Beiträge von Abstellgleis

    Darkside. Ich hab so ne Liste natürlich nicht und ich kann auch keine besorgen.
    Der Mediadatenverlag hat sowas -- jedoch kostet das Geld.


    So weit ich weiss -- ich bin im übrigen nur Druckvorstufe und nicht Redaktion -- hüten die PR-Agenturen ihre Verteiler wie Coca-Cola die Rezeptur.
    Mit den großen Nachrichtenagenturen hast Du recht. Kann jeder im Grunde über die News-Suchmaschine nachvollziehen... ziemlich viel Duplicate Content -- nicht wenige Vertipper und Fehler.


    "Meine Zeitung" wären eh zwei schnuckelige kleine Käseblättchen mit lediglich örtlicher Reichweite -- kurz vor dem Nordende der S3. Naja.. bei solchen wirklich örtlichen Blättern sind es andere Verhältnisse. Das Forum hier hat sicherlich eine größere Reichweite. :-)
    Hin und wieder spreche ich Bahnthemen an -- meist kommt die Info hier aus dem Forum.
    Eines sollte jedoch immer gegeben sein (bzw. das ist die Standard-Antwort) : der Nutzen für den Leser oder irgendeine Art von Story.


    Je kleiner die Bahn-Firma ist, die es betrifft, je lokaler sie ist, desto eher würde sie sich um die örtliche Presse scheren. Vermute ich mal.


    Mir kommt es ein Stück weit so vor, als ginge es in dieser Sache auch im die Personalfrage, wer sich als Chef der zukünftigen fusionierten Gewerkschaft als Macher und Chef profilieren kann.


    Außerdem spielt hier Unternehmens-Politik und Konkurrenz-Situation mit rein -- zumindest las ich das so. Was ich nicht verstehe -- vielleicht auch aus Unwissenheit -- ist es nicht so, dass sich die Konfliktparteien darüber einig sind, dass es mehr Lohn geben soll?
    Ich kann die Eskalationsstufe "Streik" nicht nachvollziehen, weil ich die Vorgeschichte nicht kenne. Das ist nach wie vor recht diffus für mich -- sorry -- oder anders: wenn ich besser informiert wäre, würde ich das vielleicht anders sehen.

    Sorry - das muss ich noch ehrlicherweise ergänzen.


    1. Meine Antwort war nicht mehr als ein sofa-schlau wiedergegebenes 1 mal 1.
    2. Ob das im vorliegenden Fall überhaupt funktionieren würde, wage ich zu bezweifeln.
    Denn
    3. Dieser Streik ist womöglich ZU TAKTISCH und wenn man es so will Gewerkschafts-intern, als dass die Gründe dafür von der Öffentlichkeit als "soziale Schieflage" anerkannt werden könnten.


    Hier und da hab ich gelesen, dass man sich fragt, ob dieser Streik überhaupt angemessen sei.



    Spätestens hier wäre vorab eine einleuchtende, schlüssige und logische Pressemitteilung im Vorfeld sinnvoll gewesen.


    Die Journies haben doch auch keine Zeit mehr, wirklich zu recherchieren und rotzen gerne mal "eben schnell" aus dem Bauch heraus, ihre Artikel zusammen. Kein Geheimnis.
    Klar ist auch, dass sie sich sozusagen populistisch verhalten und "dem Leser hinterher" schreiben.


    Einfach ist das alles nicht -- und sicher nicht die Aufgabe von Angestellten, Gewerkschaftsmitgliedern oder Foristen.

    Zitat

    Was schlägst du denn vor? Wie sollen sich die Beschäftigten im Fahrdienst deiner Meinung nach wehren?


    Nicht die Angestellten selbst sondern die Gewerkschaftsleute, die für die PR zuständig sind.


    Durch eine längerfristig laufende PR-Kampagne die Öffentliche Meinung beeinflussen!


    Nach allen Regeln der Kunst, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wiederholung, Einfachheit der Botschaft, visuelle oder inhaltliche Aufhänger.


    Mit der selben Ausdauer, Hartnäckigkeit und Redegewandtheit, die sonst die Anzeigenverkäufer und Produkt-Bewerber an den Tag legen, sämtliche namhaften Redaktionen (TV, Print, Web - überregional und regional wo es um die betroffenen Firmen geht) so lange mit überzeugenden Infos und Material beglücken, bis die Sache für den Leser unausweichlich wird!


