Meilenstein: Deckenbetonage hat begonnen
Während in den Presseberichten der letzten Tage im Wesentlichen der Durchbruch unter dem Platz der Republik thematisiert wurde, hat der Stationsbau einen weiteren Meilenstein erreicht, nämlich die Betonage der Stationsdecke am Güterplatz. Der erste von 14 Betonierabschnitten der 2,30 m starken Decke wurde am 18.9.2025 betoniert, die gesamte Deckenherstellung wird sich bis Mai 2026 hinziehen.


Um die baubetrieblichen Lasten, nämlich das Eigengewicht der Decke und das Gewicht der zurückzubauenden Stahlbetonsteifen zu tragen, wurde die über 100 m lange Stationshalle mit einem mehr als 1.000 Tonnen schweren Schwerlastgerüst ausgefüllt.

Anstelle der 2. Umsteifungsebene waren unterhalb Rohrdurchsteifungen eingebaut worden, so dass die zweite Steifenlage für die Deckenbetonage komplett ausgebaut werden kann. Nach Fertigstellung der Stationsdecke ist nur noch die oberste, ummantelte A-Steifenlage statisch erforderlich, die ausgebaut werden kann, wenn die Stationsbaugrube oberhalb der Decke verfüllt wird.

Die Belichtung der Station und Entrauchung im Fall des Falles erfolgt über 5 Lichtdome bzw. Entrauchungsbauwerke, deren Unterteile in der Decke, zu erkennen an der schrägen Schalung, jeweils mitbetoniert werden, Die aufgehenden Pyramidenbauwerke werden dann ab Frühjahr auf der geschlossenen Decke errichtet. Bis dahin sind auch alle anderen Betonagearbeiten, z.B. von etlichen Innenwänden beendet.

alle Bilder: SBEV
Die Decke selbst besteht aus wasserundurchlässigem Beton, bedarf also keiner zusätzlichen Abdichtung, etwa durch Bitumenbahnen oder -anstrich; ausgenommen sind sehr hochliegende, geländenahe Bauteile (z.B. in den Kopfblöcken auf der West- und Ostseite) mit wenig Erdüberdeckung. Solche Bauteile erhalten eine zusätzliche bituminöse Abdichtung, um den Schutz vor Tausalzen aus dem späteren Straßenbetrieb zu gewährleisten.
Im kommenden Frühjahr beginnt dann dann von Ost nach West die Verfüllung der Grube, die dann an der tiefsten Stelle (in der Mitte der Station) noch ca. 6,30m tief ist. Insgesamt werden für die Verfüllung ca. 17.000 m³ Material, also etwa 31.000 t benötigt.
Derzeit wird geprüft, wo im Rhein-Main-Gebiet geeignetes Material im nächsten Jahr anfällt. Da spielen umwelttechnische, qualitative, abfallrechtliche, vertragsrechtliche und letztendlich auch wirtschaftliche Aspekte mit rein. Das ist ein recht komplexes Thema.
Natürlich hätte die SBEV gern kurze Wege, wo aber diese große Menge an Verfüllmaterial im fraglichen Zeitraum und in der erforderlichen Qualität anfällt, ist derzeit offen. Leider ist es meistens nicht so, dass genau im benötigten Zeitraum der Aushub auf anderen Großbaustellen läuft, aber die SBEV steht in Kontakt mit großen sog. Erdbörsen. Aus Laiensicht fallen uns spontan diverse RTW-Baustellen, der Riederwaldtunnel und die Nordmainische S-Bahn ein, scheint aber alles nicht so einfach zu sein.
Die von penultimo oben geäußerte Hoffnung, die Station noch in diesem Jahr zu schließen, wird demnach nicht mehr erfüllen.