Beiträge von Chris26

    Auch vor 70 Jahren haben Leute am Westrand des Lincoln Siedlung gewohnt. Und diese hatten auch keine direkte Verbindeng vor ihrer Tür. Und stell Dir vor: Das ging.


    Auch vor 150 Jahren haben Leute in Darmstadt und Eberstadt gelebt und es gab weder Straßenbahn noch Bus. Und es ging auch. Was soll uns das sagen? Nichts. Es entsteht hier eine neue Wohnsiedlung, die wenig bis nichts mit der früheren US- Kaserne zu tun hat. Es werden dort viel mehr Leute wohnen, deren Mobilitätsbedürfnisse eine andere ist, als die der früheren US-Kasernen-Bewohner.

    Ich gebe zu: Straßenbahnen sind attraktiver als Busse. Allerdings sind schnelle Straßenbahnen auch attraktiver als langsame. Um den ÖPNV attraktiver zu machen, sollte er beschleunigt statt ausgebremst werden. Bei einer kurzen Strecke wie Bessungen-Luisenplatz könnte man auch mit einem Bus anfreunden. Zumal die Busse ja in Zukunft auch attraktiver werden, da Darmstadt bis 2025 komplett auf Elektrobusse umstellen will. Man kann ja auch ein paar Meter weiter, bis zur nächsen Haltestelle der Linie 6 laufen.


    Ich sollte meine Idee mit dem Schlenker über die Lincoln-Siedlung nochmal präzisieren: Ich finde die Anbindung der Lincoln-Siedlung an den ÖPNV nicht ganz so gut geglückt. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Straßenbahn nur am Rande der Lincoln-Siedlung hält und dazu noch die an der Stelle recht stark befahrene Heidelberger Landstrasse überquert werden muss. Das finde ich gerade bei Kindern problematisch. Hier wäre ein zusätzlicher Quartierbus vorteilhaft.


    Ich hätte noch einen weiteren Vorschlag: Die Strecke der Linie 3 soll ja nach Süden verlängert werden. Es kam auch schon die Idee von der Heag hoch, man könne sie dann mit der Strecke nach Eberstadt verknüpfen. Meine Idee wäre dann folgende:


    Mo-Fr bis ca. 19:30 Uhr
    neue Linie 3/7: Frankenstein-Marienhöhe-Lichtenbergschule-Luisenplatz-Hauptbahnhof im 15 Minuten-Takt
    Linie 6: wie bisher. Aber alle 7,5 Minuten.
    Linie 1: alle 30 Minuten als Schnelllinie.
    Neue E-Buslinie: Lincoln-Siedlung - Bessunger Strasse - Schloss. Alle 15 Minuten


    Übrige Zeiten: Wie bisher.



    Vorteile :
    - Die Lincoln-Siedlung könnte dann per Bus optimal erschlossen werden.
    - Die Haltestellen zwischen Wartehalle und Marienhöhe hätte weiterhin eine direkte Straßenbahnverbindung zum Luisenplatz und zum Hauptbahnhof. Die Linien 3/7 und 6 müsste sich aber nur einen kurzen Streckenabschnitt teilen, so dass das Problem des ausbremsens weniger besteht. Natürlich sollte der Fahrplan so gestrickt sein, dass die 3/7 immer kurz nach der 6 losfährt. Bei Verspätungen muss dies so korrdiniert werden, dass die Linie 3/7 dann mal 2-3 Minuten wartet.
    - Direkte Straßenbahnanbindung von Eberstadt zur Lichenbergschule, Bezirksbad Bessungen und zur Orangerie.
    - Stecke Frankenstein-Luisenplatz-Arheilgen mit festem 7,5 Minuten-Takt als Schnelllinie.

