Beiträge von Bernemer

    Gestern Abend liefen Deckenarbeiten im nördlichen Zugang zur U-Bahn-Station Eissporthalle. Ein Sicherungsposten verwehrte mir ab der Zwischenebene den Durchgang, woraufhin ich wieder hoch und zum Fahrstuhl weiter unten an der Kettelerallee laufen musste. Bis ich diesen Weg genommen hatte, war die U7 natürlich weg und die Fahrt konnte erst 15 Minuten später beginnen. Wieso werden solche relevanten Zugangssperrungen denn nicht vorab bekannt gemacht? Oder habe ich da etwas übersehen?

    Über die Vollsperrung (für den MIV) ab Beginn der Sommerferien schreibt die FNP. Sie erwähnt ausdrücklich, dass die Brücke ab 5. September für den MIV in beide Richtungen wieder freigegeben wird und dabei mindestens auch die linke Fahrspur in Richtung Bornheim, in der bekanntermaßen auch das Straßenbahngleis liegt. Die Straßenbahnlinie 12 aber soll (was durchaus bekannt ist) bis Ende September weiterhin dort unterbrochen bleiben.

    Meine Befürchtung (allerdings wäre das zubegrüßen) ist, der 30er wird eingestellt und Vilbel plant sein eigenes Angebot mit dem Vilbus zur Unfallklinik. Am besten im 30 Minuten Takt und um 21 Uhr ist Betriebsschluss :D. Wochenende gibts gor nix.

    Pförtnerampel und fertig.

    Nun liegt die Strecke bis Parkfriedhof Heiligenstock allerdings auf Frankfurter Gemarkung, weshalb auf diesem Abschnitt Frankfurt eben die Bedienungspflicht laut Nahverkehrsplan hat. Deshalb wird eine Lösung nur miteinander sinnvoll möglich sein. Aber recht hast du in Sachen Betriebszeiten: Aus rein Frankfurter Sicht ist bloß ein Angebot notwendig, das die Andienung des Friedhofs sicherstellt (daher aber auch samstags, sonn- und gerade feiertags).

    Verstehe nicht, warum unbedingt ein Oberleitungsbus - mit Oberleitung - statt eines E-Busses mit Akku und Schnell-Ladestationen untersucht werden soll. :/

    Das hatte, meine ich mich zu erinnern, durchaus Klaus Oesterling in seiner Zeit als VD einmal als Option für den 43er erwähnt - aber verworfen aufgrund des kleinen Inselbetriebs. Denn für den 43er genügt (en) die (damaligen) Batteriekapazitäten nicht und es war wohl keine Wasserstofftank-Möglichkeit in sinnvollem Umfeld absehbar. Die Entwicklungen bei den Batteriekapazitäten könnten die Situation ändern.


    Wenn man etwas weiter denkt, könnte sich vielleicht eine dann gar nicht mehr sooo kleine Sub-Flotte mit Batteriefahrzeugen mit Pantograf und Zwischenladung lohnen, indem eines Tages ein nach Bornheim Mitte (statt Konstablerwache) fahrender 30er und der M43 darauf umgestellt werden. Je nachdem, wie weit diese Zwischenladung die Reichweite verlängert, kann durch diese Zwischenladung ja vielleicht sogar eine einzige Lademöglichkeit in Bornheim Mitte ausreichen (und dort gibt es ja bereits Straßenbahnstrom). Genau so etwas zu untersuchen könnte sich ja schon lohnen.

    Die FR schreibt unter dem Titel "Kritik an Aus für Straßenbahn nach Bad Vilbel":

    Was soll ein Antrag auf einem Frankfurter SPD-Parteitag bringen außer Augenwischerei? Auf Bad Vilbeler Boden hat Bad Vilbel alleinige Planungshoheit, Punkt. Und Bad Vilbels SPD entscheidet ebenfalls selbstständig. Vielleicht hätten die Frankfurter SPDler sich im Vorfeld mal mehr Mühe geben müssen, ihre Parteifreunde hinterm Berg zu überzeugen?

    Im Grunde soll sich nichts ändern in Bad Vilbel.

    Konservativ, jedoch falsch verstanden. Leider weit verbreitet, siehe jeden beliebigen Nimby-Zusammenschluss.

    Wahrscheinlich, weil es Bullshit ist, den sich Mitglieder einer Autopartei, die selbst nicht ganz so viel Benzin im Blut haben wie ihre Parteikolleg*innen, erzählen, um der bitteren Wahrheit nicht ins Auge sehen zu müssen: diese eigene Partei ist ÖPNV-feindlich, und um so mehr, je weniger urban der Wirkungskreis ist.

