Beiträge von ST4

    Bei der Ausschreibung der ST15 hat man doch noch die Option über bis zu 10 weitere Fahrzeuge. Außerdem kann man den Abruf noch um 10 % (auf volle Bahnen aufgerundet) überziehen, siehe BVG U-Bahn IK und BVG Straßenbahn Flexity. Macht dann ab ca. 2023/24 einen Fuhrpark von 20 ST13, 18 ST14 und bis zu 27 ST15 = bis zu 65 Triebwagen. Das sind 17 mehr als heute. Und wenn man ganz doll viel Bedarf haben sollte, kann man auch noch die zweite Option über 20 Fahrzeuge mit 22 Fahrzeugen ausreizen und dafür doch keinen einzigen oder zumindest nicht alle ST13 abstellen...


    Damit sollte es dann auch möglich sein, auf dem neuen Konzept basierend alle Linien im 10er-Takt zu betreiben, bzw abweichend die Linie 1 im 20er Takt (Abfahrt Hbf 01/21/41, dadurch entstehen die meisten Anschlüsse). Auch Netzerweiterungen sollten damit drin sein.


    Bis dahin wäre es in meinen Augen ausreichend, das Grundangebot auf einen 10er-Takt (2, 3, 5, 8, 9) mit Verstärkern im 20er-Takt (1, 4, 7) festzulegen.


    Die Linie 7 könnte in beiden Szenarien zwischen Rhein-/Neckarstraße und Eberstadt auch als Schnelllinie verkehren, Alsbach tagsüber alle 10 bis 20 Min bedient werden.


    Wieviele Fahrzeuge in den beiden Szenarien (mit je zwei Unterszenarien) tatsächlich benötigt werden, ermittle ich bei Gelegenheit mal und lasse es Euch wissen ;-)

    Die Nennspannung der Fahrleitung beträgt aktuell 600 Volt (Leerlaufspannung 680 Volt) und wird in Zukunft auf 750 Volt erhöht. Vermutlich ist das der Grund, warum die Fahrzeuge der Typen ST13 und ST14 neue Bordnetzumformer erhalten.

    Ich schätze mal eher, dass ABB die Ersatzteile abgekündigt hat und man daher neue Teile braucht - anders würde das mit der Anzahl nicht so passen. Es sind immerhin 2 Hilfsbetriebeumrichter je Fahrzeug(soweit ich weiß). Also bräuchte man 40 für ST13 und 36 für ST14, was so garnicht zu 10+19 passen will.

    Natürlich ist der Takt nach Arheilgen alles andere als sinnvoll. NAber wie wäre die Idee, zwischen den Linien 5 und 6 die Nordäste zu tauschen? Sprich: Linie 6 nach Kranichstein und eine neue Linie 7 vom Hauptbahnhof nach Arheilgen. (Es ist für mich ohnehin unverständlich, wie die Linie 6 mal in Eberstadt, mal in Alsbach beginnen/enden kann, während 7 und 8 getrennt sind. Also lässt sich die bisherige 7 auch in die 8 integrieren.)


    Damit würde das Netz dann wie folgt aussehen:
    1 Eberstadt - Hauptbahnhof alle 30 Min
    2/3/9 unverändert
    4 Griesheim - Kranichstein alle 15 Min (Schultags HVZ)
    5 Hauptbahnhof - Kranichstein alle 15 min (außerhalb HVZ / Ferien)
    6 Alsbach - Eberstadt - Kranichstein alle 15/30 Min (Schnelllinie)
    7 Hauptbahnhof - Arheilgen alle 15 Min
    8 (Alsbach -) Eberstadt - Arheilgen alle 15 Min


    Kombinierte 7,5-Min-Takte würden sich dann ergeben:
    2+5/7 Luisenplatz - Hbf
    4+5/6 Luisenplatz - Kranichstein
    7+8 Luisenplatz - Arheilgen


    Die Linien 6 und 8 müssten so gelegt werden, dass die anderen Beziehungen funktionieren und ein möglichst angenäherter 5/10-Takt vom Luisenplatz nach Eberstadt bzw. von Eberstadt zum Luisenplatz entsteht, möglichst mit kurzem Übergang von Alsbach auf die 8 bzw. von der 8 nach Alsbach.


