Beiträge von Ost-West-Express

    Die Rundschau bezieht sich auf eine Haushaltsdebatte der Stadtverordnetenversammlung, bei der sich die Koalitions-Parteien auf einige Eckpunkte für Sparmaßnahmen geeinigt haben. Trotz aller richtigen Hinweise von baeuchle werden auch einige zentrale Entscheidungen in Berlin gefällt.


    Und auch der weitere Gesichtspunkte sollte bedacht werden - auch, aber nicht nur wegen der Kosten, dass Straßenbahn - oder ggf. auch oberirdische Stadtbahn-Verlängerungen sich schneller realisieren lassen als unterirdische Projekte und damit auch schneller vorzeigbare Verbesserungen schaffen.

    Zu Forumstrolls Bedenken wegen des Umstiegs zwischen verlängerter U 5 und M 34: Ist nicht ohnehin angedacht, die M 34 über die Mönchhofstraße zum Bahnhof Griesheim zu verlängern ? Dann würde nur die ohnehin fällige Umgestaltung der Haltestelle Waldschulstraße anfallen.


    Zur U-Bahn-Diskussion: Vergesst weitere Tunnel. Die Rundschau berichtete darüber, dass in den nächsten Jahren als Folge der Corona-Pandemie erheblich gespart werden muss. Über die begonnenen Projekte hinaus sollten wir uns deshalb nur noch über oberirdische Strecken, Stadtbahn wie Straßenbahn unterhalten. Und auch da dürften eher die vergleichsweise kostengünstigeren Lösungen im wahrsten Sinne des Wortes zum Zuge kommen.

    Ein Problem sollten wir im Zusammenhang mit Corona / Nach-Corona auch bedenken. Die Pandemie schafft deutliche wirtschaftliche Belastungen für Staat, Wirtschaft und private Haushalte. Also alle. Das bedeutet, dass mittelfristig die öffentlichen Haushalte deutlich weniger Geld zur Verfügung haben werden. Da kann auch ein möglicher "Corona-Soli" nur etwas helfen.


    Begonnene Projekte werden natürlich zu Ende geführt, schon allein um die Bauwirtschaft am Laufen zu halten und möglichst zeitnahe Erfolge zu erreichen. Aber für neue Investitionen dürften verschärfte wirtschaftliche Anforderungen bestehen. Und natürlich wird auch der Zeithorizont der Realisierung berücksichtigt werden. Möglicherweise wird auch das Planungsrecht entsprechend angepasst. Und Resilienz - also Krisenstabilität - wird auch verstärkt berücksichtigt werden (müssen).


    Was das heißt für den ÖPNV: Teure neue Tunnel-Projekte werden eher nach hinten verschoben. Straßenbahn und neue Bus-Standards werden das Geot der Stunde sein. Die erfordern geringere Investitionen u n d Betriebskosten, sind schneller zu verwirlichen und flexibler zu ändern. Keine Sorge: Der Lückenschluss Bockenheim - Ginnheim wird umgesetzt, die Verlängerung der U 5 ins Europaviertel und zum Rebstock auch, ebenso die Nordmainische S-Bahn. Alles andere ist wegen fehlender Finanzen erst einmal nicht.


    Eine U-Bahn zur Sachsenhäuser Warte und nach Seckbach bindet in erheblichem Umfang dann nicht mehr vorhandene Finanzen und bewirkt Verbesserungen erst zum Realisierungszeitraum irgendwann in den 40er Jahren. Eine "Bim" kann schon in 10 Jahren, also um 2030, fahren und kostet wesentlich weniger. Ein neuer "Qualitätsbus" kann fahren, sobald die Fahrzeuge geliefert sind und eine Busspur eingerichtet ist. Da ja mittlerweile auch bei der CDU engagierte Nahverkehrsplaner engagiert sind, ist auch hier die Setzung neuer Prioritäten im Konflikt ÖV versus privater MIV denkbar.

    In Verbindung mit einer Fußgängerbrücke westlich der Autobahn könnte die in Aaralis Vorschlag gezeigte Trasse die bisher eher inbefriedigend erschlossenen Bereiche im Osten Griesheims anbinden. Dort befindet sich 3 - 4 -geschossige Zeilenbebauung aus den 50er Jahren, sollte doch einiges Potential bieten, die beiden Schulen in der östlichen Kieferstraße auch. Die Fußwege zur S-Bahn betragen etwa 700 m - bei bekannter Störungsanfälligkeit gerade dieses S-Bahn-Astes.