    Die Linie 6 sollte auf alle Fälle als Schnelllinie erhalten bleiben. Sie ist eine echte Bereicherung für Leute, die zwischen Darmstadt und Eberstadt und weiter Richung Alsbach pendeln.
    Ich würde folgende Änderung vorschlagen: Die Linie 6 fährt Mo-Fr bis ca. 19:30 Uhr im 7,5 Minuten-Takt. Die Linie 7 wird eingestellt. Abends und am Wochenende fährt die Linie 8 wie bisher. Die Linie 1 verkehrt dann auch als Schnelllinie zwischen Eberstadt und Hauptbahnhof. Es wird eine neue Buslinie eingerichtet, die im 15 Minuten-Takt zwischen Eberstadt Wartehalle und Darmstadt Schloss pendelt. Eventuell könnte diese neue Buslinie dann auch einen kleinen Schlenker über die Lincoln-Siedlung machen.

    Wegen einer kurzfristigen Krankmeldung kann das Stellwerk Darmstadt-Eberstadt am Samstag, 15. Dezember 2018, zwischen 14:00 Uhr und 20:00 Uhr nicht besetzt werden. Aus diesem Grund ist in der genannten Zeit zwischen Darmstadt Hbf und Hemsbach (Main-Neckar-Bahn), zwischen Darmstadt und Pfungstadt sowie zwischen Lorsch und Bensheim kein Zugverkehr möglich.


    https://www.bahn.de/aktuell
    und:
    https://www.hessenschau.de/wir…hn-behinderungen-102.html

    Und welche Reichweite werden diese Busse haben?


    Die Heag wartet ja immer noch auf die beiden Busse, die beiden E-Busse, die im März 2017 bestellt wurden und die wegen eines Brandes beim Hersteller noch nicht ausgeliefert wurden.
    Hier ein Bericht von dem Brand in Salzgitter.
    https://www.echo-online.de/lok…stort-heag-busse_18302638


    Bestellt wurden der 12 Meter SILEO S12 und der 18 Meter lange SILEO S18.
    Pro Batterieladung garantiert der Hersteller Sileo eine Reichweite von 250 Kilometer ( SILEO S18 ) oder 230 Kilometer ( SILEO S12 ). „Das ist heute für rund 80 Prozent unserer Linien ausreichend“, so HEAG mobilo Technik-Chef Michael Dirmeier.


    Quelle: Die bereits weiter oben verlinkte Pressemitteilung der Heag vom März 2017:
    https://www.heagmobilo.de/de/p…ktrobusse-des-herstellers


    Ursprünglich sollten die Busse übrigens im Herbst 2017 ausgeliefert werden. Nach dem Brand im August 2017 hieß es zuerst, die Busse werden im 1. Quartal 2018 ausgeliefert. Hier ein Auszug aus dem Echo-Artikel von oben:

    Zitat

    An der Technik werde auch nach dem Großbrand in Salzgitter und dem Verlust der beiden bestellten Busse festgehalten, erklärt Rautenberg. Zwar werde es eine zeitliche Verzögerung geben, doch Sileo habe zugesagt, im ersten Quartal 2018 Ersatzfahrzeuge ausliefern zu können. Diese würden bereits produziert. Sie seien technisch identisch, hätten aber ein etwas moderneres Design.


    Inzwischen ist Ende 2018 und die Heag wartet immer noch auf die Busse. So viel zur Zuverlässigkeit des Herstellers.
    Laut folgendem Rundschau-Artikel sollen sie sie in den "nächsten Wochen" ausgeliefert werden: http://www.fr.de/rhein-main/ve…-auf-elektro-um-a-1631961
    Weitere E-Busse müssen erst noch ausgeschrieben werden.

    Auch in der PM des Regierungspräsidiums zur Genehmigung der Lichtwiesenbahn ist von der Haltestelle "Kletterhalle" als Ausstiegsmöglichkeit für das Stadtion die Rede. Es scheint also zu stimmen.


