Beiträge von sdni

    An diesem Wochenende baut die DB das defekte Teil der Bahnbrücke der S5 über die A5 aus. Noch bis heute Nachmittag ist dafür die A5 Richtung Kassel zwischen Nordwestkreuz und Bad Homburger Kreuz gesperrt:


    https://www.fnp.de/frankfurt/s…-bruecke-zr-91399401.html


    Auch die S-Bahn fährt nicht. Ab Rödelheim besteht ein SEV mit Bussen.


    In der Printausgabe der FNP vom 12.3. wird noch etwas ausführlicher berichtet, dass das 50 Tonnen schwere Teil mit einem Transporter nach Koblenz zur Reparatur gebracht wird und zwischen dem 20. und 22. Mai wieder eingesetzt werden soll. Nach Wiederherstellung des Oberbaus mit Schienen und Schwellen soll der Normalbetrieb auf der Strecke ab dem 30. Mai wieder möglich sein.

    1. Kommt auf die Statistik an. Wenn man den Prozentsatz der pünktlichen Züge angibt, dann zählen ausgefallene sicherlich als nicht pünktlich. Wenn man aber angeben will wie viel Verspätung alle Züge durchschnittlich haben, soll man dann ausgefallene mit ∞ Verspätungsminuten einrechnen?

    Ich würde die Verspätungsminuten für ausfallende Züge aus Fahrgastsicht berechnen: Nämlich die Minuten bis zur nächsten möglichen Verbindung. Wenn eine Bahn nur alle 30 Minuten fährt, sind das bei einem Ausfall 30 Minuten - sofern die Folgebahn pünktlich fährt, sonst würde ich deren Verspätung noch dazu rechnen.

    Bei der ganzen Misere spielen sicherlich zwei Faktoren eine Rolle:


    1. Da gänzlich ausfallende S-Bahnen in der Statistik offensichtlich als "pünktlich" gewertet werden, ist für die DB der Anreiz groß, Züge erst gar nicht auf die Strecke zu lassen als Verspätungen zu riskieren


    2. Die DB hat in den beiden Coronajahren gesehen, dass die Politik unbegrenzt Steuergelder fließen lässt, um jegliche Defizite auszugleichen. Warum sollte sich also das Unternehmen um seine Kunden bemühen?


    Der RMV scheint sich für das S-Bahn-Chaos nicht zu interessieren - vielleicht ebenfalls aus Grund 2?

    Die S5 fährt weiterhin im Halbstundentakt mit teilweise beträchtlichen Verspätungen.


    Diese wirken sich natürlich auch auf die S3 und S4 und darüber hinaus im gesamten Netz aus. Die S6 ist durch die Bauarbeiten beeinträchtigt, S8 und S9 sind bei Rüsselsheim unterbrochen, durch die Umleitungsverkehre fährt die S1 nur im Halbstundentakt.


    Alles in allem selbst für die ohnehin störungsanfällige S-Bahn Rhein-Main ein ziemliches Durcheinander.

    Auf meine Anfrage bei der Bahn erhielt ich heute folgende Antwort:


    "Eine Sanierung der genannten Brücke ist technisch möglich. Die Arbeiten zur Instandsetzung sollen bis voraussichtlich Mitte/Ende Mai andauern. Dazu muss die Strecke auch zeitweise komplett gesperrt werden. Weitere Informationen dazu werden rechtzeitig bekanntgegeben."


    So werden die massiven Störungen auf der S5, die sich ins gesamte Netz auswirken, noch viele Monate andauern.

    Wenn es tatsächlich um die Brücke über die A5 geht - warum läuft dann der Verkehr auf der Autobahn völlig ohne Einschränkungen weiter?


    Nach dem Debakel mit der Salzbachtalbrücke in Wiesbaden und der Brücke in Niedernhausen ist es nun schon das 3. Mal in kurzer Zeit, dass marode Brücken den S-Bahn-Verkehr massiv beeinträchtigen. In Anbetracht der jahrzehntelangen Versäumnisse bei der Pflege der Infrastruktur wird es auch nicht das letzte Mal sein.


    Auf der S5 hat sich das Chaos der ersten Tage insofern etwas stabilisiert, als die Verspätungen der noch fahrenden Züge "nur" noch zwischen 10 und 25 Minuten betragen. Am Montag waren es noch bis zu 45. Leider schafft es die DB nicht, die verbleibenden Verbindungen durchgängig als Langzüge zu fahren, es sind vielfach noch Vollzüge unterwegs. Das hat vielleicht auch dazu beigetragen, dass der Hochtaunuskreis inzwischen Corona-Hotspot ist.