    Solche generellen Aussagen sind heutzutage überholt. Die CDU ist noch so sehr generell eine Autopartei, wie die Grünen generell eine Nahverkehrspartei sind: nämlich nicht. Beispiele: CDU und SPD pro Straßenbahn in Frankfurt und contra in Bad Vilbel, Grüne sind pro ÖPNV in Bad Vilbel und contra in Offenbach. Die Meinungen innerhalb der Parteigliederungen sind heutzutage einfach noch stärker diversifiziert als früher. Das ist für die Wähler auf kommunaler Ebene nicht immer so einfach zu durchschauen, weil sie sich nicht so intensiv damit befassen und auskennen.

    Grundsätzlich finde ich die abwägende Haltung von Wolfgang Siefert klug. Frankfurt will ja so wenige Autos wie möglich, also muss der Nahverkehr so attraktiv wie möglich sein - und sei es ein Bus, weil Bad Vilbel keine Tram will.


    Ob der 30er wirklich gebraucht wird in der Friedberger Landstraße, wird die Zeit zeigen. Allerdings könnte das Umlegen des 30ers nach Bornheim Mitte tatsächlich die beste Lösung sein, sobald die Ringstraßenbahn rollt, und dort das Angebot des M34 übernehmen. (Zumindest so lange, bis die Ringstraßenbahn eines Tages auch durch die Dortelweiler fährt.) Schließlich haben die Vilbeler dann ja mit der S6 das attraktivere Angebot in die Innenstadt (siehe Argumentation von CDU und SPD in BV). Die 30 nach Bornheim böte dann ein zusätzliches, schnell erreichbares Ziel an. Das erscheint mir nutzbringender und wirtschaftlicher zu sein als der von Xalinai2 vorgeschlagene Über-Eck-Verbindung zur Miquelallee. Diese Verbindung ist ja mit dem M32 und nur einmaligem Umsteigen heute schon sehr gut.

    Das ist übrigens die Quelle dazu: ein weiterer Bericht der FNP.

    Ohne Paywall äußert sich Wolfgang Siefert in der FNP konkreter, was nun geschehen soll. Unter anderem hofft er, dass der 30er-Bus trotz der Tram 19 bis in die Innenstadt gebraucht wird.

    Mit mehr Zeit noch zwei Worte mehr zum Artikel: Eine Schienenstrecke nur zur BGU wird (natürlich) nun geprüft, auch mit P+R dort. Siefert erwähnt aber auch, dass es in Neu-Isenburg auch später ein Umdenken gab.


    Die Grünen in Bad Vilbel erinnern in einer PM daran, dass ein erweiterter Busbetrieb (so etwas will ja die dortige Koalition) teurer sei als ein Straßenbahnbetrieb, aber weniger attraktiv für Fahrgäste.

    Ich möchte anmerken, dass der größte Teil des Verkehrs auf der 521 (aus eigener Beochbachtung ca. 90% des Berufsverkehrs) aus Richtung Enkheim und Maintal kommt, und nicht aus Bad Vilbel. Daran würde eine Straßenbahn durch Bad Vilbel auch nichts ändern. Eine sehr große P&R-Anlage in der Gegend der Berger Warte mit schneller Anbindung an die Innenstadt eventuell schon.

    Recht gebe ich Dir was die Beobachtung betrifft: Die Hauptmasse des MIV kommt aus Richtung Maintal sowie von der B521 aus Richtung Schöneck/Nidderau/Altenstadt/Wetterau. Eine P+R-Anlage für diese Pendler wäre aber vorwiegend kurz- und mittelfristig vorübergehend notwendig, nicht aber auf lange Sicht. Denn für beide Verkehrsquellgebiete ist eine erhebliche Verbesserung bereits in Arbeit oder wenigstens in Vorbereitung und soll bis etwa 2030 in Betrieb sein:

    • die nordmainische S-Bahn für Maintal und Hanau, siehe dieser Thread, und
    • Elektrifizierung und Ausbau der Niddertalbahn - siehe dieser Thread - mit S-Bahn-Verkehr via RTO und RE-Verkehr auf der angestammten Strecke.

    Eine Straßenbahn nach Bad Vilbel spricht diese Zielgruppen tatsächlich erstmal gar nicht an. Diese Pendler könnten nur weiter mit dem Auto fahren und dann via P+R-Parkhaus am Heiligenstock umsteigen. Bis aber die Tram und das Parkhaus fertig wären, dürften auch das neue Lieschen und die nordmainische S5 wohl recht bald oder schon längst rollen.


