Beiträge von Colaholiker

    New York - San Francisco sind 2900 Meilen -> 4640 km

    Bei 300 km/h sind das 16 Stunden Fahrzeit...für Nachtsprung etwas viel....

    Das ist natürlich ein Extrembeispiel. Allerdings, wie Condor auch schon anmerkte, dürfte das nur einen Bruchteil der Verkehrsnachfrage ausmachen. Es ließe sich in den USA schon viel Flugverkehr einsparen, wenn das, was ab den großen Luftverkehrs-Hubs in 1-2 Flugstunden mit Regionaljets bedient wird, auf "Flughöhe 0" verlagert werden kann.

    Nicht nur dort. Eine Freundin von mir in den USA hatte letztens Mietwagenbedarf (absolut kein Urlaubsziel, aber Ballungsraum mit ~1,4 Millionen Einwohnern) nachdem ihr Auto unfallbedingt zwei Wochen aussetzen mußte. Was da an Preisen aufgerufen wurde, ist nicht mehr feierlich. ÖPNV? Keine Chance. Ein rudimentäres Busnetz und minimaler Schienenverkehr "Downtown" waren da nicht gerade hilfreich. Und bei 45 Minuten Fahrzeit einfache Strecke mit dem Auto (kaum Stau, überwiegend autobahnähnliche Strecke) ist das Fahrrad auch keine Alternative.

    Ein großer Teil des Landes hat da noch einen verdammt weiten Weg vor sich. Zu begrüßen wäre es.

    Im Gegensatz zu Deutschland würden die Distanzen dort auch ordentlichen Hochgeschwindigkeitsverkehr hergeben, ohne unterwegs alle Nase lang Städte bedienen zu müssen. Oder im Nachtsprung durchs ganze Land.

    Nein, muss und kann er nicht. Er kann auch z. B. nicht wissen, daß die Endstation "Sternwarte" (als sie noch so hieß) der Linie 3 in Halberstadt nichts mit einer Sternwarte zu tun hatte, sondern nach einer (ehemaligen) Gaststätte dieses Namens bezeichnet war. Um mal die Verwirrung zu vervollständigen.

    An der Haltestelle "Wasserpark" in Frankfurt sucht man ja auch vergeblich nach Wasserrutschen, Lazy River, Wellenbecken und ähnlichen Spaßfaktoren.
    Namen, die zum Verständnis Hintergrundwissen benötigen, können wir auch. 8)

    Das kommt auf die Verkehsgesellschaft an und das Konzept. Ob das jemand macht, keine Ahnung. Aber in Frankfurt haben die Unfallhilfswagen kein Blaulicht.

    Als jemand, der selbst mal mit Blaulicht gefahren ist, kann ich mir kaum vorstellen, daß das für Falschparker geht. Da besteht keine Gefahr für Leib und Leben oder erhebliche Sachwerte. Bei einem Turmwagen des Fahrleitungsbaus kann ich mir das schon eher vorstellen, wenn irgendwo die Strippe am Boden liegt, ist das definitiv eine Gefahr.

    ...abar auch nur wenn das Blechobjekt innerhalb der vorgesehenen Abgrenzungen platziert wird.....

    ...ragt was in den nicht abmakierten Bereich drüber, dann ist das Fahrzeug illegal abgestellt!

    -> ergo Abtransport per LKW

    Genau. Warum sollten die Leute, die ein Auto mit einer vernünftigen Größe fahren und damit auch umgehen können, darunter leiden, daß andere es nicht können und im Zuge dessen die Parkplätze entfernt werden? Als jemand der in diese Gruppe fällt, befürworte ich das konsequente Abschleppen von für den jeweiligen Parkplatz ungeeigneten oder falsch abgestellten Fahrzeugen und freue mich über zusätzliche Parkmöglichkeiten. 8)


    Anekdote: Ein Abteilungsleiter bei meinem Arbeitgeber fährt als Firmenwagen einen SUV, der komplett antiproportional zu seinen fahrerischen (und fachlichen) Qualifikationen steht. Vor unserem Firmengebäude sind abmarkierte Parkplätze zwischen Fahrbahn und Gehweg, im 90°-Winkel. Für sein Auto sind sie zu kurz, ergo darf er dort nicht parken. Hat er aber eine ganze Weile trotzdem gemacht, immer schön mit den Vorderrädern bis an den Bordstein und mit der albern riesigen Motoreinhausung (bin ich der einzige, der da an Clownsschuhe denkt?) den Gehweg zu zwei Dritteln blockiert, der dort ohnehin nicht sonderlich breit ist. (Gut, ist Gewerbegebiet mit wenig Laufkundschaft, eigentlich ausreichend dimensioniert.) Irgendjemand hat mehrfach beim örtlichen Ordnungsamt dafür gesorgt, daß er Strafzettel bekommen hat. :saint: Dann stand er plötzlich so, daß es vorne gepaßt hat und er mit dem Heck auf der Straße stand. Da brauchte irgendjemand nicht mal was zu sagen, und der Wagen wurde direkt abgeschleppt. :DIst halt die Hauptdurchfahrtsroute für die LKW eines örtlichen Entsorgungsdienstleisters, der in der Kommunalpolitik gut vernetzt ist. Jetzt parkt er woanders. Man munkelt, es hätte schon bei den mehrfachen Strafzetteln einen Einlauf gegeben, und als der Wagen dann abgeschleppt wurde (sehr zur Belustigung der Kollegen, deren Büro ein Fenster zur Straße hat, ich glaube *jeder* im Gebäude hat das mitbekommen, außer ihm. Er ist halt wirklich sehr beliebt), wurde es wohl unangenehm für ihn.

