Beiträge von John2

    Kennst du dich denn in Gonzenheim/Homburg überhaupt aus? Wo verläuft die Stadtbahn denn da direkt vor der Haustür, wo nicht jetzt schon andere Verkehrswege einen gravierend höheren Lärm verursachen? Wo sollen da bei einer nach heutigen Gesichtspunkten gebauten, kurzen Strecke merkbare Erschütterungen herkommen?


    Ja, ich kenne mich in Bad Homburg recht gut aus.


    E gibt immer wieder an den Strecken Erschütterungen, solange nicht ein ganz spezieller Unterbau eingebaut wird, der das garantiert verhindert. Erst letztlich hatte ich einem Gebäude an der Strecke der U5 einen Termin, da wackelt jedes mal das Gebäude wenn eine Bahn vorbei fährt, was bei normalen Straßenverkehr nicht der Fall ist und dort hat man erst den Unterbau ausgetauscht.



    Das ist meines Erachtens bloß irrationale Panikmache und beliebte Ausrede der "Dagegen-Fraktion".


    Nein, es sind objektiv messbare Nachteile, die nicht immer auftreten, aber dennoch möglich sind und wenn sie auftreten hat man als Hausbesitzer die Nachteile und den Ärger.


    Für mich zum Beispiel nicht.


    Ich halte die Partizipation an wesentlichen Richtlinienentscheidungen durch die Bürger für absolut essentiell, denn im Rekordtempo nimmt die Politikverdrossenheit im Land zu. Hast Du die gestern veröffentlichten Zahlen zum Vertrauen in die Kompetenz der Parteien mitbekommen? Selbst die Wähler der Parteien trauen ihnen in der Masse keine Kompetenz mehr zu! Sehr rosige Aussichten


    Was wir für die öffentlichen Infrastrukturprojekte brauchen, ist im Vorfeld eine sehr viel stärkere Bürgerbeteiligung. Sprich erst eine Volksabstimmung, dass was gebaut werden soll, nachfolgend eine Planungsphase und dann eine Abstimmung welche Variante gebaut werden soll. Dazu müssen Entschädigungen gezahlt werden, wenn Bürger größere Nachteile durch öffentliche Projekte erleiden müssen. Das Gemeinwohl ist wichtig, aber es kann nicht sein, dass hier auf dem Rücken weniger die Projekte umgesetzt werden.


    Das Thema Umweltschutz muss auch neu überdacht werden. Es kann nicht sein, dass man mitten in einer großen Stadt Probleme bekommt, weil ein ohnehin schon verdolter Bach im Weg ist.

    Na denn...
    Wie verdrossen wären "die Bürger" wohl, wenn die Eschborner dann beschlössen, keine RTW auf Eschborner Boden. Dir müsste doch irgendwie klar sein, dass das keine Bad Homburger Sache sein kann. Das war doch der Ausgangspunkt.


    Es gibt laut Landesverfassung auf Ebene der Kommunen, Landkreise/kreisfreie Städte und dem Land demokratische Vertretungen, deshalb können Bürgerentscheide bisher auch nur auf diesem Ebene durchgeführt werden. Ja, das könnte man ändern. Allerdings sind es auch diese Gebietskörperschaften, die die bisherigen Planungen und Genehmigungen durchführen. Trotz der überregionalen Bedeutung ist es Aufgabe der jeweils beteiligten Kommunen und nicht irgend einer höheren Instanz. Natürlich kann man darüber diskutieren dies zu ändern, aber man kann es nicht als valides Argument benutzen den Bürger die Mitbestimmung zu verweigern.



    ?( Hier widersprichst Du dir aber selbst. Genau das spiegelt der geplante Bürgerentscheid wieder ,- Kirchturmdenken. Die Maßnahme soll in dem möglichen Rahmen genau dazu dienen, eine brauchbare, attraktive Alternative zum SUV zu bieten.


    Die Landesverfassung sieht vor, dass Planungen für öffentliche Baumaßnahmen auf dem Gemarkung der Stadt Bad Homburg von der Stadt Bad Homburg durchzuführen sind, auch die Bauanträge sind von der Stadt Bad Homburg zu genehmigen – Stichwort Sonderstatusstadt. Das komplette Projekt muss auch noch vom RP genehmigt werden. Weil Bad Homburg eine Sonderstatusstadt ist, ist nicht der Landkreis zuständig. Man kann mit der so gegeben Landesverfassung schwerlich eine Abstimmung in den Nachbargemeinden durchführen, denn das wäre zwar legitim (Wie ermittelt man die Abstimmungsberechtigten?), aber es ist ohne Änderung der Verfassung schlichtweg illegal.


