Beiträge von Uli Nobbe

    Danke dir. Das ist allerdings nachvollziehbar.


    Twitter kannte ich mal, dort habe ich mich aber komplett zurückgezogen und die Accounts gelöscht.

    Generell ist mein Leben ohne diese sogenannten sozialen Medien wesentlich entspannter geworden.


    Mein Dank gilt den Mitarbeitern, die so schnell für eine Behebung der Störung gesorgt haben.

    Und die Verkehrsunternehmen sollten vielleicht auch mal darüber nachdenken, wie man Fahrgäste informieren kann, ohne sie in irgendwelche Apps zu zwingen.
    Ich muss allerdings zugeben, dass ich auf der Seite der VGF nicht nachgeschaut habe; in der RMVgo-App war keine entsprechende Störung ersichtlich.


    Am Hauptbahnhof selbst hatte ich nicht die Zeit auf das Laufband der Abfahrtanzeige zu schauen, da ich spontan in eine 21 gehüpft bin. Vielleicht wurde das dort angezeigt?

    An der Mönchhofstraße (wo das natürlich nicht angezeigt wird) sah ich allerdings die Laufschrift, dass die Fanzone geschlossen ist. Um auch mal was positives beizutragen: Das finde ich gut.


    Versöhnlicher, wenn auch stressiger Abschluss eines anstrengenden Tages.

    Weiß zufällig jemand, was gestern (Samstag, 29.06.2024) Abend auf der Linie 17 los war?


    Abfahrt Hauptbahnhof Richtung Rebstockbad fielen die Fahrten um 20:04/14/24 aus, so die übereinstimmende Fahrplanauskunft, während ich im Zug Richtung Hauptbahnhof saß.

    Drei Kurse hintereinander, das wird wohl kaum eine normale Fahrplankürzung gewesen sein.


    Ich konnte in der RMV-App keine Erklärung finden und musste damit rechnen, dass die :34er Bahn bumsvoll werden würde. Okay, ich bin über Umwege auch nach Hause gekommen, aber mit ordentlich Gewicht auf dem Buckel macht das halt weniger Spaß.


    Mit Kürzungen werde ich leben müssen, aber das kam mir heftig vor. Weiß jemand etwas näheres?

    Nein, der kam von mir.


    Zwei Verständnisfehler meinerseits:

    1. fahrende Fahrdienstleiter.
      Das war natürlich Unsinn.
    2. fahrende Fahrdienstleister.
      Fachlich vielleicht korrekt, aber der Kunde (und sein Freundeskreis) rätselt über die Nachricht in (und aus) der Bahn.

    Meine Kommentierung entsprang eher einer süffisanten Hilfs- und Ahnungslosigkeit.

    Was auch immer da nicht fährt: Kannze nix machen.

    Nicht übers Ziel hinausschießen, bitte. Ich habe mich über "fahrende" Dienstleister gewundert und auch erst an Fahrdienstleiter gedacht.

    Wie sollte das denn gehen?


    Vielleicht war mit Dienstleister einfach ein Verkehrsunternehmen gemeint, bei dem der Personalwechsel nicht geklappt hat und daher ein Zug vorübergehend warten musste? Ich bin Laie, ich kann nur spekulieren. Aber es wurde mir nun mal von einem verspätet eintreffenden Kollegen bestätigt.


    Nehmen wir's einfach so.

    Auf jeden Fall bin ich dankbar für den Hinweis mit dem Stellwerk, auch wenn die RB 58 heute wohl planmäßig verkehrt sein soll.

    Pünktlich geschafft (mit Zeitpuffer früher losgefahren), aber eine Kollegin schrieb von unterwegs:

    Zitat

    Wir können allerdings nicht in Hanau einfahren, denn „das Personal macht gerade seine Arbeitsschutzpause.“

    Schön war auch:

    Zitat

    Ab Frankfurt (Main) Süd steht alles still, da der vorausfahrende Fahrdienstleister eine Pause einlegen muss.

    Dienstleister. Nett.

    Korrekt. Und der Landesparteitag kann den Koalitionsvertrag nicht ändern; immerhin wurde dieser ja von außerordentlichen Parteikonvents abgesegnet.


    Steigen wir aber mal tiefer in die Demokratie ein:
    Ein Parteitag gilt als das höchste Organ einer Partei auf der jeweiligen Ebene. Daraus folgt: Der Parteitagsbeschluss ist bindend für die Parteiarbeit in Hessen (jedoch nicht die Regierungsarbeit!).