    In mir vorliegenden Streckenplänen von 1962, 1968 und 1970 sind noch keine Weichennummern nach dem aktuellen System verzeichnet.


    Damals wurde eine fortlaufende Nummerierung, beginnend mit den Weichen 1-6 am Luisenplatz, hochzählend (mit Lücken) bis 199 verwendet. Die Nummerierung war in sich weitgehend fortlaufend gestaltet (ich verwende mal die heutigen Haltestellennamen):
    1 - 50 Luisenplatz - Böllenfalltor (inkl. Hof)
    51 - 59 Schulstraße - Ludwigshöhstraße (später Lichtenbergschule)
    60 - 68 Schloß - Ostbahnhof
    69 - 88 Schloßschleife - Oberwaldhaus
    89 - 108 Rhein-/Neckarstraße - Hauptbahnhof - Abzweig zum Rodensteinweg
    109 - 112 nicht vorhanden, vermutlich Abzweig Klinikum
    113 + 114 Gleiswechsel Klinikum
    115 + 116 Gleiswechsel Luisenplatz
    117 + 118 nicht vorhanden, vermutlich Gleiswechsel Mathildenplatz
    119 - 123 Willy-Brandt-Platz
    124 - 126 nicht vorhanden, für das Gelände des E-Werks am Dornheimer Weg allerdings ein zu kleiner Nummernkreis (6 Weichen), ebenfalls zu klein für den doppelten Gleiswechsel am Gericht/Mathildenplatz => Was war das wohl?
    127 - 128 Umsetzgleis Rodensteinweg
    129 - 133 nicht vorhanden, vermutlich Strecke zur Heinheimer Straße
    134 - 143 Rhönring - Arheilgen (inkl. Hof)
    145 - 175 Rhein-/Neckarstraße (südliche Weichen) - Eberstadt (inkl. Hof) - Jugenheim
    175 + 176 waren vermutlich das Umsetzgleis in Jugenheim (1962 bereits Wendeschleife)
    177 + 178 Gleiswechsel Höhe Berliner Allee
    179 - 193 Waldfriedhof - Griesheim (inkl. Hof)
    194 + 195 nicht vorhanden, vermutlich Umsetzgleis Griesheim Schule (auf den mir vorliegenden Plänen ist dieses bereits ausgebaut)
    196 + 197 Weichen zur Zweigleisigkeit Rhönring - Merck
    198 Einfahrt zur Wendeschleife Griesheim Wagenhalle
    E-1 - E-19 Betriebshof Frankenstein


    Es gibt einzelne Lücken, die ich nicht separat aufgeführt habe, welche auf ausgebaute Gleiswechsel zurückzuführen sind.



    Einige Nummern scheinen auch neu vergeben worden zu sein. Z.B. gab es früher vor dem Schloß am Marktplatz einen Doppelten Gleiswechsel und einen zusätzlichen einfachen Gleiswechsel, welche vermutlich die Nummern 60-65 trugen. 1968 waren diese bereits ausgebaut, dafür gab es die Weiche 60 für einen einfachen Gleisbogen aus Richtung Böllenfalltor zum Ostbahnhof und die Weichen 64 und 65 für die Verzweigung über den Schloßgraben in Richtung Oberwaldhaus.



    Edit: Ich wollte noch eine kleine Korrektur einbauen.

    Mehrere "Hubbel", also ein nur teilweise angehobener Bahnsteig, wird mit den ST12 schwierig. Hier wäre also ein Umbau der ST12 nötig, sodass die Trittstufen einzelner Türen nicht ausfahren. Ich weiß nicht, inwiefern man sich das für die geringe Restlaufzeit noch antun möchte...

