Ich finde die Idee auch nicht so gut. Die Gedanken dahinter sind zwar nachvollziehbar, aber ich sehe neben den Problemen bei der Umsetzung auch weitere Schwierigkeiten, nicht zuletzt die Überlastung der B-Strecke. Zudem finde ich, dass hier die D-Strecke deutlich zu schlecht wegkommt. Nicht jeder will auf die B-Strecke oder in die Innenstadt. Auch die D-Strecke bietet großes Potential, insbesondere nach Fertigstellung der Ginnheimer Kurve. Klar sind die Stationen in der Innenstadt wichtig, aber sie können nicht von allen Linien angefahren werden. Das ist aber auch kein Problem, da man sehr schnell umsteigen kann, sowohl zur U-Bahn als auch zur S-Bahn, daneben gibts auch noch die Straßenbahn. Auf der D-Strecke liegen dagegen auch mit Hbf, Messe, Bockenheimer Warte und zukünftig Uni-Campus Westend und Bundesbank ebenfalls wichtige Verkehrsknotenpunkte, die alles andere als unattraktiv sind. Unterschätzt dieses Potential nicht!
Um ehrlich zu sein halte ich die ursprüngliche DIII-Variante für gar nicht mal so schlecht. Sie hat ihre Probleme, aber an sich ist das keine schlechte Lösung. Allerdings würde es sich anbieten, die Straßenbahn zumindest teilweise zu erhalten, um einen höheren NKF zu erreichen (bei reinen Ersetzungen von Straßenbahnstrecken durch Stadtbahnstrecken ist es ja schwer auf einen positiven NKF zu kommen). Denkbar wären da verschiedene Möglichkeiten. Das einfachste wäre wohl die ursprünglichste DIII zu bauen und die 15 beizubehalten, um eben weiterhin diese Südmainische Strecke zu erhalten und Niederrad nicht vo Sachsenhausen und Oberrad abzuschneiden. Das ergäbe auch einen schönen Umsteigebahnhof von der Stadtbahn zur Straßenbahn, vorzugsweise am Uniklinikum.
Etwas gewagter wäre es wohl, direkt nach dem heutigen Südende der D-Strecke südlich des Hbfs in einer scharfen Kurve nach Westen abzubiegen und das Gutleutviertel per U-Bahn inklusive zweier Stationen neu an das Schienennetz anzubinden. Die Mainunterquerung würde dann etwa einen km weiter westlich erfolgen und die Strecke etwa ab Blutspendedienst wieder in die heutige Straßenbahnstrecke einzufädeln. Damit wäre das Uniklinikum weiterhin nur durch 1-2 Straßenbahnlinien angebunden, die U-Bahn würde aber stattdessen im Gutleutviertel mehr Potential aufnehmen können, womit die Ersatzproblematik entfiele.
Eine dritte Möglichkeit, die ich glaube ich im U-Bahn-Endnetz auch schon angeprochen hatte, wäre, die Mainquerung direkt nach Süden zu legen und unter dem Straßenbahnknoten Stresemannallee/Gartenstraße einen U-Bahnhof einzurichten. Anschließend könnte die U-Bahn über die Kennedy-Allee oberirdisch bis Triftstraße geführt werden und von dort aus weiter wie ursprünglich vorgesehen. Auch diese Strecke hätte den Vorteil, dass ein Teil der Straßenbahnlinien erhalten werden könnte (auf jeden Fall die 15, evtl. auch eine weitere Straßenbahn) und die Uniklinik durch eine Station in Höhe der ehemaligen Straßenbahnwendeschleife von Süden her angebunden würde. Dafür hätte man am Blutspendedienst nur die Straßenbahn, was aber verschmerzbar sein sollte. Und, man könnte die baldige Strecke der 17 nach Neu-Isenburg mit nur geringfügigem Aufwand, sprich einer einfachen Rampe in das Stadtbahnnetz integrieren, sollte man das wollen.