    Der Beschluss besagt allerdings, dass die Hessen-CDU ihren Einfluss auf Bundesebene (zumindest in der CDU) geltend machen soll. Damit dreht sich die Bundes-CDU nicht sofort, und im Zweifel braucht es ohnehin den Beschluss des Bundesparteitages (was eine vogelwilde JU auch auf Bundeseben als Antrag einbringen kann).


    Die Auswirkung ist politischer Natur: Durch die Annahme des Antrags auf Landesebene ist jetzt eine Angriffs-Flanke für jede Verkehrswende-Opposition weit geöffnet. Da kann man sich nicht rausreden. Als Oppositionspartei würde ich jetzt die anderen Landes-CDU-Vorsitzenden fragen, wie dort die Lage ist.


    Am Ende ist es ja doch nur ein Profilierungsversuch im Vorfeld der Bundestagswahl 2025.

    Zitat

    Einzig die hessischen Unternehmen freuen sich über die Debatte. "Die Subventionen für das Deutschlandticket in Höhe von mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr fehlen für notwendige Investitionen in die Schiene und in die ÖPNV-Infrastruktur", schreibt die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände VhU. Statt Tickets zu subventionieren, sollten die knappen Mittel für ein größeres und dichteres Netz an Bus- und Bahnverkehr in Städten und auf dem Land verwendet werden.

    Quelle: s.o.

    Möchte der VhU denn auch sagen, wie viele seiner Mitglieder seinen Arbeitnehmern Jobtickets ohne Eigenbeteiligung anbieten?

    Junge Union Hessen fordert Ende des Deutschlandtickets - Landesparteitag der Hessen-CDU nimmt Antrag an


    Klingt traurig, wird von der hessenschau aber so am 25.06.24 um 17:03 Uhr veröffentlicht.
    https://www.hessenschau.de/pol…eutschlandticket-100.html

    Zitat

    Doch ein Beschluss sorgt im Nachgang des Parteitags für Irritationen. Die Landesregierung und die CDU-Landesgruppe im Bundestag mögen sich beim Bund für ein Ende des 49-Euro-Tickets einsetzen, lautet er.

    Tja, so wird man gezwungenermaßen linksgrünversifft, wie es so schön heißt. Die zwingen einen ja regelrecht dazu.

    Ist es den Prüfern peinlich oder unangenehm wenn man auf die Nummer schaut?

    Da fragst du mich was. Meine bisherige Erfahrung ist eher positiv, man kommt auch recht schnell ins Gespräch.

    Wo Fotos sind, vergleiche ich das Foto mit dem Ausweisträger. Sehe ich Nummern, merke ich sie mir für den Fall der Fälle, der bislang aber noch nicht eingetreten ist. Sollte es aber zu Übergriffigkeiten, ganz gleich von welcher Seite, kommen, bin ich gerne ein Zeuge. Für wen auch immer.


    Was besagt die Nummer?

    Sollte einmal eine Situation eine unerwartete Wendung ins negative nehmen, kannst du in deiner Aussage später sagen "Nummer soundsoviel hat mich kontrolliert und dabei kam es zu dem und dem Vorfall". Hinterher ist es zu spät. Der gibt dir keine Visitenkarte.
    Ich habe einmal erlebt, dass eine als "nicht gültig" bewertete Fahrkarte (als Beweismittel?) eingezogen wurde. Das mag rechtens sein; ich weiß es nicht. Blöderweise hat der beschuldigte Fahrgast danach gar nichts mehr in der Hand und steht beweismitteltechnisch auf verlorenem Posten.


    Da die an der Kleidung angebrachten Ausweishüllen elementare Bestandteile des Ausweises entweder verdecken oder der Prüfer den Ausweis zurechtrücken muss, wird er sich dessen bewusst, dass wir uns gegenseitig kontrollieren. Das ist bis dahin ja erstmal nix negatives.


    Ich mag da ein Sonderfall sein: Altersbedingt zähle ich noch zu den Wehrpflichtigen bei der Bundeswehr, wo auch Wachausbildung und Wachdienst normal war. Nicht nur auf Patroullie, sondern eben auch Dienst am Kasernentor. Da lernt man sowas.


