Beiträge von Tatrafan

    Mal wieder der alte Traum vom autonomen Fahren?


    Ich glaube, bis dahin bin ich derweilen in Rente. Vor allem dann, wenn es so weitergeht mit "Qualitätscomputern", die in den Fahrzeugen verbaut werden. BR 430: mir wurde der Zug etliche Male von den ach-so-tollen Computern "auf den Schienen festgenagelt", weil die Computer meinten, diese oder jene Störung würde vorliegen und der Zug MUSS stehen bleiben und darf nicht mehr bewegt werden und lauter so ein Quatsch. In Wahrheit war nie was, nur irgend ein Sensor, der gerade mal keine oder unplausible Daten lieferte. Meist half Abrüsten / Aufrüsten, einmal nur Umgehen sämtlicher Sicherheitsvorschriften, schon halbwegs mit Gewalt, um den Zug wenigstens von der Strecke zu bekommen, und einmal gar nichts mehr außer Abschleppen - aber stets hätte ich als menschlicher Entscheider gesagt, kann noch weiterfahren, aber nöööööö, Computer ist ja klug, Computer ist ja schlau, Computer weiß ja alles besser als doofe Triebwagenbediener, also sagt Computer "nö" und nagelt den Zug an Ort und Stelle fest. Und wenn dann eben kein Tf mehr im Zug ist: viel Spaß beim Warten darauf, daß es weitergeht.


    Oder die Züge, die ich jetzt fahre: lokbespannt, Klotzbremsen (Grauguß), richtig anspruchsvolles Streckenprofil (Steigungen und Gefälle en masse, außerdem massig Geschwindigkeitswechsel), dazu eingleisige Strecke mit richtig anspruchsvollen Fahrzeiten. Den Computer will ich sehen, der hier besser fährt als der Mensch... und das unter allen Umständen, bitte! Wie gesagt, ich bin überzeugt, daß ich das in meinem Berufsleben nicht mehr erlebe :D

    Dem Bahnvorstand vorzuwerfen, er halte sich ans TEG, ist ja wirklich absurd. Ich würde gern deine Meinung hören, wenn der Bahnvorstand sich nicht ans Gesetz hielte.

    Jahrelang verzichtete der Bahnvorstand darauf, das TEG anzuwenden, es gab bis Ende vorigen Jahres die Tarifverträge der EVG und der GDL, meines Wissens nach wurden auch beide angewendet. Aber dann, mit dem Ende dieser Verträge, verkündete der Vorstand, von nun an das TEG anzuwenden, und behauptet, er müsse es anwenden. Aha. Und die Jahre zuvor? Das TEG gab es bereits, es war bereits in Kraft. Hat der Vorstand dann also jahrelang sich nicht ans Gesetz gehalten? Das ist es, was ich nicht verstehe.


    Das ganze derzeitige Drama wäre halb so schlimm, wenn der Bahnvorstand weiterhin auf die Anwendung des TEG verzichten würde. Tut er aber nicht, er rechnet sich mit der in buchstäblich hunderte einzelne Betriebe zerhackten Bahn die Mehrheiten passend zurecht, damit er in möglichst vielen Betrieben nur den TV der EVG "anwenden MUSS" und der TV der GDL einfach verdrängt wird. Und genau da liegt das Problem. Würde er darauf verzichten und die Nichtanwendung des TEG weiterhin praktizieren, gäbe es also weiterhin zwei gültige TV, nämlich die von EVG und GDL, und es würde kein derartig brutaler Verdrängungskampf stattfinden. Offenbar gibt das TEG ja die Möglichkeit her, freiwillig auf dessen Anwendung zu verzichten, denn sonst hätte der Vorstand ja schon jahrelang sich eben nicht ans Gesetz gehalten - was ich mir nun freilich auch nicht vorstellen kann.


    Die Nichtanwendung fortführen tut er aber nicht, er behauptet, er MÜSSE das TEG anwenden, mit allen Konsequenzen. Na bitte sehr - daraus hat die GDL dann ebenfalls ihre Konsequenzen gezogen.

    Tja. Wünsche, Beschwerden und Anregungen bitte, wie üblich, an den "Bahntower" Berlin, Potsdamer Platz. Dort und nur dort wird entschieden, ob der Kampf weitergeht - weitergehen MUSS - oder nicht. Wenn die Herrschaften Mänätschär einfach, wie bisher, die Existenz von zwei Tarifverträgen zweier Gewerkschaften anerkennen würden UND zudem ein verhandelbares Angebot vorlegen (zu sagen "wir bieten eine Corona-Prämie an", ohne überhaupt irgendeine Zahl dazuzusagen, kann man wohl schwerlich ein Angebot nennen - was soll da geboten werden außer heißer Luft?), wäre der Streik direkt vom Tisch. Will man im "Bahntower" aber nicht, man will mit aller Gewalt die Anwendung des "Tarifeinheitsgesetzes" erzwingen - danke, abgelehnt, die Verantwortung für dieses unselige Paragraphen-Machwerk trägt übrigens die sogenannte "Sozialdemokratin" Andrea Nahles (meiner Ansicht nach weder sozial noch demokratisch).


    Die Mänätschär behaupten, sie wären zur Anwendung des TEG verpflichtet. Ach? Das würde ja bedeuten, man hätte jahrelang gegen ein Gesetz verstoßen, indem beide Tarifverträge galten...? Interessante und sehr seltsame Argumentation.


