Beiträge von John2

    Braucht man eigentlich unbedingt einen 5-Minuten-Takt zum Europaviertel? Warum verknüpfen wir nicht eine der Linien aus Ginnheim mit der Eckenheimer Landstraße? Natürlich müsste man dann diese Linie auf 3 Wagen beschränken, aber bei 12 Zügen in der halben Stunde hätte man so 9 Züge zur Bockenheimer Warte, davon 6 mit 4 Wagen (das ist das Angebot, was ansonsten möglich ist) und 3 mit 3 → 66 Wagen pro Stunde.

    Die U1 ist dafür eigentlich zu voll. Drei Wagen Züge würden nur auf der U3 nach Oberursel Sinn ergeben, aber ein Parallelverkehr zu S5 ist nicht unbedingt sinnvoll. Alternativ könnte man die U5 auch auf den Riedberg führen und dort wenden lassen. Dann hätte man auch eine direkte Campuslinie für die beiden Hauptstandorte der Uni.

    Dass es "Probleme" geben "wird", vermag ich bisher nicht aus diesem Thread herauszulesen.

    Es wird über 2′ Takte geschrieben, das wird doch niemals zusammenpassen in der HVZ. Ich bin lange genug auf der A-Strecke gefahren und musste Anschlüsse erreichen, das klappte in der HVZ eigentlich nie. Alle reden von der Verkehrswende, aber die notwendigen Schritte (Planungsbeginn von Wendeanlage Hauptbahnhof Süd bzw. D-Süd) will man dann doch nicht machen. Mir ist vollkommen bewusst, dass bis auf weiteres die Bahnen von der D- auf die B-Strecke wechseln werden. Nur der größte Frustfaktor im ÖPNV sind die elenden Verspätungen und Zugausfälle, die das Pendeln zu einem Roulette machen. Zweiter Punkt ist die deutlich längere Pendelzeit mit dem ÖPNV. Deshalb nicht wieder im Kleinklein sich selbst beschränken, sondern die logische Konsequenz ziehen und eine Wendeanlage am Hauptbahnhof fordern.

    Wieso bekommt man Fahrplanstabilität auf der D-II nur durch eine Wendeanlage D-Süd?

    Weil man so A-, B- , C- und D-Strecke mit dichter Taktfolge verknüpft. Wenn die U1/U4 mit Verspätung auf die D-Nord wechselt, schleppt sie diese mit und dann knallt es dann am Hauptbahnhof, weil sich die U1 und U5 in die Quere kommen. Umgekehrt bekommst Du das Problem mit der U1/U4 aus Süden kommend dann an der A-Strecke. Die Taktfolgen sind dann so dicht, dass da kaum mehr Spielraum ist. Baut man eine Wendeanlage/Strecke D-Süd, dann ist nur A- und D-Strecke sowie B und C-Strecke verknüpft.

    Warum sollte die Stadt einen neunstelligen Betrag in eine Wendeanlage investieren, die ein Mehrangebot auf der B-Strecke verhindert? Mir erscheint es klüger, einen (vermutlich nur recht kleinen) Teil einer solchen Summe in besser Leit- und Sicherungstechnik zu investieren, um die Zugfolge auf der B-Strecke zuverlässig erhöhen zu können. Es ist ja nicht so, dass das Nordend und Bornheim bis 2030 nicht auch noch um einen Stadtteil nahe der Seckbacher Landstraße wachsen sollen ...

    Die Wendeanlage verhindert kein Mehrangebot auf der B-Strecke. Das Problem ist, dass all die schönen Sparlösungen nicht dazu geeignet sind die grundlegenden Probleme des Netzes zu lösen. Wenn B- und D-Strecke nicht entkoppelt werden, dann schaukeln sind Verspätungen auch mit der tollsten neuen Signaltechnik zwangsweise auf, so das A-, B-, C- und D-Strecke voneinander abhängen und bei Verspätungen das Problem ins Gesamtnetz eskaliert. Die Betrachtungen hier im Thread ergeben doch schon, dass es Probleme mit den Fahrplänen geben wird. Der U-Bahnbahnhof am Hauptbahnhof ist so konstruiert, dass es ein Wechsel von B- auf D-Strecke und umgekehrt im Regelbetrieb nie wirklich vorgesehen war. Weil man D-Süd nicht gebaut hat, hat man das Problem nun.