    Will die Politik diesen Pendlern ernsthaft schnell ein ÖV-Angebot machen, damit sie schon vor der Inbetriebnahme der beiden ausgebauten Strecken auf den ÖV umsteigen, ist eigentlich nur Schnellbusverkehr realisierbar. Kennt jemand Pläne, ob der RMV so etwas vor hat oder irgend eine der Kommunen so etwas fordert? Bisher wird diese Gegend ja extrem stiefmütterlich behandelt, wie der grottenschlechte X95 Enkheim-Büdingen zeigt, ich hatte hier einen Artikel aus der FNP dazu verlinkt. Was es nun bräuchte, wären noch Schnellbusse etwa auf Relationen wie beispielsweise

    • Konstablerwache-Friedberger Warte-Niederdorfelden-Kilianstädten-Windecken-Hammersbach-Limeshain-Glauburg oder
    • Enkheim-Klein-Karben-Niddatal-Florstadt-Ranstadt sowie natürlich
    • eine massive Ausweitung des X95 Enkheim-Bruchköbel-Erlensee-Ronneburg-Büdingen,

    allesamt natürlich mit einem tatsächlich zuverlässig nutzbarem, attraktiven, dichten Angebot.

    Zum Einbau der Doppelweiche am Williy-Brandt-Platz erfahren wir, dass dies vom 1. - 17.7.2023 geschehen soll.

    (Womit die zugehörige Sperrzeit NICHT in den Sommerferien liegt, die direkt im Anschluss folgen - und während denen aber der S-Bahn-Stammstreckentunnel ja wohl wieder gesperrt werden wird, womit die B-Strecke zwingend gebraucht wird.)

    Die RMV Verbindungsauskunft zeigt für Juli Fahrten der RB15 an. Ist der Fahrplan vielleicht doch nicht aktuell?

    Dass die Auskunft noch nicht aktualisiert ist, vermute ich stark. Mir ist bereits bei der aktuell anstehenden Sommerpause auf der Main-Weser-Bahn aufgefallen, dass die HLB-Verbindungen (RE98/99) teils erheblich später aktualisiert wurden als die Fahrten von DB Regio (RE 30, RB40/41).

    Es gibt Corona-Leugner, und es gibt Klima-Leugner. Wer beim absehbaren nächsten Hitzesommer und der Zunahme auch anderer Wetterextreme immer noch aufs Auto setzt, dem ist nicht zu helfen.


    Es gibt im In- und Ausland genug Beispiele, wie eine Tram auch durch historische Innenstädte fahren kann.


    Die Alternative werden dann E-Gelenkbusse im dichten Takt sein, die auch auf eigener Spur durch die Innenstadt von Bad Vilbel fahren (müssen).😛

    Es geht bei der Linienführung der Straßenbahn durch Bad Vilbel nicht ums Durchfahren einer historischen Innenstadt. Sie soll daran über die einstige B3 - Frankfurter und Kasseler Straße - vorbeifahren: eine breite Asphalttrasse mit sicher nicht einmal einem halben Dutzend Häuser, die älter als 100 Jahre sind (wenn überhaupt).


    Gelenkbusse werden für den Busverkehr zwischen Bad Vilbel und Friedberger Warte sicher zu groß sein, da dürfte wohl der Standardlinienbus genügen. Die stärkere Steigung des Schöllbergs könnte den Einsatz von Elektrobussen aufgrund des dadurch größeren Fahrzeugbedarfs durch die reduzierte Reichweite und/oder lange Zwischenladezeiten unwirtschaftlich machen, fürchte ich. Vergleichbares hatte Klaus Oesterling vor längerer Zeit ja auch mal für den 43er ins Feld geführt.

    Erinnert mich auch an die damalige Diskussion um den Nachtbus N96. Wollte Vilbel ja auch nicht haben.

    Es gab aber starke Kräfte, die die Regierenden von der CDU in Bad Vilbel doch noch dazu bewogen mitzumachen: Die Nachbarn aus Karben (CDU-Regierung), die den Nachtbus unbedingt wollten, und ebenso die Junge Union aus beiden Städten. Übrigens die JU in Bad Vilbel unter Führung eines gewissen Herrn Wysocki ...

    Durchgehende Busspuren, Reduzierung der MIV-Spuren auf von vier auf zwei auf der 521, Pförtnerampeln und Tempo 30 wäre die konsequente Antwort der Stadt Frankfurt.

    Das wird nicht nur konsequent, sondern vor allem notwendig sein, um den MIV-Verkehrsfluss effektiv auf die B3 und A661 zu verdrängen. Außerdem ist davon auszugehen, dass die Stadt Frankfurt auf Dauer kein Interesse mehr haben wird am durchgehenden Betrieb der Linie 30. Sobald mit dem Straßenbahnkonzept die 19 hinzukommt, ist der 30er in der HVZ von der Kapazität her nicht mehr notwendig in der Friedberger Landstraße. Auf Frankfurter Stadtgebiet kann die 30 dann getrost zur Quartierslinie heruntergestuft werden, die die Friedberger Warte mit Unfallklinik und (tagsüber) dem Parkfriedhof Heiligenstock verbindet.