    Außerdem habe ich traurigerweise mehrfach erfahren müssen, dass man mit einem überzeugenden Auftritt und einem Leibniz Butterkeks als flüchtig hingehaltenem Ausweisersatz sogar in sicherheitsrelevante Bereiche vordringen kann. Der Hauptmann von Köpenick wäre auch heute noch in gewissen Ausprägungen möglich.

    Besorge dir im freien Handel eine halbwegs amtlich aussehende Uniform, hänge dir einen Gürtel um, der wichtig behangen aussieht und du darfst fast alles.


    Ein Teil ist auf private Sicherheitsdienste zurückzuführen, die ihren Job in Einzelfällen vielleicht nicht so super ernst nehmen. Ich hatte einmal einen Job in einem (vermeintlich) gut gesicherten Bankgebäude in Frankfurt; meine Absichten waren also gut. Aber eigentlich bin ich da "auf Zuruf" rein gekommen. Das hat mich schon ziemlich erschreckt.

    Auch in der Veranstaltungstechnik brauchst du in den seltensten Fällen einen Hausausweis gegen Perso. Schnapp' dir beim Ausladen einfach ein Teil und sei Bestandteil der Crew; bei vielen unübersichtlichen Subunternehmern brauchst du nur ein schwarzes T-Shirt, um als vermeintliches Crew-Mitglied Kompetenz auszustrahlen und schon bist du drin.


    Ich war sogar nach einem nächtlichen Abbau direkt in einer Sicherheitszentrale auf einen netten Plausch und habe bei der Gelegenheit gleich noch erfahren, wie ich ausweisgesicherte Türen im Gebäude umgehen kann (sonst wäre ich nämlich nicht rausgekommen). Würde heute immer noch so funktionieren.


    Hinzu kommt, dass der Deutsche eine Art "vorauseilenden Gehorsam" in seinen Genen zu haben scheint. In einem Bus wurde ich mal Zeuge eines Schülerstreichs: Ein Schüler rief "Guten Tag, Fahrausweiskontrolle, die Fahrscheine bitte!" und viele Fahrgäste griffen quasi reflexartig zu ihren Fahrscheinen. Keiner fragt nach oder möchte zumindest eine Legitimation sehen.


    Okay, vielleicht bin ich neurotisch.

    Aber ich will schon wissen, mit wem ich es da zu tun habe. Selbst der Kripo glaube ich ihre Blechmarke erst mal nicht. Und auch mit denen kann man prima reden.


    Das ist ja kein Aufruf zum Widerstand oder aggressiv gemeint. Und bislang waren meine Begegnungen immer positiv und kommunikativ. Es wirkte auf eine lockere Art deeskalierend.
    Der "Davonläufer" ist tatsächlich der erste in der Reihe der Begegnungen, und ich hätte am liebsten die Bundespolizei an Gleis 102 beordert und den Typ überprüfen lassen. Aber an die 0800er-Nummer geht nur ganz selten einer ran und die Wach-Nummer im Frankfurter Hauptbahnhof gilt als geheim.


    Ach ja: Nach der Kontrolle bedanke ich mich stets. Auch beim Zugbegleitpersonal. Ich freue mich über Kontrollen und netten Kundenkontakt. Bislang eigentlich immer nur gute Erfahrungen.

    Da ist mir vorhin in der S1 von Ober-Roden nach Frankfurt das glatte Gegenteil passiert: In der bumsvollen Bahn, zwischen Offenbach und Konsti, kämpfte sich ein Prüfdienstler kontrollierenderweise durch (seine Kollegin folgte erst Minuten später, ich hielt ihn zunächst für einen einsamen Wolf).


    Wie üblich bat ich ihn um einen Blick auf den Prüfausweis: Ich möchte die ganze Nummer sehen.

    Daraufhin ging er wortlos weiter und ließ die gesamte Sitzreihe unkontrolliert. Meine Mitfahrer schauten mich an, als käme ich vom Mond.

    😳

    Ich bin ja durchaus kooperativ und für ein freundliches Gespräch gern zu haben, aber das kam mir nun doch arg schräg vor. Da komme ich ja mit der DB Sicherheit besser klar.

    Ich habe auch kein Gerät gesehen, mit dem er Schwarzfahrern ein Ticket hätte ausstellen können. Kann mich bitte mal jemand über so einen Prüfdienst aufklären?


