Beiträge von Holger Koetting


    Meine Frage ist nun, weiß jemand warum das überhaupt so ist?


    Weil man beim seinerzeitigen Neubau des Bahnhofs möglichst wenige Konfliktpunkte haben wollte, d. h. möglichst viele zeitgleiche Fahrten in alle Richtungen. Dazu die Überlegung, daß in Nord-Süd-Richtung weitgehend durchgefahren wird, während die Ost-West-Relation praktisch immer Kopf macht. Daher wurden die meist verwendeten Durchgangsgleise nach außen gelegt. Ähnliches, aber natürlich nicht 100 pro vergleichbar, findest Du im Dresdner Hbf, wenn auch die Mittelgleise dort stumpf auf einer anderen Ebene enden.

    Man konnte damals in Offenbach die FVV-Verkehrsmittel mit FVV-Fahrscheinen benutzen, also die 16, die als S8 bezeichneten Regionalzügen und die Regionalbuslinien wie der 939 und 940. Dafür brauchte man lediglich eine Fahrkarte "gelb-grün".


    Aber leider nicht mit allen Fahrkarten. Wenn ich aus dem Fahrplanbuch zitieren darf: "Im Stadtgebiet Offenbach gilt grundsätzlich der Offenbacher Tarif (deswegen Fahrscheinverkauf durch den Fahrer). Bei Fahrten, die zwischen Frankfurt am Main und Offenbach durchgeführt werden, gelten auch FVV-Monats- und Jahreskarten des Erwachsenentarifs sowie Einzelfahrscheine in der Kombination gelb/grün". Also nix mit Kurzstrecke, Tageskarten, 3-Tageskarten, Minigruppe, Wochenkarte... Also mal schnell mit einer Tageskarte und der 16 nach Offenbach war nicht drin.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass der erwähnte HLB RE bei der SEV Planung "übersehen " wurde.


    Dröseln wir die Sache doch einmal sauber auf, denn es scheinen einige Sachen nicht zu stimmen.


    Punkt 1: Dein HLB-RE wurde nicht "übersehen". Sowohl auf dem HLB-Flyer (der von DB-Baustellen-Infos unabhängig ist, denn bei geplanten Bauarbeiten organisiert jedes EVU selbst seinen SEV) als auch in der Fahrplanauskunft ist für diesen Zug der SEV sauber eingetaktet. Frankfurt 20.21, Butzbach 20.53, Bus ab 21.00, Gießen an 21.35.


    Punkt 2: Der nächste DB-Zug ist die RB Frankfurt ab 20.31, Butzbach an 21.11, Bus ab 21.21, Gießen an 22.10.
    Die beiden Züge kommen schonmal zu unterschiedlichen Zeiten an; insofern ist die Aussage "Als am Samstagabend gegen 21 Uhr zwei Züge aus Frankfurt wegen Bauarbeiten in Butzbach endeten, standen plötzlich über 100 Menschen am Butzbacher Bahnhofsvorplatz." extrem mit Vorsicht zu genießen. Es ist ja nicht so - wie der Text suggeriert - daß da plötzlich zeitgleich zwei Züge ankamen, sondern mit deutlichem Versatz und zumindest auch so, daß der SEV für den jeweiligen Zug im passenden Anschluß hätte fahren sollen.


    Punkt 3: Durch den geplanten SEV wäre Richtung Kassel ohnehin mehr Fahrzeit notwendig gewesen, denn die nächste Planverbindung dorthin wäre in Gießen um 22.04 gefahren (21.39 nur bis Marburg).


    Punkt 4: Selbst bis nach Kassel wäre es noch weitergegangen. Gießen ab 0.07 Uhr als letzte Verbindung. Ja, das ist gegenüber der planmäßigen Verbindung nochmal zwei Stunden später, aber es wäre weder jemand "in der Pampa" gestrandet, noch wären in irgendeiner Weise ganz plötzlich Leute unterzubringen. Selbst mit den anderen Relationen ist es ähnlich. SEV-Bus planmäßig in Gießen an 21.35, theoretischer Anschluß Richtung:
    - Dillenburg 21.40, da fährt was bis 2.10
    - Alsfeld 22.09: da fährt noch was bis 23.09 (also mit genügend Reserve und selbst Erreichbarkeit mit den SEV-Folgetakten) + zumindest noch ein Bus nach Reiskirchen um 23.40.
    - Siegen 22.09: da fährt noch was bis 23.09
    - Nidda 22.11; da wird aber keiner den Umweg über Gießen fahren. Und bis nach Hungen fährt noch um 23.28 ein Bus.
    - Limburg 22.48 (ist aber fast witzlos, weil zu dem Zeitpunkt bereits vier Busse ab Butzbach nutzbar waren)


    Punkt 5: Es kann natürlich sein, daß sich einige Fahrgäste an den Regelzugfahrzeiten ohne SEV orientiert haben. Aber das ist dann persönliches Pech, denn die Baufahrpläne sind in der Fahrplanauskunft sauber eingearbeitet und waren daher jedem Fahrgast rechtzeitig zugänglich.