    "Zusätzliche Bedeutung bekommt die Neubaustrecke auch durch die Anbindung der Freizeiteinrichtungen im Bereich der Kletterhalle und des Hochschulstadions sowie zukünftig im Rahmen des Besuchertransportes bei Fußballspielen im Stadion am Böllenfalltor."
    Quelle: https://rp-darmstadt.hessen.de…genehmigt-lichtwiesenbahn


    Wenn Spiele unter der Woche abends (z.B. Freitags ab 18:30 Uhr) stattfinden, wird das teilweise auch so notwendig sein. Dann muss ja die neue Linie 2 weiter an die TU fahren und gleichzeitig müssen Besucher ins Stadion gefahren werden. Spätestens bei der Rückfahrt wird dieses Konzept aber nicht mehr funktionieren. Da ist es wesentlich praktischer die Trams ab dem Böllenfalltor flexibel einsetzen zu können.

    Ich meine (zumindest war es vor einigen Jahren so), dass man auch von der zukünftigen Haltestelle Kletterhalle mit sehr kurzem Fußweg zum Stadion kommt - und glaube dass diese Möglichkeit öfter mal für Gäste-Fans genutzt wird.


    Ein Stadionverkehr macht doch wohl nur Sinn, wenn auch an der Haltestelle "Merck-Stadion" angehalten wird. Auch die Idee Gäste-Fans mit dieser neuen Linie zu transportieren, scheint mir nicht sonderlich durchdacht. Üblicherweise möchte man ja eine Fantrennung haben. Also Gästefans und einheimische Fans sollen möglichst nicht aufeinander treffen. Dies scheint mir mit dieser Linienführung nicht machbar. Hier würden sich dann Gästefans mit einheimischen Zuschauern mischen, was am Ende noch zu Auseinandersetzungen in der Tram führen würde. Daher sollte man die Linie 2 bei Fußballveranstalltungen sogar bewusst nicht zur TU-Lichtwiese fahren lassen.

    Außerdem soll die SL2 wie bisher zusätzlich im Stadionverkehr eingesetzt werden.


    Aber dann wohl eher in der bisherigen Form der Linie 2. Also zum Böllenfalltor. Sonst käme man ja nicht am Stadion vorbei. Gibt es dann Fahrten der Linie 2 mal mit Endhaltestelle TU Lichtwiese und alternativ Böllenfalltor?


    Die Vorstellung man baut am Ostrand der Stadt ein Parkhaus, wo dann die Pendler vom Auto auf die Straßenbahn umsteigen sollen, finde ich schon etwas schräg. Kein Mensch wird sich morgens mit dem Auto in den Berufsverkehr stellen, um dann am Ortsrand von Darmstadt auf den ÖPNV oder auf ein Leihfahrrad umzusteigen. Mir scheint, dass bei den Grünen in Darmstadt keiner Ahnung von ÖPNV hat.


    Ich verlinke hier mal die Meinung des VCD, der ich 100% zustimmen kann:


    Zitat

    Als negativen Beitrag zu Klimaschutz in Südhessen bezeichnet der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die vom Magistrat verfolgte Planung eines Pendlerparkhauses an der B 26/Aschaffenburger Straße (DE vom 08.03.18: Neue Stellplätze am Stadion wird es nicht geben). Nur der Name "Mobilitätsstation" suggeriert Innovation, von der jedoch seit Jahren alle Verkehrsteilnehmer in und um Darmstadt nichts spüren: Lilienblaue Farbe macht das Pendlerparkhaus nicht besser. Anschließen sollten sich Stadt und Dadina der Erkenntnis der Nürnberger OB Ulrich Maly (SPD), der zuletzt erklärte: "Wer im Auto sitzt, steigt nicht mehr aus." Richtig ist es nach Ansicht des VCD, sowohl Pendler als auch Fans im Ostkreis wohnortnah mit ÖPNV mit normalspurigen Regional- und Stadt-Land-Bahnen abzuholen. Die Bahnstrecken aus dem Odenwald und Aschaffenburg müssen noch 2018 häufiger bedient und mit mehr Sitzplätzen ausgestattet werden. Erhalten werden muss die Bahn nach Groß-Bieberau.
    Das Pendlerparkhaus, lilienblau umetikettiert als "Mobilitätsstation", sieht der VCD als "Ausdruck der Ratlosigkeit": Mit einer nicht förderfähigen, meterspurig-überteuerten Straßenbahn nach Groß-Zimmern und nicht leistungsfähigen Sammelbussen haben sich Dadina und Stadt in die selbstgewählte Sackgasse manövriert. Mit dem 2017 angekündigten Gutachten zur Odenwaldbahn wurde noch immer nicht begonnen. Förderfähig wäre eine Straßenbahn zum Parkhaus Aschaffenburger Straße nur, wenn alle Ostkreisbusse dort endeten und die Fahrgäste kurz vor dem Ziel zwangsweise umsteigen müssten - was noch mehr Menschen ins Auto treibt (belegt durchs Gutachterbüro ZIV im "Ohnefall" des Straßenbahngutachtens, S. 80). Noch mehr Auto-Pendler aus dem Ostkreis trübten die Klimabilanz des Kreises weiter ein. Der Verkehrs-Energieverbrauch im Kreis wächst seit 2010 unaufhaltsam ( http://www.schienenbuendnis.de…ieverbrauch-2010-2014.jpg ).
    Der VCD fordert: Stattdessen müssen die Menschen wohnortnah abgeholt werden, wie der Nürnberger OB Ulrich Maly zuletzt erklärte. Gute Vorschläge des Regionalen Schienenbündnisses ( http://www.schienenbuendnis.de/ ) liegen vor - nötig sind nun Bildungsreisen von Magistrat und Dadina in erfolgreiche Städte. Chemnitz, Heilbronn, Karlsruhe, Kassel, Saarbrücken, die zeigen, wie man es richtig macht. Und Linz (Oberösterreich) plant bereits eine Dreischienengleis-Achse aus Normalspur und Schmalspur durch die Stadt.
    Quelle: http://www.odenwaldbahn.de/180308-vcd-pm-lilienblau.html

    Darmstadts Bau- und Verkehrsdezernentin Barbara Boczek hat im unten stehenden Interview den Bau einer Straßenbahn über den Ostbahnhof hinaus angekündigt.


    Zitate aus dem Interview:



    Quelle: http://www.echo-online.de/loka…im-interview_18895257.htm

    Einen Tag vor der Abstimmung und mit dem Wissen, dass es eine Mehrheit geben wird, nochmal einen neuen Vorschlag zu machen, ist wenig sinnvoll. Wahrscheinlich war das nur nochmal ein Versuch einen Keil durch die nun gefundene Mehrheit aus Grünen/CDU und den zwei Uffbasse-Abgeordneten zu treiben. Im übrigen dürfte das dann auch der teuerste Vorschlag sein, denn es wäre ja ein Komplett-Neubau einer Straßenbahnlinie vom Schloss bis zum Bahnhof TU-Lichtwiese. Einen echten Vorteil gegenüber einer Trasse, die durch die Rossdörfer Straße geht sehe ich nicht. Die Beckstraße ist genauso eng.

    Laut FFH ist die Lichtwiesenbahn gestern vom Stadtparlament genehmigt worden:


    Zitate:

    Zitat


    In der Sitzung stimmten nach Angaben des Büros der Stadtverordnetenversammlung 37 Parlamentarier für die entsprechende Magistratsvorlage, 28 votierten dagegen. Dafür stimmte demnach die Koalition aus Grünen und CDU, außerdem zwei Abgeordnete der Fraktion Uffbasse.
    Mehrheitlich beschlossen wurde außerdem ein Änderungsantrag von Uffbasse, wonach die Lichtwiesenbahn und deren mögliche Verlängerung Teil eines Gesamtkonzepts für die Verkehrssituation im Osten Darmstadts sein soll.
    Dabei könnte möglicherweise die Straßenbahn direkt an ein großes Parkhaus für Pendler aus dem Osten des Landkreises Darmstadt-Dieburg andocken. Dies könnte an der Ecke B 26/Beginn Heinrichstraße entstehen. Aber: Dies ist alles noch Zukunftsmusik und Teil eines zu erstellenden Großkonzepts.