    Ist das so? Die GTXN Familie, auf die der Avenio aufbaut, zählen zu den Drehgestellfahrzeugen. Möglich ist natürlich, das sie andere Fahreigenschaften haben, als die 70% Niederflurer, da die Torsionskräfte der Drehgestelle zur Ansteuerung der Gelenke verwendet werden. Im Übrigen hängt es auch vom Fahrzeug direkt ab. Ich finde nämlich, die ST13/14 laufen deutlich besser als zum Beispiel die Frankfurter S-Wagen

    Einzelgelenkfahrzeuge sind keine Drehgestellfahrzeuge im engeren Sinne, eben genau wegen der nicht momentfreien Ausdrehung der Fahrwerke. Ferner ist der Ausdrehwinkel der Fahrwerke nicht wesentlich größer als bei einem Multigelenkfahrzeug - wenn ein Einzelgelenkfahrzeug ein Drehgestellfahrzeug sein soll, muss man die Multigelenkfahrzeuge ehrlicher Weise auch als Drehgestellfahrzeuge bezeichnen...


    Das mag sein, allerdings hat Solaris auf der Basis des GTXN Meterspurfahrzeuge für Jena und 1100mm für Braunschweig gebaut. (Ob das eine wirkliche Alternative ist, sei mal in den Raum gestellt).

    Die Tramino für Braunschweig und Jena folgen dem GTx-Prinzip und haben den Motor im Wagenkasten. Das Drehmoment wird dabei über eine Kardanwelle ins Fahrwerk übertragen. Der Avenio hingegen hat einen Antrieb wie der Combino (Radblockantrieb) - dieser wurde bei einem Einzelgelenkfahrzeug bisher jedoch nur im Tramino Allenstein umgesetzt. Da Siemens sehr auf Standard setzt, ist nun die Frage, ob der Standard des Einzelgelenk-Avenio eine Meterspurvariante zulässt oder nicht.


    Diese Aussage von dir zu hören überrascht mich und ist völlig unzutreffend. Im direkten Vergleich, z. B. in München, sind signifikante Unterschiede beim Fahrverhalten zwischen Einzelgelenkwagen und Multigelenkwagen feststellbar.

    Gut, die Aussage war zu pauschal. Das Fahrverhalten eines Fahrzeuges hängt bekanntlich sehr vom Netz ab, in dem es eingesetzt wird.


    Zum Beispiel bei der Variobahn: in Bergen völlig unproblematisch, gibt es aus Graz viele Beschwerden.


    München ist sicherlich ein für Multigelenkfahrzeuge ungeeignetes Netz, während Einzelgelenkfahrzeuge hier seit vielen Jahren verkehren und die Trassierungsparameter darauf angepasst sein dürften.


    In Berlin verhält es sich genau umgekehrt - während die Flexity Berlin äußerst angenehm fahren, rumpeln die GT6N durch die Stadt.


    Die einzigen Fahrzeuge, denen die Trassierung weitgehend egal ist (im Sinne des Fahrverhaltens), sind die (echten) Drehgestellfahrzeuge. Ich habe noch keine Stadt bereist, in der Drehgestellfahrzeuge schlechter fuhren als vergleichbare Einzel- und Multigelenkfahrzeuge.

    Es gäbe ja noch den Avenio, der 100% Niederflur, aber kein Multigelenker ist.

    Zwei Probleme:


    1. Ein Einzelgelenkfahrzeug weist kein besseres Fahrverhalten auf als ein Multiglenkfahrzeug


    2. Meines Wissens ist der Avenio als Einzelgelenkfahrzeug nur in Normalspur verfügbar


    Abgesehen davon konnte mir bisher noch niemand einen ernsthaften Vorteil von 100 % Niederflur gegenüber 70 % Niederflur darlegen.

    Ich habe mich kürzlich gefragt, wie es nun weitergehen soll. Die neuen Fahrzeuge wird man ja so oder so benötigen.


    Weiß jemand, ob (oder eher wann) eine neue Ausschreibung erfolgen soll? Falls ja, werden die Anforderungen dann angepasst?


    Lässt man vielleicht dann von der Forderung nach 100% Niederflur ab, die ohnehin nur höhere Achslasten und höhere Betriebskosten bringt?


    Ich hoffe ja, dass man sich der in Darmstadt (und auch anderswo) bewährten Technik besinnt und ein 70%-NF-Drehgestellfahrzeug beschafft wird. Quasi ein ST14 in etwas länger.