    Ich erlebe immer mal wieder, dass Gruppen der DB Sicherheit in den Türbereichen der S-Bahn ihre Betriebsversammlungen abhalten. Träger von Prüfdienst-Jacken sehe ich hingegen recht selten.

    Von "unschön" über "ärgerlich" bis "übel", da lege ich kein Wort auf die Goldwaage.

    Mein erster Gedanke war halt "och nö, nicht ausgerechnet ein T-Wagen".


    Aber irgendwie ist doch logisch, dass mit fortschreitendem Einsatz von Neuwagen diese leider auch in Unfälle verwickelt werden.

    Wohl wahr. Aber wenn man ein Neufahrzeug hat, dann versucht man ja auch, es möglichst lange unfallfrei zu halten.

    Ich sehe da einen R Wagen.

    Ja, als Gegenzug, der aufgrund der Unfallstelle nicht mehr vorbeikam. Aber achte mal auf das Fahrzeug am rechten Bildrand: Fenster, Türen und Verkleidung des "Radkastens" (wenn ich das mal so unfachmännisch formulieren darf). Für mich sieht das wie ein "Model T" aus.
    Der dürfte den Ferrari gerammt haben und ins Gleisbett geschoben haben. Dass er auf dem Foto noch vor der Straßenquerung steht, dürfte einer Rückfahrt geschuldet sein, um den Rettungskräften leichteren Zugang zur Unfallstelle zu gewähren: Immerhin mussten die PKW-Insassen von der Feuerwehr befreit werden.


    Wie konnte der Fahrer des R Wagens den übersehen und ihm nicht den gebührenden Respekt erweisen und die Vorfahrt gewähren? :D

    Ob er ihn übersehen hat, ist Spekulation.
    Der Rest nennt sich "Bremsweg" und ist banale Physik. Eine Tram ist nun mal kein Ferrari (und das ist auch gut so!). 😛

    Die hessenschau berichtet am 14.06.2024 um 20:05 Uhr über einen Straßenbahn-Unfall in Sachsenhausen. Dabei soll ein Ferrari unter Missachtung sämtlicher Warnsignale die Gleise gekreuzt haben und ist mit einer herannahenden Bahn zusammengestoßen.

    Hier geht es zum Artikel:
    https://www.hessenschau.de/pan…enbahn-frankfurt-100.html


    Wenn ich das Foto in dem Artikel richtig deute, dann war die beteiligte Straßenbahn ein T-Wagen. Seht ihr das auch so?

    Wäre natürlich übel...

    Wir reden hier (...) von Herrn Ramelow. Welche Aussagen würden wir von ihm außerhalb eines Wahlkampfes nicht, innerhalb eines Wahlkampfes aber schon erwarten?

    Auch wenn die Landtagswahl in Thüringen "erst" am 01.09.2024 stattfindet, so findet schon jetzt, im Vorfeld des Wahlkampfes, eine Positionierung einerseits wie auch eine Abgrenzung andererseits statt.


    Angesichts der Tatsache, dass die AfD gerne mit dem Narrativ "Wir einfachen Bürger hier unten gegen die Berufspolitiker da oben" spielt (ha ha), ist es durchaus geschickt, den Markenkern

    "Wir kleinen Leute hier unten - die bösen Manager da oben"

    ... zu stärken und gleichzeitig eine echte Klassenkampf-Position aufzubauen, die der Linken besser zu stehen scheint.


    In diesem Zusammenhang kann man diese Aussage schon als Teil des Vorwahlkampfes betrachten. Bodo Ramelow hätte es ohne anstehende Wahlen vermutlich nicht so dringend nötig, Symapathisanten hinter sich zu versammeln.


    Was ich tatsächlich bedenklicher finde bei der ganzen Sache, ist dass die tagesschau mal wieder nicht auf die Originalquellen verweist und nur nebulös wiedergibt, was ungefähr gesagt wurde – bzw mittlerweile nach einem Update dann doch noch:

    "(...) mal wieder nicht" ist polemisch und dem Inhalt nicht dienlich. Denn nachdem du so pauschal um dich geschlagen hast, habe ich mal die erweiterte Recherche angeworfen.


    Klar, auch ich habe im Artikel von tagesschau.de einen Link auf die Quelle der beiden Moderatoren vermisst. Zwar wird zitiert, aber die Quelle scheint nicht einsehbar. Von Quellenschutz dürfte zudem wohl kaum die Rede sein.