    Fallbeispiele schildern, Missstände aufzeigen, Ziele kommunizieren. So lange, bis es sitzt und im Oberstübchen des Konsumenten ankommt.


    Warum nicht Fahrzeugwerbung schalten? Provokativ und plakativ -- mit passenden Infoflyern zum Mitnehmen im Fahrzeug selbst.


    Websites aufsetzen, Keywords kaufen, Suchmaschinen-Optimieren.
    Verlinken, verlinken und nochmal verlinken.


    2.0-Kanäle ausnutzen wie Twitter, YouTube, Facebook und co.


    Sachlich bleiben! Und vor allem: die Klassenkampfrhetorik weglassen -- und wenn schon menschliche Transporteure der Information, dann bitte welche mit T.. weiblichen Brüsten und netten Äußeren. Das ist war nicht das, was Alice Schwarzer glücklich macht funktioniert aber nach wie vor gut.


    ___


    Nehmen wir doch mal den Google-Index bzw. -Cache.


    Wenn dort unter dem Suchbegriff des entsprechenden Firmennamens auf den oberen Plätzen nur Misstand zu lesen wäre, dann würde das -- aus meiner Sicht -- wesentlich mehr weh tun als "ein bisschen Warnstreik".


    und natürlich:


    Viral Marketing doesn't work!
    Tell erverybody!
    ____


    Lars: den hab ich mir eben aus dem Fingern gesaugt. Danke. Ich muss Dir leider in allen Punkten zustimmen. Inklusive der "Ghettos" -- so nennt es der Volksmund in den Taunuskäffern. Gemeint sind die Viertel, wo zumindest die Einfahrt nicht für jedermann offen ist -- Verkehrsschilder versperren die Zufahrt. Wach- und Schließ gehört ebenso dazu, wie hohe Mauern. Proportional der Grundstücksgröße / Wohnfläche / Garage. Nicht zu verwechseln mit den Kangooroo-Vierteln... das sind die Ortsteile "eins unterhalb". Kangooroo = große Sprünge aber nichts im Beutel. :-)

    Danke für die letzten Beiträge! Vor allem auch den Realismus dahinter. Und dafür, dass hier kein erbitterter Lagerstreit der Dafür- und Dagegenseier entsteht!


    "Streiks sind ein Mittel von vorgestern/aus dem Industriezeitalter" - das trifft meine Haltung auf den Punkt in dem Fall zumindest. Ist aber wesentlich knackiger ausgedrückt ;-)


    Zitat

    dann muß man sich selbst schon sehr egal sein, um solidarisch sein zu können.

    Eben!


    Wenn ein Streik wirklich etwas an der gesellschaftlichen Gesamt-Lage ändern soll, dann muss er so skalieren wie in Frankreich: GENERALstreik!


    Hier sehe ich aber gewaltige Unterschiede zwischen der französischen und der deutschen Mentalität. Der Deutsche scheint mir viel zu hörig und pflichtbewusst, als dass er z.B. als Chef entsprechende Toleranz aufbrächte, wenn die Mitarbeiter zu spät kommen. In Frankreich ist das "normal" -- man arrangiert sich mit der Situation. Hier würde ich eher erwarten, dass der ein oder andere Personalchef sich freut, als hätt ihm jemand das Bagatellen äh Frikadellenbrötchen geklaut, einen Kassenbon unterschlagen oder Maultaschen verzehrt...


    Der typische Deutsche Michel scheint mir nicht nur unsolidarisch sondern regelrecht zombifiziert!
    Alltägliches Verdummungs-TV-Programm (das auch die letzten aktiven Hirnzellen im rosa Konsumschleim mit reichlich Silikon zielgerichtet verklebt) gepaart mit allem was er für sich "Krise" nennen darf machen aus ihm eher eine bequeme, hörige und ängstliche Zombie-Kartoffel.
    Man gebe ihm ein Feindbild und er freut sich, dass es noch welche "unter ihm" gibt, gegen die er treten kann. H4ler, Migranten, Protestler...


    Radfahrer wohin man sieht -- nach oben buckeln und nach unten treten.


    Diese "Tugenden" waren wohl schon immer vorhanden -- aber sie werden durch Ängste, Feinbilder, sprachliche und gesellschaftliche Verrohung und Militarisierung weiter getrieben.


    Eine gesellschaftliche Transformation wie sie im Bilder(berger)buche steht!