    Wieso stellt man für die Bauzeit nicht auf die Linien 2 und 4* um, sodass von Kranichstein auch der Luisenplatz erreicht wird?


    *Den 7,5er-Takt natürlich verstärkend mit der Linie 5 über die Bismarckstraße


    Probematisch wäre dabei nur der Nachtknoten, für den dann ggf. doch wieder die aktuell geplante Linienführung notwendig wäre.

    Das Verfahren wurde ohne Zuschlag beendet. Mal abwarten, was nun geschieht.


    Siehe: http://ted.europa.eu/udl?uri=T…1-2018:TEXT:DE:HTML&src=0



    Ich finde der Vergleich hinkt nach wie vor:


    aus dem Ostkreis (Umstadt, Dieburg, Roßdorf, Reinheim, Gersprenz- und Fischbachtal seien nur als Beispiele genannt) kommen einfach wesentlich mehr Fahrgäste über den Ostbahnhof rein, als aus den oben aufgezählten Bereichen.

    Der Vergleich passt ziemlich gut zur Eberstädter Strecke: Roßdorf entspricht Eberstadt, Groß Zimmern ist wie Alsbach.


    Und wenn der Ostkreis keine Lösung wie Eberstadt, Seeheim-Jugenheim und Alsbach will, dann soll er eben unter der eigenen Dummheit leiden und an der Stadtgrenze umsteigen. Selbst Schuld.

    Wer eine normalspurige Stadtbahn für Darmstadt fordert, hat Bildungsreisen auch dringend nötig...


    Man könnte sich beispielsweise ansehen, wieso es in Kassel oder Chemnitz so gut klappt: man kann die Fahrten bis dorthin durchbinden, wo die Fahrgäste hin wollen. Oder wie voll die Bahnen in Zwickau sind: dort endet man auch an einem nur halbwegs zentralen Platz (übrigens das einzige Beispiel für das, was man in Darmstadt vorhat - überall sonbst verwendet man einheitliche Spurweiten!).


    Vernüntig wäre entweder eine Vollbahnlösung mit guter Umsteigemöglichkeit zur Straßenbahn am Ostbahnhof oder eine reine Straßenbahnlösung.

    Der Solidaritätsstreik aus der Sicht eines Straßenbahnfahrers, gestern in der Hessenschau.
    Wer's nicht live gesehen hat, hier der Link:
    http://hessenschau.de/tv-sendung/video-27336.html


    Auch sehr schön sind die Aussagen des Verdi-Vertreters, der die Aussperrung und somit die Nicht-Entlohnung arbeitswilliger Fahrer auch noch gut findet (so mein Eindruck). Nur weil er und ein paar andere beschließen, dass gestreikt wird, sollen also 75 % der Fahrer kein Geld bekommen? Na wunderbar. Dann beschließe ich mal flux, dass bei diesem werten Herrn Trautmann die Heizung für den Rest der Heizperiode bestreikt wird. Ob er das wohl auch so gut fände?

    In allen von Dir zur Meinungsfreiheit genannten Punkte pflichte ich Dir
    natürlich voll bei. Ich finde es nur nicht ok, dass hier immer auf Hajü
    eingedroschen wird, insbesondere da die Inhalte der entsprechenden
    Posts mehr nach "Deine Meinung ist falsch" klingen denn nach "na na na,
    nicht in diesem Ton". Darum habe ich meinen Post bewusst dem von @420
    281-8 nachempfunden.


    Zurück zum Thema:

    Bezüglich der Straßenbahn in Darmstadt. Es gibt unterschiedliche Zahlen darüber, wie viele Straßenbahnfahrer überhaupt streiken wollen. Die HEAG sprach von 25%, Verdi natürlich von mehr. Fakt ist wohl, im Moment sind viele Straßenbahnfahrer schlicht und ergreifend krank geschrieben. Eine Abstimmung über den Solidaritätstreik gab es natürlich nicht.