    Man sieht an den Planungen mal wieder die alten Probleme. Es wird nicht komplett kreuzungsfrei geplant. Der wesentliche Faktor bei der Akzeptanz des ÖPNVs ist Fahrplanstabilität. Diese bekommt man nur mit einem komplett kreuzungsfreien Strecke, und wie hier schon festgestellt wird nur mit einer Wendeanlage D-Süd. Die Durchbindung möglichst vieler Bahnen in den B-Tunnel ist ja ganz nett, wenn das aber dazu führt dass die Fahrpläne nur noch „Empfehlungen“ sind, ist auch nichts gewonnen.

    Warum muss ich bei dieser Diskussion hieran denken...

    Es ist erschreckend wie wenige hier das eigentliche Problem sehen wollen. Wenn man das 365€ Ticket einführt, muss man die Subventionen erhöhen. Wofür wäre das Geld denn besser ausgegeben: Für die Subvention des 365€ Tickets, oder für die Infrastruktur sprich den Ausbau des ÖPNVs? Endlos Geld in die Märkte pumpen bleibt nicht ohne Folgen, eine davon ist die Immobilienblase in Deutschland, d.h. man kann nicht unendlich Geld schöpfen sondern muss mit dem Erwirtschaftetem auskommen. Die Immobilienblase wiederum zwingt Menschen ins Umland zu ziehen, und dann mit dem PKW zu pendeln. Ergo ist es extrem wichtig, darüber zu diskutieren, ob eine solche Maßnahme wirklich Erfolg hat, sprich die Zahl der Pendler aus dem Umland reduziert. Als Wahlgeschenk für die großstädtische Bevölkerung ist es einfach zu teuer und behindert die Verkehrswende. Das einzige valide Gegenargument was ich hier über sieben Seiten hinweg gelesen habe, es könnte möglicherweise das Verkehrsaufkommen um 5% reduzieren. Die Zentren in Deutschland wachsen schneller, so dass das nach einem Jahr wahrscheinlich schon kompensiert wäre. Ergo, das ganze ist Aktionismus, um kurzfristige Wahlerfolge zu erzielen. Es hilft weder bei dem Ziel CO2 einzusparen noch bei einer Verkehrswende.


    Das gleiche Problem gibt es bei der Energiewende: Wenn es den menschgemachten Klimawandel nicht gibt, werden massive Fehlallokationen vorgenommen. Da aber die Finanzmittel endlich sind, hat man sie für „goldene Kälber“ ausgegeben. Damit hat man dann die „Gläubigen“ befriedigt, aber nichts wirklich erreicht.


    Dazu kommt ein weiteres Problem: China baut die Kohlekraft massiv aus. D.h. die bauen schneller neue Kraftwerke als wir hier in Deutschland CO2 einsparen können. Wenn die Produktion und damit Jobs wegen zu hoher Energiepreise nach China abwandern, dann hat man auch nichts in der CO2 Bilanz gewonnen.

    Das Tolle an der Wissenschaft ist, dass Annahmen überprüft und weiterentwickelt werden.

    Es gibt nur eine Möglichkeit die Prognosen zu falsifizieren, man schaut nach wie gut die Prognosen waren, wenn ausreichend Zeit vergangen ist. Bisher haben wirklich alle Prognosen des IPCC bei einer solchen Prüfung kläglichst versagt. Weshalb sollte man ausgerechnet dem Kremium vertrauen, was über Jahrzehnte mit Falschprognosen glänzt? In anderen Bereichen der Naturwissenschaft kann man sich solche Fehlleistungen nicht erlauben.

    John2 : Wenn Wasserdampf den Treibhauseffekt verursachen würde, dann wäre die Erde schon

    vor der evolutorischen Entstehung des Homo sapiens verkocht - es wäre nämlich eine selbstver-

    stärkende Rückkopplungseffekt. -> Blödsinn Wasser zum schuldigen erklären zu wollen.