    Besonders traurig ist mal wieder die Kommunikation. Beim RMV wird einfach nur lapidar eine Betriebsstörung verkündet, "Dauer unbekannt". Bei der DB heißt es "Ende nicht abschätzbar".

    so gerne ich in CDU-Bashing einsteigen würde: da gibt es wahrlich genügend aktuelle Anlässe. Ich finde es nicht sehr sinnvoll, mit "vor 25 Jahren haben die was Falsches gewollt" zu kommen, insbesondere, wenn diese Idee heute nicht mehr verfolgt wird.

    Nur wirken leider gerade diese Fehlentscheidungen bis heute nach. Viele der Straßenbahnlinien, die in den letzten Jahren in der städtischen Politik und auch in diesem Forum so eifrig diskutiert werden, wurden im Wahn der "schienenfreien Innenstadt" eingestellt. Es fuhren mal Straßenbahnen vom Platz der Republik über die Mainzer und den Reuterweg, über die Untermainbrücke und die Friedensstraße usw. usf. Ich möchte schon mal daran erinnern, welche Partei das durchgesetzt hat, gerade wenn in diesem Threat so munter Grünen-Bashing betrieben wird. Natürlich hat sich die CDU weiterentwickelt, es dauert nur leider bei dieser Partei so vieles ein paar Jahrzehnte länger. Beim Frauenanteil der CDU-Fraktion im Bundestag - aktuell 20 % - wird es wohl noch etwas länger brauchen.


    Aber zurück zu Herrn Oesterlings Bilanz, keine der hier genannten Taten überzeugt mich. Am allerwenigsten das Fest zur 50-Jahr-Feier der U-Bahn, das ist doch wohl nicht ernst gemeint. Machbarkeitsstudien zur Straßenbahnverlängerung nach Offenbach, Bad Vilbel und Dreieich? Die würde ich gerne ganz konkret mal lesen. Nein, ich hoffe sehr, dass die neuen Dezernenten endlich nicht nur ankündigen, Konzepte vorlegen und viel reden, sondern endlich etwas tun.

    Ich wüsste keinen Grund, warum man Herrn Oesterling eine Träne nachweinen sollte. Was hat er denn bitte in seiner Amtszeit für den Frankfurter Nahverkehr tatsächlich erreicht? Wir wollen nicht von Ankündigungen sprechen, die bisher nicht umgesetzt wurden. Mir fällt da nicht viel Konkretes ein.


    Und die Anhänger der CDU in dieser Stadt seien daran erinnert, dass wir dieser Partei die "schienenfreie Innenstadt" verdanken - nur die Altstadtstrecke konnte durch massive Proteste gerettet werden - und eine jahrzehntelange Vernachlässigung des ÖPNV zugunsten des Autoverkehrs.

    Die "Frankfurter Neue Presse" berichtet in Ihrer heutigen Printausgabe über das Thema und zeigt auch ein Foto. Online scheint der Artikel nicht verfügbar zu sein. Trotz intensiver Nachfragen von Seiten des Blattes war keine substantielle Stellungnahme der Bahn über Gründe und mögliche Dauer der Störung zu erhalten. Bei der DB ist man erstaunlicherweise der Auffassung, dass die Auswirkungen der Störung auf den S-Bahnverkehr nur gering seien. Eine steile These, wenn man bedenkt, dass die S5 bis zum Wochenende nur im Halbstundentakt fuhr und die S6 nur noch ab Westbahnhof. Auf den verbleibenden Zügen zwischen Hauptbahnhof und West drängten sich die Fahrgäste zeitweise wenig coronakonform.


    Die Zurückhaltung der Bahn nährt Befürchtungen, dass es sich um eine größere Sache mit langwierigen und weitreichenden Auswirkungen handeln könnte. Hessen ist ja bekanntlich weit vorne, was marode Brücken angeht.

    Weiß jemand, was eigentlich der Grund für die Gleisstörung ist? Auf dem in Beitrag 2 verlinkten Bild kann man ein Loch im Schotter und einige entfernte Schwellen erkennen. Nach fieberhaften Bemühungen zur Behebung des Problems sieht es jedenfalls nicht aus.


    Und nach gut einer Woche darf man festhalten, dass Öffentlichkeitsarbeit bei RMV und DB schlicht nicht stattfindet.