    Frau Petra Roth hatte schon in diversen öffentlichen Auftritten Vorschläge unterbreitet, wie man die Zusammenarbeit im Rhein-Main-Gebiet verbessern könnte. Gerade Städte wie Bad Homburg wollten nichts davon wissen. Solange man also nichts ändert muss man akzeptieren, dass die Entscheidung in Bad Homburg gefällt wird, ob das nun einem gefällt oder nicht.



    Zukünftig wäre es für (potentielle) Pendler …


    Ich ziehe den Sinn und Zweck des Projektes nicht in Frage, wenn ich auch die geplante Ausführung als suboptimal betrachte.

    Im ersten Moment gar nicht abwegig. Nur hat der Hessisch Lichtenauer von der U2 wahrscheinlich genau so wenig Ahnung wie ich von der A 44.


    Mir fehlt hier in der Diskussion einfach konkrete Aussagen, wer denn darüber abstimmen soll, wenn es nicht die Bad Homburger sind, und dazu eine sinnvolle Begründung. Alle Hessen wäre wegen der Finanzierung eine sinnvolle Gruppe, wenn man schon nicht mit den Bewohner der Gebietskörperschaft zufrieden ist.



    Welche Werteverluste eigentlich? Wo kommen die denn her? Von der günstigeren Verkehrsanbindung? ?(


    Die Stadtbahn direkt vor der Haustür mindert den Wert des Hauses - Lärm, Erschütterungen etc. sind keine Vorteile und die bessere Anbindung wird durch die Nachteile nicht aufgewogen. Anders sieht es aus, wenn die Strecke die nächste Querstraße verläuft, dann hat man keine Nachteile mehr aber den Vorteil der besseren Anbindung. Und es sind eben diesen direkt Betroffenen, die gegen die Projekte zu Felde ziehen, weil sie nun einmal zum Teil drastische Nachteile haben.




    Der Satz ist einfach Unsinn, man muss schon irgendwie in verfassungsmäßigen Strukturen denken, sonst wirds abstrus.


    Irgend wie bist du nicht in der Lage anders als in rechtspositivistischen Kategorien zu denken – das ist bedauerlich. Die Verfassung selbst erhält ihre Legitimität normalerweise aus einem souveränen Akt der Selbstbestimmung des Volkes, in dem dies sich selbst eine Verfassung gibt. In Hessen war das der Fall. In der Bundesrepublik Deutschland war dies wegen des alliierten Vorbehalts nicht so.



    Ich würde aber gern zum Thema zurückkommen.


    Das würde ich auch gerne. Nur bist Du derjenige, der noch nicht einmal ansatzweise zu erkennen vermag, weshalb es sinnvoll ist einen Bürgerentscheid über den Bau der U2 in Bad Homburg abzuhalten. So wie Du hier im Forum argumentierst gehörst Du zu den Bürgern im Land, die die Politikverdrossenheit massiv befördern – auch wenn das nicht Deine Intention ist. Denn vielen Bürger ist die vier- bis fünfjährliche Zettelfaltaktion auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene zu wenig bürgerliche Partizipation an demokratischer Willensbildung.

    John2 : Bei allem Verständnis für deine Kritik an der repräsentativen Demokratie - für mich erscheint es, als endete deine Demokratie an der Stadtgrenze von Bad Homburg. Wenn hier tatsächlich alle Betroffenen direkt abstimmen sollen, dann ist es absurd (wie Tunnelklick schrieb), die Mehrheit der Betroffenen auszuschließen!


    Die Verfassung des Landes sieht keine andere Abstimmung vor. Das ist so, aber natürlich kann man das ändern. Aber dann sollte man schon konkret sagen, wer dann das Recht hätte über diese Entscheidung abzustimmen. Wie ich schon schrieb, ganz Hessen muss das finanzieren. Man könnte also fordern, dass alle Hessen darüber abstimmen dürfen.

    Es steht völlig außer Frage, dass es legitim ist, eine Schienenbahn in Bad Homburg zu bauen.


