Beiträge von GP4Flo

    Von dem eingesparten Geld könnte sicherlich auch ein bisschen was für 80 km/h Weichen investiert werden.


    So lange die S-Bahn Vorrang vor dem Güterverkehr hat und richtig disponiert wird, sollten die S-Bahnen ungehindert fahren können. Wenn wirklich nur ein 30-Minuten Takt tagsüber geplant ist, bleiben ja genügend freie Trassen. Schließlich gibt es ja bereits jetzt einen 30-Minuten Takt in der HVZ auf der 2-gleisigen Strecke und das mit langsameren Wagenmaterial.


    Das Problem mit den 96er Bahnsteigen ließe sich durch 4-gleisige Bahnhöfe lösen. Also zwei Durchgangsgleise und zwei Außengleise mit Bahnsteigen. Allerdings ist da dann die Frage, wie teuer die dafür nötigen Weichen in Investition und Instandhaltung sind.

    Wäre es nicht möglich die nordmainische S-Bahn auch ohne die Fernverkehrsgleise, also nur 2-gleisig zu betreiben? Für den Fernverkehr und RE Züge gibt es ja bereits die Strecke über Offenbach und der Güterverkehr müsste doch ganz gut zwischen die S-Bahnen passen. Mit einem zusätzlichen Überwerfungsbauwerk in Hanau sollte das mit einer kreuzungsfreien Trennung der Verkehr gut möglich sein.


    Ich werde wohl nie verstehen, warum in Deutschland entweder gar nicht oder gleich die teure Maximallösung gebaut wird. Das betrifft auch viele Neubaustrecken, die jahrelang auf sich warten lassen, dann aber für extrem viel Geld auf 300 km/h Standard gebaut werden. Dabei würden doch 200 km/h völlig ausreichen und wären deutlich günstiger. Selbst eine 160 km/h Neubaustrecke stellt in der Regel eine deutliche Verbesserung zur Altstrecke da und spart bei Bau und Betrieb massiv Kosten.

    Ich denke halt, dass man das "dagegen sein" lieber schon im Vorfeld praktizieren sollte, nämlich bevor die politischen Entscheidungen zum Bau getroffen werden und die Planungen beginnen. Leider wachen die meisten viel zu spät auf, wenn quasi schon mit dem Bau begonnen wird, und sind dann dagegen ohne sich überhaupt richtig mit dem Thema beschäftigt zu haben. Gutes Beispiel ist z.B. Klagen gegen den Ausbau einer Bahnstrecke, obwohl durch den damit einhergehenden Lärmschutz der Lärm sogar deutlich abnimmt, also eine Verbesserung eintritt.


    Das selbe Problem tritt ja auch in Stuttgart auf. Hätten sich die Leute schon frühzeitig mit dem Projekt beschäftigt und bei den letzten Wahlen entsprechend gewählt, könnten wir uns das ganze Theater jetzt und die rausgeschmissenen Gelder sparen.


    Ich wäre ja für ein neues Planungsgesetz, bei dem bereits vor dem Beginn der Planungen alle Betroffenen informiert werden und sich beteiligen dürfen. Wer dieses Recht nicht wahrnimmt, darf dann später nach Abschluss der Planung auch nicht dagegen sein.

    Mir sind im IC tagsüber mal einige Güterzüge auf der SFS Hannover - Würzburg entgegen gekommen, da die Altstrecke offensichtlich gesperrt war. Der IC ist dabei nur noch 160 km/h gefahren, was wohl das Begegnungsverbot aufgehoben hat.

    Ich habe so etwas ähnliches mal auf der Höllentalbahn erlebt. In Hinterzarten (Beginn der Steilstrecke) eingestiegen und schon etwas unangenehmen Bremsgeruch festgestellt. Dieser wurde dann während der Talfahrt immer stärker, so dass ich mich entschloss dem Tf per Fahrgast Notruf bescheid zu geben. Kurze Zeit später hielt der Zug an, wobei ich nicht weiß ob jemand die Notbremse gezogen hat oder der Lokführer sich entschied zu bremsen.


    Leider wurde der Qualm von der Bremse nun nicht mehr von dem Fahrtwind verweht, sondern direkt von der Lüftung angesaugt, so dass eine deutliche Rachentwicklung im Wagen sichtbar wurde. Zum Glück hat das Zugpersonal gut reagiert und die Türen geöffnet. Die defekte Bremse konnte offensichtlich schnell repariert (deaktiviert ?) werden, so dass der Zug mit nur 15 min Verspätung weiterfahren konnte.


    Das Problem bei solchen Fällen ist meistens, dass sich niemand traut dem Lokführer per Notruf bescheid zu geben, da ja die anderen Fahrgäste auch nichts machen. Hätte ich nicht reagiert wäre der Zug wohl noch einige Zeit weiter gefahren und die Auswirkungen wären ähnlich wie bei dem Zug Karlsruhe - Stuttgart gewesen. Da es im Höllental einige kurze Tunnels gibt und so weit ich weiß keine Notbremsüberbrückung, hätte das durchaus übel ausgehen können.