    Die Buslinie 59 im 20 - 30-Minuten-Takt mit ebenfalls bekannten Unzuverlässigkeiten, die vorrangig im BÜ Nied auf dem Linienweg begrünet liegen, ist auch nicht gerade ein attraktives Angebot. Faktisch würde mit Aaralis Trasse eine Bedienungslücke geschlossen. Nicht zu vergessen das Bw Griesheim, das ja auch einige Beschäftigte hat.

    Und ich hatte schon beim Straßenbahn-Konzept gepostet, die 17 statt über die Walschulstraße zum Griesheimer Bahnhof zu führen. Da hätten wir dann den Ringschluss mit der "14" über die Kleyerstraße. :)


    Einen speziellen Bedarf gäbe es öhnehin: Bei den häufigen Betriebsstörungen und Unterbrechungen der S 1 / 2 und den von / nach Westen in Griesheim enden bzw. beginnenden S-Bahn hätte eine gute Straßenbahn-Anbindung auch noch eine besondere Bedeutung. :P

    Es wäre auch noch eine andere Version denkbar - dass wir von Südost-Asien das allerdings deutliche begrenzte Maskentragen im Winter übernehmen, um uns auch vor anderen Infektionen zu schützen. Immerhin haben die Demokratien Südost-Asiens und im Raum Australien - Neuseeland sehr erfolgreich weitgehend aus der Pandemie herausgehalten.


    Damit meine ich keinen gesetzlichen Zwang, sondern einen sozialen Konsens, sich und andere in Zeiten von Grippe und Erkältung zu schützen. Ich könnte mir das für mich zumindest im Winter in den Zeiten voller Bahnen vorstellen, und auch keine FFP-2-Einweg-Maske. Von den wiederverwendbaren haben wir ja alle genug. Neulich habe ich schon in Bad Homburg einen großen Stapel zu verschenkender Stoffmasken gesehen. :)


    Eine deutliche Tendenz sehe ich künftig darin, im ÖV auf die jetzt erreichbaren Qualitäts-Standards zu achten, heißt einigermaßen Platz und Pünktlichkeit; und arg sozial abweichendes Verhalten dürfte auch weniger akzeptiert werden.

    Ich habe in dem Jahr Corona die öffentlichen Verkehrsmittel nur sehr selten genutzt, sondern verstärkt Fuß und Rad. Die zusätzlich gewonnene Fitness werde ich auch weiter beibehalten und für meine Mobilität nutzen. Allerdings gab es außer Spaziergängen und Fahrradtouren nur im Sommer noch andere Freizeit-Aktivitäten, und das nur sehr eingeschränkt. Meine ÖV-Nutzung dürfte "danach" wieder zunehmen, vor allem auch die ÖV-Fahrten "aus Freude am Fahren" :).


    Allerdings werde ich als Erfahrung mitnehmen, verstärkt schnelle Direktverbindungen zu nutzen, da ich merke, dass auch 2 oder 3 km zu Fuß praktischer sind als auf umständliche Anschlussverbindungen zu warten.


    Das heißt, im Grunde sind meine Qualitätsansprüche gestiegen, und wenn die Verbindungen umständlich, verspätungsanfällig oder ungemütlich sind (überfüllt, unangenehme Mitfahrende etc.), weiche ich auch ohne Auto auf Alternativen aus. Die Betreiber des müssen ÖPNV verstärkt darauf Wert legen, ihren Fahrgästen Qualität zu bieten: Kurze Wartezeiten, möglichst direkte Verbindungen, saubere Haltestellen und Fahrzeuge, keine überfüllten Fahrten und keine unangenehmen Mitfahrenden, funktionierende Informationen und Anlagen wie Aufzüge und Rolltreppen. Wird das beherzigt, kann der ÖPNV auch wieder die Fahrgäste zurückgewinnen - zumal ja auch die Klima-Krise zumindest bei den jüngeren Menschen immer stärker ins Bewusstsein rückt.

    Da ich die Leipziger vor der Tür habe, kaufe ich dort alles, was geht; finde aber den Bummel dort nett, weil ich dort Nachbarn und Bekannte aus dem Stadtteil treffen kann. Neu-Isenburgs Einkaufsstraße ist damit durchaus vergleichbar. Die U-Bahn hat dem Einkaufsverkehr aus den umliegenden Stadtteilen nicht geschadet, eher im Gegenteil.


