Eine Führung über die Hafenallee ist absolut unnötig. Das Viertel ist durch die Linie 108 mit einem mittlerweile 15-Minuten-Takt wunderbar angebunden. Über den Main zu kommen ist allerdings auch schwierig, da es am Offenbacher Ufer immer noch den historischen Maindamm gibt, der zwar auf der Höhe der Schloßstraße umgebaut werden soll, aber ansonsten eine Überführung erschwert.
Die Führung zum/am Marktplatz könnte die Stadt Offenbach jetzt noch in der Planung berücksichtigen. Das sollte aber jetzt so schnell wie möglich passieren, weil der Umbau des Marktplatzes in naher Zukunft erfolgen soll und die Verkehrsplanung vorsieht, den Straßenraum noch weiter einzuschränken.
Zur Zeit ist die 108 sicher ausreichend.
Wir machen uns hier aber Gedanken, wie der ÖPNV künftig an Bedeutung zunehmen kann.
Dafür sind attraktive Verkehrsmittel erforderlich - eine Straßenbahn ist an Beförderungsqualität einem schaukelnden und in der HVZ im Stau stehenden Bus weit überlegen (wir sind hier erfreulicherweise nicht in Hamburg, wo Gegner der Neueinführung einer Stadt-/Straßenbahn diese als "Rumpelbahn" verunglimpfen).
Zudem zeigen Erfahrungen der letzten Jahre, dass neue Sraßenbahnstrecken fast überall in punkto Fahrgastzahlen die Vorhersagen weit übertreffen.
Die Verbindung Carl-Junckers-Str. - Hafenallee - Kaiserlei - Oberrad stellte ich zur Diskussion, um aus der Ringlinie eine echte Ringlinie zu machen.
Zudem wird die Nachfrage erheblich steigen, wenn
- der westliche Teil des Offenbacher Hafens bebaut ist
- die Wohnungs- und Bürobebauung im Kaiserlei vollendt ist
- die HfG im Hafengebiet angesiedelt ist
- die Mehrzweckhalle im Kaiselei errichtet ist.
Wäre es nicht sinnvoll, den Fehler des Europaviertels - Planen - Bauen - dann für den ÖPNV alles Fertiggestellte wieder aufreißen -
vermieden würde?
Die Ringlinie könnte natürlich auch im Bereich Eissporthalle in die für die Zukunft geplante Osttangente eingefädelt werden und so das Kaiserleigebiet erreichen.
Hätte den Vorteil kürzerer und somit schnellerer Verbindung,
aber den Nachteil der fehlenden Anbindung des Fechenheimer Industriegebietes (auch das frühere Neckermann-Areal wird hoffentlich bald wieder Firmen und somit Arbeitsplätze beherbergen) und der HfG.
Nur befürchte ich, dass die Verkehrsplanung in Rhein-Main nicht fähig sein wird, den künftigen Bedarf adäquat zu berücksichtigen, nicht zuletzt aufgrund der Zersplitterung in Gemeinden, deren Lokalpolitiker unfähig sind, jenseits ihrer Ortsgrenzen den gemeinsamen Raum zu sehen.
Wir werden also wohl keinen der angedachten Vorschläge neuer Schienentrassen in Offenbach (und anderswo ebenso) in absehbarer Zeit verwirklcht sehen.