    Lies Dir bitte wissenschaftliche Abhandlungen zum Thema durch. Für den Anfang den aktuellen wissenschaftlichen IPCC Bericht und such darin nach „water vapor“. Das sollte ausreichen.

    So John2: Sicher stimmt es, dass es vor rund 1000 Jahren eine Warmzeit gab …

    Es gibt massenweise rationale Gründe für eine Verkehrswende, die auch allesamt auf gesicherter Erkenntnis beruhen (Luftverschmutzung, Platzprobleme, Ende des Ölzeitalters mangels Öls, …). Nur wird das alles nicht vorrangig genutzt, um die Verkehrswende zu begründen, sondern es wird das Horrorszenario Weltuntergang wegen menschgemachten Klimawandels bemüht. Aber genau an diesem Punkt besteht eben keine gesicherte Erkenntnis sondern massenweise Hypothesen. Warum benutzt man diese Argumentation? Es ginge für die Verkehrswende doch perfekt auch ohne Horrorszenario.



    Jeder halbwegs geübte Troll wird wissen, …

    Und weiter geht es mit den niveaulosen Erwiderungen. Anstatt Argumente kommen von dir immer nur verbale Fehlleistungen. Die IPCC Berichte sind alle noch verfügbar – auch der von 1990. In diesem wird im Politischen Teil eine Klimaaktivität des CO2 von 50-200 Jahren postuliert (Seite XIV, Table 1). Es gibt wegen der überirdischen Atombombentest der 1960er Messungen der C14 Konzentration in der Atmosphäre, und das CO2 mit C14 (über den englischen Wikipedia Artikel zu C14 findet man die Messungen aus Neuseeland und Österreich) fällt in einem Zeitraum von 20-25 Jahren auf das alte Niveau ab. D.h. CO2 wird sehr viel schneller als der Atmosphäre ausgewaschen als das die Klimawissenschaftler postulieren. Was ist da aussagekräftigerer: Postulate der Klimawissenschaftler oder harte Messwerte anderer Wissenschaftler?


    Die Klimamodell basieren aber auf diesen Postulaten, d.h. sie würden mit einer CO2 Verweildauer in der Atmosphäre von lediglich 20-25 Jahren ganz andere Ergebnisse liefern. Das ist wieder ein Indiz, dass die Modell nicht wirklich eine Aussagekraft haben.


    Wenn man den IPCC Bericht aus dem Jahr 1990 in der Hand hat, kann man die Prognosen aus diesem Jahr mit den tatsächlichen Messwerten aus dem aktuellen vergleichen. Das sollte man tun, und nicht sinnlose politische Statements rezitieren.

    Es hapert ja in vielen Landkreisen schon an dem einfachsten, nämlich Busverbindungen für wirklich wichtige Magistralen. Hier mal eine Busverbindung die es nicht gibt: Kirchheimbolanden - Kaiserslautern. Na, klingelts? Hier fuhr früher mal eine Bahn. Die hat man eingestellt, ohne Buslinie als Ersatz.

    Die Bahnstrecke wurde in den letzten Monaten des Krieges zerstört, und niemand hat die Kosten für den Wiederaufbau bezahlen wollen. In Folge dessen wurde die Strecke auch in den Jahrzehnten danach überbaut, was den Instandsetzung dann meistens verhindert.


    Was das Thema Zwangsabgaben betrifft: Ich schrieb nicht, dass Du mit Gegenwind rechnen musst, sondern diejenigen die so etwas einführen wollen. Dazwischen gibt es einen feinen aber wichtigen sprachlichen Unterschied.

    Dass eine Erhöhung von CO2 in der Atmosphäre zu einer Temperaturerhöhung führt ist schon etwas älteres Wissen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Eunice_Newton_Foote#Forschung

    Da wird immer ein ganz wichtiger Teil weggelassen.

    • Wie stark ist der Treibhauseffekt in Abhängigkeit der CO2-Konzentration: Stichwort „equilibrium climate sensitivity“. Im Gegensatz zur veröffentlichten Meinung ist in der Wissenschaft die Diskussion darüber keinesfalls beendet.
    • CO2 wirkt sich nur auf einen kleinen Teil des Infrarotspektrums aus. Den größten Treibhauseffekt ruft Wasserdampf hervor: siehe TU Berlin Vorlesung. In der Grafik kann man sehen, dass der größte Teil des Infrarotspektrums vom Wasserdampf zurückgestrahlt wird.