    Die Forderung ist legitim, die Entscheidung es zu tun nicht unbedingt. Hnter den Entscheidungen des Staates muss auf Dauer eine Mehrheit der Bürger stehen. Wir haben im Staat zunehmend Probleme, dass immer größer werdende Anteile der Bevölkerung die Entscheidungen des Staates eben nicht mehr mittragen. Noch haben die Bürger aus den Entscheidungen des Staates keine direkten erheblichen finanziellen Nachteile, sobald sich das ändert sieht die Sache fundamental anders aus.



    Es geht einfach nur darum, dass einige Leute das nicht wollen.


    Und einige wollen den Bau – d.h. hier stehen Partikularinteressen verschiedener Gruppen gegeneinander, und alle hessischen Bürger müssen es finanzieren. Ein nicht unwesentlicher Punkt ist, die Nachteile werden privatisiert und die Vorteile sozialisiert, d.h. der Wertverlust wird durch die Gemeinschaft eben nicht ausgeglichen, obwohl viele davon Vorteile haben. Da braucht man sich nicht zu wundern, weshalb Anwohner immer häufiger aufbegehren. Betrachten wir einen ganz simplen Aspekt, man will als Anlieger sein Haus verkaufen und an anderer Stelle einen gleichwertigen Ersatz bekommen, dann geht das wegen des Wertverlustes der Baumaßnahme nun aber nicht mehr. Solche Probleme treten immer wieder auf, und die Nachteile können existenzbedrohende Ausmaße annehmen.



    Die Frage der - um in Deiner Terminologie zu bleiben - Legitimität wird ja im PFV immanent geprüft im Rahmen der Planrechtfertigung.


    Nein, das ganze PFV ist ein einziges formales Rechtskonstrukt, d.h. in diesem kann nur die Legalität des ganzen Vorgangs geprüft werden, aber niemals dessen Legitimität. Die Legitimität erhält die Verwaltung in jeder freien Wahl durch den einzigen Souverän den es gibt – dem deutschen Volk. (Das steht auch so im Grundgesetz, das sollte man wissen.) Hier in diesem konkreten Fall wählen die Bürger der Stadt Bad Homburg den Oberbürgermeister und die Stadtverordnetenversammlung. Nur durch diese Wahl erhält die politische Führung der Verwaltung vom Souverän den Auftrag repräsentativ für die Legislaturperiode die Verwaltungsaufgaben wahrzunehmen. Wesentlich für die Legitimität der Verwaltung ist, dass sie nicht die Unterstützung der Bevölkerung verliert, weil sie dann nämlich ein Legitimationsproblem hätte. In einer Demokratie sollte es in diesem Fall selbstverständlich sein, dass die betreffenden politischen Handelnden ihren Rücktritt erklären und Neuwahlen ansetzen.


    Wir haben hier bei diesem Thema aber kein generelles Problem mit der politischen Ebene, sondern nur im Kontext eines konkreten größeren Projekts. Deshalb ist die Ankündigung der Abstimmung der Versuch durch ein positives Abstimmungsergebnis die notwendige Legitimation für dieses Projekt vom Souverän einzuholen. Die konstitutionelle Verfasstheit des Staates sieht eine bestimmte Aufteilung der Verwaltungsaufgaben vor, so dass nur eine bestimmte Auswahl an Bürger über dieses Projekt entscheiden darf. Man kann natürlich darüber diskutieren, ob man dies in Zukunft ändern will, wofür es sicherlich gute Gründe gibt.



    Vor diesem Hintergrund und einer ggf. erfolgten rechtskräftigen Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ist ein Bürgerentscheid dann nicht nur nicht legal, sondern auch nicht mehr legitim.


    Die Bürger sind der Souverän und nicht der Verwaltungsgerichtshof. Die Aufgabe des Verwaltungsgerichtshofes ist es zu prüfen, ob der formale Verwaltungsakt die Gesetze einhält – d.h. er legal ist. Ich habe ja schon geschrieben, dass Du mit Rechtspositivismus argumentierst. Das bringt an dieser Stelle rein gar nichts. Eine demokratische Entscheidung des Souveräns kann niemals illegitim sein (sofern keine Menschenrechte verletzt werden), weil er der Souverän ist. Ganz im Gegenteil der komplette Staat hängt davon ab, dass der Souverän ihn immer wieder aufs neue legitimiert. Unterbleibt das, ist das Existenzrecht des Staates verwirkt. Die Folge ist eine fundamentale Staatskrise und wahrscheinlich Revolution.

