langsamer. Und viel schneller geht eh nicht, außer man möchte mit den Fahrgästen Mikado spielen. Und unabhängig davonn könnten viele Fahrzeuge auch noch einen Ticken schneller beschleunigen, nur sind sie begrenzt, um das Durchwürfeln der stehenden Fahrgäste zu vermeiden.