    Beim RND wurde ich bei fast gleichem Wortlaut dann auf einen Nebensatz aufmerksam:

    Zitat

    Weitere Stellungnahmen seien nicht vorgesehen, heißt es in einer E-Mail der Kieler Staatskanzlei, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

    Ah, eine E-Mail.
    Moment mal, von der Kieler Staaatskanzlei?

    Okay, Daniel Günther ist Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, aber darf er dann zum Bedienen des Presseverteilers Ressourcen der Staatskanzlei nutzen? Seine Moderationsaufgabe ist ja nicht mit seinem politischen Amt verbunden.

    Dieser Nebenkriegsschauplatz muss an anderer Stelle abgefrühstückt werden.


    Bei der Recherche nach Veröffentlichungen dieser Staatskanzlei fand ich auf deren Seite: Nichts zu dem Stichwort.

    Wir müssen also der Presse vertrauen. Das ist grundsätzlich kein Problem für mich; ich frage mich aber, warum aus dem "zweiseitigen Papier, das der Mail angehängt ist" nur zitiert wird statt es transparent vollumfänglich zu veröffentlichen.

    Auch frage ich mich, warum jetzt von einer 35h Woche für Schichtarbeiter die Rede ist. Ist mir dies nur in der Vergangenheit nicht aufgefallen? Wäre ich GDL-Mitglied aber nicht im Schichtdienst tätig, käme ich mir leicht verschaukelt vor. (Genau wie bei dem EVG-Abschluss, der für die höheren Tarifgruppen deutlich schlechter ist, als für die Unteren.)

    Hierzu muss ich auf den tagesschau-Artikel verweisen. Zunächst heißt es dort:

    Zitat

    Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) besteht darauf, dass die Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden abgesenkt wird - bei vollem Lohnausgleich.

    Zwei Absätze weiter:

    Zitat

    Demnach sah der Vorschlag vor, die Wochenarbeitszeit für das Zugpersonal im Schichtdienst und die Beschäftigten in Werkstätten in zwei Stufen von derzeit 38 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich zu senken.

    Sofern in den Werkstätten ebenfalls Schicht gearbeitet wird, ist das nicht widersprüchlich. Betrifft das alle Beschäftigten in Werkstätten? Die Anmerkung von F.-Fighter ist und bleibt also nach wie vor offen und iinteressant.


    Quelle RND: https://www.rnd.de/wirtschaft/…XP7VCV5IH7IVCNAVD6ZU.html
    abgerufen am 05.03.2024 um 10:30 Uhr

    Da weht in erster Reihe eine Fahne der Antifa (die ja vom Verfassungsschutz beobachtet wird) über den Köpfen der Teilnehmer. (...) Mir erscheint dieses politische Bündnis sehr gewagt von Verdi und ich kann jetzt auch die Konnotation des Tagesschau-Beitrags nachvollziehen.

    Hierzu eine [OT]-Anmerkung, die vielleicht hilft, meine Wahrnehmung der Zusammenhänge etwas zu verdeutlichen.


    Ich bin selber Mitglied einer etwas kleineren Partei. Wir haben anfangs an FFF-Demos teilgenommen und auf Wunsch der Veranstalter keine offene Parteiwerbung gemacht (Fahnen, Flyer verteilen etc.). Das hat etwas mit Respekt und Fairness zu tun. Bei späteren Demos wurde das a) zunehmend unterlaufen (nicht von uns) und b) offensichtlich toleriert. Vor allem B90/Die Grünen haben das massiv offen unterstützt. Mir sind keine Versuche bekannt, das zu unterbinden (Aufforderungen, Aufrufe, Ordner-Eingriffe).

    Das nur mal zur grundsätzlichen Einordnung.


    Meine letzte Teilnahme bei einer FFF-Demo war ein globaler Klimastreik-Tag. Hier wurde unverhohlen deutlich, dass FFF (zumindest in Frankfurt) dabei war, antikapitalistisch unterwandert zu werden und in diese Richtung abzudriften (was später ja auch auf der Zeil entsprechend eskaliert ist).

    Seither besuche ich solche Demos nicht mehr und unterstütze das auch nicht. Die Idee an sich und der Protest selber ist gut, aber ich lasse mich nicht vor den Karren von Antikapitalisten spannen.