    Am Freitag Nachmittag wollte die HEAG dann mit arbeitswilligen Fahrern einen Notfahrplan im Bereich der Straßenbahn fahren. Die Ausfahrt der Fahrzeuge wurde aber von Streikenden Busfahrern blockiert. Verdi machte hier - ich schrieb es ja schon - seine eigenen Gesetze. Die HEAG verzichtete auf Strafanzeigen sowie eine zwangsweise Durchsetzung der Ausfahrt. Auch der Hinweis der vor Ort anwesenden Polizei, dass der Verdacht der Straftat der Nötigung besteht, hielt Verdi nicht von der Blockade ab. Der Fahrbetrieb der Straßenbahn ist derzeit "aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt".


    So langsam gilt mein Unmut
    auch den Oberen bei der HEAG, die (wie schon erwähnt wurde) die
    rechtlichen Mittel nicht ausnutzen, sondern tatenlos zusehen. Das
    erweckt schon ein wenig den Eindruck, als stünde man auf Seiten der Streikenden. Wieso lässt man die Polizei nicht die Ausfahrt räumen? Hat man Angst vor Verdi, ist man auf Seiten von Verdi oder sind einem die Fahrgäste schlichtweg egal?

    @ ST4 in meiner Familie gibt es KFZ, das meine Frau benötigt, die bis nach Wolfskehlen muss. Für mich bedeutet dies, nach dem Wegfall der Straßenbahnen 4 Kilometer Fußmarsch zur Arbeit und auch wieder zurück. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Du kannst hier den Arbeitgeber nicht direkt strafen. Herr Tuchan lehnt sich zurück und leht jede Verhandlung ab, er hält 12,65€ für ausreichend. Der Mann sitzt in einem holzgetäfelten Büro und fährt einen dicken Benz, war im Fernsehen zu sehen, der weiß mit Sicherheit nicht ansatzweise, wie man von 1200€ im Monat leben soll. Natürlich sind die Forderungen überzogen, aber es gibt sonst gar nichts. Es drohen Fahrtausfälle, es fehlt an allen Ecken und Enden Personal, siehe Untergang Werner und jetzt die Probleme der BVH. Aber die Einsicht etwas dagegen tun zu müssen kommt nicht. Wer sich so verhält hat das Alles zu verantworten. Noch dazu wenn er Probleme mit der Peronaldecke kennt und bewusst keine Verbesserung herbeiführt.


    Bezüglich der Forderungen und dass 12,65 € nicht ausreichend sind, stimme ich absolut zu. Nur wird es Herrn Tuchan auch nicht weiter stören, wenn nichts fährt. Wie hier parallel ja erörtert wird, reiben sich die Arbeitgeber sogar die Hände und sparen mächtig Geld. Der Streik ansich ist auch alles andere als unangemessen, nur die Form von ebenjenem ist überzogen und geht zu Lasten derer, die den ÖPNV brauchen. Und das ist schlichtweg nicht sozial (das Wort "asozial" war natürlich überzogen und provokant formuliert).


    Gut, du gehst also auch zu Fuß und verstehst somit sicherlich wenigstens im Ansatz meinen Standpunkt, wenngleich wir zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Allerdings müssen manche Fahrgäste deutlich unbequemere (z.B. durch den Wald) und längere Fußmärsche hinlegen, und das ist dann schlichtweg unzumutbar. Zumal wenn man viel Geld für eine Dauerkarte hingeblättert hat und dafür keine Leistung erhält.


    Das Problem, das ich absolut zugestehe, ist einfach, dass es an besseren (legalen) Möglichkeiten mangelt, ernsthaft Druck auszuüben. Meine einzige spontane Idee, alle Bahnen und Busse generell verspätet zu fahren (und somit hohe Kosten für den Arbeitgeber zu erzeugen), dürfte wohl außerhalb unserer Rechtsordnung liegen...


    Wo verbessert so ein Streik die Lage des Fahrpersonals? Diejenigen, die es trifft, sind nicht diejenigen, die die Tarife aushandeln.

    Ganz genau. Man lässt Leute büßen, die absolut nichts ändern können. Besonders hart trifft es diejenigen, die zu wenig Geld haben, um auf Taxi oder Mietwagen auszuweichen. Der Streik geht also voll gegen sozial Schwache. Meines Erachtens ist das asozial.