    Da diese Argumentation aber nun einmal von Arbeitgeberseite als unumstößlich dargestellt wird, bleibt der GDL ja gar nichts anderes übrig, als massiv Mitglieder zu werben (auch aus Bereichen, für die sie bisher nicht zuständig war, sie hat sich ja, bedingt durch das Beharren auf dem TEG, inzwischen für alle Berufsgruppen geöffnet), um eben insgesamt (nicht nur beim "fahrenden Volk") mitgliederstärker als die EVG zu werden. Denn ansonsten würde das TEG bedeuten: es wird einfach passend so zurecht gerechnet, daß fast immer und überall die EVG die mitgliederstärkere Gewerkschaft ist und damit automatisch die GDL-Abschlüsse verdrängt und nur noch die EVG-Verträge angewendet werden. Betriebliche Altersvorsorge? "Puff", in Luft aufgelöst. Einkommensrunde 2021? Nullrunde! (Man erkundige sich mal nach der 2020er oder 2021er Einkommensrunde der "Führungskräfte"...) Kommende Erhöhungen? Klar, aber wer wird denn hier einen Inflationsausgleich erwarten? Nicht doch, reicht doch zu, wenn auf dem Papier die Zahlen marginal steigen, garniert mit einer ewig langen Laufzeit, in der Friedenspflicht herrschen würde. Ja, wie bescheuert müßte denn die GDL sein, um so was zuzustimmen? Nicht zu vergessen: damals, als die EVG noch Transnet hieß, schloß sie noch "freundlicherweise" Ergänzungs-TV "als Sanierungsbeitrag des Fahrpersonals" ab (ja, schon vor ~ 20 Jahren!), die darauf hinausliefen, daß das Fahrpersonal (und NUR dieses!) bis zu glaub 10 Schichten pro Jahr "gratis", also ohne jeden Ausgleich, hätte mehr arbeiten sollen. Und da sollen GDL-Mitglieder tatenlos zusehen und das alles fressen? Aber ganz gewiß nicht. (Ergänzung zur "Konzernsanierung": es war garantiert NICHT das Fahrpersonal, welches die ganzen Fehlentscheidungen der letzten Jahrzehnte, mit denen MILLIARDEN in die Atmosphäre gejagt wurden, zu verantworten hat! Kein Lokführer kaufte irgendwelche Busbetriebe in Großbritannien oder Dubai, kein Zugbegleiter kaufte Speditionen sonstwo auf der Welt, kein GDL-Mitglied entschied, den Konzern in irgendwelche Beteiligungen reinzukaufen, die dann allesamt doch nur herbe Verluste einbrachten! Also warum noch mal sollen jetzt ausgerechnet die Arbeitnehmer irgendwelche "Sanierungsbeiträge" leisten? Die EVG hat zu alledem brav Ja und Amen gesagt, die GDL hingegen akzeptiert so ein In-Haftung-Nehmen der ArbeitNEHMER für massive "managereske" Fehlleistungen des ArbeitGEBERS eben nicht einfach - was auch Aufgabe einer Gewerkschaft ist, eine Gewerkschaft sollte eine ArbeitNEHMERvertretung und kein ArbeitGEBERabnickverein sein - und nichts anderes tut die GDL, auch jetzt im Moment gerade.)


    Und da man im "Bahntower" auf dem TEG beharrt wie ein Felsmassiv, bleibt wie gesagt nichts anderes übrig als der harte Kampf. Für die Verweigerungshaltung des Managements gibt es noch einen Grund: im EVG-TV steht eine "Nachverhandlungsklausel" drin für den Fall, daß der GDL-Abschluß besser ausfällt, damit man eben de facto doch wieder gleiche Bedingungen für alle, egal in welcher Gewerkschaft, hat. Heißt: ein Abschluß der GDL, der besser wäre als der der EVG, würde dann mit dieser "nachverhandelt" werden, also auch richtig teuer werden für die DB - deshalb tut das Mänätschämänt ja alles, um einen guten GDL-Abschluß zu verhindern. Tja, selber schuld, die GDL hat den EVG-TV mit dier Klausel nicht unterschrieben oder verlangt, daß das so sein soll.


    Hab jüngst eine interessante Karikatur gesehen, weiß nur nicht mehr, wo. Da war ein Jahreskalender eingemalt, fast alle Tage gelb, ein paar wenige weiß markiert. Unten drunter die Legende: gelb und weiß = "hier ist ein GDL-Streik absolut unpassend und zur Unzeit", rot = "hier würde ein GDL-Streik passen". Sagt, denke ich, alles aus.

    Andere Städte sind auch interessant? Na gut, dann fangen wir mal an:


    Cottbus: Stand 1986/87: nur in den KT4D waren manuelle Ansagen durch den Fahrer möglich, sollten laut Dienstvorschrift auch gemacht werden, wurden aber zu 99% schon aus Prinzip weggelassen. In den Gotha-Wagen waren sie nicht mal mehr technisch möglich.


    1988 erhielt Wagen 47 (ein KT4D desselben Baujahrs) ein Kassettengerät für die (händisch auszulösende) Ansage (dafür wurde eigens eine Kontrolleuchte auf dem Fahrpult durch einen Taster zum Auslösen der Ansage ersetzt). Das "Ansage-Schema" wurde direkt aus Prag übernommen, da werden bis heute stets zwei Haltestellen angesagt: die, die man gerade anfährt, und die nächste, also etwa "Stadtpromenade. Nächste Haltestelle: Marienstraße". Allerdings bewährte sich die Technologie nicht, schon 1989 wurde sie nicht mehr eingesetzt, spätestens ab 1990 war der Einbaurahmen für den Kassettenspieler leer.


    Ab 1991 kamen neue Stadtbusse: MAN NL 202 und NG 262. Diese hatten von Anfang an IBIS und Ansagen vom Sprachspeicher. Die noch vorhandenen Ikarus wurden natürlich nicht nachgerüstet, in denen gab es nie Ansagen.


    Die Gotha-Wagen gingen 1991 aus dem Planbetrieb, 1992 war der letzte größere Einsatz von T2/57 (Zweirichter) während der Baustelle in Madlow. Damit hatte sich das erledigt. KT4D: einige wurden ab 1992 modernisiert, die modernisierten Wagen bekamen natürlich auch IBIS und Ansagen vom digitalen Sprachspeicher, Sprecherin war eine gewisse Frau Jahr, meiner Erinnerung nach vom Staatstheater Cottbus. Die unmodernisierten KT4D (Einsatz stetig abnehmend, die letzten waren bis 2004 herum auf reinen HVZ-Verstärkerkursen auf Linie 4 im Einsatz) bekamen nur vereinzelt Sprachspeicher und FIS-Anzeigen, und auch das nur Stück für Stück. Ab 1996 wurden die modernisierten KT4D zu KTNF6 umgebaut (im Einsatz bis heute), das "FIS" blieb unverändert, wurde erst mit den "Langläufern" (wann kamen die... glaub ab 2014 oder so, das sind KTNF6, die noch einmal modernisiert und für weitere zwei HU-Perioden ertüchtigt wurden, u.a. Austausch der alten Elektronik aus den 90ern, für die es keine Ersatzteile mehr gab, gegen neue Technik) erweitert um Bildschirme oder mehrfarbige Außenanzeigen.