    Zusammenhang: Ich glaube nicht, dass FFF in der Lage ist, durch eigene Ordner Struktur in ihre Demos zu bringen. Für mich sind da so einige Bärendienste unterwegs. Inwiefern da jetzt ver.di und/oder die VGF Einfluss hat oder nehmen kann, kann ich nicht beurteilen. Rein persönlich habe ich mich von FFF mittlerweile distanziert, denn der Kapitalismus allein ist nicht Schuld an der Nummer mit dem Klima (natürlich gibt es eine Verantwortung), sondern hier liegen auch die Chancen. Ich halte es für eine naive Denke, dass mit der Zerschlagung des Kapitalismus die Klimaveränderung abgemildert werden kann.


    Vor diesem Zusammenhang muss man damit rechnen, dass FFF (mittlerweile?) kein Problem damit hat, Gruppen und Flaggen auf ihren Demos zu akzeptieren, die ihnen auch nur im entferntesten ins Konzept passen könnten, auch wenn es nicht viel mit Klima zu tun hat.

    Ich selber würde mich heute von Veranstaltungen fernhalten, die mit FFF zu tun haben, was die Frage beantwortet, wie meine Meinung dazu ist, wie sowas wohl bei der streikenden VGF-Belegschaft ankommt?

    Wäre ich ein streikender VGF'ler, würde ich mich fremdschämen und es wäre mir peinlich. Doofe Nummer für Mütter und Väter, die für ihre Ziele bei der VGF streiken und deren Kinder bei FFF mitlaufen und sich antikapitalistisch unterwandern lassen (ohne es selber so kritisch wahrzunehmen, das halte ich Teilen davon zugute).


    Streiken und demonstrieren für die Einhaltung der Klimaziele? Klar, gern. Nur eben aus der Mitte der Gesellschaft und ohne radikale oder extremistische Kräfte - ganz gleich, von welcher Seiite.


    Bei Demo-Teilnahmen bzw. -veranstaltungen sollte man sich seine strategischen Partner schon mit Bedacht aussuchen. Wir als Partei z.B. haben bei den vielen Demos gegen rechts von Teilnahmen abgeraten, wo als Veranstalter extremistische Organisationen erkennbar waren, mit denen wir nicht übereinstimmen.


    Der Fairness halber: Es ist schwierig, wenn du eine Demo anmeldest und es mischt sich eine Gruppierung darunter, die du nicht dabei haben willst, zum Beispiel ein undefinierbarer "schwarzer Block", der gewalttätig wird. So etwas überfordert einen Ordnungsdienst schnell, denn mit einer Aufforderung, sich zu entfernen allein ist es da meist nicht getan. Das Risiko besteht immer. In Berlin beim CSD soll es eine Gruppierung gegeben haben, die gar nicht so gut da rein gepasst hat. Und dann? Abbrechen?
    Immer schwierig.


    Okay, ich habe weit ausgeholt, das war jetzt sehr [OT], aber vielleicht kann ich damit einerseits Verständnis wecken und andererseits aufzeigen, dass es nie einfach und super optimal verläuft.

    Zusammenfassend: Die Idee sah auf dem Papier sicher toll aus, aber praxisnah war sie nicht, wenn man sich näher mit der Materie (und Erfahrungen) beschäftigt hätte.


    Vielen Dank und damit zurück zu den Streiks und der Tarifrunde.

    Wieso ist die Ansage-Technik denn so kompliziert, dass die VGF das nicht schneller hinkriegt? Haben wir vielleicht einen Fachmann in der Runde, der das einschätzen kann?

    Nun, ein Fachmann in Sachen VGF-"Workflow" bin ich nicht, aber in Sachen Berufssprechertum lässt sich dazu etwas beisteuern:


    Gute (freiberufliche) Sprecher mit eigener Technik gibt es wie Sand am Meer. Sie lassen sich schnell buchen und so eine Aufnahme ist auch recht zeitnah erstellt (mit Mithörmöglichkeit für den Kunden live via Internet).


    Es ergeben sich aber Fragen:

    • Wie schnell kann eine solche Aufahme in die Ansagen integriert werden? Tipp: Dazu braucht man kein Tonstudio oder einen hochgezüchteten Multimedia-Arbeitsplatz.
    • Soll der Sprecher oder die Sprecherin in einen Rahmenvertrag für weitere Einsätze "auf Abruf" eingebunden werden? Das kann den Preis erhöhen.
    • Ist auch dafür eine Ausschreibung notwendig oder reicht eine einfache Anfrage z.B. beim vd|s?