    Das geht dann voll auf Kosten der Fahrgäste. Die dürfen sich bei CDU und SPD in Bad Vilbel bedanken. Derart provinzielle und und rückwärtsgewandte Verkehrspolitik kriegt sonst nur Offenbach hin.

    Ein Blick in den Nahverkehrsplan klärt auf, was das "Perspektivnetz" (Umsetzung 2025+) enthält:

    • die 12 zum Ernst-May-Platz
    • die 14 zum Prüfling
    • die 21 (Ringstraßenbahn) zur Schießhüttenstraße.

    Die Wendemöglichkeit am Prüfling war bisher nicht für die 15 vorgesehen, sondern für jene Endhaltestelle für die 14. Die 15-Verlängerung soll zur Hugo-Junkers-Straße führen und gehört zum "Neuen Straßenbahnkonzept" (Umsetzungsziel bereits 2025).


    Inzwischen hat die Stvv von den Konzeptionen abweichend beschlossen, die 12 schon vorab bis Schießhüttenstraße fahren zu lassen. Diese Verbindung wird später dann die Ringstraßenbahn 21 übernehmen, Die 15 als Teil des Strab-Konzepts nicht zur Hugo-Junkers-Straße fahren zu lassen, sondern via Osthafenplatz und Eissporthalle zum Prüfling, ist bisher nicht Beschlusslage der Stvv. Es ist bisher nur ein Vorschlag/eine Forderung von Politikern (vorgebracht vor allem von Wolfgang Siefert und aus dem OBR4).

    Wenn ich mir so die diversen Streckensperrungen diesen Sommer, die überfüllten Bahnen und nicht Maske tragenden Mitfahrgäste anschaue: Wo kann man eigentlich in Frankfurt monatsweise kostengünstig ein Auto mieten? Frage für einen Freund. ;)

    Soweit hergeholt finde ich die Kritik von sdni jetzt aber nicht. Du hast absolut Recht, baeuchle - Minister Al-Wazir treibt den ÖPNV-Ausbau gut voran, etwa mit dem Druck für den Ausbau Schienenstrecken fürs Regionale (Main-Weser-Bahn, RTW) wie auch Nationale (Hanau-Fulda, Fernbahntunnel, Frankfurt-Mannheim). Allerdings bin ich im Detail dann auch wieder enttäuscht, wenn etwa sein Schub etwa für die Reaktivierung Lumdatalbahn oder sinnvolle Expressbusse (Beispiel X95) fehlt.


    Aber zurück zu S5/RB15: Warum der Stahl fehlt, ist müßig zu ergründen. Was aber fehlt, ist ein fehlt, ist ein gesamthafter Blick beim Planen der Ersatzverkehre.Hier wurschtelt jedes EVU (vor allem die DB) immer nur für die jeweilige Strecke und den gerade ausfallenden Abschnitt herum, anstatt den Fahrgästen wirklich sinnvoll nutzbaren SEV anzubieten, zum Beispiel ergänzend für die Regionalfahrgäste direkte Expressbusse vom Hauptbahnhof ohne Halt bis Bad Homburg sowie Friedberg. Wenn gleichzeitig beide von Ffm nach Norden führende Strecken nicht durchgehend befahrbar sind und die Ersatzangebote so zusammengestückelt werden, ist das definitiv ein Versäumnis mindestens des RMV. Das müssen in erster Linie dessen Gesellschafter monieren, allen voran das Land. Die politische Verantwortung dafür sehe ich durchaus beim Minister. Auch der RMV-Fahrgastbeirat darf hier gerne einmal aufmucken.


    Und ich sehe sie ebenso Verantwortung beim Frankfurter Oberbürgermeister als Aufsichtsratschef. Dass Feldmann allerdings auch in Sachen ÖPNV eine Nulpe ist, hat er ja schon vielfach negativ bewiesen. Von dieser Nullnummer dürfen die Fahrgäste (leider) definitiv nichts Sinnvolles erwarten.

    War das immer so? Vor 15 bis 20 Jahren war ich öfter dort unterwegs und meine, mich an die Anzeige "Hauptbahnhof" zu erinnern. Aber es ist lange her ...

    Ja, das war immer so. Beispielsweise bei Linien 2 und 5. Ich fürchte, deine Erinnerung trügt dich.