    Die Heuschrecken sind mitten in ihrem globalen Raubzug -- und Freakfurt ist wohl eines der Zentren des Wahnsinns -- kurz nach der City of London und der Wallstreet.


    Solidarität, Menschlichkeit, Mitgefühl, kritisches Denken ... das alles ist nicht gefragt und nicht gewollt -- Vieh soll Vieh bleiben. Konsumvieh, Arbeitsvieh und alle 4 Jahre Wahlvieh.

    Zitat

    Wann sieht man hier endlich ein, daß der Druck der stehengelassenen Fahrgäste nicht die Streikenden, sondern diejenigen treffen soll, deren Personal/Lohn"handling" die Ursache für die zu recht kritisierten Mißstände sind.


    Entsprechende Kommunikation und Information seitens der Gewerkschaft wäre ein Anfang.


    Zitat

    >Dann bitte Vorschläge, wo und wie die Bahner sonst Druck ausüben sollen!


    Durch eine kreative und öffentlichkeitswirksame PR-Kampagne! That simple.


    Zitat

    Es gibt Pressemitteilungen - was die (Druck)medien aus diesen machen ist ihre
    Sache.


    Richtig!
    Und das sollte ein PR-Funktionär also genau die Person, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, auch wissen.
    Der klassische Weg ist auch eher Pusch als Pull wie man auf Neudeutsch sagt.
    Sprich: wenn jemand will, dass seine Information in der Presse landet, geht er aktiv auf den jeweiligen Verlag zu und sendet ihm das Material.
    Texte als RTF oder TXT dazu Bilder in Druckauflösung und den Text neutral und informativ halten.
    Ein Hyperlink zu mehr Hintergrundinfo ist an sich auch üblich oder eben gleich ein Pressebereich auf der Website.


    Von TV- oder Web will ich gar nicht erst anfangen.


    Die Frage ist viel eher, ob man das wirklich WOLLTE -- die Öffentlichkeit / Kunden zu informieren.


    Das Logik-Problem der Information "es wird dann wohl irgendwie irgendwann irgendwo mit Streik zu rechnen sein" wurde ja bereits hier erkannt.

    @Luke-ich-bin-dein-Vater (sorry - nicht bös gemeint):
    Ja - du hast recht. Nicht "die Arbeitgeber" an sich sondern die meisten großen Player haben dafür gesorgt, dass sich die Gesellschaft ins unmenschliche, kalte, unsolidarische, panische, ängstliche, kranke und manchmal sogar semi-faschistische auf jeden fall egomane gewandelt hat!
    Ich würde sogar noch einen drauf setzen und sagen: das organisierte Verbrechen in Kooperation mit manchen Geheimdiensten und Macht-Zirkeln hat bereits seit einigen Jahren die Politik mehr oder weniger gekauft. Soziale und gesellschaftliche Verwerfungen zeigen sich in ganz Europa.


    Und genau deswegen ist -- ich rede nicht von mir in der Sache Lohnangleichung -- bei den aller meisten das Verständnis ausgebraucht!


    Die Menschen haben echte Zukunftsangst und oft direkte Sorgen. Auf diesem Nährboden -- so meine Befürchtung -- gedeiht noch einiges mehr, als mangelnde Solidarität mit Streikenden.


    Frankreich ist ne andere Hausnummer... da vergleicht man derweil das Präsidenten-Paar mit einem gewissen Königspaar "damals".


    Klar -- es wird bestimmt diese Solidarität oder diverse moralinsaure Ismus-Keule heute in Foren geschwungen werden. Aber vergleichbar ist das dennoch nicht -- hier ein (wie es zumindest bei mir ankommt) taktischer Gewerkschaftsstreik und da eine Art Vorstufe zum Volksaufstand.


    Wer glaubt denn wirklich daran, dass sich ausgerechnet französische Privat-Bahnbetriebe von "so nem bisschen Streik" beeindrucken lassen würden?


    http://www.youtube.com/watch?v=tBWqp5cuQ0s

    Ich möchte nicht den Sinn der Gewerkschaft selbst verurteilen bzw. ich kann die Forderung nach gleichem Lohn sehr wohl verstehen!


    Ich bescheinige den zu dem Streik aufrufenden Gewerkschafts-Funktionären eine unterirdisch schlechte Öffentlichkeitsarbeit und Einfühlungsvermögen nahe Null was das "Verständnis der Passagiere" angeht!


