Ich posten hier nicht viel - aber nun muss ich doch mal in der Sache eine Lanze brechen.
Die geschilderten Zustände sind nicht schön, und sollten auch sicherlich nicht akzeptiert werden. Ob und wie sehr sie durch soziale Ansinnen der VGF begünstigt werden, ist meines Erachtens nicht einfach zu klären.
[...]
Obdachlosen zu ermöglichen, im Winter nicht auf der Straße zu erfrieren, ist für die Gesellschaft eine positive Sache. (Ich gehe mal davon aus, niemand hier sähe Obdachlose lieber tot.) Die VGF ist zu 100% im Besitz der öffentlichen Hand, ihre Liegenschaften damit auch.
Man muss bedenken, dass offiziell erst seit dem 1.1.2024 die unterirdischen Bauwerke der VGF gehören. Bis dahin gehörten diese verschiedenen städtischen Ämtern, allen voran dem ASE. Demnach konnte die VGF auch kein "Hausrecht" durchsetzen sondern lediglich die Benutzungsordnung überwachen. Insbesondere dort, wo die B-Ebenen auch öffentliche Straßenunterführungen sind, gilt das heute auch noch. Eine Verweisung aus der B-Ebene kann nur die Landes- oder Stadtpolizei aussprechen. Auf den U-Bahn-Fahrebenen hingegen duldet die VGF keine lagernden Personen und das wird auch vom Ordnungsdienst durchgesetzt.
Der Grund warum der Frankfurter Verein (nicht die VGF!) die Unterkunft am ET betreibt ist auch recht simpel: Es hat die Stadt und den Verein bisher keine Miete gekostet und auch Reinigungskosten wurden bisher nicht weitergegeben.
Dies wird sich zukünftig ändern, denn die VGF wird der Stadt die Aufwände in Rechnung stellen. Das sie das darf ist erst im Vertragswerk zur Übereignung der Stationen festgesetzt worden. Seitens der VGF ist die Gesamtsituation auch nicht "durch soziale Ansinnen begünstigt" sondern durch fehlenden politischen Willen der Stadt eine adäquatere Lösung zu finden - die ruht sich nämlich sehr auf der Situation aus.
Alles in allem ist die Situation am ET zwar keineswegs gut, aber zumindest ist das Angebot eingespielt und läuft grundsätzlich geregelt ab (z. B. Toiletten, feste Zeiten und Regeln).
Viel prekärer ist die Situation dagegen am Hbf oder auch an der HW und KW - und zwar vor allem weil die DB Sicherheit maßlos überfordert ist und weil es dort eben keinen geregelten Rahmen gibt. Anders als am ET fehlt dort jegliche soziale Kontrolle, was vor allem zu öffentlichem Konsum führt.
Fakt ist, die Situation ist seitens der VU nicht lösbar. Alleine schon weil die rechtliche Handhabe gar nicht gegeben ist und der städtische Wille nach anderen Lösungen fehlt. Weder VGF noch DB können die sozialen Probleme dahinter lösen. Schade ist leider, dass sich die DB gefühlt gar keine Mühe gibt, dem ganzen auch nur irgendwie zuzutragen. Und damit ist es gerade am Hbf ein Kampf gegen Windmühlen.