    Weil hier z. B. unter rollendem Rad bzw. laufenden Schuhen gebaut wird. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob ich einfach auf der grünen Wiese einen Bau ohne Behinderungen hinstellen, oder ob mir ständig Leute im Weg rumturnen und ich nur Meter für Meter bauen kann. Und ansonsten haben wir heute völlig andere technische Möglichkeiten, dafür aber auch völlig andere technische Anforderungen (Brandschutz beispielsweise) und Ansprüche (Barrierefreiheit u. a.). Ist letztlich wie mit einer neuen Rechnergeneration, wo die Prozessormehrleistung durch ein ineffizienteres neueres Betriebssystem grad wieder aufgefressen wird.

    Einspruch: Der nördliche Teil der B-Ebene ist aktuell komplett gesperrt, also keine rollenden Räder und laufende Schuhe, die Bauarbeiten können ziemlich ungestört stattfinden. Wahrscheinlich wird man das im 2. Bauabschnitt mit dem südlichen Teil genauso halten. Und nur aufgrund des Brandschutzes soll dann der Umbau (nicht Neubau!) dieser lächerlichen B-Ebene fast genauso lange dauern wie der gesamte Bau der riesigen drei mittleren Hallen des Hauptbahnhofs 1888? Das überzeugt mich nicht. Und wir reden nur über die reine Bauzeit, nicht über die unfassbar lange Planungsphase, in der die B-Ebene völlig sich selbst überlassen blieb und zu einem Schandfleck wurde, für den sich diese Stadt sich einfach nur schämen muss.

    Wenn die Arbeiten in einem ähnlichen Tempo vonstatten gehen wie die Deckensanierung der S-Bahn-Steige, sind sie zur 200-Jahr-Feier des Hauptbahnhofs vielleicht schon fertig.

    In diesem Zusammenhang muss daran erinnert werden, dass die gesamte Bauzeit des 1888 eröffneten Frankfurter Hauptbahnhofs 5 Jahre betragen hat (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/…Hauptbahnhof#Realisierung).


    Was soll also an grugas Bemerkung populistisch sein? Auf den S-Bahnsteigen fehlen mittlerweile seit mehr als 14 Jahren die Decken, die Sanierung der B-Ebene soll nach jetzigem Stand 4 Jahre dauern. Man muss sich wirklich fragen, warum alles heute so endlos lange dauert, obwohl völlig andere technische Möglichkeiten zur Verfügung stehen als in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts.


    Skandal! Die Mainfähre Höchst ist wegen Hochwasser außer Betrieb. Das kann doch nicht sein. Wir schreiben das Jahr 2020. Da kann man ja wohl erwarten, daß die die Wassermenge im Main im Griff haben. Wo ist die Taskforce aus Schiffahrtsministerium, Deutschem Wetterdienst und Captain Iglo? Jedes Wirtschaftsunternehmen würde die Chance ergreifen und einen funktionierenden Fährdienst anbieten!!!eins!!!!elf!!!

    Ich finde Ihre Einlassungen wenig zielführend und etwas peinlich. Lassen Sie das doch bitte.

    Skandal! Auf den hessischen Autobahnen ist der Wurm drin. Die A5 ist gerade mal wieder vor Bad Homburg gesperrt, 9 km Stau. Es kann nicht sein, dass es jeden Tag massive Störungen gibt und damit dem Wirtsschaftsstandort Rhein-Main schwerer Schaden zugefügt wird. Wo ist die Task-Force von Verkehrsministerium, ADAC und Volkswagen? ...

    Das ist genau die Einstellung, die das offenkundige Nichtstun der Verantwortlichen erklärt. Seht her, auf den Straßen sieht es genauso übel aus, dann müssen wir ja nichts tun und können weiter die Fahrgäste fette Preise für eine miese Leistung zahlen lassen.


    Jedes Wirtschaftsunternehmen würde die Chance ergreifen! Meine Konkurrenten liefern schlechte Ware? Dann liefere ich pünktlich gute und günstige Produkte und gewinne Marktanteile. Unternehmergeist nennt man das. Und genau das brauchen wir für eine Verkehrswende.

    Das tägliche Chaos! Und wir sind uns hoffentlich alle einig, dass für die Weichenstörung in Offenbach-Bieber nicht die Fahrgäste verantwortlich sind.