    Alle Messungen heute sagen aber, dass es derzeit einen Klimawandel in einem Ausmaß gibt, wie er noch nie da war.

    Das ist wieder so etwas, was nicht stimmt. Das wird übrigens noch nicht einmal von den Wissenschaftler des IPCC behauptet. Die These ist, dass es in der jüngeren Vergangenheit keine solche Veränderung gegeben hätte.

    Nur ein Gegenbeispiel: Es wurde an der Gletscherzunge (diese liegt oberhalb der aktuellen Baumgrenze) der Pasterze ein 6000 Jahre alter Baum gefunden. Damit dort ein Baum wachsen konnte, muss es noch deutlich wärmer gewesen sein, als das aktuell der Fall ist. Wie man an dieser kurzen Meldung erkennen kann, gibt es keinen Konsens darüber wie stark sich der Gletscher immer wieder zurückzog. Jedenfalls waren solche Schwankungen in den letzten 15.000 Jahren eher normal, und eben nichts außergewöhnliches. Das IPCC bleibt dazu befriedigenden Erklärungen schuldig.

    Hui jetzt wird’s lustig, und ich bin mir nicht sicher, auf welcher Ebene ich auf John2 antworten möchte. Ich probier’s mal mit ernsthaft:

    Was für eine andere Form als „ernsthaft“ wäre im Forum angemessen?


    Das NOx-Problem ist mittlerweile technisch gelöst, und die PKW- und LKW-Hersteller halten sich daran. (Obwohl es da wohl immer noch Ausnahmen bei einigen Motoren geben soll, wie allerneuste Berichte andeuten.) Jedenfalls ist die systematisch Manipulation von osteuropäischen LKWs zurzeit die größte Quelle im MIV, die in Deutschland nicht angegangen wird. Das ist bei der emittierten Menge (nach Überschlagsrechnung mehr als 10.000t NOx pro Jahr) ein echtes Problem für die Luftqualität in den Städten. Mich interessieren erkannte und größtenteils gelöste Probleme (Diesel-PKWs) bei einer Diskussion über die Zukunft nicht, wozu sollte ich alte Probleme noch erwähnen? Die Realität, es sind nun einmal manipulierte osteuropäische LKW, wird nicht verschwinden, wenn du niveaulose Anmerkungen machst.

    Auch in deine Blase dürfen gerne ein paar Fakten diffundieren.

    • Holger, und auch ich übrigens weiter oben, zitieren Studien, die unsere These belegen. Verkehrswissenschaftler*innen beschäftigen sich tatsächlich hauptberuflich damit, Kosten von Verkehren zu berechnen. Und siehe da, wenn man das geordnet tut, kommt man darauf, dass der MIV die Gesellschaft wesentlich mehr kostet als der ÖPNV. Dass der MIV generell mehr kostet als er einbringt ist schlicht wahr. Bitte versuche mal, außerhalb des Forums (denn uns glaubst du ja nicht) Expertinnen aufzusuchen und danach zu fragen. Frage vielleicht nicht die VDA oder den ADAC.


    Wer solche absoluten Aussagen „Dass der MIV generell mehr kostet als er einbringt ist schlicht wahr.“ heraus haut, braucht sich nicht darüber zu wundern, wenn man ihn als Utopisten bezeichnet. Wenn der Satz wahr wäre, dürften die USA überhaupt nicht funktionieren, sie tun es aber, so dass man sieht, dass dieser Satz evident unwahr ist. Was den Nebensatz „…, dass der MIV die Gesellschaft wesentlich mehr kostet als der ÖPNV.“ Ist auch wieder total unspezifiziert und ohne den notwendigen Kontext vollkommen wertlos. Der ÖPNV funktioniert nur dort, wo die Auslastung entsprechend hoch ist, explizit auch was die Ökologie betrifft. Busse mit schlechter Auslastung sind oftmals umweltschädlicher als der alternative MIV. Nur wenn die Auslastung stimmt, ist der ÖPNV nur dann umweltverträglicher und billiger. Ein großes Problem ist, dass man viel zu oft mit dem ÖPNV nicht direkt von A nach D fahren kann, sondern Umwege über B und C in Kauf nehmen muss. Das wird außerhalb der Großstädte dann zu einem wirklichen Problem. Wie ich schon mehrfach schrieb, sind schon innerhalb Frankfurts viele Verbindungen so schlecht, dass IV die bessere Alternative ist. Persönlich bevorzuge ich das Fahrrad, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, gegenüber dem ÖPNV, weil mir persönlich meine Lebenszeit einfach zu kostbar ist, um sie mit dem notorisch unzuverlässigen ÖPNV zu verschwenden. Wenn es passt, habe ich schon jahrelang den ÖPNV in Frankfurt genutzt.