    Edit: Wenn der Zugführer wirklich bis Vaihingen weiterfahren wollte, denke ich dass die Vorschriften im Brandfall überarbeitet werden sollten. Bei einem Brand (oder Rauchentwicklung durch feste Bremse) liegt eine akute Gesundheitsgefährdung der Fahrgäste vor, daher sollte sofort die nächste Möglichkeit zum Stopp außerhalb eines Tunnels genutzt werden. Auch wenn kein Bahnsteig zur Verfügung steht, haben die Fahrgäste dann die Möglichkeit sich entweder selbst zu retten oder in einen anderen, nicht betroffenen Wagen zu gehen. Die Doppelstockwagen verfügen ja über Trittstufen, so dass selbst bei Ausstieg ohne Bahnsteig keine extreme Höhe zu überwinden ist. Und ob ich jetzt auf einen 14 cm hohen Bahnsteig (ja, die gibt es wirklich) oder auf den Boden aussteige macht auch keinen großen Unterschied. Hier auf der Taunusbahn mussten mal alle Fahrgäste aus einem liegengebliebenen Triebwagen mit 1 m Ausstiegshöhe aussteigen und es hat auch mit ein wenig gegenseitiger Hilfe geklappt.

    Kommt die Türstörung eigentlich auch, wenn die Türfreigabe noch da ist? Ich muss nämlich zugeben, dass ich auch schonmal eine zulaufende Tür festgehalten habe (Freigabe war noch da), um nicht extra auf den Taster drücken zu müssen.


    Dann wäre die Lösung ja eigentlich die Freigabe erst wegzunehmen, wenn alle Türen geschlossen sind. So kann jedenfalls keine Türstörung entstehen, es muss halt nur mal eine 5-Sekunden Lücke im Fahrgaststrom sein.

    Die Gegenrichtung ist aber genauso langsam. Das dürfte dann wohl eher an der niedrigen Streckenhöchstgeschwindigkeit und geringer Beschleunigung der Triebwagen liegen. Man müsste mal untersuchen, ob da durch leichte Neutrassierung (größere Überhöhung in den Kurven) eine Geschwindigkeitserhöhung möglich wäre. Zusammen mit elektrischen Triebzügen sollen sich da durchaus ein paar Minuten rausholen lassen.


    Bei der Taunusbahn sehe ich allerdings noch viel mehr Optimierungsmöglichkeiten. Wenn man hier die Strecke zumindest bis Usingen elektrifizieren würde und die Geschwindigkeit anhebt, könnten durch den wegfallenden Umstieg in Bad Homburg und bessere Beschleunigung der ETs sicherlich rund 10 Minuten rausgeholt werden. Die Berufsverkehrszüge nach Frankfurt könnten dann durch Doppelstockwagen ersetzt werden, so dass es auch keine Kapazitätsprobleme mehr gibt. Ich finde es schade, dass man trotz des großen Erfolges schon seit Jahren am Status Quo festhält. Wie so oft bei erfolgreichem ÖPNV rennt man hier dem Bedarf leider hinterher.

    Hier ein Vorschlag für ein Backup-Stellwerk :D
    http://www.stellwerke.de/kabinett/erfenst.html


    Aber mal im Ernst: Ich hatte irgendwo mal einen Bericht im Netz gefunden über ein mobiles LKW-Relaisstellwerk, dass wohl in den 70ern bei größeren Umrüst Aktionen eingesetzt wurde. So etwas könnte man doch als Backup Lösung vorhalten und bei solchen Stellwerksausfällen einsetzen. Klar dürfte es Schwierigkeiten mit der Anpassung an die jeweilige Signaltechnik geben, aber zumindest eine Grundfunktionalität (z.B. Ansteuerung + Sicherung der Weichen) sollte doch möglich sein.

    Das ist ja schön, endlich mal wieder Güterverkehr auf der Taunusbahn. :)


    Fehlt nur noch, dass auch die Quarzit Werke die dutzenden LKW Ladungen wieder auf die Bahn verlagern, der Anschluss zum Bahnhof Saalburg besteht ja noch.

    Zitat

    Original von Tatrafan
    Gerade Eisenbahnfans, die schon immer mal auch den wirklichen Bahnbetrieb kennenlernen wollten und nicht nur, wann wohl Lok 50-irgendwas oder die neueste Werbelok an der Loreley vorbeituftelt, können sich eigentlich keine bessere Ausbildung wünschen ;)


    Nur wo bekommt man eine solche Ausbildung, ohne sich gleich für einen zweijährigen Vollzeitjob zu verpflichten oder einen vierstelligen Betrag bezahlen zu müssen? Als Nebenjob kommt das daher leider nicht so ganz in Frage.