    Allerdings dürfte eine 10-jährige U-Bahn-Baustelle dem einen oder anderen Geschäft in Neu-Isenburgs Einkaufsmeile durchaus das Ende bereiten. Und es sind nicht nur die "heiligen" Autofahrer", die davon verjagt werden; auch Fußgänger, Radfahrer und Öffi-Nutzer werden von der Art, wie im Rhein-Main-Gebiet Baustellen betrieben werden, so genervt, dass sie lieber woanders einkaufen gehen. In Neu-Isenburg haben sie ja mit dem Isenburg-Zentrum die Alternative vor der Tür.


    Anders sieht es dagegen aus, wenn ich als Gelegenheits-Fahrgast oder Pendler unterwegs bin. Das während des Weges sichtbare Geschäft nutze ich als G e l e g e n h e i t s - Kunde eher, wenn ich es unterwegs sehe, ebenso die Gaststätte. Bin ich allerdings regelmäßig dort, brauche ich es nicht mehr von unterwegs zu sehen. Ein anderes Argument zählt aber mehr pro Straßenbahn bzw. gegen eine U-Bahn: Die Länge des Weges zwischen Bahn und Geschäft, außer es ist auf dem Weg von oder zur Haltestelle. Unterbreche ich aber die Fahrt, will ich möglichst nicht lange zwischen Haltestelle und Laden unterwegs sein, vor allem, wenn ich noch größere Einkäufe zu tragen habe. Und da ist eine Straßenbahn, die in der Einkaufsstraße mehrere Haltestellen hat, deutlich angenehmer als eine U-Bahn mit nur einer Haltestelle und ggf. noch mit defektem Aufzug oder Rolltreppe.

    Das Problem ist, dass eine U-Bahn nur bis zur Sachsenhäuser Warte lohnt, um dort die verdichete Bebauung anzuschließen. Sinnvollerweise fahren dann wenigstens 3 Linien dorthin, um einen 10-Minuten-Takt zu sichern. Fährt die U-Bahn seltener, lohnt sich dann schon durchaus, in einer Viertelstunde zum Südbahnhof zu laufen, wo die ganze Angebots-Palette in dichtem Takt bereitsteht.


    Folgerichtig dürfte auch das bisher dichte Busangebot auf dieser Achse deutlich ausgedünnt werden, mit Brechung der Linien an der Sachsenhäuser Warte.

    Die beiden Regionalbusse von Gravenbruch und Neu-Isenburg dürften wohl noch im Halbstunden-Takt bis zum Südbahnhof fahren, aber vor allem die 30 / M 36 bis in den Bereich Südbahnhof / Lokalbahnhof zurückgenommen werden und die Bedienung des bisherigen Südastes in die Stadtteilbus-Linien intergriert werden.


    Auch bei einer Tram dürfte der Südast der Linien 30 / M 36 entfallen, aber die Haltestellen werden dann durchgehend von der Straßenbahn übernommen, außer der Endstelle am Hainer Weg.


    Eine Weiterführung bis nach Neu-Isenburg ist nur mit einer Strab denkbar. Hier könnte es Synergien und Vernetzungen mit der Bestandsstrecke der "17" geben; ebenso wären auch ergänzende innerstädtische Bedienungskonzepte in N.I. denkbar, wo die Strab die Anbindungen an S-Bahn und RTW verbessern könnte.

    Zitat von Condor

    Wenn eine Straßenbahn abgelehnt wird, eine U-Bahn erst recht.

    Wir entsinnen uns: In den Jahren um 2005 wurde der Lückenschluss zwischen Bockenheim und Ginnheim unter anderem ja deshalb abgelehnt, weil die Ginnheimer ein Jahrzehnt Bauarbeiten in ihrer Einkaufsstraße befürchteten. Das dürfte in Neu-Isenburg nicht anders sein. Ein Straßenbahn sollte schneller zu schaffen sein. Vielleicht könnte ja die Strab zur Wieder-Belebung der Neu-Isenburger Innenstadt beitragen, die ja nicht nur unter Corona leidet.

    Ich denke, es gibt da ein Parallele mit der A 661 Ostumgehung Frankfurt. Die wurde auch 6-spurig planfestgestellt, aber nur 4-spurig teilferiggestellt und im Dezember 1995 - also vor 25 Jahren - eröffnet. Jetzt gibt es da die Diskussion um die Einhausung, die auch den künftigen Endausbau auf 6 Spuren berücksichtigen muss.

    Zitat von 71411812111

    Wenn ich von Frankfurt Innenstadt/Sachsenhausen nach Sprendlingen möchte fahre ich doch nicht erst nach Offenbach nur um die Autobahn zu nehmen.

