Original von tunnelklick
Ich glaube, diese Sicht der Dinge ist zu einfach. Schon in den letzten Jahrzehnten hat es immer wieder solche Leitpläne gegeben, deren Grundideen in die konkrete Stadtplanung eingeflossen sind. Ich erinnere an den Speer'schen City-Leitplan aus den frühen 80er Jahren, der in Gestalt der aktualisierten Hochhausrahmenpläne fortlebt, den Leitplan Wohnen aus den späten 80ern, dessen Umsetzung wir heute erleben (der Baulückenatlas, Frankfurter Bogen und Riedberg u.v.m. waren/sind zentrale Elemente). Von solchen Leitideen bleibt also im Kern eine Menge übrig.
Die Initiative 2030 ist natürliche keine konkrete Planung am einzelnen Objekt, aber sie gibt die Richtung vor, in die verschärft nachgedacht werden wird. Die zentrale Aussage ist m. E. ein Paradigmenwechsel in der Verkehrsplanung, die seit den frühen 60er Jahren an einem innerstädtischen Hochgeschwindigkeits-Straßennetz strickte, von dem man sich jetzt verstärkt abwendet, was am Rückbau der Rosa-Luxemburg-Straße und des Miquelknotens sichtbar wird. Vielleicht erhält der ÖPNV damit eine stärkere Rolle, weil er nicht mehr diie Platzfreimacherrolle für den Individualverkehr spielen muss. In den 60er Jahren ist die Straßenbahn nicht unter die Erde geräumt worden, weil das alle ganz toll fanden, sondern weil sie erklärtermaßen Platz machen sollte für den Autoverkehr...
Von daher glaube ich, es steckt wesentlich mehr hinter der Initiative als nur ein Denkmal für einen scheidenden Dezernenten.