    Karl-Marx-Stadt / Chemnitz: Haltestellenansagen zu DDR-Zeiten?? Ha. Haha. Hahaha :D Nein. Gab es nicht. Beobachtet ab 1987: sowohl in den Tatras als auch in den alten Schmalspur-Wagen (Linie 3 Zentralhaltestelle - Rottluff, bis November 1988) war immer "Stummfilm" angesagt. Ab 1992 wurden T3D modernisiert (teilweise bis heute im Einsatz), sie bekamen natürlich digitale Sprachspeicher. Alle Nachfolgefahrzeuge sowieso.


    Überlandbus-Linien, namentlich die nach Frankenberg: in den Ikarus-Wagen wurden nie Haltestellen angesagt. Bereits ab 1990 wurden fabrikneue Mercedes O 405 eingesetzt (anfangs hatten die Wagen noch nicht mal Zielfilme drin, es wurden Steckschilder vorne rein gesteckt), Ansagen gab es in diesen Wagen aber nie. Manuelle Ansagen wären möglich gewesen, wurden aber schon aus Prinzip nie gemacht, solange die Linie vom Kraftverkehr, später von der Autobus Sachsen GmbH (als Linie 203) betrieben wurde. Später, glaub 1998 oder so, gab Autobus Sachsen die Linie an Regiobus Mittweida ab, weil sie einfach zu weit aus ihrem Gebiet heraus führte, seither fährt Regiobus oder Subs die Linie als 640, durchgehend bis Hainichen, vereinzelt sogar bis Roßwein. - Um 2004 herum wurden nagelneue Überland-Citaro unter dem Markennamen "BusBahn" eingesetzt, um den Komfort der (Ende 2004 wiedereröffneten) Eisenbahn anbieten zu können. Erstmals gab es damit Ansagen (vom Sprachspeicher) und Bildschirme. Die Tondateien wurden leider mit irgendeiner Text-to-speech-Software erzeugt, ohne daß sie sich nochmal jemand angehört hätte... das hört man leider auch :/ "Nächste Haltestelle: CheeeEEEmnidßEbersdorfffBrettmüle" oder "Chemniiiids Tomás-Mannplatz", so ähnlich hört sich das an... also allzu deutlich hörbar Text-to-speech. Diese Tondateien werden unverändert bis in die Gegenwart verwendet :rolleyes:


    Hannover: Beobachtet ab 1990. Straßenbahn (solange sie noch fuhr, gemeint sind die Düwag GT6): bei motivierten Fahrern manuelle Ansage, ansonsten "Stummfilm". Ob es eine Vorschrift gab, weiß ich nicht. Stadtbahn (Tw6000): anfangs Ansage von Kassettengeräten (manuell auszulösen), ab ca. 1996 digitale Sprachspeicher, inzwischen Auslösen über GPS und/oder Wegmessung. Die Tw2000 hatten von Anfang an digitale Sprachspeicher, die 3000er sowieso.


    Stadtbusse: noch in den 90ern sehr unterschiedlich. Neue Wagen hatten spätestens ab 1994 von Werk aus digitale Sprachspeicher, die alten VÖV-I- und VÖV-II-Wagen hatten bis zu ihrer Ausmusterung keine technisch basierten Ansagen. Siehe "Straßenbahn".


    Überlandbusse, namentlich Linie 572 (heute 700) Richtung Seelze - Lohnde - Dedensen - Gümmer: erste Hälfte der 90er Jahre: gefahren wurde mit einem fröhlichen Durcheinander aus Fahrzeugtypen (O 305, O 405 (G), ihre MAN-Gegenstücke, Setra S215 UL, O 407, O 408... wie gesagt, fröhliches Durcheinander), nur Ansagen gab es so gut wie nie - außer einmal, als ein besonders motivierter Fahrer, ein Harald Knaur (nein, nix DSGVO, er hatte seinen Namen gut sichtbar auf seinem Aktenkoffer stehen und diesen ebenso gut sichtbar an seinem Arbeitsplatz abgestellt, ich glaube, er hatte sogar ein Namens-Steckschild bei sich vorne am Pult befestigt), fuhr: er hatte eine Art Diktiergerät (wahrscheinlich, der Zeit entsprechend, noch mit Mikrokassetten) am Mikro befestigt und spielte darüber seine selbst erzeugten Haltansagen ab. Mit ihm mitzufahren machte immer wieder Spaß und war immer wieder ein Erlebnis :D Ab ca. 1990, die Linie war inzwischen von der örtlichen Regiobus übernommen, wurde mehr und mehr typenrein auf Citaro O 530 UL umgestellt, damit hielten dann Ansagen vom Sprachspeicher Einzug.


    Praha (Česká Republika): Metro: jede Linie hat ihren eigenen Gong/Tonfolge. 1995: Kassettengeräte, das war deutlich hörbar: je nach Stand der Bodnetzspannung liefen sie mal etwas schneller, mal etwas langsamer, einmal waren sie auch total verleiert und damit unverständlich :D Irgendwann zwischen 1995 und 2003 Umstellung auf Sprachspeicher. Schema, damals wie heute: stellen wir uns vor, wir stehen am Bahnsteig und sind soeben eingestiegen, wir hören: "<Tonfolge> Ukončete, prosím, výstup a nástup, dveře se zaviraij!" = "Beenden Sie bitte (das prosím = bitte kam erst später, mit Umstellung auf Sprachspeicher und entsprechend vollständigen Neuaufnahmen der Ansagen, hinzu, 1995 wurde noch nicht "bitte" gesagt) den Ausstieg und Einstieg, die Türen schließen sich!" Rums, Bretter zu (ohne Diskussion und ohne Festgehalte wie hierzulande). Der Tonbandabschnitt / die Datei geht aber noch weiter, nach etwa 10 Sekunden Stille: "Příští stanice: <Name der nächsten Station, ggf. Umsteigehinweis zu anderen Metro-Linien>" = "Nächste Station: ...". Vor Erreichen der nächsten Station hören wir wieder die Tonfolge, den Namen der Station, in die wir soeben einfahren, und ggf. noch ein "přestupní stanice", wenn man dort zu einer anderen Metro oder zur Eisenbahn umsteigen kann.