    Brauchst Du auch nicht. Wenn Du über die Babenhäuser fährst, kommst Du schon im tiefsten Süden des Frankfurt / Offenbacher Grenzgebietes auf die A 661. Google Maps gibt dann für den Bereich so nette Ortsangaben wie "Sachsenhausen Süd 60599 Offenbach am Main" :P oder "Frankfurt Süd 63069 Offenbach am Main" :P.


    Nimmst Du die S-Bahn, brauchst Du zwar etwas über 40 Minuten statt etwa 20 Minuten, brauchst aber auch nicht auf Offenbacher Gebiet. ^^

    Zitat von Kuchen125
    Und was bringt die Umleitung über Hanau?



    Wahrscheinlich dachte Sh3kib an einen Ringverkehr. Die Züge kommen über die Main-Weser-Bahn an, und fahren über Hanau - Friedberg wieder zürück - bzw. natürlich auch umgekehrt. Das hätte natürlich einige Vorteile wie eine Direktverbindung von Bockenheim zur Mainkur - wenn man dort wieder hin darf.:)Oder auch nach Hochstadt-Dörnigheim, um den dortigen Apfelwein zu kosten. Ich gebe zu, beide Touren lohnen :). Und natürlich könnten auch Gießener und Marburger dieses Vergnügen haben, und auch umsteigefrei zur EZB am Ostbahnhof pendeln.


    Bis die nordmainische S-Bahn diese Direktverbindungen zumindest für Bockenheim und Rödelheim bietet, dauert es immerhin noch eine Weile. Und zumindest für Pendler entlang der RB 49 wären umsteigefreie Direktverbindungen nach Gießen und Offenbach / Frankfurt natürlich auch praktisch.

    Jojo, die "self-driving cars" haben wir doch schon seit etwa 40 - 50 Jahren ! ^^Na ja, nicht auf der Straße, aber auf oder an der Schiene! :PMit der fahrerlosen Dortmunder H-Bahn fuhr ich schon Ende der 70er Jahre zwischen den beiden Campus-Teilen mit. Die SkyLine am Frankfurter Flughafen fährt seit 1994, Nürnbergs fahrerlose U-Bahn seit 2008.

    Ihr braucht gar keine Zeitreisen in die Zukunft zu unternehmen - schaut Euch China und Russland an. Beide Länder haben - trotz des verfügbaren Angebots diverser konventioneller Flugueuge - ein großes Angebot an Nachtzügen. Dass mein Nick nicht mehr läuft :(, ist nicht den Russen zuzuschreiben, sondern eher den europäischen Bahnen und speziell der Deutschen Bahn.


    In China gibt es auch Nachtverbindungen mit Hochgeschwindigkeitszügen - die habe ich selbst schon vor 12 Jahren zwischen Beijing und Shanghai genutzt.

    Das System ließe sich auch für den Nacht-Postverkehr nutzen, statt die umweltbelastend mit LKW und Flugzeugen durch die Gegend zu schaukeln.

    In Langen ist mir schon länger aufgefallen, dass der Bahnhof, an dem immerhin auch die schnelleren Regionalzüge halten, "tief im Westen" der Stadt liegt.

    Die Besiedlung reicht noch einen knappen Kilometer auf die andere Seite der Bahn, nach Osten aber gut 2 km, wobei das Zentrum etwas östlich des Bahnhofs anfägt und etwa bis zur Durchgangsstraße (Frankfurter Straße - Fahrgasse - Darmstädter Straße) reicht.


    Westlich der Bahn dürfte eine Strab wegen der Bahnquerung aufwändig sein und nur ein begrenztes Potential erreichen, da Entfernungen im Bereich bis etwa 1 - 1,5 km auch von vielen noch gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Für den Rest reicht ein (Klein-)Bus mit möglichst dichtem abgestimmten Takt,


    Im Bereich nach Osten dürften bei Entfernungen von etwa 1,5 - 2 km zum Einkaufsbereich bzw. Bahnhof die meisten ein Verkehrsmittel (individuell oder öffentlich) nutzen. Eine Strab schafft da mehr Präsenz als ein Bus - die Schienen sind immer zu sehen :)und dürfte auch als attraktiver und zuverlässiger angesehen werden.


    Das Potential wäre natürlich zu untersuchen, eventuell auch im Zusammenhang mit dem benachbarten Dreieich, wo keine RE halten. Wie baeuchle schrieb, die Strecke Langen Bahnhof - Langen Ost liesse sich an eine möglicherweise bestehende "Regio-Tram"-Strecke anhängen. Potential, Streckenführung und Liniengestaltung wären natürlich noch genauer zu untersuchen.