    Ich kenne niemanden, der sich Alexa und Ähnliches zulegen würde, auch wenn es manche Leute einfach nicht lernen wollen, dass man bei Amazon nichts kauft.

    Ich persönlich kenne auch niemanden, der das nutzt. Aber es gibt genug, wie die Verkaufszahlen belegen. Bei Amazon kaufe ich aber trotzdem, regelmäßig.


    Darum ging es mir aber gar nicht, man braucht diesen Sprachquatsch nicht, um sich zu informieren, wo man die Sachen findet, die man sucht, um dann dieses Geschäft gezielt anzusteuern. Das war der Punkt, auf den ich eigentlich hinaus wollte, und somit das Argument "man sieht die Geschäfte nicht" als Argument gegen eine Tunnellösung wohl ein vernachlässigbares Gewicht hat.

    Das Problem bei Tunnellstrecken ist halt, der Fahrgast bekommt nichts von der Oberfläche mit. In Bezug auf Geschäfte natürlich problematisch. Es setzt dann schon ein Wissen über vorhandene Ziele voraus, ebenso eine Gewisse Zielstrebigkeit.

    Die Frage ist, in wieweit dieser vom Grundsatz richtige Einwand heute noch relevant ist. Mag sein, daß ich grundsätzlich zu zielstrebig und daher voreingenommen denke, aber heute wird es doch immer normaler, wenn man X braucht, Google/Siri/Alexa/Cortana* oder welche digitale Lebensform auch immer zu fragen, wo es das gibt, und dann eine passende Quelle in der Nähe zu wählen und anzusteuern. Einfach wahllos durch die Geschäftsstraßen ziehen und schauen, wo man X bekommt, ist doch ein gewaltiger Zeitfresser mit recht großem Mißerfolgsrisiko. Ich denke, der klassische "Schaufensterbummel" war eigentlich schon vor Corona vom Aussterben bedroht, und dürfte nach Corona noch viel toter sein. Selbst wenn die Leute die gesuchten Artikel in wieder geöffneten Läden vor Ort kaufen, wird der Trend dahin gehen, daß man sich zuerst informiert, wo es was gibt, wenn man nicht ohnehin schon weiß, wo.

    *)Zugegeben, Alexa legt einem das gleich in den Amazon-Einkaufswagen, aber ich wollte sie der Gleichberechtigung halber auch nennen.

    Zugegeben, der gedankliche Schritt liegt nahe, trägt aber nicht gerade zur sachlichen Diskussion bei. Zumal bei der Hindenburg der Wasserstoff nicht Treibstoff war. Nur Traggas. Die Motoren, die die Propeller angetrieben haben, hatten flüssigen Kraftstoff, ich müßte nachsehen ob Benzin oder Diesel, in jedem Fall kein Wasserstoff. Kolbenmotoren, die die Temperaturen von Wasserstoff-Verbrennung aushalten, gab es damals noch nicht.

    mit der Einschränkung, dass es wenig Sinn macht, für das Frankfurter Netz noch Wendeschleifen zu bauen 😉


    mit der Einschränkung, dass es wenig Sinn macht, für das Frankfurter Netz noch Wendeschleifen ;)

    Die Baureihen K*-N sehen das anders. ;) Und da steht ja auch noch die Wiederauferstehung des Buchstabens F auf dem Programm, der zwar ein Zweirichter ist, aber wenn er sein kleines f dabei hat, an den üblichen Stumpfendstellen mit Kreuzweiche auch dumm aus der geteilten Frontscheibe guckt.

    *) vom betrieblich als Einrichter zu sehenden Ebbelex ausgehend. Für den nicht umgebauten K gälte das für den F gesagte analog.

    Ja, aber das bringt halt nix, wenn ich die Zielgruppe erreichen will, die gegen 8/9 Uhr "auf Arbeit" sein möchte.