    In der S-Bahn Rhein-Main ist der Wurm drin. Es kann nicht sein, dass es jeden Tag massive Störungen gibt und damit dem Wirtschaftsstandort Rhein-Main schwerer Schaden zugefügt wird. Wo ist die Task-Force von DB, RMV, Verkehrsministerium? In jedem Wirtschaftsunternehmen würde ich einer solchen Situation Alarmstimmung herrschen und umgehend Maßnahmen ergriffen. Woher kommt die Apathie bei den Verantwortlichen?

    Wie auch immer müssen die Verantwortlichen all diese Probleme angehen und lösen. Wo ist da die Initiative von DB und RMV? Nur lamentieren, dass die bösen Fahrgäste schuld sind, hilft uns nicht weiter. 7 neue Wagen bis 2023? Sehr richtig, leider viel zu spät, aber nicht die Lösung für das alltägliche Chaos.


    Darkside: Software ist heute bestimmt nicht schlechter als "früher", sie ist anders. Und die Hardware ist viel leistungsfähiger. Und nochmal: Wenn es Fehler in der Software gibt, müssen die behoben werden.

    Nee, Holger Kötting, bitte nicht mit Glühlampen ablenken. Wir haben massives Probleme bei der S-Bahn Rhein-Main und das sind auch, aber bei weitem nicht nur die Fahrgäste, die die Türen offenhalten. Ich lese gerade in diesem Strang ständig von Weichenstörungen, Signalstörungen, Oberleitungsschaden, dafür sind ja wohl nicht die Fahrgäste verantwortlich. Hier muss natürlich ordentlich gewartet werden (da sind wir uns ja völlig einig), das ist offenbar in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend geschehen.


    Und diese vielschichtigen Probleme muss man angehen und zu einer Lösung bringen. Hier sind die Verantwortlichen bei RMV und DB gefragt und auch der zuständige Minister in Wiesbaden. Da passiert viel zu wenig.

    Abdrop hat völlig Recht: Die Zustände, wie sie seit geraumer Zeit bei der S-Bahn Rhein-Main herrschen, sind völlig unzumutbar. Zuletzt gab es wieder fast jeden Tag Störungen, die für hunderttausende Pendler massive Verspätungen bedeuten. Die Fahrgäste bezahlen sehr viel Geld für eine miserable Leistung. Und in der Tat: Dieses Chaos fügt dem Wirtschaftsstandort Rhein-Main Schaden zu.


    DB und RMV und auch Wirtschaftsminister Al-Walzir sind bisher viel zu passiv: Es ist ja schön, dass es bis 2023 (!) einige neue Wagen geben soll, die mehr überschlagene Wenden ermöglichen. Das genügt aber nicht. Die Verantwortlichen müssten sich zusammentun und grundlegende Verbesserungen entwickeln:


    z. B. kurzfristig:

    - für eine funktionierende Stellwerkssoftware sorgen, Leute, wir haben 2020, das muss man doch in den Griff kriegen

    - marode Infrastrukturen austauschen - ein guter Teil der Störungen wird durch defekte Weichen, Signale, Oberleitungen u. ä. verursacht

    - die Tunnelstationen wieder mit Personal besetzen, um Gleiswanderer, Luftballons in der Oberleitung u. ä. zu minimieren

    - idealerweise Bahnsteigtüren im Tunnel

    - eine schnellere Zugabfertigung vor allem auf der Stammstrecke - wir hatten jahrzehntelang die Zwangsschließung, das geht auch wieder

    - endlich die seit bald 20 Jahren geplanten Maßnahmen für "S-Bahn plus" abschließen

    - und ein Konzept machen, wo man weitere Verbesserungen durch versetzte Weichen, Signale, neue Überwerfungsbauwerke usw. erzielen kann

    - möglichst alle Linien in der HVZ als Langzüge fahren lassen, dafür muss man eben noch weitere Züge bestellen und Abstellkapazitäten schaffen

    - wir brauchen den 15-Minuten-Takt durchgehend möglichst bald von 5 bis 22 Uhr und auch unter der Woche einen durchgehenden Nachtverkehr auf den wichtigsten Linien


    mittel- und langfristig den Ausbau der Infrastruktur vorantreiben, z. B.

    - eigene Gleise für möglichst alle Linien

    - den zweigleisigen Ausbau zwischen Langen und Darmstadt und OF-Ost und Hanau - auch wenn sich das nicht als Einzelmaßnahme, sondern nur im Interesse der Stabilität des Gesamtsystems rechnet

    - Beseitigung von Bahnübergängen


    Wir brauchen eine Verkehrswende, und zwar schnell. Das wird Anstrengung und viel Geld kosten. So wie das bisher läuft, wird das nichts.