    https://www.ffh.de/nachrichten…-die-lichtwiesenbahn.html


    Das mit dem Parkhaus zum umsteigen und der Verlängerung der Straßenbahn bis dorthin scheint mir aber ziemlicher Schwachsinn (sorry) zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen dass jemand sich Morgens in den Stau bis nach Darmstadt stellt, um dann sein Auto in ein Parkhaus zu parken und mit der Straßenbahn weiterzufahren. Entweder man fährt gleich mit Bus oder Bahn nach Darmstadt oder man fährt mit dem Auto. Und dass man von der B26 dann über TU Lichtwiese und Jahnstraße in die Innenstadt fährt macht auch keinen Sinn.

    Zitate aus einem Echo-Online-Artikel vom 13.3.2018:


    Zitat

    Mehrere Stunden nahm sich Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) Zeit, um im Odenwaldkreis Nahverkehrsprojekte wie „Garantiert mobil!“ oder den Bürgerbus in Bad König in Augenschein zu nehmen.


    Ein wichtiges Anliegen ist für Al-Wazir, so hatte er beim Eingangsgespräch in der Kurstadt betont, auch die Elektrifizierung der Odenwaldbahn. Bislang seien 60 Prozent der Strecken in Deutschland elektrifiziert, so der Minister; immerhin habe sich die neue Große Koalition in Berlin vorgenommen, diesen Sektor voranzutreiben.


    „Das entspricht eins-zu-eins der Strategie der Verantwortlichen im Odenwaldkreis“, sagten Matiaske und Peter Krämer, der Leiter des Geschäftsbereichs Nahverkehr bei der Odenwald-Regionalgesellschaft, mit Blick auf die „Vision 2030“ für die Odenwaldbahn und die hierzu beim Rhein-Main-Verkehrsverbund angestoßene Machbarkeitsstudie.
    Quelle: http://www.echo-online.de/loka…b-45-ausbaus_18585913.htm

    Die Busse werden übrigens gar nicht in China gebaut. Es ist lediglich ein chinesischer Hersteller. Gebaut wird in Ungarn und demnächst in Frankreich und Marokko
    http://www.manager-magazin.de/…aimler-man-a-1182773.html


    "Der chinesische Elektroauto-Spezialist BYD (das Kürzel steht für Build Your Dreams) wittert gute Geschäfte in Europa - in einem Segment, das in der Autobranche als einträglich, aber nicht rasend spannend gilt: Bei Stadtbussen. Das Unternehmen aus Shenzhen, an dem US-Starinvestor Warren Buffett beteiligt ist, drängt nun Schlag auf Schlag nach Europa.


    Im April dieses Jahres (Anmerkung: Artikel von 2017) eröffneten die Chinesen ihr erstes Elektrobus-Werk in Ungarn. Mit einer Jahreskapazität von 400 Bussen und gerade mal 20 Millionen Euro Investment fiel das Werk eher klein aus. Doch von der Ankündigung des Werks bis zur Eröffnung verging nur knapp ein halbes Jahr - und BYD machte mit bescheidenen Werken, aber hoher Geschwindigkeit weiter. Ab 2018 sollen jährlich 200 Elektrobusse in einem weiteren BYD-Werk in Frankreich vom Band laufen. Ein drittes Werk, das BYD gemeinsam mit dem britischen Partner Alexander Dennis Ltd. betreibt, lieferte bereits erste Elektrobusse an die Stadtwerke von Liverpool und London.
    (...)

    Tja, in China sind die Vorschriften (welche Vorschriften eigentlich?) zum Schutz von Umwelt und Menschen/Arbeitnehmern deutlich lascher. Da kann man halt auch deutlich günstiger produzieren.