    Nach meiner laienhaften Einschätzung mangelt es sicher nicht am Angebot, scheinbar aber an der entsprechenden Nachfrage.
    Oder?

    Selbst mit einer analogen Aufnahme von Ingrid Metz-Neun und dem Aufspielen auf die Fahrzeuge hätte so etwas nicht ein Jahr lang dauern müssen.

    Seitens des Dienstleisters (aka "Sprecher") jedenfalls nicht, nein. Selbst ohne eigene Technik lässt sich schnell mal ein Studio für so etwas buchen.

    Das sind gute, zusätzliche Hinweise, vielen Dank.

    Und wieso wechseln die Leute ins Büro? Keine Schichtarbeit, geregelte Arbeitszeiten.

    Okay, aber die Schichtarbeit an sich ist ja kein Verhandlungspunkt, oder sehe ich das falsch?
    Sprich: Durch die geforderte Verringerung der Wochenarbeitszeit ändert sich ja nicht die Bereitschaft, in "geregelte Arbeitszeiten" zu wechseln - oder etwa doch?


    Zwar schreibst du:

    Deshalb hätte eine Reduzierung der Arbeitszeit auch den Effekt, dass mehr Lokführer oder FDL etc. länger den Job machen, für den sie auch qualifiziert wurden

    ... aber das halte ich für eine recht gewagte These.
    Hier müsste begründet werden, dass die Attraktivität der geregelten Arbeitszeit nachlassen würde, wenn im Schichtbetrieb weniger Arbeitszeit zu leisten wäre. Gäbe es dafür Belege, könnte die GDL bei mir sogar argumentativ punkten.


    Ich habe jedoch gewisse Zweifel daran.

    Moin. Ich habe bislang in dieser Diskussion nur mitgelesen, um mir eine Meinung zu bilden. Bisher habe ich einige Aspekte nicht so wirklich nachvollziehen können (und vielleicht tue ich mich immer noch schwer), aber eins hat mich jetzt aufhorchen lassen:

    Man stelle sich nur mal vor, wie viele Schichten besetzt werden, wenn plötzlich mehr Personal an die Tür klopft, weil es in anderen Betrieben 40h-Woche aber bei der DB eine 37/36/35h-Woche gibt.

    Das war für mich bislang so ein Knackpunkt, den ich seitens der GDL nicht verstanden habe: Wenn die Arbeitszeiten reduziert werden, wo soll denn da neues Personal (das ja dann zusätzlich benötigt würde) herkommen? Solch qualifizierte Mitarbeiter wachsen ja nicht auf Bäumen oder lungern in anderen Beschäftigungsverhältnissen herum, wohl darauf wartend, dass sich was bei der DB tut?


    Hier bräuchte ich bitte mal eine Verständnishilfe.


    Selbst angenommen, wenn man damit Personal von Mitbewerbern abwerben könnte, dann müsste man es ja zusätzlich finanzieren, mit dem neuen, teureren Tarif. Ein Spagat.

    Bislang habe ich die Meinung vertreten, dass sich die GDL hier selber ein Bein stellt: Mehr Geld und weniger Arbeit, wie soll das gehen? Wenn kein Personal nachkommt und die Arbeitszeiten reduziert werden, dann muss das Bestandspersonal durch die Hintertür ja doch wieder mehr arbeiten. Vielleicht gibt es dafür mehr Geld, aber was wäre wirklich gewonnen?


    Tut mir leid, aber ich habe die Weselsky-Logik noch nicht so ganz drauf. Oder sie wurde nicht gut genug kommuniziert.
    Im Augenblick wirkt das alles mehr wie ein Klassenkampf auf mich als eine Verhandlungsbereitschaft eines Arbeitnehmervertreters.


    Warum nur muss ich spontan an "Bärendienst" und "Sympathieverlust" denken? Lustig, im Augenblick hat die DB bei mir mehr Sympathien, und die GDL-Mitglieder (leider) weniger. So sehr ich diesen keinesfalls einfachen Job respektiere, aber da wird gerade (wieder mal?) ziemlich viel Porzellan zerschlagen.


    Wer von euch könnte mir - sachlich! - helfen, meinem Weltbild einen Anstupser zu geben?

    Hat die DB nur deshalb ein Personalproblem, weil man sich ob der Arbeitszeiten dort nicht bewerben möchte?