    So haben sie es geschafft Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Man lese doch einfach mal die Kommentare und Reaktionen im Netz... von wegen Verständnis. Woher soll der normale Fahrgast auch das Verständnis nehmen, wenn er keinen Schimmer davon hat, wie es um die Arbeitsverhältnisse bestellt ist.


    Worum geht es denn eigentlich?


    Geht es darum, die Öffentlichkeit in einer im Sinne der Gewerkschafts-Basis positiven Richtung a) zu informieren und b) Zustimmung zu gewinnen?


    Wenn dem so wäre -- was ich bezweifle -- hätte ich wenigstens ein klein wenig Kreativität und vor allem Information worum es geht, was die Ziele sind, wogegen und wofür gekämpft wird, erwartet.


    Ein klitzekleines Gespühr für die Öffentlichkeitsarbeit im beginnenden 21. Jahrhundert...


    * Warum kam niemand auf die Idee z.B. Flyer zu drucken und diese an die Pendler zu verteilen?


    * Wie wäre es mit Gratis-Kaffee an die Frierenden verteilt -- aus Gründen der Sympathie-Bildung -- und informierenden Gesprächen? (als "Werbungskosten" abgesetzt)


    * Warum schaltet die ach-so-interessen-vertretende Gewerkschaft nicht Werbung auf Fahrzeugen, Beamern, Plakaten oder ganzseitige Anzeigen im Sulzbacher Anzeiger :-)?


    * Warum gab/gibt es nicht eine gelungene, vielleicht sogar witzige auf jeden Fall Aufmerksamkeit erregende Aktion, die sich an die Öffentlichkeit richtet?
    (Gewerkschaftler müssen ja nicht gleich in Plüsch-Kostümen rumlaufen und Bonbons verteilen.. wobei warum eigentlich nicht?.. DAS käme in Freakfurt auf jeden Fall gut an... sie sollten halt nicht unbedingt nach 20 Uhr im rosa Hasenkostüm am Bahnhofsvorplatz als lebendige Halu rumturnen..)


    Ich kann nur verhärtete Fronten innerhalb eines mir fremden Bahn-Gewerkschafts-Gemenge erkennen. Presseberichte und Kommentare verwirren eher als das sie aufklären. Scheinbar bin ich nicht die einzige Mediengestalt, der es so geht... das mit der Lohngleichheit ist ja zu verstehen und wird sicher auch von vielen unterstützt. Aber so gut wie niemand versteht, welche Gewerkschaft da jetzt gegen wen agiert und warum.


    Es geht mir ausdrücklich NICHT darum, persönlichen Unmut von wegen "in der Kälte gestanden und nun sauer" Luft zu schaffen... sehr richtig erkannt, Lars.Ich bin zudem wenn man es so definieren will sogar nur wöchentlicher Pendler, da ich den überwiegenden Teil meiner Arbeit hier daheim im schönen Taunuskäffchen vor dem Rechner mache bzw. immer mehr Kunden einfach zu Fuß erreichen kann... (was ich sehr zu schätzen weis).


    Was mich ärgert ist die Denkweise der Gewerkschaftsfunktionäre, die meinten, sie würden ihrem Ansehen mit der Aktion einen Gefallen tun und dann auch noch vor laufender Kamera sagen "die Fahrgäste haben dafür Verständnis"!


    und damit BASTA !


    Da sitzen -- wie in jedem APPARAT -- Leute die bestimmt nicht existenzkritische Bezüge beziehen (bestimmt auf klein-karrierten Sitzbezügen), deren Aufgabe es ist, einen Teil von EUCH hier etwas mehr Gerechtigkeit, Gleichheit und Lohn in der Tüte zu vermachen...!


    Und diese Leute haben in meinen (zugegeben berufsbedingt vergeschädigten) Augen nicht im Ansatz begriffen, wie die heutige Informationsgesellschaft funktioniert.
    Das ist ein regelrechtes -- ich sag mal frech Mappus-Problem. Nämlich das, wenn man nicht mal ahnt, welche Presse-/Netz-/Reaktions-Lawine man lostritt, weil man selbst vom totalen Tunnelblick drauf hat!


    Das ist es, was mich wirklich ärgert... was ich einfach nicht verstehen kann/will!