    Edit fügt hinzu: Ich möchte nur klar stellen, daß ich kein Gegner einer ordentlichen Bezahlung des Fahrpersonals bin. Aber die Maßnahmen müssen sich gegen die Entscheider richten und nicht gegen diejenigen, die an der Situation nichts ändern können.

    Dem kann ich mich nur anschließen! Natürlich braucht es eine vernünftige Bezahlung. Natürlich darf man dafür streiken. Aber wieso kann die Gewerkschaft nicht so streiken, dass Verkehr weiter möglich ist? Wenn zum Beispiel nur die Hälfte der Fahrten ausfallen würde, kämen diejenigen, die darauf angewiesen sind, mit dem ÖPNV an ihr Ziel, der Arbeitskampf würde dem Arbeitgeber aber dennoch deutlich auffallen. So wäre der Streik nicht zulasten sozial Schwacher und somit auch nicht asozial.

    Es ist schon super wie hier manche argumentieren. [...] Menschen als asozial zu bezeichnen, die nach 18 Jahren endlich Löhne und Gehälter wünschen, die ein Leben ohne Sozialhilfe zu ermöglichen finde ich nicht in Ordnung, ganz im Gegenteil. Arbeitgeber, die seit Mitte Dezember wissen, was in dieser Woche passiert, denn genauso lange ist der Arbeitgeber informiert, sehe ich in anderem Licht. Es sind auch nicht die großen Unternehmen, die sich hier extrem querstellen, es sind die vielen privaten, die noch immer flächendeckend Betriebsräte und Gewerkschaften mit Druck verhindern, die dies hier verantworten müssen.

    Ich sage nicht, dass ein Streik ansich asozial ist. Auch halte ich die Forderung nach angemessener Bezahlung für absolut richtig. Einzig die Methode, dritte dafür so in Haftung zu nehmen, ist schlicht untragbar für einen sozial eingestellten Menschen.


    Du kannst dich ja mal solidarisch mit den Autolosen zeigen und zu Fuß zur Arbeit gehen. Viel Spaß dabei!

    Achtung, die Straßenbahnen in Darmstadt streiken morgen aus Solidarität auch mit, das verkündet eben die Heag mobilo.


    Man ist also mal wieder aus "Solidarität" asozial... an die Kunden, die auf den ÖPNV angewiesen sind, denken diese Egoisten also erneut nicht. Wenn man schon ohne Rechtsgrundlage die Arbeit verweigert, kann man doch wenigstens einen Notfahrplan anbieten. Aber die selbstherrlichen Gewerkschaftsbosse denken natürlich wieder nur an ihre eigene Macht.

    Die Begründung mit den kleinen Rädern ist übrigens totaler Quatsch. Kleine Räder nutzen sich zwar schneller ab, aber nicht die Gleise! Auch wenn der Druck im Radaufstandspunkt durch die stärkere Krümmung höher ausfällt, wird das bei den ST13, ST14 und SB9 durch die geringe Achslast auf den Kleinraddrehgestellen überkompensiert. Ferner stellen sich die Drehgestelle relativ gut ein, da sie sowohl über starre Achsen (=> gegenseitige Beeinflussung der beiden Räder) als auch über keinen Antrieb (der Fehlstellungen begünstigt) verfügen.


    Der einzige Fall, wie die kleinen Räder der ST13 und ST14 für erhöhten Verschleiß sorgen können, ist, wenn das nachlaufende Triebfahrwerk mehr drückt als das vorlaufende zieht und somit die Laufdrehgestelle aus dem Bogen herausgedrückt werden. (Umgekehrt ist nicht so schlimm, da die Räder bogeninnen nicht so sehr zum Abfressen des Gleises neigen.) Das wäre aber mit großen Drehgestellen, starren Achsen oder jedweder anderer Lösung mit Gelenken nicht anders.


    Die Aussage ist somit absoluter Unfug, was mich im Kontext der Entscheidung zur Beschaffung von Multigelenkwagen (die genauso Unfug ist) aber nicht mehr weiter überrascht...