Beiträge von gruga

    Nein, da war ich natürlich nur ab und zu und habe Busse auch eher selten benutzt, so dass meine Erinnerungen natürlich nicht repräsentativ sind. Aber die Momente, in denen ich fuhr, haben die Fahrer Ansagen gemacht. In Stuttgart meckerte auch mal ein Fahrer Schüler im breiten Schwäbisch an, weil sie die Türen für Mitschüler aufhielten. Daran erinnere ich mich noch nach über 30 Jahren, weil es irgendwie witzig klingt, wenn Schwaben fluchen. Ansonsten bleibt nur der Rat Fahrer zu finden, die schon lange dabei sind und sich noch an die 70er/80er erinnern.

    Busfahreransagen kenne ich noch aus Stuttgart und München. Da war das noch bis Ende der 90er so. In München glaube ich sogar noch länger. Wenn dich das Thema interessiert, schau mal bei mal bei Youtube rein. Da findest du zahlreiche alte und aktuelle Hörbeispiele von vielen verschiedenen Betrieben. Mainz war auch mal vertreten. Daher weiß ich, dass die Straßenbahn auch die Bushaltestellen drin hatte, weil ein Straßenbahnfahrer mal in einer Wendepause mit dem IBIS-Gerät spielte und die Busansagen durchschaltete. WIe gesagt, ich kenne aus Mainz von früher nur Ingrid-Metz-Ansagen. In den alten Straßenbahnen und Hochflurbussen könnte es Fahreransagen gegeben haben. Aber das kann ich leider nicht belegen.

    Aus Rhein-Main kenne ich noch Offenbach und Darmstadt. OF hatte auch schon mindestens seit Anfang der 80er, eher noch früher, Kassettenansagen. Die klangen aber sehr gewöhnungsbedürftig, Donald-Duck-artig. Mitte der 80er kamen dann Digitalansagen, aber nur in Neufahrzeugen. Die alte Mercedes und MAN behielten ihre Rekorder. Mit der S-Bahn- Eröffnung 1995 hielt dann auch dort Ingrid Metz Einzug. In Darmstadt sprach ein Volksschauspieler mit starkem Dialekt. Später in den 2000ern wurde auf eine hochdeutsche Frauenstimme umgestellt.

    Ich erinnere mich noch an die Bahnbus-/VU-Zeit in Frankfurt/Offenbach. Da gab es nur ganz, ganz wenige Fahrer, die ausriefen. Während bei den Stadtwerken die Bänder in aller Regel sehr zuverlässig liefen. Es gab auch einmal einen einen Ansagentest in der Bildzeitung, der das bestätigte.

    In Hanau kamen die Ansagen vom Band, Sprecherin war Dorothee Roth, die heute noch in Stuttgart die Ansagen macht. Dann gab es Digitalansagen, zuerst von einer Mitarbeiterin, dann von Ingrid Metz.

    In Wiesbaden war ich so ab 1987 ein paar mal im Jahr. Ich erinnere mich noch an die Bordrechner. 100% beschwören, dass es da schon Digitalansagen gab, kann ichs aber nicht, weil ich das alles bewusst erst ab Mitte der 90er wahrnehme.

    Ich komme nicht aus MZ/WI, daher hab ich an das Mainz der 80er kaum Erinnerungen. Aber Digitalansagen erst ab 1999 kann nicht sein. Die Niederflurwagen hatten gar keine Rekorder. Die meinen vielleicht, die aktuellen Ansagen, die von einem Mitarbeiter eingesprochen wurden. Wiesbaden hatte schon sehr früh einen Bordrechner, damals noch mit Tasten wie beim Computer. Die Ansagen hörten sich dem Stand der Technik entsprechend sehr dumpf an. Mit den neuen Geräten wurde es deutlich besser, die Ansagestimmen wechselten auch öfter. An selbst gesprochen Ansagen erinnere ich mich nicht, was ja nicht heißt, dass es sienicht gab. Vllt kann dir ein älterer Busfahrer aus Mainz helfen.

    In Mainz sprach lange Zeit Ingrid Metz die Ansagen. Diese kamen vom Sprachspeicher.

    An Ansagen von der Tonkassette erinnere ich mich bei beiden Betrieben gar nicht mehr. Wiesbaden hatte aber schon in den 80ern digitale Ansagen.

    Frankfurt hatte sogar in den frühen 70ern Bandansagen. In alten Tatorten von 1972 und 1975 kann man "Kruppstr." bzw. "Hauptwache" hören. Digitalansagen gibt es seit 1989. Zuerst in den 0 405- Bussen (Nr. 61-100), später kamen die U2-Wagen dazu und zum Schluss die P-Wagen, erst Mitte der 2000er.