    In Stuttgart gibt es -- auf beiden Seiten -- da noch einiges abzuschauen in Sachen Öffentlichkeitsarbeit (2.0)!
    Das fängt bei der Farbwahl des Corporate Designs an und hört bei T-Shirt-on-demand auf. Da wird das Zwitschern (Twittern) neu erfunden, wird live gestreamt bis der Server raucht... da wird richtig Politik gemacht! PR-Spezialisten vs. PR_Spezialisten... geil :-)


    Liebe Bahner, bitte begeht nicht den fatalen Fehler, davon auszugehen, dass der "normale Beförderungsfall" in Sachen Bahngewerkschaften und Bahngesellschaften 1.) viel weiss und 2.) viel wissen will.
    So ein Streik bricht einem Natur-Ereignis gleich (höhere Gewalt -- netter Begriff im Zusammenhang) einfach so auf einen herein ohne zu wissen, wer wo warum gegen wen steht und was da vorher lief.
    Der interessiert sich nicht für Diskussionen und hält sich auch nicht in Nahverkehrsforen auf.


    Der hat entweder selbst in der Kälte gestanden oder es erzählt bekommen, kommt genervt nach Hause, schaltet die Glotze oder den PC an und sieht dann z.B. in der Tagesschau(.de) so ne vollschlanke Gewerkschafts-(*) was von "letztem Mittel" faseln und denkt sich nur : (*) na klasse! Und wegen so nem (*) müsssen dann die Pendler die ganze (*) ausbaden!


    Wie oft fahren Bahn-Gewerksschafts-Funktionäre mit der Bahn?


    __________________
    (*) Ich war so frei, mich selbst weg zu piepen :-)

    Wir Fahrgäste allen voran die Pendler haben mal wieder das Nachsehen, den Ärger, den Stress, den Anschiss vom Chef wenn nicht schlimmeres und sie können NICHTS dafür. Wir zahlen den ganzen Laden durch Fahrpreise und sind faktisch so etwas ähnliches wie Geiseln in dieser Art von Macht-Poker.


    Wir leben im 21 Jhd, im Informationszeitalter, in der Mediengesellschaft, im Web 2.0...


    Ich verwehre mich dagegen, dass diese Art von Streik "das einzige Mittel" sein soll, öffentlichen Druck auszuüben. NIRGENDS habe ich in den Medien gute, überzeugende Pressearbeit gesehen, die mir als Nicht-Bahner das Problem nahe bringen könnte. Nirgends habe ich auch nur den Versuch gesehen, den Misstand weswegen gestreikt wird, dem "normalen Bürger" verständlich zu machen!


    Sind solche Gewerksschaften wirklich InteressenVERTRETER der Angestellten?


    Muss es denn immer so plump und klassenkämpferisch laufen?


    Gibt es denn in der heutigen Zeit etwa keinerlei Alternativen des intelligenten, medienwirksamen und vor allem SYMPATHIE schaffenden Protestes?


    Nein? Gar nicht?


    Ich will nicht wissen, was in den Oberstübchen so mancher Funktionäre vor sich geht...


    sorry -- aber aus meiner Sicht leben die in ihrer eigenen Welt und haben dabei vollkommen ausgeblendet, dass es in "ihrem Spiel" jede Menge Leidtragende gibt, die vermutlich zum Großteil nicht mal was dagegen hätten, wenn die Leute, die sie sicher von A nach B fahren, dafür angemessen und gleich entlohnt werden.


    Was ich hier anprangere, ist nicht anderes als GEWERKSCHAFTLICHE BASTA-POLITIK, die -- wie es nunmal in letzter Zeit Mode ist -- nicht sehr weit durchdacht ist und aus dem vorigen Jahrhundert zu kommen scheint.


    Sympathie und Medienwirksamkeit geht defintiv anders!


    ___


    Ich war als Azubi im übrigen Betriebsratsvorsitzender, habe selbst gestreikt (damals um den Vollzeitstatus zweier Ausbilder) und in der IG-Medien. Wenn Druckmaschinen still stehen, tut das auch weh. Aber die Kette der Betroffenen ist wesentlich kleiner als im ÖPNV.
    Ich erspare mir den Kommentar zur "damaligen großen Gewerkschaftsdruckerei". Die sind nämlich mit am miesesten mit ihrer Belegschaft umgegangen. Seit dem ich selbständig bin, bin ich natürlich in keiner Gewerkschaft mehr.

    Wenn es nicht über meine Speicherkapazität hinausginge, würd ich mir diese Ausdrucksweise ja gerne merken wollen....


    Man könnte daraus eine Textaufgabe entwickeln. Wie lange und wie viel müssen... ausscheiden... damit sich ... aus dem Gestein löst..