    Eines willst du anscheinend nicht verstehen, dass die Verschwendung der eigenen Lebenszeit den meisten Bürger ganz entschieden nicht gefällt.

    Du fragtest vorher noch nach der Dystopie. Ich benutzte das Wort als Gegensatz zur Utopie, die du in den Beiträgen anderer entdecktest und negativ konnotiert benutzt und die du schlechtzeichnest. Damit zeichnest du in meinen Augen eine Dystopie.

    Wenn ich die Utopien als wenig mit der Realität verbunden sähe, und sie zurecht in ihrer Abgehobenheit kritisieren, zeichne ich da sicherlich kein dystopisches Bild. Die Dystopien werden doch von dejenigen gezeichnet die den Weltuntergang postulieren, wenn wir den Klimawandel nicht aufhalten. Wobei man zuerst die Diskussion führen müsste, ob der Klimawandel überhaupt durch die Emissionen von CO2 durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen verursacht wird. Die neueren astronomischen Forschungsergebnisse der NASA, Erwärmung des Mars, lassen daran Zweifel aufkommen. Da gibt es noch reichlich Stoff um die Modelle der Klimaforscher zu kritisieren, und Kritik und Diskussion ist die Basis der Naturwissenschaft.


    Zurück zum eigentlichen Thema: Wenn schon trete ich hier als advocatus diaboli auf, aber diese Rolle gehört zu jeder fundierten Diskussion.

    Aber von mir aus, lassen wir uns darauf ein: du zeichnest auch eine Utopie. Eine, in der der Nahverkehr auf dem Land massiv ausgebaut ist. Das habe ich schon gelesen, aber du schränkst es immer ein und dystopisierst darauf, dass es nicht möglich sein werde, einen für ein ausreichend gutes Angebot nötigen Takt zu haben.


    Was ist daran dystopisch, wenn auf dem platten Land die Menschen mit dem eigenem PKW zu einer zentralen Verkehrsachse fahren, und dort in den ÖPNV umsteigen? Was ist daran dystopisch, wenn man volkswirtschaftlich die Totalversorgung der Landkreise als nicht finanzierbar sieht? PKWs wird man in den Landkreises nicht ersetzen können, dazu ist die Verkehrsdichte einfach zu gering. Busse werden das niemals volkswirtschaftlich ersetzen können. Dazu ist das System Linienbus viel zu starr, und alle Relationen mit Direktverbindungen mit geringer Taktfolge zu verbinden ist einfach nicht finanzierbar, und am Ende auch umweltschädlicher, wenn die Busse nämlich nur Luft durch die Gegend fahren.


    Mir scheint, dass du den Begriff Dystopie nicht wirklich verstanden hast, oder einer Weltanschauung nahe stehst, die sehr wenig von der persönlichen Freiheit hält und zu Zwangskollektiven neigt. Denn die meisten Mitbürger würden eine bequeme Fahrt mit dem eigenem PKW auf nicht verstopften Straßen garantiert nicht als Dystopie bezeichnen.


    Und vielleicht siehst du dann, dass ich weder das Auto noch Autofahrende verteufle oder verbieten will, sondern vor allem fordere, dass nicht die klima- und umweltschädlichste Art der Fortbewegung von allen (außer Fliegen, aber lassen wir das) durch die Gesellschaft wesentlich stärker subventioniert wird als alle anderen. (Aber bis du das machst, solltest du wirklich dringend eine Verkehrskostenrechnung, die du auf einem Bierdeckel (oder was anderem, das sehr klein ist) gemacht hast, durch eine wissenschaftliche Untersuchung ersetzen, denn sonst haben wir einfach einen grundlegenden Dissenz über Fakten.)