    Schon diese Überlegung zeigt, dass ein Bürgerentscheid hier eigentlich nicht zulässig ist.


    Da hast Du das Thema komplett verfehlt. Es geht nicht um Legalität sondern um die Legitimität des Projektes. Willst Du Dich ernsthaft bei einer Diskussion über Politikverdrossenheit auf Rechtspositivmus zurückziehen?


    Dies nicht unbedingt, oft genug endet aber des Bürgers Welt am eigenen Gartenzaun.


    Auch damit muss man leben. Es ist aber nicht so, dass in Bad Homburg nur direkt Betroffene leben, so dass bei guten Argumenten eine Zustimmung grundsätzlich erzielbar ist. Gutes Beispiel ist die Schweiz in der der zum Teil deutlich teurere Varianten öffentlicher Bauprojekte vom Volk gewählt wurden, weil diese nachhaltiger sind. Ich halte das konkrete Projekt auf Grund der fehlenden Nachhaltigkeit für schlecht, sprich man baut wegen der Eingleisigkeit eine Kapazitätsbeschränkung ein, die bei einem zentralen Knotenpunkt in Bad Homburg auf lange Sicht totaler Unsinn ist, weil das für den aktuellen Fahrplan ausreicht, aber jede weitere Takterhöhung Probleme bereiten wird. Solche Projekte werden aber für einen Zeithorizont >50 Jahre gebaut und nicht für die nächsten fünf Jahre. Solche Dummheit (mir fallen dafür einfach keine Euphemismen mehr ein) ist kaum noch zu ertragen.



    Die gibt es auch für den oben erwähnten Bürger, denn diese Maßnahme ist regional bedeutsam und verbessert auch die Luft hinter dem Gartenzaun.


    Das ist eine faule Ausrede, denn wenn man das regional macht, ändert sich nichts am grundlegenden Problem, aber es fehlen die demokratischen Strukturen für die Entscheidungsprojekte. Es gibt nun einmal kein Regionalparlament und eine dazu gehörende Bürgerschaft. Wer sollte dann über das Projekt abstimmen dürfen? Nur die Betroffenen Bürger? Wer ist das denn bitte? Wenn man die Finanzierung betrachtet, dann würde das alle hessischen Bürger betreffen, weil das Land >80% der Summe tragen will. Wenn man die vom Verkehr Betroffenen betrachtet, sind es nur die Anlieger. Wenn man die potentiellen Nutznießer betrachtet ist die Personengruppe schon nicht mehr scharf abgrenzbar. Wem willst Du dann in der Regional das Stimmrecht geben?


    Die Stadt Bad Homburg ist eine Gebietskörperschaft die im wesentlichen von dieser Maßnahme betroffen ist, insofern ist diese Abstimmung auch so korrekt angesetzt, und die Nicht-Anlieger überwiegen in dieser Gebietskörperschaft eindeutig. Es gibt daher keinen Grund schon im Vorfeld mit dem Jammern anzufangen, weil man sich demokratischen Prozessen stellen soll.



    Was der Politik vorzuwerfen ist, ist vielleicht, dass sie es nicht schafft die Bürger zum Umdenken zu bewegen, was Mobilität anbelangt.


    Das grundsätzliche Problem ist, dass es die Politik nicht schafft aus ihrem miesen Kirchturmdenken herauszukommen. Man wird die Bürger nicht zum Verzicht auf den PKW bewegen können, wenn er nicht endlich brauchbare Alternativen bekommt. Das PKW-Fahren zu verteuern oder zu verbieten, löst nämlich nicht die Problematik wie der Bürger an seinen Arbeitsplatz kommt. Ein Beispiel massenweise Pendler nutzen die A5 von Norden um nach Frankfurt und die umliegenden Gemeinden (Eschborn etc.) zu kommen. Die Alternative ÖPNV ist keine, weil die Bahnstrecke komplett am Limit ist. Aber anstatt über den viergleisigen Ausbau von Friedberg nach Giessen zu reden und auch die zwingend notwendige zweite Stammstrecke in Frankfurt oder einem anderem gleichwertigen Projekt, wird nur über den PKW-Verkehr in Frankfurt geschimpft. So wird das nie etwas, denn die P+R-Parkplätze am Frankfurter Stadtrand gibt es ebenfalls in nicht ausreichender Zahl.