    Straßenbahn: 1995: T3 (egal, welche Bauform) und KT8 hatten unterschiedliche Gongs und wahrscheinlich auch unterschiedliche Sprecher. Abgespielt wurde wieder hörbar von Kassette, je nach Bordnetzspannung lief die geringfügig schneller oder langsamer. Schema, damals wie heute: "<Gong> Karlovo náměstí. Příští zastávka: Štepanská" = "<Gong> Karlovo náměstí. Nächste Haltestelle: Štepanská". Irgendwann zwischen 1995 und 2003 Umstellung auf Sprachspeicher, alle Sprachbausteine wurden komplett neu aufgenommen und ein neuer Gong eingeführt, der seither für alle Fahrzeugtypen bei Straßenbahn und Stadtbus einheitlich ist.


    Plauen (Vogtland), nur Straßenbahn: Beobachtet 1995-98 und 2019. KT4D (unmodernisiert; nur bis 1997): keinerlei Ansagen; die "anmodernisierten" Wagen (von einer vollwertigen Modernisierung will ich mal nicht reden, das hatte eher was von einer GR in der DDR, wenn auch Austausch der Bordnetzversorgung und der Fahrzeugsteuerung): Sprachspeicher. Die Niederflur-Wagen hatten das natürlich von Anfang an.


    Mallorca: Beobachtet 2005 und 2010.

    Tren de Sóller ("Roter Blitz"): Keinerlei Ansagen, weder im Zug Palma - Sóller noch in der Tranvía (Straßenbahn) von Sóller nach Port de Sóller. Würde auch nicht zum historischen / historisierenden Erscheinungsbild passen.

    Serveis Ferroviaris de Mallorca (SFM, "Inca-Bahn"): da kenne ich nur die Dieseltriebzüge. Ansagen sowohl 2005 als auch 2010 vom Sprachspeicher, dreisprachig, angesagt wird stets der nächste Halt, und das dreisprachig: auf Mallorquín (Dialekt des Katalanischen) / "Spanisch" (also Kastilisch) / Englisch. 2010 gab es bereits die erste Metro-Linie, auch betrieben von der SFM, also selbes "Strickmuster".

    Überlandbusse der Transport des Iles Baleares (TIB): Kenne da nur die Linien Palma - Paguera - Andratx. Beide Jahre: Stummfilm; allenfalls wies der Fahrer bei Erreichen einer Haltestelle auf diese hin, wenn er beim Einsteigen und Ticketkauf / Ticketkontrolle von den Fahrgästen nach dieser Haltestelle gefragt wurde.



    So, das sind so die Betriebe, die ich halbwegs kenne und beobachtet habe...

    Ganz radikal gedacht... Wenn du ne 2+2 Autobahn hast, einfach eine zweigleisige Eisenbahn als Ersatz auf die vorhandene erschlossene Fläche bauen.

    Funktioniert leider nicht, schon, weil bei vielen Autobahnen die Neigungen einfach zu groß sind für einen wirklich schnellen Schienenverkehr. Mitunter, ich selber weiß es z.B. von der A5 / A4 zwischen Frankfurt und Chemnitz, auch die Kurvenradien.

    Zum Thema "sich gegen eine andere Gewerkschaft profilierende Gewerkschaft": das ist, mit Verlaub, Quatsch. Die EVG hat ihren Vertrag abgeschlossen und feiert sich auch noch selber dafür, noch nicht mal den Inflationsausgleich erzielt zu haben, von so was wie einer Corona-Einmalzahlung gar nicht erst zu reden. Die EVG ist seit inzwischen Jahrzehnten tatsächlich faktisch die handzahme Haus"gewerkschaft" des Arbeitgebers, die alles, aber auch wirklich alles abnickt und absegnet, was die Herren Mänätschor vorbeten und "anbieten". Und da soll sich die GDL unterordnen?! Ehrlich: ich glaub, es hackt.


    Die letzte große Provokation erfolgte bereits im Herbst vorigen Jahres, als die DB ankündigte, mit dem Auslaufen der bisherigen Tarifverträge das "Tarifeinheitsgesetz" anwenden zu wollen. Ein Gesetz, was eine sogenannte Sozialdemokratin (!!!) ausgeheckt hat, als direkte Reaktion der vorherigen Streikwelle der Spartengewerkschaften, um diese unter die Hoheit der großen, trägen, alles schluckenden Massengewerkschaften zu zwingen!! Und das soll sich die GDL einfach so gefallen lassen?! Nischt is'. Zumal, wie Luna-D schon schrieb, die Herren Vorstände sich weiterhin völlig ungehemmt ihre Bezüge erhöhen und ihre Boni kassieren - selber Wasser predigen, aber nicht nur Wein, sondern gleich Moet-Champagner saufen? Wer derartig provoziert, der BITTET um Streik.


    Klar: aus Fahrgastsicht absolut verständlich, absolut nachvollziehbar, daß das häßlich ist. Beschwerden über einen Lokführerstreik gehören aber bitte direkt an den DB-Vorstand, an die Schlipsheinis in den "Bahn-Towern", vor allem Berlin, Potsdamer Platz - dort sind sie an der richtigen Adresse. DORT müssen Fahrgastverbände zu Massendemos auflaufen, vor DIESEM Gebäude, denn DORT residieren die Verantwortlichen!