    Wenn wir schon über Fakten reden wollen. Dann schaue dir zuerst diese Dokumentation an, und sehe dass bei dir etliche Fakten nicht stimmen. Das NOx-Problem bedingt durch manipulierte LKW ist vorhanden, und es ist groß. Daraus resultiert, dass du zwingend über deine Art Diskussionen zu führen nachdenken solltest. Einfach weil dir Fakten nicht passen die Rassismuskeule auszupacken ist absolut niveaulos.


    Was die Kosten betrifft. Ein Bus schädigt die Straße mehr, als wenn alle Fahrgäste mit dem PKW fahren würden. Die Straßen- und Brückenschäden werden fast ausschließlich von LKW und Bussen verursacht, die PKWs fallen da kaum ins Gewicht. Es kann also nur um Umweltaspekte gehen: Lärm, Luftverschmutzung, Resourcenverbrauch, … und da ist vieles nicht so eindeutig, wie es in der veröffentlichten Meinung dargestellt wird. Mich erfüllt immer mit Sorge, wenn von „Klimaleugner“ gesprochen wird, und man sich darauf beruft, dass 97% der Wissenschaftler an den menschgemachten Klimawandel glauben. Wahrscheinlich hätte diese Personen Galileo Galilei verurteilt, weil >99% der Wissenschaftler damals an das geozentrische Weltbild glaubten. Wissenschaft lebt vom Diskurs und dem beständigen Hinterfragen von Hypothesen. Wer die Diskussion für beendet erklärt, verabschiedet sich von der Wissenschaft.


    Die Luftverschmutzung ist auch nicht endgültig erforscht, weil bisher der ÖPNV nicht wirklich erfasst wird. Wie viel Feinstaub produziert z.B. der Schienenverkehr? Ein BEV mit Keramikbremse und verschleissarmen Reifen ist da nämlich sehr gut, und wie sieht es mit der Straßenbahn mit Quarzsand beim Bremsen aus?

    Wenn man das wie mit der Rundfunkgebühr macht sehe ich da jetzt nicht so das Problem. Wir brauchen nur auf unseren Nachbarn Österreich schauen: wer in Österreich wohnt und Rundfunkgebühr zahlt darf ORF gucken, wer nicht in Ö wohnt und nicht zufällig so grenznah dass er als Zaungast durchs Raster fällt schaut in die Röhre. Und da gibt es auch keinen EU-Anspruch auf ORF-Empfang für EU-Bürger oder so.


    Die Abgaben sind in Deutschland schon extrem hoch, nur noch Belgien übertrifft das. Wenn man hier weitere Zwangsgebühren einführt, die de facto eine Steuer sind (eine Gebühr lässt sich durch nicht Inanspruchnahme der Dienstleistung vermeiden), macht man sich viele Freunde. Wer das befürwortet muss dann mit dem entsprechendem Gegenwind klarkommen.

    Um es platt auszudrücken: Es ist doch eine Binsenweisheit und allseits bekannt, daß der Individualverkehr mehr Kosten als Einnahmen verursacht.

    Der Individualverkehr ist die Basis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes, und produziert reichlich direkte Steuereinnahmen (KFZ-Steuer, Steuer auf Betriebsstoffe) und indirekte z.B. über die Arbeitsleistung von Angestellten und Arbeitern in den Firmen, Steuern der Unternehmen. Viele können nicht den ÖPNV alternativ nehmen, so dass eine Nichtnutzung des MIV in einer deutlichen Verschiebung von Arbeitnehmern hin zu H4-Empfänger bedeuten würde. Der Durchschnittsdeutsche zahlt ca. 12k€ direkte Steuern/Abgaben im Jahr. Macht bei geschätzten 250.000 PKW-Pendler nach Frankfurt pro Jahr ca. 3 Milliarden Euro an direkten Steuereinnahmen/Abgaben durch die MIV-nutzenden-Bürger. Dabei ist nicht die Wertschöpfung in den Unternehmen gerechnet, nicht die indirekten Steuern (Mehrwertsteuer, …), usw.


