Nunja - das klingt jetzt erstmal bisschen übertrieben, so ganz harmlos stellt sich die Sache aber ja nicht dar. Vielleicht erinnern sich manche noch an die Geschichte mit den "stillgelegten Zügen", weil sie in der 'falschen' Werkstatt repariert wurden - und sowas ist dadurch natürlich komplett problemlos möglich.
Klar, im Regelbetrieb kann man sich wahrscheinlich maximal bisschen den Innenraum anschauen, die Auslastung und die Straßen. Und im Friedensfall ist das alles ziemlich unspannend. Aber man stelle sich nur mal vor, die Busse sollen zur Evakuierung von Kriegsgeschädigten aus der Ukraine eingesetzt werden und der Hersteller verhindert die Nutzung. Oder die Busse fahren an strategisch interessanten Zielen vorbei, irgendwelchen Kasernen, Wasserbehältern, Eisenbahnbrücken - ich glaube wir sind da alle ziemlich unkreativ, was man so alles mit den Daten anstellen kann. Vielleicht hilft es, sich, vorzustellen, diese Busse würden in Russland hergestellt und wären in der Ukraine im Betrieb (gewesen)... Man bekommt Verkehrsflüsse heraus, welche Brücken noch intakt sind, vielleicht auch wann sich ein Beschuss einer bestimmten Brücke/Straße besonders lohnt.
Das Problem besteht aber übrigens auch bei Staubsaugerrobotern (die haben üblicherweise eine Kamera) und z.B. Teslas. Und bei Teslas ist es nun gar nicht mehr so abwegig, dass z.B. Proteste oder "ausreisepflichtige Menschen" mit Hilfe der Kameras gesucht werden, man stelle sich nur einmal eine Kooperation von Palantir mit Tesla vor. Und die USA scheinen derzeit auf eine gänzlich andere Art das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" zu sein.
Was will ich nun damit sagen? Die abstrakte Gefahr existiert, sogar wahrscheinlich etwas konkreter als nur abstrakt. Aber: sie betrifft nicht nur Busse, sie betrifft jedes Fahrzeug, was mit Kameras oder sonstiger Sensorik ausgestattet ist, das diese Messsdaten an den Hersteller zurückspielt. Sei dieser nun in Bayern, den USA oder China. Insofern ist die plakative Anprangerung von BYD-Bussen vielleicht etwas in die falsche Richtung gegriffen.
Global bleibt nur, dass ganz real diese Busse weniger Umweltverschmutzung verursachen als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor. Und das hilft ganz konkret vor Ort - aber eben auch der Welt.