    Es würde auch voraussetzen, daß man die Wahl hat. Bei meinem Arbeitgeber sah es 2019, als ich einen Termin in Antwerpen hatte, so aus, daß ich theoretisch die Wahl hatte zwischen Auto (wäre für mich nicht in Frage gekommen, viel zu weit), ICE bis Brüssel, dann mit dem Zug weiter (wäre mein Favorit gewesen) oder Flug von Frankfurt bis Brüssel, dann mit dem Zug nach Antwerpen. Die Zugverbindung war in der Gesamtzeit (also von zu Hause weg bis Ankunft am Bahnhof in Antwerpen, alle Umsteige- und Wartezeiten eingerechnet) 30 Minuten länger (taktbedingt im Zubringer nach Frankfurt, ansonsten hätte es sich vermutlich gar nichts genommen).
    Antwort vom Arbeitgeber: "WAS??? 30 Minuten mehr? Sie fliegen!", obwohl der Flug teurer war, in der Bahn hätte ich ja meine private Bahncard anrechnen lassen können. Wenn jetzt also eine lange Fahrt durch die Nacht gegen einen deutlich kürzeren Flug ansteht, dürfte zumindest im geschäftlichen Umfeld der Preis der Zeit gegen den Preis des Verkehrsmittels gerechnet werden und das schnellere gewinnt.

    Herausforderungen sehe ich eher bei Tanken in Höchst / Wartung und Pflege der Fahrzeuge in ?? (Königstein? ).

    Nach meinen Infos soll die Wartung bei der DB in Griesheim stattfinden.
    Zum Glück, denn wenn ich mir den Zustand der Fahrzeuge aus Königstein anschaue, hätte ich Angst, wenn diese statt des recht gutmütig brennenden Diesels hochentzündlichen Wasserstoff durch die Gegend kutschieren würden.

    "Beschreiben Sie Deutschland in zwei Sätzen."

    Wenn der sich in Hessen mit der vollgestellten Garage erwischen lässt , kann das auch schon mal Geld kosten.

    Garagen müssen nutzbar gehalten werden.

    Danke.
    (Was Du sagst ist natürlich inhaltlich richtig, aber an sich schon ziemlich absurd.)

    HP hätte in Deutschland demnach nie eine Chance gehabt.

    Nicht nur HP, auch mein Arbeitgeber begann als Einmannunternehmen in einer Garage in den USA.


    Aber zurück zum Thema, ich verstehe das Gejammer auch nicht. Es geht ja nicht drum, eine neue Bahnstrecke irgendwo ins idyllische Naturschutzgebiet zu setzen, sondern unterm Strich nur darum, auf einer bestehenden Bahnstrecke leisere Fahrzeuge einsetzen zu können. Ja, Bauarbeiten können nervig sein, ich hatte das Vergnügen ja bei der großen Sanierung der Offenbacher Landstraße in Oberrad. Ja, der monatelange Dreck hat genervt, ebenso Baulärm und Vibrationen, und auch die, die auf den SEV angewiesen waren, haben mir ernsthaft leid getan, aber es ging vorbei. (Und dann bin ich weggezogen, was aber nicht am Umbauergebnis lag.)

    Der X17 ist, auch wenn er von Sippel gefahren wird, im Grunde heute schon eine "Insellinie" - der Fuhrpark, der dort zum Einsatz kommt, ist ja ausschließlich auf dieser Linie im Einsatz. Von daher macht der grundsätzlich richtige Einwurf von Holger Koetting an dieser Stelle vermutlich keinen allzu großen Unterschied. Natürlich könnte Sippel das mit einer Mischkalkulation anders auffangen als ein kleineres Unternehmen.

    Ich kann nur von meinem Arbeitgeber reden, und da haben jetzt mehr Kollegen die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten als noch im letzten Frühjahr. Wird auch rege genutzt. Im Gegensatz zum letzten Frühjahr bin ich allerdings wieder auf 100% Präsenz, was daran liegt, daß ich das, was ich momentan mache, aus technischen Gründen nicht von zu Hause machen kann. Die notwendige Infrastruktur kann ich nicht mit nach Hause nehmen, und "virtuell" übers Netz funktioniert das nicht.


    Was den Einzelhandel angeht, bin ich mittlerweile bei so ziemlich allem, was nicht Lebensmittel ist (oder Kleinkram aus dem Baumarkt, wenn die wieder öffnen) auf den Onlineeinkauf umgestiegen. Vieles frustriert mich einfach nur noch, bestes Beispiel hatte ich im vergangenen Sommer - beim lokalen Elektrohändler hätte ich für einen Gefrierschrank so viel zahlen sollen, wie bei einem Großhändler in Mittelhessen für den Gefrierschrank und die Spülmaschine zusammen. Ach ja, und für die Lieferung (1,5 km Fahrt, Lieferung nur bis zur Haustür) wären noch einmal 60€ pro Gerät(!) dazugekommen. Da war's billiger mir einen Transporter zu mieten und die Teile selbst in Mittelhessen zu holen. Etwas teurer als beim Großhändler hätte ich ja noch verstanden, aber mehr als das Doppelte? Nein.

    Die von Dir angesprochene soziale Komponente sehe ich genau andersherum. Ich habe es im vergangenen Frühjahr genossen, alleine zu Hause auf der Couch zu sitzen mit dem Laptop, Musik hören zu können, und einfach in Ruhe zu arbeiten. Ja, ich war froh, die ganzen Pappnasen (eigentlich mag ich meine Kollegen) nicht sehen zu müssen und nicht ständig wegen Nichtigkeiten gestört zu werden. Alleine zu sein macht mir persönlich (für andere Menschen mag das anders aussehen) absolut nichts aus.