    Zum Vergleich der Etat des hessischen Verkehrsministerium (es ist ja nicht nur für den Verkehr zuständig) beträgt ca. 1,6 Milliarden Euro. Man kann nun vortrefflich darüber streiten, wie viel Kosten man mit mehr ÖPNV einsparen kann, aber hier zu schreiben, dass der MIV generell mehr kostet als er einbringt ist schlicht unwahr.

    … Du beschwerst dich nun andererseits auch noch über „Utopien“, während du fleißig deine Dystopie malst. …

    Ich schreibe die ganze Zeit, wie man den ÖPNV aus der Fläche verbessern kann, so dass es attraktiv ist den PKW stehen zu lassen. Was daran ist eine Dystopie? Gar nichts!


    Nur scheinst du mit Kritik an deinen Lieblingsprojekte nicht zurechtzukommen, und reagierst mit billigster Polemik. Dazu ist Verständnis für Bürger außerhalb deiner Blase überhaupt nicht vorhanden. Wie wäre es, wenn du für ein Jahr aufs Land ziehst, und einmal am eigenen Leib erlebst was für ein ”Schrott“ der ÖPNV in den Landkreisen ist?

    Deshalb? Lieber gar nichts machen?

    Es geht darum, dass die Einzelmaßnahmen auch zur Lösung des jeweiligen Problems beitragen müssen. Das 365€ Ticket löst das Problem Pendeln aus dem Umland definitiv nicht, und reißt dafür Löcher in den Haushalt. Die Verlängerung der U5 dient der Erschließung eines Stadtvierteils. Ich halte diese Strecke als Stadtbahn zwar für falsch, aber eine Erschließung durch ein Schienenverkehrsmittel (ich wäre für die Straßenbahn ggf. in Doppeltraktion) ist sinnvoll. Die Frage ist also, ob eine Maßnahme zielführend ist.


    Was die Horlofftalbahn betrifft: Das Problem an der Strecke ist. Die Auslastung ist gering. D.h. Ein kleiner Triebwagen einmal die Stunde ist momentan die Bedienung der Strecke. Wie ich vorher schrieb, Diesel wird in absehbarer Zukunft teuer. Wie soll dann die Bahn betrieben werden? Brennstoffzelle oder Oberleitung? Für eine Oberleitung müsste man die Auslastung verbessern. Das Problem dabei, die Bahn fährt wegen der alten Streckenführung zu langsam. Man müsste die Strecke begradigen und schneller machen, dann werden auch die Fahrzeiten besser und die Attraktivität steigt.

    ich glaube ja, sein Problem ist zweischichtig (sein Problem mit diesem Vorschlag jetzt):

    1. Jemand außer ihm würde profitieren, er selbst aber eher nicht

    Dein Problem ist, dass du wiederholt Probleme mit deinem Vorschlägen ignorierst, weil sie dir nicht in den Kram passen. Die Frage ist nicht, ob jemand von einem 365€ Ticket profitiert, sondern ob es dazu dienen kann die PKW Flut vom Umland in die Stadt zu reduzieren, dafür wird es ja gefordert. Wie ich dir nun wiederholt dargelegt habe, ist der Preis für das Ticket mit das geringste Problem. Es wird konsequent negiert und ignoriert. Bitte, wer das als Wahlgeschenk für die ÖPNV-affine-Bevölkerung-in-der-Großstadt-die-ohnehin-schon-ÖPNV-nutzt haben will, sollte dann auch so ehrlich sein, dass es nur als Wahlgeschenk für die eigene Klientel dienen soll. Die Grünen, von denen stammt originär die Forderung, sind eine Partei der Großstädte, auf dem Land finden sie de facto kaum bis gar nicht statt.

    Du sagst einen Beitrag vorher selbst, dass es ein Tropfen auf dem heißen Stein sei. Mein Punkt ist: es bedarf weiterer Tropfen, aber so lange jeder Tropfen totdiskutiert wird, können sie in Masse nichts ausrichten.