    Seit Jahren ist die Rede von dem Projekt, seit Jahren bestand die Möglichkeit, grundsätzlich gegen eine Verlängerung zu optieren und das in den Gremien zur Abstimmung zu stellen. Tatsächlich hat sich die Stadt Bad Homburg für das Vorhaben entschieden und als Vorhabenträgerin die Planfeststellung beantragt. Welchen Sinn sollte es machen, die früheren Entscheidungen der Gremien wieder in Frage zu stellen. Es ist doch keineswegs so, dass das Projekt den Homburgern aufgezwungen wurde. Den früheren Entscheidungen fehlt es auch nicht an demokratischer Legitimation, ich kann deshalb nicht nachvollziehen, was ein Bürgerentscheid eigentlich liefern soll. Völliger Irrsinn das.


    Da hat jemand mal wieder rein gar nichts verstanden. Es ist leider so, dass in den letzten Jahren vermehrt Parteien Dinge im Wahlkampf versprechen und anschließend an der Macht fundamental andere Politik machen. Nur weil Politiker und Parteien gewählt wurden, heißt dies nicht, dass sie einen Freibrief hätten alles mögliche tun zu dürfen. Repräsentative Demokratie kann nur dann funktionieren, wenn die handelnden Personen auch wirklich die Bürger repräsentieren. Wenn man sich weiter auf das technokratische „Der Bürger hat das legitimiert weil er einmal in vier bzw. fünf Jahren ein Kreuzchen gemacht hat.“ zurückzieht, dann braucht man sich über ein weiteres Ansteigen der Politikverdrossenheit nicht zu wundern. Der Bürger ist kein unmündiges Kind, und man sollte endlich aufhören ihn so zu behandeln. Leider ist aus Deinem Worten genau diese technokratische Einstellung heraus zu hören.


    Gegen das konkrete Projekt gab es von Anfang an in Bad Homburg massiven Widerstand, d.h. man weiß eben nicht, ob es eine Legitimation für dieses Projekt gibt. Persönlich sehe ich es auch als Problem an, dass man sich wieder für eine Murkslösung entschlossen hat. Es wird keine durchgehende zweigleisige Strecke mit zweigleisiger Wendeanlage geplant. Insofern ist es sehr zu begrüßen, dass die fehlende Legitimation eingeholt werden soll und man sollte nicht aus Angst der Bürger könnte das Projekt ablehnen hier weiter der Politikverdrossenheit Vorschub leisten in dem man die Bürgerbeteiligung ablehnt.

    In Shenzhen ist man schon fertig: Das E-Wunder von Shenzhen


    Dir ist hoffentlich bewusst, dass Shenzhen im Süden des Landes liegt? Die Fahrzeuge werden weder beheizt noch klimatisiert. Die 250km Reichweite die BYD für das Produkt bewirbt sind nämlich so ähnlich aussagekräftig wie der NEFZ-Verbrauch. Unter europäischen Rahmenbedingungen sinkt die Reichweite nämlich unter 200km ab, so dass viele Betriebe davon Abstand nehmen.

    Ein Stadionpendel in Doppeltraktion, der wo enden soll? Zum Hauptbahnhof kommt man mit der Citybahn nicht!


    Es wäre mit Sicherheit möglich einen Stadionpendel über den Platz vor dem Hauptbahnhof zu führen. Wenn die Citybahn durch die Kaiserstraße geführt würde, gäbe es die Möglichkeit via Parcusstraße, Bahnhofstraße, Bahnhofplatz und Alicestraße eine Wendefahrt zu führen. Man muss sich dann nur entscheiden, ob man den Halt der Doppeltraktion in die Bahnhofstraße legt oder in die Alicestraße. Man wäre auf einem Schlag viele Busfahrten los und der bauliche Aufwand ist überschaubar.


    Desweiteren sehe ich auch die Doppeltraktion der Bahnen als problematisch.


    In Wiesbaden soll die Citybahn auch im Vorortverkehr fahren und da wird man um Doppeltraktionen nicht herum kommen. Dazu will man die Theodor-Heuss-Brücke entlasten und das geht auch nur, wenn ausreichend Kapazität vorhanden ist, d.h. man mit Dopppeltraktionen fahren kann. Es wird schwer die Haltestellen nachträglich auszubauen, d.h. es lohnt sich sie gleich für Doppeltraktion auszubauen, notfalls nutzt man sie als klassische Doppelhaltestellen.