    Aber zurück zu EVG vs. GDL: die EVG vertritt nun mal nicht das "fahrende Volk" oder das "produzierende Gewerbe". Kündigungsschutz? Haha, ha. Ja. Sehr witzig, gerade in Zeiten des absoluten Fachkräftemangels, nicht nur bei Tf, sondern auch bei erfahrenen und gut ausgebildeten Zugbegleitern (die sind nicht nur Fahrkartenknipser oder Hilfskellner, sondern sind auch dafür da, im Ernstfall, also Feuer im Zug, Entgleisung, Unfälle aller Art, die Fahrgäste zu lenken und zu retten, nicht unähnlich Flugbegleitern im Luftverkehr - die sind bekanntlich auch nicht nur Saftschubsen!), Fahrdienstleitern (Stichwort Mainz Hbf anno 2013 - schon vergessen...? Sieht seither nicht viel besser aus mit der Personallage), qualifizierten Elektrikern, Schlossern, Mechatronikern, Instandhaltern in den Werkstätten (die Fahrzeuge brauchen auch dafür Personal)... gibt sicher noch mehr. All diese Berufsgruppen vertritt die EVG NICHT - d.h. laut ihrer Satzung vielleicht, de facto aber längst nicht. Es gibt, seit sich die GDL für alle Berufe geöffnet hat, immer mehr Wechsel von der EVG zur GDL - ja warum wohl...? Weil die EVG das produzierende Personal so gut vertritt....? Ich denke, das kann sich jeder selber beantworten.


    EVG ist die Gewerkschaft der Büro-Leute (also all jener, die sich sowieso seit einem Jahr größtenteils ins sichere Home Office verabschiedet haben und seither nicht mehr vor Ort gesehen wurden), für die mögen die Abschlüsse gut und richtig sein. Fürs produzierende Personal braucht es andere Ansprüche, und die erfüllt die EVG eben einfach nicht.


    Und was das Gejammer über wirtschaftliche Corona-Schäden im Konzern angeht: noch größerer Quatsch fürn Arsch, den die Schlipsfuzzis der Öffentlichkeit in die Augen streuen. Wer hat denn seit Jahrzehnten Milliarden und Abermilliarden versenkt in irgendwelche Leuchtturmprojekte wie Stuttgart 21 oder irgendwelche Rennbahnen, die vielleicht 5 Minuten Fahrzeit sparen; oder noch viel mehr: in Einkaufstouren auf Beteiligungen oder gleich komplette Übernahmen von Speditionen und Transportunternehmen aller Art rund um den Erdball, während man in die Erhaltung des bestehenden Netzes und Betriebes in Deutschland gerade mal das Notwendigste investierte? Garantiert nicht das produzierende Personal! Tja, und irgendwelche Busgesellschaften in Großbritannien oder Dubai werfen nun doch nicht die erhofften Gewinne ab, so ein Ärger aber auch... klar ruiniert das die Bilanzen, aber diese Probleme gab es schon VOR Corona, sie wurden nur durch ein noch relativ gutes Personenverkehrsergebnis in Deutschland kaschiert! Mit Corona war es dann mit dem Schönrechnen vorbei - tja, Pech gehabt!! Verantwortlich dafür sind die Nieten in Nadelstreifen in den Glaspalästen, NICHT das produzierende Personal - aber jenes soll jetzt über "Verzicht" und sogenannte "Vernunft" die Rechnung bezahlen, nicht etwa die Schlipse! Und da soll eine Gewerkschaft, die sich eben auch als solche versteht und nicht nur als Abnickverein, tatenlos zusehen und brav Ja und Amen sagen?! Wohl kaum.


    Der DB-Vorstand hatte es in der Hand, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Die Chance hat er ganz bewußt verdaddelt... eine entsprechende robuste Antwort ist ganz allein DEM VORSTAND zuzuschreiben, weder der GDL noch dem Personal. Und da kann auch "Corona" keine Ausrede mehr sein, auf wirksame Maßnahmen zu verzichten - denn genau darauf spekulieren die Schlipse ja, daß eben um des lieben Corona-Friedens willens die GDL vielleicht doch einknicken könnte. NEIN. Das kann unmöglich Aufgabe einer Gewerkschaft sein.


    Und sich gegeneinander abstimmen funktioniert halt nicht mit einer Hausgewerkschaft, die praktisch nichts weiter ist als das verlängerte Sprachrohr des Arbeitgebers und die eben in allererster Linie NICHT das produzierende Personal wirklich und effektiv vertritt, sondern nur Verwaltungs-"Papier-Eisenbahner". Zur EVG sage ich nur: Regio-Ergänzungstarifverträge... ist schon einige Jahre her, lief darauf hinaus, daß wir als "fahrendes Volk" damals, das war glaub 2001 oder 2002 herum, als "Sanierungsbeitrag zur wirtschaftlichen Lage des DB-Konzerns" (ach nee, 20 Jahre VOR Corona schon!!! Und noch keine 10 Jahre nach der Privatisierung, bei der die Staatsbahnen Bundesbahn und Reichsbahn ja vom Staat zu 100% entschuldet wurden!), bis zu glaub 15 Schichten unbezahlt pro Jahr MEHR kloppen sollten. Danke, mit SO einer "Gewerkschaft" ist keine Einigung erzielbar.

    Mit einem Lohndumping-Modell würden die halt niemanden finden, der für sie arbeitet... vielleicht vom Arbeitsamt gezwungene Quereinsteiger, die sich dann absichtlich durch die Prüfungen fallen lassen oder ständig Krankenscheine bringen. Wer heutzutage als EVU noch auf Lohndumping setzt, schießt sich selbst, den Fahrgästen und dem Besteller einfach nur ein gewaltiges Eigentor.

    Die KT4 sind und waren nie darauf ausgelegt, Beiwagen hinterherzuziehen, die haben nicht mal die dafür erforderliche E-Ausrüstung zur Stromversorgung eines Bw und Ansteuerung seiner Funktionen; auch Getriebe und Motore geben das auf Dauer nicht her. Vom Mehrgewicht her gerade so machbar war die Umrüstung zu KTNF6 (Cottbus, Brandenburg, Tallinn) / KTNF8 (Gera), aber auch nur dank anderer Steuerung und zumindest in Cottbus Neuwicklung und damit Leistungssteigerung der Fahrmotore. Außerdem dürften Umbauten der Berliner Wagen zu KTNF6 wohl wirklich kaum lohne.


