Vielleicht noch ein paar ergänzende Informatione zu dieser Linie, die ich in den vergangenen Jahren zusammengetragen habe.
Planungsname für die "Phantomlinie" ist U10- teilweise jedoch auch als "U3" bezeichnet. Während die U10 in der Tat von Weißensee (Ost-Berlin) nach Steglitz (West-Berlin). führen sollte, würde die "U3" unter Nutzung der Bauvorleistungen in Richtung Kurfürstendamm / Adenauerplatz abbiegen.
Aber zurück zur U10 - die im Artikel genannt wurde. Wie eigentlich die gesamte Berliner U-Bahn-Planung, basiert alles auf dem "Reuter-Plan" aus Ende der 1920er Jahre (später als 200--Kilometer-Plan bezeichnet und immer wieder leicht modifiziert).
Die Planungen für die U10 basierte von Anfang an auf einer Verkehrsplanung für Gesamt-Berlin. Die Bauvorleistung am Alexanderplatz besteht aus einer kompletten Bahnsteinanlage mit den Tunnelstutzen (wird heute vom U-Bahn-Cabriot benutzt). Weiter geht es am Bahnhof "Stadtmitte". Hier besteht eine unterirdische Brücke, die jedoch nur erkennbar ist, wenn man sich die Gestaltung des Bahnhofs genau ansieht. Als in den 90er Jahren die "Neue Mitte" um den Postdamer Platz enstand, wurde auf die U-Bahn-Station miterstellt - erkennbar als Riegel über dem Regional- und Fernbahnhof. Am Kleistpark existiert ein Kreuzungsbauwerk mit der U7 und am Insbrucker Platz ein solches mit der U4. Kurz darauf würde der Tunnel in Höhe des Walter-Schreiber-Platzes in die vorhandene Strecke mit den Bahnhöfen Schloßstraße und Rathaus Steglitz einfädeln und damit ihren vorläufigen Endbahnhof erreichen.
Warum aber wurde 1988 die Kehranlage am Rathaus Steglitz erweitert, ohne, daß es dafür einen wirklichen betrieblichen Nutzen gab? Die Ursache liegt bei der S-Bahn. Aufgrund der Betriebsrechte der Reichsbahn für die S-Bahn in West-Berlin war es immer recht schwierig, deren Trassen zu unterqueren. Als die Betriebsrechte 1984 für einen Zeitraum von 10 Jahren an die BVG übertragen wurde, nutzte man die Gunst der Stunde und erweiterte die vorhandene Tunnelanlage unterer der Bahn-Trasse hindurch.
Wenn demnächst der Bahnhof "Berliner Rathaus" für die Linie U5 entsteht, wird man eine Abstell- und Kehranlage in zweiter Ebene miterstellen. Sollte in Zukunft tatsächlich das Projekt U10/U3 realisiert, so wäre die Bahnhof und Ausfädelung aus dem Bauwerk Alexanderplatz / Berliner Rathaus (wobei ich die Station Berliner Rathaus für Schwachfug halte).
Festzuhalten bleibt: Bis auf wenige Haltepunkte ist die "U10" eine fertige U-Bahn... leider fehlende die stationsverbindenden Tunnelstrecken.
Ob die U10 jemals gebaut wird, steht in den Sternen - möglicherweise wird man sie auch mit Gewalt als Straßenbahnstrecke ausführen. Wissend, daß das prognostizierte Verkehrsaufkommen für eine U-Bahn locker ausreichen würde.
Wenn in diesem Jahr alles klappt wie vorgesehen, wir es möglicherweise neue Bilder geben. Eine Führung durch die Bauvorleistungen ist bereits angedacht.