    Es geht ja überhaupt nicht darum, dass die Busse aus China billiger wären. Die deutschen Hersteller können schlicht und einfach nicht liefern, weil man sich zu lange am Dieselmotor festgehalten hat. Das ist das Problem. Der Bus von Daimler kommt erst Ende des Jahres heraus und ist ein Linienbus. Wann der erste Reisebus/Fernbus von einem deutschen Hersteller herauskommt steht noch in den Sternen.
    Ansonsten denke ich nicht, dass die chinesischen Busse wesentlich günstiger sind. Sonst würde man auch schon Dieselbusse hier von den Chinesen kaufen. Das teuerste sind eh die Batterien und die kommen so und so aus Fernost.

    Gerade gelesen: Flixbus will die ersten elektrischen Fernbuslinien eröffnen. Weil die Deutschen Hersteller (Daimler, MAN) solche Busse nicht liefern können, kauft man halte bei den Chinesen ein.
    http://www.spiegel.de/auto/akt…rnbuslinie-a-1197696.html


    Laut Spiegel-Artikel von oben sind in der chinesischen Stadt Shenzhen alle Busse komplett elektrisch. 16.359 Busse sind dort im Einsatz. Und bei Daimler harrt man halt weiter der Dinge, die da kommen werden.

    Tesla ist auch ein Wirtschaftsunternehmen und setzt trotzdem voll auf Elektroantrieb. Kodak war auch ein (großes) Wirtschafsunternehmen und ist insolvent gegangen, weil zu wenig auf neue Technologien (Digitalfotografie) gesetzt hat. Wer zu lange an alten Technologien festhält, ist irgendwann weg vom Fenster.

    Hybridbusse haben in der Praxis nicht die Kraftstoffeinsparung gebracht, die man sich versprochen hatte. In Offenburg hatte man schon vor sechs Jahren Hybridbusse angeschafft und als Erfolg gefeiert. Vor einem Jahr kam das aus. Die Busse mussten öfter in die Werkstatt als herkömliche Dieselbusse und der Verbrauch sank auch nicht wie versprochen um 30%. Bei Nutzung von Heizung im Winter bzw. Klimaanlage im Sommer war er sogar gegenüber Dieselbussen höher. Der Anschaffungspreis der Busse lag 50% über denen eines reinen Dieselbusses.
    http://www.badische-zeitung.de…und-leise--136737500.html


    Der Deutschlandfunk hatte sich im letzten September mit Daimler und der Elektrobussen befasst und ist zu einem ähnlichen Ergebnis wie ich gekommen. Daimler hängt am Dieselmotor und möchte den am liebsten einfach weiter bauen. Auch wenn man schon vor über 20 Jahren in die Brennstoffzelle investiert hatte, so tat man das doch nur, um nicht mit völlig leeren Händen darzusteht, falls sich die Technik durchsetzt. Ähnlich ist das mit dem Elektoantrieb. Der wurde auch lustlost vorrangetrieben, bis andere Hersteller zeigten, dass es möglich ist, solche Fahrzeuge anzubieten.



    Zitat aus dem Artikel (Deutschlandfunk):
    "Der Marktführer Daimler will aber nächstes Jahr liefern. Bisher konzentriert er sich darauf, die Kunden von neuen Bussen der Euro 6-Norm zu überzeugen. (...) Daimler sagt, die Batterieentwicklung gehe derzeit so schnell voran, dass es helfe, nicht der erste auf dem Markt für Elektrobusse zu sein. Doch Analyst Pieper vermutet, die hiesigen Hersteller wie Daimler oder MAN warteten nicht nur auf geringeres Batteriegewicht bei steigender Kapazität, sondern hingen auch zu sehr am Dieselmotor:


    "Es ist ein bisschen der Fluch des Erfolges mit den Verbrennungsmotoren. Die deutsche Industrie steht wie keine andere für die hohe Kunst des Verbrennungsmotors. Das hat man bis zur Perfektion getrieben. Das hat man zu riesigen Erfolgen getrieben. Volkswagen, Daimler, BMW standen besser da als im Prinzip alle anderen. Bis vor ein, zwei Jahren. Dann kommt man auch schwer davon weg. Das ist der Nachteil: Man kommt schwer weg von etwas, mit dem man sehr erfolgreich ist."


    http://www.deutschlandfunk.de/…ml?dram:article_id=395181