    Für die ganzen modernisierten und umgebauten Tatra-Bauformen werden inzwischen auch die Ersatzteile knapp, auch die für die modernisierten Anteile. Cottbus hat einen Teil seiner Wagen deshalb inzwischen sogar praktisch ein zweites Mal modernisieren müssen ("Langläufer-Programm"), wo Komponenten, für die einfach keine Ersatzteile mehr zu bekommen sind, ausgewechselt wurden.


    Barrierefreiheit: weiß nicht: ist damit gemeint, daß JEDE Fahrt barrierefrei sein muß, oder gilt diese auch als erfüllt, wenn nur jede 2. Fahrt barrierefrei ist?


    Museumswagen: Berlin hat (mindestens) zwei KT4, einen weitgehend in den Zustand vor der HU in Schöneweide zurückversetzten (also Stand so etwa 1980) und einen im Zustand nach Schöneweide-HU, Zustand so etwa 1990. Dazu noch einen modernisierten T6A2.

    Ansonsten gibt es auf Mallorca bei der SFM den schönen Bahnhof "Enllaç" - was aus Mallorquin überstzt einfach nur Abzweig heißt.

    Hier trenen sich die Streckenäste nach Artà und Sa Pobla auf, und das so ziemlich im Nirgendwo.

    Ah ja, den kenne ich auch ^^


    Bis zur Reaktivierung der Strecke nach Sa Pobla (was übersetzt einfach nur "Das Dorf" bedeutet, der Ort heißt aber wirklich so) hieß dieser Bahnhof noch anders: s'Empalmé, übersetzt: die Palme :D


    Eine Ortschaft gibt es tatsächlich weit und breit nicht. Sinn dieses Bahnhofs war stets nur: Betriebsbahnhof und Umsteigehalt. Will man z.B. von Sa Pobla nach Manacor, müßte man ohne diesen Halt mehrere km weiter bis Inca mitfahren, dort umsteigen und dieselbe Strecke bis s'Empalmé wieder zurück. So sparte man sich das unnötige Hin- und Herfahren, und tut das auch heute noch.


    Ebenfalls recht nett ist an der Strecke des Tren de Sóller der Bahnhof (ist betrieblich einer) Mirador d'es Pujol d'en Banya. Betrieblich ist er als Kreuzungsbahnhof auf der eingleisigen Strecke auf etwa halbem Weg zwischen Sóller und Bunyola nutzbar, verkehrlich: gut, es gibt zwar auch dort keine Ortschaft, der Halt liegt in den Bergen mitten im Wald. Aber er ist ein wundervoller Aussichtspunkt über das Tal von Sóller, weshalb die Touristen - Sonderzüge dort planmäßigen Aufenthalt haben :)

    Im Stadtteil Praha-Hrdlořezy die Endhaltestelle Spojovací.


    Spojovací = Verbindungsweg, Verbindungsstraße. Ende. Sehr aussagefähig, weder erfährt man, was die verbindet, noch wohin :D


    (Führt von Hrdlořezy nach Libeň.)


    Oder, etwas makaber: es gibt übers Stadtgebiet gleich mehrere Haltestellen namens Krematorium <Stadtteilname>, es gibt die Haltestelle Olšanské hřbitovy = Olschener Friedhöfe, und es gibt die Haltestelle Mezí hřbitovy = Zwischen den Friedhöfen. - Die im Ursprungsthread erwähnte "Siedlung" gibt es auch, oft (aber nicht immer) als Linienendhaltestelle. Gemeint sind dabei aber meist keine kleinen Eigenheimsiedlungen, sondern große Plattenbaugebiete. Siedlung = Sídliště, auf Anhieb fallen mir da ein: Sídliště Řepy, S. Modřany, S. Ďáblice, S. Červený Vrch... im Busbereich gibt es noch mehr, das sind dann manchmal auch wirklich eher "Siedlungen" nach unserem Verständnis. Gibt es also durchaus, solche Bezeichnungen, sind dort nicht unüblich.


    Mehrere Haltestellen sind auch nach Bahnhöfen benannt, wobei bei Bus & Straßenbahn nicht unterschieden wird, ob der Bahnhof ein Bahnhof im betrieblichen Sinne oder doch nur ein Haltepunkt ist. Die Eisenbahn unterscheidet da hingegen sehr wohl, auch mit der tariflichen Bezeichnung: "Bahnhöfe" im umgangssprachlichen Sinne, die nur ein Haltepunkt sind, haben absolut immer das entsprechende "zastávka" (abgekürzt "zast.") dahinterstehen: zastávka = Haltepunkt, Haltestelle. Zurück zu Straßenbahnhaltestellen, die da "Nádraží ( = Bahnhof) <Stadtteilname>" heißen: die können direkt vor der "Bahnhofstür" liegen, müssen das aber nicht, Entfernungen bis zu zwei-, dreihundert Meter zum namensgebenden Bahnhof (egal, ob Bahnhof oder Hp.) sind durchaus möglich. Auch eine direkte Sichtverbindung ist da nicht verpflichtend, es reicht, wenn der Bahnhof in der Nähe ist - besonders "extrem" ist das etwa am "Nádraží Strašnice" (bei der Eisenbahn konsequenterweise "Praha-Strašnice zast."), wenn man dort aus der Straßenbahn aussteigt und nicht weiß, wo man lang muß, kann man gut suchen :D Ist nicht sonderlich weit, aber es existiert eben keine direkte Sichtverbindung.