    Mein Beileid an alle Betroffenen!


    Es gibt mittlerweile mehr als die eine Eilmeldung. Siehe Google-News


    Ich hab wenig Ahnung von der Materie der Zugsicherungssysteme -- aber genau den Gedankengang der Zwangsbremsung hatte ich auch als erstes. Ich dachte mir noch dazu: hoffentlich ist deren Sicherungs-System neuer als das Rollmaterial... tja -- und dann musste ich dank Eurer Links im WiKi nachlesen, wie alt das System ist. Wobei es spekulativ bleibt, solange die Ursachen vor Ort nicht genauestens geklärt sind.


    Der Streik der Lokführer spricht für sich.
    Zumal ich mir vorstellen kann, dass die psychische Belastung so kurz nach einem so schlimmen Unglück für die Kollegen massiv sein kann. Auch der Gedankengang "hoffentlich passiert das nicht nochmal"...
    Das betrifft dann allerdings auch die Fahrgäste. Ansgt ist nie ein guter Begleiter und Belgien bzw vielleicht ja auch die EU täte gut daran, die ur-alten Systeme schnellstens auszutauschen.


    Wenn man bedenkt, wie viele Billiarden unlängst in Bailouts flossen zu den Bankstern, dann will man besser gar nicht drüber nachdenken, was man damit in Sachen Infrastruktur sinnvolles hätte tun können.

    Ich erlaube mir festzuhalten, dass es im Ausgangspost nicht um das Raucherdasein an sich geht, sondern um 3 (DREI) Zwischenfälle, die viel mehr mit Aggression und Gewaltausübung zu tun haben!


    Das Fehlverhalten war auch im erwähnten unfriedlichen X-Mas-Fall mit dem Raucher nicht das Suchtverhalten des Glimmstengels als solches sondern die gewalttätige Reaktion bzw. das völlige Fehlen menschlichen Anstandes und Verstehens der Beförderungsbedinungen. Von "Rücksicht" will ich gar nicht erst reden. Solche Begriffe werden im endlosen Schlamassel der Raucher vs. Nichtraucher-Diskussion fast vergewaltigt.


    In eigenen Worten:
    Hier in und um Freakfurt laufen nicht wenige Gestalten herum, die auf Stress aus sind und provozieren -- und wenig bis keine Hemmschwellen mehr haben auch Gewalt anzuweden.
    Bei denen ist mächtig was schief gelaufen -- weit mehr, als man mit Zigarettenrauch erklären kann...

    Okay -- einmal mehr denke ich mir: Mist! -- ist scheins alles nicht so einfach.


    Ich ahne, dass solche automatischen Durchsagen schon eine gewisse Gefahr laufen, "inflationär" eingesetzt zu werden. Wenn auch nicht immer.


    Der Vergleich mit Darmstadt hat getroffen. Wobei die besten Durchsagen immer noch die menschlichen sind. "Liebe Leut -- wollen wir lüften oder wollen wir fahren?" War immer noch die beste :-)


    Also wenn es nach mir ginge (owee -- das könnte fast ein ganzes Forum füllen als allgemeiner Arbeitstitel) , dann hätten die TF einen iPhone vor sich liegen, das wahlweise Nachschlagewerk ist ("The Bahnfahrers Guide to the Galaxy oder so ähnlich) und sich per GPS automatisch mit der richtigen Leitstelle verbindet. Erstmal mit dem Server -- wenn nötig natürlich per Voice -- oder Ansagegerät (Line-Out wo sonst Ohrstöpsel sind eben ein Kabel zur Boardsprechanlage).


    Wenn es nach mir ginge hättet ihr aber auch einen Rhetorikkurs bekommen und nebst psychologischem Deeskalationstraining handfestes wie WingTsun.
    Die Kosten dafür wären in den oberen Etagen einzusparen. Aber naja...


    Um bei der Durchsage-Thematik zu bleiben: Hier sehe ich (nach etwas Reflexion) die Gefahr, dass Textbausteine jeder Art schnell in unverständlichem aber juristisch korrektem Behördendeutsch enden könnte. Oder noch schlimmer: Service-Denglisch.


    Manche Durchsagen sind heute schon zu viel des guten (aus meiner Sicht).
    Z.B. der RB Freakfurt nach Heidelberg via StomachCity calling at every Michkanne.
    Man bekommt minutenlang Anschlüsse und Haltepunkte in schönem Singsang durchgeflötet -- aber nicht, welche Tür heute mal wieder blockiert ist.