    Fazit der ganzen Geschichte: Viel Lärm um wenig, allenfalls ein paar Unannehmlichkeiten durch Zusatzverspätungen.

    Wenn du diese Form der Unterbringung, die ich ausschließlich im Katastrophenfall als akzeptabel empfinden würde, als ausreichend definierst, wenn es keine echte Katastrophe gab sondern "nur" eine gewaltig falsche Planung sei Dir diese Meinung gelassen..


    Es geht in diesem Fall auch nicht um akzeptabel oder komfortabel, sondern nur um die Frage, ob man Leute überhaupt unterbringen kann (was der Vorposter in Abrede gestellt hat). Und ja, das geht.

    Nebenbei: Wenn Du im tollen Fl*xbus wegen gesperrter Autobahn acht Stunden auf Deinem bestimmt komfortablen und superbreiten Sitz festhängst, hast Du auch keine bessere Unterbringung.

    Zitat

    Nein, ein Feldbett in einer Turnhalle würde ich da ganz sicher nicht akzeptieren.


    Das steht Dir frei, das nicht zu akzeptieren. Es ist aber dann Dein eigenes Problem, wie Du weiter vorgehst. Und meinst Du, daß Du der einzige schlaue Mensch unter den 800 anderen bist? Wie willst Du überhaupt in den Nachbarort kommen? Mit dem Taxi? Bei drei Taxen im Dorf, die sicher noch niemand anderes aus dem Zug mit der gleichen Idee abgegriffen hat? Nee, laß mal. Ich hatte mal einen Suizid (im Zug vor uns) und da meinten auch ein paar Oberschlaue, sich mit dem Taxi (in Heppenheim) weiterkutschen zu lassen und die halbe Herde hinterher. Das Ergebnis ist, daß sich die Taxifahrer eine goldene Nase verdient hatten und just als die Hälfte der Wartenden abgefahren war, konnten wir mit dem Zug weiterfahren und haben in Bensheim grad die Oberschlauberger wieder eingesammelt.

    Mein Gott, können sich die Leute denn heute gar nicht mehr beherrschen? X(


    Und man beachte vor allem wieder diese gefühlten Fake-News: Angeblich 600-700 Leute, de facto waren es um die 150. Das ist zwar noch immer dumm, wenn soviele rumstehen, aber deutlich unter den kolportierten 700 der twitternden Wutbürger.


    Denn Städte in der Größenordnung wie Butzbach oder Treysa haben nicht die Kapazitäten um mal eben 800 Menschen unterzubringen


    a. Welche 800? Bist Du ebenso auf die falschen Zahlen reingefallen?
    b. Selbstverständlich bekommt man die Zahlen unter. Turnhalle, Feldbetten, paßt. Wenn irgendwo wegen Streckensperrung ein voller Zug evakuiert werden muß, steht man vor dem gleichen Problem.

    Auf der S3 gibt es an einem Tag 84 Fahrten.
    Somit pro 3 Tage nur 2 mehr als 5:59min verspätete Züge?!
    Das passt nicht so ganz von meinen Beobachtungen her.


    Das kann schon hinkommen. Die Frage ist erst mal, wo wird gemessen? Über den gesamten Zuglauf oder nur die Verspätung am Zielbahnhof? Und ebenfalls sind subjektive Beobachtungen für einen Zug halt nicht geeignet, daraus auf den gesamten Betriebstag hochzurechnen. Nur weil jemand - als Beispiel - jeden dritten Tag eine 10-Minuten-Garantie für die S-Bahn um x Uhr abgreift, läßt sich daraus keine Aussage für das Gesamtergebnis herleiten.


    Sechs Minuten sind außerdem eine ganze Menge und die reicht schon aus, daß Menschen da intuitiv sich eine viel größere Verspätung vorstellen, als es die Wirklichkeit war. Anderes Gewerbe, aber dazu passendes Beispiel: Neulich inne Kneipe am Nachbartisch "wir warten schon eine Stunde in diesem Laden auf unser Essen". Pustekuchen, es waren maximal 35 Minuten, aber Hauptsache mal, eine Behauptung abgedrückt. Anders gesagt: Je länger die Wartezeit ist, umso mehr differieren die reale und die "gefühlte" Verspätung. Da neigt der Mensch eben zur Übertreibung. Deswegen ist es auch schwierig bis unmöglich, aus den eigenen Erfahrungen ein realistisches Abbild der Gesamtsituation zu erzeugen.