    Stichwort Hannover: richtig, da gab es vor einigen Jahren eine groß angelegte Umbenennungsaktion, nicht nur in der Stadt selber, sondern meines Wissens nach im gesamten Verbund. Ziel war: das, worauf sich der Haltestellenname bezieht, sollte ohne Probleme in jedem Stadtplan sofort auffindbar sein, um Ortsfremden die Orientierung zu erleichtern. Damit verschwand z.B. Limmer/ Schleuse oder Seelze/ Obentrautdenkmal oder Gleidingen/ Nord, Mitte, Süd... wurden allesamt umbenannt und nach nahegelegenen Straßennamen benannt, auch wenn die alten Namen wesentlich geläufiger waren und deutlich mehr Bezug zur Haltestelle aufwiesen. Beispiel, von dem ich es gerade auswendig weiß: Seelze/ Riedel-de-Haen. Bezieht sich - natürlich - auf die Chemiefabrik. Die heißt seit... glaub über 25 Jahren schon nicht mehr so, wurde aufgekauft von Honeywell und entsprechend auch umbenannt, im Volksmund blieb der alte Name natürlich noch. Nun sind aber weder Riedel-de-Haen (was kein Einheimischer in voller Länge ausspricht, das wurde stets zu "Riedel" verkürzt) noch Honeywell im Stadtplan zu finden, entsprechend heißt die Haltestelle seit der Umbenennung: Seelze/ Ulmenstraße. Hm. Die Ulmenstraße gibt es dort natürlich, aber wirklich wichtig oder bedeutend ist sie nicht... über Vor- und Nachteile einer solchen Umbenennung kann man sicher diskutieren.


    Übrigens kann man auch lange Straßen entlangfahren, ohne langatmige "Kreuzungs-Haltestellennamen" haben zu müssen. Beispiel Podbielskistraße: die ist ewig lang, etliche Kilometer, aber es gibt nicht einen Haltestellennamen mit Schrägstrich oder Kreuzung, der eben ewig lang wäre.


    Manche Namen klingen zwar, als wären sie "nach irgendwas" benannt, aber die Straßen gibt es wirklich, so ungewohnt sie auch für ortsfremde Ohren klingen mögen: Lohnde/ Krumme Masch ;)



    Als kleinen Nachtrag vielleicht ein Blick nach Moskau: ist man dort mit dem (O-Bus) unterwegs, kann es einem passieren, daß man Haltestellen der Marke "3. Gartenstraße", "5. Gartenstraße" usw. hat - bis hin zu zweistelligen Zahlen. Was das nun wieder ist...? Moskau ist so riesig, daß Straßennamen mehrfach vorkommen - und damit man sie auseinanderhalten kann, hat man sie einfach durchnummeriert. In Neubauvierteln tragen auch oft ganze Viertel denselben Straßennamen, also jede einzelne Straße darin - untereinander unterschieden durch die vorangestellte Zahl. Sicher auch kein ganz alltägliches System... Und, was man unbedingt beachten MUSS: Straßenbahn-, O-Bus- und Dieselbus-Haltestellen gleichen Namens KÖNNEN räumlich übereinstimmen, MÜSSEN tun sie das aber ganz und gar nicht - mir und meiner (einheimischen!) Begleiterin ging es so, daß wir mit dem O-Bus zu einer bestimmten Haltestelle fuhren, laut meinem Netzplan gab es eine gleichlautende Straßenbahnhaltestelle, in selbige wollte ich dort umsteigen, so, wie ich es aus Europa kenne. Wir stiegen dort also aus - äh... Straßenbahn...? Keine zu sehen, weit und breit nicht! Nicht mal Fahrleitungen oder Gleise... aha... das war eine dieser nummerierten Straßen; da kann der O-Bus an einem Ende dieser z.B. 5. Gartenstraße fahren und die Straßenbahn am anderen Ende. Beide haben Haltestellen, die "5. Gartenstraße" heißen, aber die haben bis auf den Namen rein gar nichts miteinander zu tun. Sollte man wissen... war für mich das erste Mal, daß mir so was begegnete.

    Darf ich da Mal ganz bescheiden nach einer Quelle fragen? Insbesondere sagt der zweite Teil des Satzes ja nicht, dass nicht auch pzb verbaut werden dürfte, und so kann ich mir den ersten Teil des Satzes nicht vorstellen: das hieße ja, dass bei einem einfachen Lückenschluss wie, sagen wir, konsti - Ostbahnhof, keine PZB liegen dürfte, gleichzeitig aber nirgendwo anders ETCS verbaut wäre.

    Hm. Berechtigte Frage.


    Tatsächlich wurde es uns von den Trainern im Dienstunterricht, äh, Regelmäßigen Fortbildungsunterricht so erzählt, allerdings entweder ohne Quelle, oder wenn, dann habe ich mir sie nicht gemerkt.


    Allerdings habe ich diese Datei gefunden: https://www.deutschebahn.com/r…hemendienst_ETCS-data.pdf . Seite 4, Abschnitt "TSI ZZS": "Sie [die Technische Sepzifikation Interoperabilität Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung] verpflichtet, bei Neu- und großen Umbaumaßnahmen auf dem Streckennetz das neue Zugbeeinflussungssystem ETCS einzusetzen."


    Inwieweit jetzt ein Umbau der Rodgau-Strecken eine "große Umbaumaßnahme" wäre, weiß ich natürlich nicht, ich wollte eben nur darauf hingewiesen haben, daß die Möglichkeit besteht, daß von den Behörden (z.B. EBA) gesagt wird: ja, das ist eine "große Umbaumaßnahme", gemäß TSI ZZS hat dort dann dementsprechend ETCS hinzukommen". Konsti - Ostbahnhof: ja, auch da würde es mich nicht wundern, wenn es heißt: "Neubaumaßnahme, geht nur noch mit ETCS". Klar wäre das Unfug, wenn ETCS nirgendwo anders im S-Bahn-Netz existiert, aber rein auf den "gesunden Menschenverstand", der da sagen würde, klar reichen für die paar Meter PZB, würde ich mich da nicht mehr verlassen wollen.


    Diese TSI ZZS habe ich jetzt auf die Schnelle nicht in allgemein zugänglicher Form gefunden; inwieweit da halbwegs verständlich definiert wird, was eine "Neu- oder große Umbaumaßnahme" ist, weiß ich also nicht.


    Mir wurde nur gesagt. daß eben jene Vorschrift auch der Grund ist, weshalb die NBS Erfurt - Halle/Leipzig und Erfurt - Bamberg schon nur noch ETCS und nichts anderes mehr haben und entsprechend dort nur damit ausgerüstete Fahrzeuge fahren können.