    Auf der Infomesse meinte auch das Stadtplanungsamt, dass man diese Wiesbadener Vorgabe nicht sonderlich begrüßt, …


    Als neutraler Beobachter hat man den Eindruck, dass auch Mainz der Wiesbadener Vorstoß bezüglich Doppeltraktion gelegen kommt. Denn der geplante Ausbau der Strecke führt direkt zur Universität und dem Fußballstadion des 1. FSV Mainz 05, und da erscheint der Nutzen einer Doppeltraktion nicht so unwahrscheinlich, um es zurückhaltend zu formulieren. Möglicherweise kann man so den Bus Pendelverkehr zwischen Stadion und Hauptbahnhof überflüssig machen. In Frankfurt gibt es ebenfalls eine Doppeltraktionslinie exakt für diesen Anwendungsfall.



    Kürzere Bahnen bedeuten dann auch, dass ein dichterer Takt gefahren werden muss. Wenn heute jedoch die 6 schon alle 10 Minuten fährt und in Zukunft die City-Bahn auch nur alle 10 Minuten fährt, ist das fahrplantechnisch noch kein Vorteil. Es würde sich somit ein 7,5 oder sogar 5 Minuten Takt anbieten, um einen spürbaren Vorteil zu bekommen.


    Wenn man sich die Linienplanungen anschaut, dann soll der Grundtakt der neuen Citybahn 10 Minuten sein und zwischen Aartalbahn und Biebrich auf 5 Minuten verdichtet werden. Zusätzlich ist eine Verstärkerlinie zwischen Taunusstein und Hochschule Mainz geplant, d.h. der Takt zwischen Mainz und Wiesbaden wird wohl dichter als 10 Minuten in der HVZ sein.


    So stellt sich immer noch die Frage, warum die Bahn so viel teurer als der Bus und vor allem das Flugzeug ist?


    Die Bahn muss im Gegensatz zum MIV den Fahrweg komplett selbst bezahlen. Die Streckenkosten für LKW und Busse sind viel zu niedrig angesetzt, d.h. sie entsprechen nicht den verursachten Straßenschäden. Das sind man auch an der Autobahnmaut in den Nachbarländern. Wenn man annimmt, dass die Straßenbenutzungsgebühr für ein Jahr eines PKWs z.B. in Österreich von etwas unter €90,- den tatsächlichen Kosten entspräche müssten mehrere Millionen Euro Pro LKW pro Jahr an Gebühr eingezogen werden. Das wird natürlich nirgendswo gemacht. Der Bus- und LKW-Verkehr wird also durch die anderen Verkehrsteilnehmer und die üblichen Steuerausgaben subventioniert. Würde man diese Sonderbehandlung einstellen, wäre der Bus- und LKW-Verkehr nicht mehr kostendeckend und würde instantan eingestellt.


    Der Flugverkehr wird auch durch Steuererleichterungen bevorzugt. Da ist es in der Hauptsache das Flugbenzin.

    Ist jetzt Wortklauberei : Die U5-50 sind auch nicht beliebig teilbar. Wenn sie am Jakobsgelenk geteilt werden, fehlt einem Teil die Räder. Beim ULF ähnlich.


    Die U5-50 sind als 25m Einheiten konstruiert, damit sie in der Werkstatt gewartet werden können. Ein S-Triebwagen mit solchen Übergangen ist aber in Frankfurt momentan total nutzlos, weil man diese Triebwagen nur auf der 20 einsetzen könnte. Was bringen also solche Fahrzeuge für die Frankfurter Straßenbahn?


    Apropos die Avenios basieren auf einer ganz ähnlichen Konstruktion wie die Ulfs, da auch bei ihnen keine Achsen mehr vorhanden sind und ein Einzelradantrieb bzw. Räder auf einer Seite angetrieben werden. Dadurch ist der Waggonkasten in der Breite eingeschränkt. Bei den Bombardier Konstruktionen sind die Podeste notwendig, weil darunter klassische Antriebe verbaut sind. Erst bei ca. 55cm Bodenhöhe kann man die Antriebe und das Waggoninnere frei gestalten.

