Beiträge von Frankfurter Bub

    … war beruflich eingespannt und kann Eure Fragen „zur direkten“ Verbindung Wiesbaden - Frankfurt erst jetzt beantworten. Ich fragte, ob einer von Euch weiss, weshalb über Niedernhausen oder Kurve Breckenheim keine direkten Verbindungen mit Kopf-machen angeboten werden. Das ist doch komfortabler als SEV mit den schönen von Euch fotografierten Bussen. Und weshalb wurde der Betrieb von der SFS nach Wiesbaden eingestellt?

    … ok, dann erkläre ich es im Detail. Ich werte es als negativ, dass Fahrzeuge verkauft werden sollen. Die Flotte sollte erst einmal mit neuen Fahrzeugen „aufgefüllt“ werden. Erst wenn zu viele Fahrzeuge im Einsatz sind und wegen Reparaturstrategie die R-Flotte verkauft werden kann, dann sollte dies geschehen.

    Herr Feldmann, hohe Führungskraft bei der Stadt, kritisierte kürzlich die Automobilindustrie, obwohl er selber den Kauf von Zügen voran treiben kann oder zumindest den Verkauf verzögern kann.

    Fazit: über Verkehrswende wird nur geredet, aber die Entscheider unternehmen und erreichen zu wenig.


    So wird Nahverkehr leider nicht attraktiver

    … im Spiegel vom 12.9.2019 OB Feldmann wie folgt zitiert: Feldmann kritisiert auch die gerade stark diskutierten SUV und fordert die Branche zu einem Umdenken in der Mobilität auf. "Frankfurt braucht mehr Busse und Bahnen, aber nicht mehr SUV.".
    Ich sehe im Stadtgebiet noch so viele knapp 50 Jahre alte P-Wagen. Da können keine modernen R-Wagen verkauft werden. Wer denkt sich so etwas aus. Da wundert es mich nicht, dass der Ausbau von Straßenbahnen und U-Bahn-Linien für eine Großstadt nicht voran kommt.

    … wie wurde ich hier im Forum kritisiert, als wir über die Verbindung der Linien-Endpunkte der 16 und der 12 durch Offenbach kritisiert. OF wird keine Straßenbahn mehr bauen. Und Frankfurt wird wie so manche vermuten auch nicht finanzieren und bauen.


    Trotzdem sehe ich die Notwendigkeit die Schienenververbindung von der Hanauer über die vorgesehene Trasse bis zur Mainbrücke herzustellen. Ideal wäre dabei die U6 unterirdisch bis Ratsweg herzustellen und dann oberirdisch auf der heutigen Strecke. Und die 12 bis OF-Brücke. Also mit einer kurzen Gemeinschaftsstrecke östlich Ratsweg bis zum Abzweig beim „exNeckermann“.

    ... statt das Autofahren in Frankfurt mit Tempo 40 und weniger Fahrspuren zu erschweren, muss der ÖPNV ausgebaut werden. Die Projekte werden hier ja intensivst behandelt. Siehe dem U4-Lückenschluss. Dieser wird nicht von Autofahrern blockiert, sondern von Stadtpolitikern mit merkwürdigen Argumenten (Wald/Bäume/Tunnel). Ausbau Strassenbahn- und U-Netz wurde vor 25 Jahren gestoppt. Als von der Autogerechten Stadt geträumt wurde, wurde von (SPD-)Politikern mehr für den ÖPNV umgesetzt als heute. Nur heute behaupen alle Parteien Umwelt und Klima würden im Mittelpunkt stehen, und gebaut wird wenig.

    ... ich vermute, eine Stadtbahn von Taunusstein erst mal in die Kernstadt von Wiesbaden hätte eine Chance gehabt. Und dann vielleicht noch eine Kombination mit der Ländchesbahn ab Erbenheim. Ich bin die Strecke nach Mainz mal abgefahren und ab dem Schloss in Biebrich wäre die Bahn weite Strecke durch das Gewerbegebiet gefahren. Aber das sind nur Vermutungen. Wurdest wohl eine die erste von den großen Städten, die in den 20er Jahren schon auf Bus umstellten.


    ja, die May-Pläne hätten Wiesbaden sicher stark verändert. Deshalb interessiert mich, wie Linien in seinen Planungen verlaufen wären, wenn die Villa Clementine im Weg gestanden hätte. Sicher eine Ost-West-Strecke.

    ... wenn schon nicht durch die Luft über Wiesbaden hinweg, dann durch den Untergrund. Ich habe mal gelesen, dass der Stadtplaner Ernst May als er das neue Wiesbaden plante, auch eine U-Bahn vorgesehen hatte. Z.B. wäre die Villa Clementine an der Wilhelmsstrasse für eine Station abgerissen worden.


    Kennt Ihr Netzpläne oder Literaturhinweise?

    ... die vielen Varianten die Straßenbahn durch Offenbach zu führen sind kreativ. Ich lese das gerne, so viel wäre machbar.


    Mit dem Blick in die Realität bleibt meine Einschätzung, dass in den nächsten 25 Jahren (leider) keine Strassenbahn durch Offenbach fahren wird. Nicht alle sind begeistert über neue Straßenbahnlinien. Frankfurt will und darf neue Infrastruktur in Offenbach nicht bezahlen. Die U2-Verlängerung zahlen auch nur HG und Land Hessen. Den Betrieb soll die VGF übernehmen. Für den bisherigen Abschnitt soll sie 1,1 Mio. EUR bekommen. Möglicherweise bekommt die VGF Bestellerlöse oder Fahrgeldeinnahmen.

    Es ist ein weiter Weg von Machbarkeitsstudien bis zum konkreten Bau.


    Bin gespannt wie in OF das diskutiert wird.

    baeuchle : ich weiß nicht wo Du gelesen hast. Diese Diskussion startete doch mit dem Thema Machbarkeit einer Strassenbahn in Offenbach von Frankfurt kommend.
    Ich bin davon überzeugt, dass OF in absehbarer Zeit keine Strassenbahn bauen wird, weil der Nutzen kaum über den E-Bussen darstellbar ist.

    Ich kenne das Hafenviertel OF persönlich und kenne nur zwei nennenswerte Verkehrsmittel, im zügig (zurück) nach Frankfurt zu kommen: Rad oder PKW (Parkplatz ist groß und günstig). „Man“ muss schon ein ÖPNV-Liebhaber sein, um mit der S-Bahn nach Frankfurt zu fahren.


    ich sehe es realistisch. Offenbach muss seine Probleme selber lösen.

    ... das Offenbacher Hafenviertel ist erstaunlich schlecht an das ÖPNV-Netz angeschlossen. Obwohl es sich um ein neues Wohngebiet handelt und aktiv solvente Frankfurter abgeworben wurden. Wahrscheinlich ist „man“ mit dem Rad schneller an der Hauptwache.


    Realistisch ist ein Anschluss an das Schienennetz nur von Norden Hugo-Junkers-Straße. Jeweils nur bis zum Main und dann mit einer Brücke zu Fuß rüber. Trasse entweder alte Gütergleise bis zum Main oder die freigehaltene Trasse. Schwierig nur, dass OF sicher wenig dazu zahlen will und die Strecke durch ein Gewerbegebiet führt.