    Aus meiner Sicht abschliessend festzuhalten: Service ist nicht das, was die oberen Etagen darunter verstehen (mehr Marketing, neue Logos, mehr Englisch) sondern das, was konkret weiterhilft!


    Lassen wir das iPhone weg -- vielleicht tät es auch ein wirklich gut gemachtes Heftlein mit Durchsagetextchen und mehr Personal für die Leitstellen bzw. den Funk.



    PS: In Eppstein gibt es jetzt auch manchmal Durchsagen vom Band, dass man die Lücke beim Aussteigen beachten soll. Macht Sinn. "MIND THE GAP!"
    PPS / Edith: zum letzten Beitrag: "Please mind the approaching train!" :-)

    Was garantiert super läufen würde, wäre ein Imbiss in NieHoe auf dem Bahnsteig!


    Das Dach müsste man natürlich endlich mal abdichten - Glaswände wären auch toll gegen den Wind und vielleicht ein paar Heizpilze.


    Frisch gezapftes zum Feierabend oder einfach für die "kleine Warteschlange zwischendurch" wenn es mal wieder heisst "Endstation Niederhoechstadt". Dazu vielleicht frisches Falaffel oder so -- ein weiterer Ableger des Uludag-Döner-Imperiums vielleicht :-)


    Oh -- das fänd ich mal toll....


    Sogar die TF könnten dann durch die Gitter vorne im Fahrgast sicheren Bereich durch die Gitterstäbe schnell mal ein Mampf gereicht bekommen. Drive-In mal anders :-)


    Nur den Trollinger (Rotwein) sollte man nicht zu massiv ausschenken...

    Well.. ich dachte weniger an den inflationären Einsatz bei jedem Signal als vielmehr als eine Erklärung, wenn es wirklich lange dauert -- vor allem, was in dieser Situation Sache ist.


    Aber ich kann Deinen Einwand schon verstehen und will ja auch nicht behaupten, dass es die ultimative Lösung wäre.


    Andersherum: ich gehe davon aus, dass es ohnehin auch jetzt Anweisungen gibt, was wann durchzusagen ist. Ob manuell oder automatisch ist nicht so relevant -- viel wichtiger wäre, dass die Leute wissen was Sache ist. So "der kleine Tatrafan zwischendurch", der es schafft zu vermitteln, was man nicht weiss oder in dem Moment nicht wissen kann (als Fahrgast) :-)


    Wie gesagt (vorher vielleicht nicht deutlich genug) eben nicht andauernd bei jedem roten Signal oder jeder Überholung oder "vorausfahrenden Zügen" oder "hoher Streckenauslastung".

    Besser spät als nie:


    Speziellen Dank an Tatrafan, Ost-West-Express und Tunnelklick für die informativen Beiträge! In der Tragweite war mir das bislang (als Fahrgast) nicht bekannt.


    Hab da ne Weile drüber nachgegrübelt -- z.B. beim Warten in der S3 (nicht an dem Tag) irgendwo im eingleisigen Bereich....


    Theoretischer Lösungsansatz:
    Man bräuchte ein verbessertes Durchsagesystem bestehend aus vorgefertigten Texten!

    Der TF würde im Idealfall auf einen Knopf auf dem Rechner (Touchscreen :-) drücken und aus den Lautsprechern kommt ein verständlicher Text, der den Fahrgästen erklärt, warum sie jetzt aus Haftungs- und Gefährdungsgründen nicht aussteigen können!


    Ihr, die Ihr Teil des Apparates genannt S-Bahn seid, habt da natürlich einen ganz anderen Background als der Fahrgast. Ich gebe zu, dass ich auch schon manchmal dachte "was soll der Mist - warum stehen wir hier doof rum und nichts passiert? Kann die Kiste nicht endlich mal weiter fahren? Ist doch alles frei?!?"


    Es fehlt da schlicht am richtigen Häppchen Informationsfluss zur richtigen Zeit.


    Das System "Bahn" sollte auch die Ereignisse zumindest informell besser vorbereiten, von denen niemand will, dass sie eintreten. Dass es unklug ist, jeden PU auch als solchen zu kommunizieren ist schon klar -- andererseits sind die Fahrgäste, die häufig fahren, auch nicht doof und denken sich schon ihren Teil.