    Dudenhofen... in der HVZ fährt dort jetzt schon alle 15 Minuten ein Zug pro Richtung. Nur noch mal dazugesagt, ich habe das Gefühl, einige haben das nicht realisiert und gehen bisher von einem Zug pro Richtung alle 30 Minuten aus.


    Und: die Blockabschnitte zwischen Obertshausen und Ober Roden sind aasig lang. Bei Verspätungen ab ca. 7 Minuten laufen die Züge in der HVZ jetzt schon aufeinander auf und müssen warten, bis der Block vor ihnen endlich frei ist, damit sie weiter fahren können - auch wenn der vorausfahrende (verspätete) Zug optisch schon längst nicht mehr zu sehen ist.


    Wer also auf diese Strecke noch mehr Züge bringen will, muss wissen, dass man ohne eine vorherige Blockverdichtung (Hauptsignale, die natürlich eingebunden werden müssen ins Stellwerk; bei dem schwachbrüstigen ESTW Offenbach Ost, das die Rodgau-Strecken mit stellt, wird das aber garantiert nichts mehr, das Ding arbeitet jetzt schon am Anschlag) sich gar keine weiteren Gedanken machen braucht.


    Ferner bitte bedenken: PZB darf nur noch auf Bestandsstrecken verbaut werden, bei Neubauprojekten ist dank EU zwingend ETCS zu verbauen. Ich weiß nicht, ob man Blockverdichtung und Umbau von Dudenhofen als Bestandsstrecke durch bekäme, ich weiß aber zumindest für die S-Bahn, dass die heute vorhandenen Fahrzeuge für ETCS noch nicht mal vorbereitet sind und kein einziger Tf die Berechtigung dafür hat. Könnte also sein, dass diese Kosten auch noch hinzu kämen.

    Wäre dann wie in den Niederlanden: der pünktliche Nahverkehrszug bleibt pünktlich und wird nicht, wie hierzulande, gnadenlos kaputtgemacht, damit ein ohnehin hoffnungslos verspäteter Fernverkehrszug sich vorbeidrängeln kann.


    Heute erst selber wieder gehabt: mit der S8 super-pünktlich in Wiesbaden raus, genauso super-pünktlich bis Bahnsteig Mainz Hbf. Aus war der Ofen: verspäteter ICE, dann hinter dem folglich ebenfalls verspäteter Saarbrücker RE, dann durfte ich endlich weiter... Einfahrt Bischofsheim zu, da musste unbedingt erst ein Gz ausfahren... und am Opelwerk wieder gestanden, derweil kam der nächste RE und musste vorbei. Ergebnis: pünktliche S8 direkt komplett kaputtgemacht, "wunderbar".


    Das Problem mit solchen Überholungen ist eben, dass dabei der überholte Zug rigoros dermaßen Verspätung draufgewurzelt bekommt, dass sich seine Fahrzeiten dann komplett erledigt haben... und dem Überholer bringt es meistens nicht mal wirklich viel. Da gefällt mir der Ansatz, dass, wer pünktlich ist, das auch bleibt und der Verspätete dann eben hinterher fährt, wesentlich besser, auch wenn der dann immer mehr ansammelt und eben irgendwann einen Takt später fährt.

    Ich erinnere mich noch an eine Zeit, in der Umland-Buslinien mit gemischtem Wagenmaterial bedient wurden. Besonders in Erinnerung ist mir aus eigenem Erleben die damalige 572 (heutige 700) Hannover ZOB - Limmer / Conti - Ahlem / Tegtmeyerallee - Letter - Seelze - Lohnde - Gümmer - Dedensen - Wunstorf ZOB. Nicht alle Fahrten befuhren den kompletten Linienweg, manche endeten / begannen in Seelze / Riedel-de-Haen (heute Honeywell, die Haltestelle wurde zwischenzeitlich umbenannt in Ulmenstraße), Lohnde und Dedensen. Die "Kurzläufer", besonders die, die nur bis Seelze fuhren, fuhren oft mit Üstra-Wagen, nur die "Langläufer" bis mindestens Dedensen habe ich nur mit Fahrzeugen diverser Subunternehmer in Erinnerung (RegioBus gab es noch nicht).


    Das war in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Auf anderen Linien mag es ähnlich ausgesehen haben, ich meine, mich erinnern zu können, daß mir ein ähnliches Bild am ZOB auch auf den Linien Richtung Velber und Pattensen aufgefallen ist. Die Haltestellenschilder stammten sogar komplett von der Üstra, wenigstens bis Lohnde (weiter weiß ich es nicht mit Sicherheit).


    Eine Kooperation der Üstra mit dem Regionalverkehr ist also nicht super-neu, sondern hat eine gute Tradition :)

    Dresden-Nürnberg ist eher aus Not denn aus Tugend als NV-Linie erhalten geblieben, verbindet aber auch zwei große Pole mit ein bisschen was dazwischen – so wie Kassel und Frankfurt, nur Länderübergreifend. Einen Fernverkehr sähe ich dort auch gerne, ...

    Nur am Rande bemerkt: diese Linie gibt es schon jahrelang nicht mehr. In Hof besteht Umsteigezwang (mit respektablen 4 Minuten Übergang). Dresden - Hof wird mit Coradia Continental, Eigentümer Verkehrsverbund Mittelsachsen, Betreiber Mitteldeutsche Regiobahn, elektrisch gefahren; Hof - Nürnberg ist nicht elektrifiziert und wird mit 612 betrieben.


    "bisschen was dazwischen": naja, Chemnitz (knapp 300.000 Einwohner), Zwickau und Plauen sind jetzt nicht sooo klein und unbedeutend...

    Dürfte auch nicht viel schwieriger werden, als den irdischen Everest hochzuklettern: Mars hat eine wesentlich geringere Gravitation als die Erde ;)


    Außerdem besch...en "wir" hier auf der Erde sowieso: die Klettertouren beginnen nicht auf der wirklichen "Höhe Null", weil die mehr als 10 km tief im Wasser versteckt liegt, welches auf dem Mars aber wiederum fehlt :D