ich glaube, dass in der Spitzenzeit zwischen 7:00 Uhr und 8:30 zu viele Busse auf den Linien 672/673 eingesetzt werden, da kann man sicher etwas reduzieren, oder vereinzelt andere Ziele als den Luisenplatz ansteuern lassen.
Da sagt der Nahverkehrsplan etwas ganz anderes. Die Faghrgastzahlen der regelmäßigen Erhebungen sprechen für sich, Holger Koetting hat da bessere Einblicke und kann das bestimmt bestätigen. Die große Zahl an Bussen zwischen Roßdof und Darmstadt wird aus Kapazitätsgründen eingesetzt, nicht weil man Geld übrig hätte.
Und andere Ziele als die Innenstadt anzusteuern würde die Zerschlagung vieler Umsteigebeziehungen bedeuten, Reisezeitverlängerung und damit dann tatsächlich eine qualitative Verschlechterung des Angebots. Das sollte man mal bedenken, wenn man solche unbelegten Thesen hier anbringt.
Insgesamt halte ich die Nutzerzahlen aus Roßdorf/Groß-Zimmern für zu niedrig, eine Straßenbahn verkehren zu lassen. Auch eine Entlastung würde außer der oben beschriebenen Zeit kaum eintreten, da der Luisenplatz in der Regel jeweils stündlich von den Linien 672, 673, 682 bedient wird.
Es geht hier nicht um drei Buslinien, sondern um den gesamten einbrechenden Verkehr aus dem Ostkreis plus die Linie L, die auf dieser Verkehrsachse betroffen sind. Das sind 11 Buslinien! Würde man hier nur einen Stundentakt auf jeder Linie in der TVZ annehmen, dann wären dies alleine 11 Fahrten pro Stunde.
In der HVZ sind es, sofern ich richtig gerechnet habe, 20 Fahrten. Bis hin zum Spitzenwert von 46 Fahrten stadteinwärts zwischen 7 und 8 Uhr morgens.
Für Pendler aus Dieburg macht die Straßenbahn ebenfalls keinen Sinn, sie fahren zumeist mit den Linien 671/674 direkt nach Darmstadt, statt mit dem teureren 672 über Dörfer zu pendeln.
Für Pendler aus Groß-Umstadt gibt es ebenfalls morgens und nachmittags Schnellbusse nach Darmstadt.
Auch diese Buslinien sind im Gesamtzusammenhang des Verkehskonzeptes zu betrachten. Eine Straßenbahn hätte Auswirkungen auf das gesamte Busnetz.
Insgesamt finde ich ein gut ausgebautes, flexibles Bussystem deutlich besser. Aber man soll ruhig Vor-und Nachteile gegeneinander abwägen, habe da überhaupt nichts dagegen. Die Mehrheitsfraktion in Roßdorf steht den Tram-Plänen aber äußerst skeptisch gegenüber, die anteiligen Kosten, die Roßdorf übernehmen müsste, lassen eine Umsetzung nicht zu.
Wer sich die Haushaltslage der Gemeinde mal bildlich vor Augen führen möchte, sei ein Besuch auf der Tartanbahn am Sportzentrum nahe gelegt. Oder kürzer formuliert: Wo Geld und Wille fehlt, fährt keine Straßenbahn.
Die "Mehrheitsfraktion" weiß offenbar Dinge, die man noch gar nicht wissen kann!? Woher kommen denn diese Annahmen?
Sind Untersuchungsergebnisse zu Kosten, zu Betriebs-, Bau- oder Folgekosten veröffentlicht worden? Nein. Es sind nur ungelegte Eier über die hier gesprochen wird.
Leider denken viele nur über die Gegenwart nach als sich Gedanken darüber zu machen, wie Verkehrspolitik in der Zukunft aussehen soll. Mit Scheuklappen zu agieren führt nicht weit. Wenn man in Karlsruhe vor Jahren so gedacht hätte, würde man heute mit Sicherheit eine ganz andere Verkehrssituation vorfinden - und im Übrigen auch ganz andere struktuelle Verhältnisse. Der Film "Tramland Karlsruhe" (?), der hier verlinkt wurde zeigt dies ganz deutlich.
Geld ist der Maßstab für (verkehrs)politisches Handeln, ja. Aber langfristige Investitionen zahlen sich aus. Die Attraktivität einer Schienenverbindung ist nicht zu unterschätzen, für wirtschaftliche und Einwohnerentwicklung von Gemeinden. Das sind keine Investitionen für ein paar Jahre, sondern für Jahrzehnte!
All die volkswirtschaftlichen Aspekte, die eben auf den ersten Blick nicht monetär messbar sind, werden in einer Nutzen-Kosten-Untersuchung monetarisiert und damit als Geldwert dargestellt. Dadurch wird gezeigt, dass die finanziellen Investitionen eben doch der Volkswirtschaft in hohem Maße an unterschiedlichsten Stellen wieder zugute kommen.
Ich empfehle eine sachgerechte und unvoreingenommene Diskussion über Fakten und keine ideologischen Kämpfe.