    Es ist letztlich eine Frage der Betriebsphilosophie. Ähnlich wie bei der Beschilderung im Falle von Kurzführungen. Einer will das reguläre Ziel, ein anderer das tatsächliche Ziel und wiederum ein anderer eine Mischung aus beiden. Und so will hier auch der eine möglichst kurze Benennungen, der andere eine möglichst informative.

    Eine Radikalreform gab es mal in Hannover, als man an die 50 Haltestellennamen umbenannte.

    Wobei zumindest theoretisch zwischen Rohrbach- und Schwabstr. sehr wohl Fahrgäste mitfahren könnten. Nur eben ohne Halt dazwischen. In Düsseldorf gab es das auch, nämlich vom Hauptbahnhof gut 15 Minuten ohne Halt bis zum Betriebshof Lierenfeld.

    Leider besitze ich dieses Foto nicht, aber ich erinnere mich noch daran, dass einer der Eröffnungs-Pt's (748?) am Zoo ein Band durchfuhr und die falsche Beschilderung "U6 Hausen" hatte. Dass das 31 Jahre später tatsächlich einmal so sein wird, konnte man da noch nicht ahnen.

    Wie einer meiner Lehrer immer zu sagen pflegte, wenn jemand jammerte, dass doch nur ein Punkt zur besseren Note fehlte: Irgendwo ist halt eben die Grenze.

    Natürlich kann man Aschaffenburg in den RMV eingliedern. Aber dann ist die Grenze eben nur verschoben und andere fordern dann auch einen Beitritt.

    Vielleicht wäre es tatsächlich einmal an der Zeit, über Einheitstarife und/oder Megaverbünde nachzudenken. Oder man geht weg von Zonen und hin zu Kilometertarifen. Oder man führt eine ÖPNV-Flat ein. Oder, oder, oder. Vielleicht kann man im Verkehrsministerium darüber mal nachdenken.

    Man hat wohl damals das gemacht, was man z.B. bei der U5 im Europaviertel verabsäumt hat. Man baute großzügig, weil man Platz hatte und auf nichts und niemand Rücksicht nehmen musste.

    In Chorweiler, geplant als ein Ensemble aus Hochhäusern, Bürobauten und auch Ein- bis Vierstöckern, sollten ursprünglich mal 100.000 Menschen leben. Dann ging dem Projekt "Neue Stadt" die Luft aus. Diese Art zu wohnen war in den 80ern nicht mehr gefragt. Im Ruhrgebiet war es ähnlich. Essen hatte in den 70ern noch 750.000 Einwohner, heute sind es nicht mal mehr 600.000. Auch in neuerer Zeit wurde hier und da scheinbar sehr überdimensioniert gebaut, Hamburger S-Bahn oder Nürnberger U-Bahn etwa, weil bei Stromschienenbetrieben Tunnel, Einschnitte oder Hochlagen gleich teuer sind.

    Besorgte Bürger wie die Ba(h)nanen-Typen aus Eschersheim oder die vermeintlichen Parkschützer aus dem Westend sind mir mehr als suspekt. Geben sie doch allzu oft vor, die Umwelt, Kinder, Senioren oder wen oder was auch immer schützen zu wollen und meinen dabei eigentlich eher nur ihren geliebten Parkplatz oder ihre heilige Ruhe. Aber hier muss ich, als gelegentlicher Nutzer der Verbindung Bad Homburg- Friedrichsdorf (ab und zu mal Usingen), den Gegnern des Projektes ausnahmsweise einmal recht geben. Gut, das lästige Umsteigen in Bad Homburg entfällt. Dem entgegen steht das Stärken und Schwächen der ET 423 in Friedrichsdorf. Mehr Züge, dichtere Takte, bessere Betriebsabwicklung; alles Fehlanzeige. Im Gegenteil: Die Störungen aus der City oder Rödelheim werden mitgeschleppt, die heute völlig isoliert und nahezu störungsfrei operierende RB16 wird in ihrer Betriebsstabilität auch noch negativ beeinflusst.

    Eine S5 bis Usingen im 15er-Takt wäre sicher eine Verbesserung. Aber das da bringt eher nix.

    So schlecht finde ich das neue Design nun auch wieder nicht. Erinnert etwas an nordamerikanische Light-Rail-Systeme. Ist auf jeden Fall mal was Anderes als dieses ewige "sozialistische" Rot-Weiß-Einerlei. Deswegen fand ich es auch damals durchaus wohltuend, dass sich das traffiq-Ellipsendesign auf eine handvoll Midibusse beschränkt hat und letztlich zu den Akten gelegt wurde.

    Eine der kuriosesten Linien in Rhein-Main dürfte sicher die schon besprochene HG-56/HG-8 sein. Von einer Bedienung nur dienstags und donnerstags mit wenigen Fahrten auf einem absurden Rundkurs upgegradet zur einer Volllinie im 30-Minuten-Takt. Wäre einmal eine hübsche Beschäftigung für Mathematiker die Verbesserung in Prozent auszurechnen.