    Und ansonsten ist die ganz große Frage im Vergleich mit anderen Städten: Wie sieht es mit dem drumherum aus, wieviel eigenen Gleiskörper gibt es, wieviele Fahrgäste hat es, wie ist der Takt etc.? Bei aller Freundschaft, aber daß ich in Rostock mit den paar Regionalbähnchen, die unter dem Deckmantel "S-Bahn" fahren, praktisch immer pünktlich bin, weil die Reisezeiten entspannt sind, es kaum Störeinflüsse durch andere Linien gibt und es erstens praktisch nicht zu Haltezeitüberschreitungen kommen kann und zweitens selbst wenn, es niemanden interessiert, weil der nächste Zug 15 Minuten später kommt und nicht nach 75 Sekunden... das ist kein Geheimnis. Wenn ich jeder "weiterfahrenden" S-Bahn erst mal fünf bis sieben Minuten Pause am Rostocker Hbf verpasse, wo soll da eine Verspätung herkommen? Und ebenfalls gibt es durch den wenigen bis nicht existenten sonstigen Regional- und Fernverkehr keinerlei weiteren Störquellen. Hat die S6 oder S8 bei uns aber mal drei Minuten drin, steht sie sofort vor oder hinter der/dem nächsten RB/RE/IC/ICE. Was im übrigen für die anderen S-Bahn-Netze, die in ein ansonsten dicht belegtes Fahrplangefüge eingebettet sind, ähnlich ist.

    Wenn ich's auf die Schnelle richtig im Kopf habe, hat ein CC doch nur 8 Sitzplätze mehr als ein normaler Gelenkwagen.


    Vorsicht, Äpfel und Birnen. Die CC sind teilweise nur 2+1 bestuhlt und die normalen Gelenkbusse 2+2. Bei gleichartiger Bestuhlung wäre die Differenz somit höher, bzw. umgekehrt hätte der normale Gelenkbus auch mehr Stehplätze zu bieten.

    Und natürlich ist der Übergang von T10 auf T15 total verpfuscht. Am Beispiel Am Karlshof darf man dann von 19.01 satte 20 Minuten bis 19.21 warten. Es wäre ja zu einfach gewesen, die Fahrt 18.54 auf 18.59 zu legen (kostenneutral, ist keine Mehrleistung), dann wäre ein sauberer T15 rausgekommen, statt jetzt 10-20-15. Vollprofis an der Arbeit, sowohl bei Dadina als auch beim "führenden Mobilitätsdienstleister" Heag...

    Holger, hast du auf die Lok spekuliert oder war das einfach nur Zufall?


    Nö, war reiner Zufall. Ich saß im ICE nach Brüssel und sah beim überholen in Lüttich die Lok vor dem IC. Also habe ich in Brüssel einfach die paar Minuten gewartet, bevor ich ins Hotel bin. In das, nebenbei bemerkt, wohl auch diverse Leute auf DB-Kosten einquartiert wurden, weil durch den Teilausfall des vorigen ICE der letzte Eurostar nach London weg war.

    Ich hatte mich ja gefragt und auch schon mal hier im Forum, warum in italienischen Bahnhöfen der Schotter weiß übertüncht ist:


    Unterscheide zwischen dem weißen Schotter und den weißen Gleisen.


    Der Schotter wird im Bahnsteigbereich gekalkt, um die bei den hohen Temperaturen entstehenden hygienischen Probleme durch offene Toilettensysteme zu reduzieren.
    Hier in Chiusi Chianciano Terme, wo ich im Moment gerade rumsitze und auf den Anschluss warte, ist der Schotter derzeit aber praktisch blank.


    Die Schienen hingegen sind weiß gestrichen, um die Ausdehnung zu verringern. Hier allerdings frage ich mich, warum das nur die Italiener machen. In Spanien wird es ähnlich heiß und trotzdem verbaut die RENFE bzw. ADIF die Schienen normal. Oder man geht dort per se von einer höheren Grundtemperatur aus und wählt eine passende Vorspannung der Gleise. Wobei das wieder Probleme mit niedrigen Temperaturen gibt, die in Spanien im Winter gerade im Landesinneren durchaus auftreten können.

    Nicht meckern! :cursing: Macht mal hinne, dass ich meine 5- und 6-stelligen Busnummern einfügen kann. :D:P


    Herzlichen Glückwunsch. Du hast nur 22.995 Nummern in der Kette übersprungen. :) Das macht dann 22.995 Eisbällchen für alle restlichen Teilnehmer an der Bilderkette. Ich nehme schon mal Himbeer, Zitrone und Wiedehopf.


    And now for something completely different...

    London, Bus 1866, Bahnhof Euston