    Ich bin fest davon überzeugt, dass sich vieles an Frust ersparen lässt, wenn besser kommuniziert werden würde. Und damit das nicht als Zusatzbelastung dem TF auch noch aufgehalst wird (sich rhetorisch und fachlich und verständlich auszudrücken) hilft im Grunde nur die amtliche Ansage vom Band -- also von der Festplatte oder welchem Datenträger auch immer.


    Ich ahne, wie utopisch das sein könnte in der Umsetzung -- wobei ich da weniger die IT-technischen Hürden sehe als vielmehr ... hmm.. sagen wir "den Apparat und dessen Flexibilität".


    Aber geil wäre das doch, uffn passendes Knöbbsche zu drügge -- oder etwa nicht?
    Sooo endlos viele verschiedene Ausnahmesituationen, in denen die Fahrgäste "festgesetzt" werden kann es doch nicht geben....

    Zitat

    geil, einfach geil. leider ist mir das popcorn ausgegangen, kann mir jemand aushelfen?


    Klar mann! Hast aus meiner Sicht voll ins Schwarze getroffen! Bierchen und Chips gefällig? *g*


    Die Sache mit Webforen und Reizthemen ist schlichtweg die, dass man den Diskussionsverlauf ansicht recht gut simulieren kann und mehr als einen drauf lassen*), dass spätestens ab Seite 2 die Fetzen fliegen.


    Was auch immer geht ist: alles, was mit Migranten und Integration zu tun hat, Religionen allgemein und die moslemische und jüdische speziell, Ernährung (Veganer vs. Steakfreunde) und natürlich die Kindeserziehung von der G äh Krippe bis zur Walldorfschule.


    Bei Euch hier im Speziellen muss man ergänzen: S-Bahn-Baureihen :-)


    Andernorts übernehmen Betriebssysteme oder gar die Trueness der einzig-wahren-Szenehaftigkeit die Funktion der Ersatzreligion mit all ihren Nebenwirkungen.
    ((wenngleich ich ohne es genau zu wissen sowas bei jeder Art von Szene vermute *zwinker*))


    Zwingend notwendig für diese Art der virtuellen Unterhaltung *mampf* ist natürlich die extreme Lagerbildung und die Dogmatisierung des Themas. Zwischentöne, Kompromisse oder gar Enstpanntheit sind dabei notorisch zu vermeiden.


    Was ich mich frage: ist das typisch menschlich oder vielmehr typisch deutsch(-sprachig)?




    *) besser nicht in der nähe einer Brennenden Kippe -- sonst kann passiert es vielleicht, dass man mit Afterburner mal eben in lunatischem Tempo zur Trägerrakete wird. *lol*

    Man könnte ja eine Chipkarte einführen, wo man das Verspätungskontingent drauf buchen kann. Am besten automatisch :-)
    *Ping* machte es am Checkpoint -- hier haben sie ihre heutige S3-Verspätung.
    Okay - ich meine es nicht wirklich ernst, denn das hätte kein Ende.


    Zum Thema an sich:
    Der Vorfall ist deswegen *autsch* weil er eine Art "Soll-Bruch-Arschkarte" darstellt
    Technisch nicht immer perfekt funzende Türautomatik auf einer chronisch anfälligen Linie mit Fahrgästen an Board, die -- zumindest als Pendler -- das alles schon kennen und von daher über die Zeit Frust aufstauen konnten treffen als Gruppe auf einen TF, der dummerweise in dem Moment der einzig greifbare Repräsentant des Transportunternehmes ist.
    Dazu eine Info, die nicht stimmt (offene Tür) -- das konnte nicht gut gehen!


    Es menschelte und macher (vielleicht sonst "ach so feine Geschäftsmann") verliert seine Nerven und beginnt rumzubrüllen. Dabei nicht wirklich die Ursache und Wirkung bedenkend geht er auf den los, der nicht weglaufen kann und nach Vorschrift so handelt, wie er nunmal muss. Dieser -- ja schliesslich auch Mensch -- wird gleich von mehreren Leuten angemacht und macht zurück.


    Der Haken an der Sache: Das ist ein Ereignis, wie es bei der derzeitigen Situation immer wieder auftreten kann und früher oder später auch wieder wird.


    Wollte man ein Wahrsager-Tarot-Karten-Deck für die S3 (TF oder Fahrgast ist fast nebensächlich) entwerfen, so müsste man es mit diversen verschiedenen A-Karten bestücken!


    PS: Hab mir die anderen S3-Threads aufmerksam durchgelesen und muss vieles seufzend bestätigen.