    Die vielen „kleinen Tropfen“ sprich Einzelmaßnahmen werden die grundsätzlichen Probleme nicht lösen. Das Hauptproblem des ÖPNV in der Fläche ist, dass er zu langsam ist, zu wenig stattfindet, schlecht erreichbar ist, und ja auch zu teuer ist. Ein billigeres Ticket eliminiert zwar das teuer, aber die anderen Punkte sind wichtiger und bleiben ungelöst. D.h. wenn man nun Buslinien einrichtet und die Landbevölkerung zwingt mit dem Bus in die Stadt zu fahren, wird dies nicht ohne politische Auswirkungen bleiben. Ich möchte nur daran erinnern, dass ein wesentlicher Faktor beim Entstehen der Gelbwesten Proteste in Frankreich die geplante Ökosteuer auf Sprit war. Die Bevölkerung, die gut mit dem ÖPNV versorgt ist, ist in der absoluten Minderheit. Denn selbst in den meisten Großstädten Deutschlands ist es viel zu oft besser den PKW anstatt den ÖPNV zu nutzen. Man hat hier ein sehr großes Potential für politische Unruhe im Land.


    Es wird immer wieder von mehr Bussen geschrieben. Womit sollen diese Überland denn überhaupt fahren? Diesel? Das ist bald nicht mehr günstig verfügbar, genau deshalb muss man vom Verbrenner weg. Akku-Busse sind mit realistischen Reichweiten von <200km erhältlich, in Winter deutlich weniger. Da käme man gerade einmal vom Umland in die Stadt und dort müssen sie zuerst aufgeladen werden, bevor man zurückfahren kann. Will man unterwegs laden, müssen Hochleistungsladestationen gebaut werden, die meisten Dörfer haben aber dafür gar nicht die notwendige Infrastruktur, d.h. das komplette Dorf ist mit weniger Leistung angebunden als ein Schnelllader für Busse benötigen würde. Auch eine Oberleitung für Busse müsste mit vielen Unterwerken versorgt werden, weil nur mit Gleichstrom und Straßenbahnspannungen gefahren werden kann. Ferner stehen die bisher existierende Busverbindungen wegen des notwendigen Wandels weg vom Erdöl auf der Kippe. Denn für diese müssen diese Probleme auch gelöst werden.


    Mir scheint hier wird kollektiv eine Utopie geträumt und die realen Probleme stören da nur. Nur so wird das nichts mit der Verkehrswende.

    Gibt es denn irgendwen, der Preissenkungen im ÖPNV fordert und gleichzeitig auch der Meinung ist, dass es im ÖPNV keiner anderen Maßnahmen bedarf?

    Die Preissenkung ist keine Maßnahme! Sie ist ein Wahlgeschenk an die städtische Bevölkerung wie etwa kostenlosen Eintritt in die Museen.

    Woher kommt nochmal diese Einstellung, dass nur diejenigen Einzelmaßnahmen diskutabel sind, die für sich allein genommen Grundsätzliches ändern?

    Es wird doch tagein tagaus die große Verkehrswende postuliert. Mit einem Tropen Wasser auf einen heißen Stein, ist das nicht zu schaffen. Maßnahmen, die das Pendeln der Masse aus den Landkreisen erschwert und verteuert, wird man sich in Deutschland keine Freunde machen. Autobahnen de facto zu einspurigen Landstraße zu degradieren, wird mit Sicherheit nicht die Akzeptanz für den ÖPNV steigern. Die Fahrzeiten aus den Landkreisen würde mit Bussen sich deutlich verschlechtern, da sind langsamer sind als der MIV und dazu Umwege fahren müssten, damit sie voll werden. Insofern ist der 365€ Ticket Vorschlag für den innerstädtischen Pendlerverkehr ggf. sinnvoll, aber für die Massen an PKWs aus dem Umland bringt das rein gar nichts.

    In Deutschland sind die Planungssummen sehr häufig abweichend von den späteren Projektkosten, und das liegt an der speziellen Abschätzungen in den deutschen Vorschriften. In der Schweiz passt das besser, aber auch nicht immer. Wobei BER ist auch in Deutschland die Ausnahme und nicht die Regel.