    Das alles ergibt doch wenig Sinn bei der Straßenbahn. Das sind alles Sonderbauformen, die man so nicht auf den anderen Linien einsetzen kann. Der Vorteil von Doppeltraktionen besteht darin, dass man mit normalen S Triebwagen bzw. dessen Nachfolgern sowohl die Doppeltraktionslinien, und das werden in Zukunft nur die wenigsten sein, als auch den normalen Straßenbahnverkehr in der Stadt zu bedienen. Bei den Stadtbahnen sieht die Sache anders aus, da dort mindestens ein 50m Zug verkehrt (Ausnahme die U9) und man somit die U5-50 im gesamten Netz nutzen kann. Die Niederflurstraßenbahnen sind wegen der Antriebsproblematik auch nicht beliebig teilbar, weil sonst Motoren fehlen. Die einzige Niederflurbahn die damit kein Problem haben sollte ist das Modell Ulf aus Wien.


    (Es würde mehr Sinn machen die RTW gleich alle 15 Min nach HG fahren zu lassen, als nach Praunheim)


    Es ist ein erklärtes Ziel die RTW sowohl nach Bad Homburg als auch nach Frankfurt fahren zu lassen. Eine solche Änderung würde definitiv die Verbindung der U6 nach Eschborn Süd erfordern.


    Wären für diese Linien nicht größere Fahrzeuge ideal? An welchen Haltestellen müssten denn (wenn überhaupt) Umbaumaßnahmen getroffen werden?


    Die Problematik der StZW wurde bereits angesprochen. Grundsätzlich ist das in Frankfurt so, dass auf sehr ausgelasteten Strecken eigentlich Stadtbahnen fahren sollen, d.h. bis zu 100m lange Züge. Die Straßenbahn ergänzt das Stadtbahnnetz nur. Weil der Ausbau der Stadtbahn allerdings dem Bedarf nicht hinterher kommt, gibt es auf der Strecke zum Stadion Doppeltraktionsverkehr und dieser ist auch auf der Mainzer Landstraße angedacht. Der Vorteil von Doppeltraktionen besteht darin, dass man die Bahnen im gesamten Netz frei einsetzen kann und so viel flexibler ist wie mit langen Straßenbahnen für die es auf den meisten Strecken keinerlei Bedarf gibt. Der Fahrzeugmangel ist der Grund, weshalb der Doppeltraktionsbetrieb auf der Mainzer Landstraße vorerst vertagt ist.


    Dies ist eine recht subjektive Betrachtung. Ich nehme doch an, dass Herrn Vanussis Aussage auf objektiven Fakten beruht. Z.B. Umfragen bei Fahrgästen.
    Umsteigen ist Anschluss, hin oder her, unkomfortabel.


    Bei Vanussis Aussage fehlt jedweder Kontext und dieser ist wie immer essentiell, um solche Aussage wirklich bewerten zu können. Natürlich ist bequemer für den Fahrgast, wenn er beim gleichen Takt und komplett barrierefrei eine Direktverbindung hat. Nur barrierefrei werden die Halte in Oberursel, Stierstadt, Weißkirchen/Steinbach schon einmal nicht sein (Zielhöhe für diese Halte sind 96cm SO, wenn die DB AG nicht auf den Gedanken kommt die S-Bahn Rhein-Main auf 76cm umzustellen, das neue Bahnsteighöhenkonzept 2017 sorgt insbesondere im Osten für viel Wirbel), d.h. für Behinderte wäre die Variante mit Umsteigen besser. Dazu ist der Takt besser, weil die S5 tagsüber alle 15Minuten fährt und weil man die RTW darauf anpassen könnte. Schafft man es doch 76cm Bahnsteige für die RTW an der Homburger Bahn zu bauen, dann bleibt bei dieser Variante als Vergleich immer noch der bessere Takt, weil man jede S5 nutzen könnte. Das einzige Problem, es entsteht ein Umsteigebahnhof am Rande der Bebauung der relativ unattraktiv ist, aber das hält auch niemanden davon ab das gleiche an der S6/U1/U9 zu planen.


    Weil der Fahrgast nichts mehr hasst wie umsteigen.


    Umsteigen ist solange man nicht gehbehindert ist nicht das Problem, sofern die Anschlüsse einem nicht vor der Nase wegfahren, weil es mal wieder Verspätungen gab. Wichtig sind stabile Fahrpläne und hohe Taktungen. D.h. als Fahrgast hat man mehr davon, wenn die RTW in Praunheim alle 15 Minuten Anschluß an die S5 hat, als dass sie nur alle halbe Stunde nach Bad Homburg durchfährt.